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Archive für 30.11.2006

Böden so sauer wie Essig

Gezielte Kat-Ionen Düngung als praktizierter Umweltschutz. Karlsruhe - Auf das Problem der übersäuerten Böden macht der Umweltbund http://www.Umweltbund.eu in einem pressetext-Interview aufmerksam. Ausgangspunkt dafür war ein pressetext-Artikel über die weiterhin stark verstrahlten Böden nach dem Atomkraftwerksunfall von Tschernobyl ( http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=061030019 ). Als mögliche Lösung des Problems soll eine gezielte Kat-Ionen Düngung umgesetzt werden. Diese sei nach Meinung des Umweltbundes praktizierter Umweltschutz.

“In dem pressetext-Artikel wird auf die Strahlenbelastung durch Caesium aufgrund des Atomunfalls in Tschernobyl eingegangen. Damals hat der Wind die belasteten Wolken weit über Europa verteilt. Dies geschieht heute auch täglich durch Pestizidrückstände aus der Landwirtschaft und Industrieabgasen”, so Friedhelm Berger, Präsident des Umweltbundes, im pressetext-Interview. “In der Pflanzenernährung ist weltweit bekannt, dass die Böden bei mangelnder Versorgung mit den Grundnährelementen wie die Kat-Ionen Kalium, Kalzium und Magnesium, andere Elemente wie etwa das Kat-Ion Caesium im Austausch von den Pflanzen aufgenommen werden.” Auf sauren Böden mit einem pH-Wert unter sechs werde dies sogar noch stark begünstigt. “Leider haben fast alle mittel-nord-europäischen Wälder und viele landwirtschaftliche Flächen heute einen zu niedrigen pH-Wert und weisen keine ausgeglichene Kat-Ionen Versorgung auf.”

“Nicht ausgeglichen gedüngte Pflanzenbestände oder nicht ausgeglichen ernährte Tiere oder Menschen werden unweigerlich krank.” Deshalb müsse das erste Ziel sowohl in der Landwirtschaft als auch im Forst und in Naturflächen sein, die Böden und die Pflanzen ausgeglichen zu versorgen. “Die meisten heute als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesenen Flächen sind in der landwirtschaftlichen Geschichte durch Raubbau und ständigen Düngeentzug ohne entsprechende Ausgleichsdüngung entstanden.” Das treffe auf rund 95 Prozent der Heideflächen zu. Dadurch kam es auch zu Hungersnöten und Auswanderungen der Bürger. Der Experte wehrt sich dagegen, diese Natur- und Landschaftsschutzgebiete ebenso wie auch Agrarindustrieflächen als Aushängeschild zu verwenden, da diese nicht natürlich entstanden sind. “Die Naturschutzgebiete sind also durch Bodenversauerung und Schwermetallbelastung sowie hinein gewehte Pestizide geschädigt.”

“Das Ziel sollte sein, dass die Bevölkerung nicht verseuchten Umweltbelastungen ausgesetzt wird”, meint Berger. “Bei einer gezielten flächendeckenden Boden- und Blattdüngung werden Menschen und Natur nicht unnötig durch strahlende Schwermetalle wie Caesium oder durch das Schwermetall Kupfer belastet.” Berger kritisiert auch den Umstand, dass im ‘Bioanbau’ immer noch häufig Kupfer eingesetzt werde. Tatsächlich sei allerdings nur eine gezielte Kat-Ionen Düngung mit Kalium, Magnesium, Kalk praktizierter Umweltschutz. “Menschen, die flächendeckend Heideflächen und Magerrasen wünschen, müssen sich der dadurch entstehenden Belastung bewusst sein”, meint Berger abschließend im Interview.  Redakteur: Weitlaner

Auch Fische haben eine Persönlichkeit

Es gibt tapfere und auch feige Regenbogenforellen. Liverpool - Nicht nur Säugetiere haben einen Charakter, wie Forscher der University of Liverpool http://www.liv.ac.uk nun herausgefunden haben. Auch Regenbogenforellen können tapfer oder feig sein - je nach dem, was sie in ihrem Leben gesehen oder gelernt haben, berichten die Wissenschaftler in der jüngsten Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature http://www.nature.com. Ausschlaggebend für das Verhalten der Fische scheinen verlorene oder gewonnene Kämpfe unter Artgenossen zu sein.

Die Forscher um die Biologin Lynne Sneddon haben nach Untersuchungen verschiedene Persönlichkeiten von Forellen identifizieren können. Wie Menschen hätten diese Tiere ganz unterschiedlich auf neue Konfrontationen reagiert. Während sich die einen interessiert zeigten, waren andere sehr zurückhaltend oder sogar ängstlich. Was die Forscher allerdings besonders interessierte, war der Umstand, ob die Fische ihr Verhalten aufgrund veränderter Lebensumstände auch ändern können. Dazu hatten die Wissenschaftler besonders neugierige und interessierte Fische und besonders scheue und zurückhaltende Fische separiert.

Die Idee der verschiedenen Tier-Charaktere liegt der Lehre des “behavorialen Syndroms” bei Tieren zugrunde. Diese Theorie versucht zu erklären, warum sich verschiedene Spezies nicht immer ihren Lebensumständen entsprechend verhalten. Ein aggressives Männchen etwa mag zwar zur Abwehr seines Reviers gut gerüstet sein, könnte aber aufgrund seines Verhaltens auch Weibchen davon abhalten, sich mit ihm zu paaren. Die Forscher hatten die Tiere in verschiedene Situationen gebracht, in denen sie teilweise als Gewinner von Kämpfen, aber auch als Verlierer ausstiegen.

Sneddon hat in ihren Versuchen nun festgestellt, dass Schüchternheit und Verwegenheit von physiologischen Faktoren wie etwa Stresshormon-Werten abhängen. Wenn Fische einen Kampf verlieren, erhöhen sich diese Stresshormon-Werte wie etwa jenes von Cortisol. Das macht sie in zukünftigen Kämpfen umsichtiger. Zudem konnten die Forscher feststellen, dass die Fische sehr genau das Verhalten anderer Fische beobachteten. Wie vorhersehbar waren schüchterne Fische, die einen Kampf gewonnen hatten, danach zuversichtlicher. Unerwarteterweise waren schüchterne Fische, die im Kampf verloren hatten, danach bei der Nahrungssuche wagemutiger. Das sei eine Art “Desperado-Effekt”, meint die Forscherin. Schüchterne Fische, die über ihren Charakter Bescheid wissen, müssten um ihre Nahrung noch stärker kämpfen, damit sie überhaupt etwas zu fressen bekommen. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

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