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Archive für 6.6.2007
CO2-Bilanz für Energieträger: Jeder Einzelne muss sparen
6.6.2007 von zaro.
Energy-Globe-Experten legen Bericht über Energieverbrauch vor. Linz - Heute, Dienstag, ist von den Betreibern des Energy Globe Award http://www.energyglobe.info eine CO2-Bilanz für Energieträger präsentiert worden. Damit kann man berechnen, wie groß der tatsächliche Energieverbrauch eines jeden Einzelnen ist. Grundtenor der Studie ist, dass jeder Einzelne dazu angehalten wird, selbst einzusparen, damit es nicht zur globalen Klimakatastrophe kommt.
Der vor acht Jahren ins Leben gerufene Energy Globe Award hat zum Ziel, ein Bewusstsein für die nachhaltige Nutzung der Ressourcen zu schaffen und aufzuzeigen, dass jeder Mensch einen Beitrag für die Umwelt leisten kann. “Da der Hauptverursacher des Klimawandels der Mensch ist, ist jeder Einzelne gefordert, sich persönliche Ziele zu setzen, um seinen CO2-Ausstoß zu verringern”, so Wolfgang Neumann, Gründer des Energy Globe, im pressetext-Gespräch. “Wir haben deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die die Grundlage hierfür darstellt: nämlich eine CO2-Bilanz für Energieträger und die Mobilität, wobei Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes auf keinen Fall eine Minderung des Lebenskomforts bringen sollten.” Die Studie wurde von Gert Bachmann vom Department of Chemical Ecology and Ecosystem Research vom Ökologie-Zentrum der Universität Wien ausgearbeitet.
Da nur rund sechs Prozent der jährlich weltweit erzeugten CO2-Emissionen auf natürlichem Weg durch Photosynthese verarbeitet werden, müsse jeder Einzelne aktiv werden. Dabei gibt es bei jedem Menschen mit der Mobilität und dem Wohnen zwei maßgebliche Bereiche, wo er CO2 ausstößt und dies regeln könnte. Grundsätzlich setze sich der CO2-Ausstoß im persönlichen Bereich aus den Faktoren “Tägliche Lebensgewohnheiten” und “Vorhandene Hardware” - dazu gehören Auto und Energiebedarf in der Wohnung - zusammen. Der durchschnittliche Richtwert in Österreich in diesen Bereichen beträgt pro Kopf jährlich 3.000 Kilogramm CO2.
Die Industrie - ohne Stahl- und Eisenproduktion - hat seit 1990 die Produktion um 40 Prozent gesteigert, die CO2-Emissionen hingegen stiegen im gleichen Zeitraum nur um sechs Prozent, kommentierte Bachmann anlässlich der Pressekonferenz die Einzelergebnisse der Studie. Aufgrund der Ergebnisse des UNO-Klimaberichts sollte in den kommenden acht Jahren der CO2-Ausstoß um 20 Prozent verringert werden, da sonst der Klimawandel außer Kontrolle gerät. “Jeder Österreicher ist also aufgerufen, in dieser Zeitspanne in seinem persönlichen Bereich wenn möglich 30 Prozent an CO2 einzusparen”, fordert Neumann. Dazu müsse man zunächst den persönlichen Verbrauch errechnen.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Die Zunahme des Bedarfs an Wohnfläche um 40 Prozent seit 1990 bei gleichzeitiger Zunahme der Bevölkerung um nur sieben Prozent machen in Abhängigkeit vom CO2-Ausstoß dringend Maßnahmen im Energieeffizienzbereich notwendig. Interessant ist auch, dass die CO2-Emissionen im Bereich Pkw-Verkehr trotz Reduktion des Energieverbrauches pro PS seit 1990 um ca. 17 Prozent gestiegen sind. “Die einzigen zielführenden Alternativen sind, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und auf emissionsfreie Energie, dazu gehört etwa die Sonnenenergie, zu setzen.”
Zum Thema Flugverkehr hat der Experte errechnet, dass der Verbrauch pro Kilometer und Kopf im Flugzeug und Auto annähernd gleich ist. In der Diskussion um die Nutzung von Biomasse haben die Forscher festgestellt, dass Biogas und Biotreibstoffe nur dann als klimaschonend zu werten sind, wenn entsprechend wenig fossile Energieträger für den Anbau verwendet werden. Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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Sogar Fruchtfliegen haben einen freien Willen
6.6.2007 von zaro.
Modell von Ursache und Wirkung in Frage gestellt. Berlin - Fruchtfliegen verfügen über einen freien Willen. Auch wenn man ihnen jeden sensorischen Input nimmt, weisen ihre Flugrichtungen auf eine wirkliche, nicht zufällige - trotzdem aber unvorhersehbare - Fähigkeit zum Treffen von Entscheidungen hin. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Freien Universität Berlin http://www.fu-berlin.de gekommen. Hat die Evolution den Menschen mit einer ähnlichen Fähigkeit ausgestattet, könnte man der Lösung eines der großen alten Rätsel der Philosophie einen Schritt näher gekommen sein. Details der Studie wurden in PLoS One http://www.plosone.org veröffentlicht. http://www.getcited.org/pub/103426004
Die Wissenschaft geht davon aus, dass Wirkungen Ursachen haben. Verstehen wir die Ursachen gut genug, können wir die Wirkungen vorhersagen. In diesem Fall wäre der freie Wille eine Illusion. Wir reagieren einfach auf Stimuli. Ist unser Verhalten nicht vorhersagbar, dann nur weil zufällige Ereignisse eine entsprechende Reaktion verhindern. Das Team um den Neurobiologen Björn Brembs setzte Fruchtfliegen in einer Kammer einer sensorischen Deprivation aus. Diese Kammer bestand aus einer innen weißen Trommel, die den Fruchtfliegen keine Orientierungspunkte lieferte. Die Fliegen wurden mit einem Drehmomentmesser verbunden, der die Bewegungen ihrer Flugversuche dokumentierte.
Die Forscher analysierten die Ergebnisse mittels immer differenzierterer Modelle zufälligen Verhaltens. Waren die Entscheidungen der Fruchtfliegen zufällig, wie beim Werfen einer Münze? Nein. Eine Reihe zufälliger Inputs lieferte genauso wenig eine Erklärung wie eine Variante, die zufällige mit nicht zufälligen Inputs kombinierte. Es zeigte sich vielmehr, dass das Verhalten der Fruchtfliegen Kennzeichen von Chaos aufwies. Einem nicht zufälligen Prozess, der trotzdem wie das Wetter vorhersagbar ist. Niemand war jedoch laut New Scientist bisher in der Lage die Entstehung von Chaos zu erklären.
Dieser chaotische Ansatz könnte den Fruchtfliegen jedoch zu einer Spontaneität verhelfen, die sich evolutionär vorteilhaft erweisen könnte. Zum Beispiel bei der Suche nach Nahrung oder wenn eine weibliche Fruchtfliege eine unerwünschte männliche loswerden will. Laut Brembs kann die Evolution anders als bei wirklichen Zufällen das Ausmaß dieser Spontaneität fein abstimmen. Dabei handle es sich um eine rudimentäre Form des freien Willens. Eine höher entwickelte Form könnte den Menschen aus dem Gefängnis von Ursache und Wirkung befreien. “Es macht sehr viel Sinn anzunehmen, dass das, was wir als freien Willen wahrnehmen auf Komponenten basiert, die viel früher in der Evolution entstanden sind.” Redakteur: Michaela Monschein
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