Sie befinden sich aktuell in den ZARO news Blog-Archiven für den folgenden Tag 12.6.2007.
- Allgemein (1290)
- Beziehung (260)
- Fachpublikation (472)
- Familie (320)
- Gesundheitstipps (193)
- Kunst+Kultur (47)
- Marketing (114)
- Medizin (497)
- Natur-Bio (431)
- Politik (149)
- PR (495)
- Pressebericht (886)
- Sonstiges (397)
- Spirituell (151)
- Wirtschaft (274)
- 10.2.2012: "Zeit ist Geld"-Denken macht unzufrieden
- 7.2.2012: Schule ist beste Medizin für Flüchtlinge
- 7.2.2012: Schwerer Vitamin-D-Mangel bei Senioren
- 7.2.2012: Diabetes vervierfacht Risiko von Geburtsfehlern
- 6.2.2012: Trauma kann Leben positiv verändern
- 6.2.2012: Hungerkrise klopft in Westafrika an
- 6.2.2012: Stillen schützt vor Asthma
- 6.2.2012: Multitasking fördert soziale Störungen
- 2.2.2012: Liebevolle Erziehung lässt Gehirn wachsen
- 1.2.2012: Alle Brustimplantate bergen Risiko
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- September 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
- Dezember 2006
- November 2006
- Oktober 2006
Archive für 12.6.2007
Natürliche Ökosysteme als Überlebensgarant
12.6.2007 von zaro.
Nachhaltiger Umgang mit Natur dient Menschen als Versicherung. Lüneburg/Leipzig - Deutsche Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen risikoscheuem und nachhaltigem Verhalten gibt. Demnach kann der nachhaltige Umgang mit der Natur ihren Nutzern als Versicherung dienen. Damit haben die Forscher vor allem die weit verbreitete Annahme widerlegt, wonach eigennütziges Handeln des Menschen einer nachhaltigen Entwicklung widerspreche. Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg http://www.uni-lueneburg.de, der Universität Heidelberg und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig http://www.ufz.de haben ihre Ergebnisse im renommierten Wissenschaftsmagazin Ecological Economics publiziert.
Das Forscherteam aus Ökonomen, Ökologen und Philosophen hat das Weideland-Management von Farmern in Namibia untersucht. Die dafür ausgewählten Gebiete sind von geringen und stark schwankenden Niederschlagsmengen geprägt. Solche Umweltbedingungen stellen für die Bauern eine große Gefahr von existenziellen Einkommensunsicherheiten dar, da sie von der vorhandenen Biomasse im Weideland direkt abhängig sind. Den Untersuchungen zufolge wählen risikoscheue Farmer eine Bewirtschaftungsstrategie, die eine Biomassereserve im Weidegebiet bestehen lässt. Diese Strategie schmälert zwar ihren zusätzlichen Gewinn in den Perioden, in denen es überdurchschnittlich hohe Niederschläge gibt. In Perioden, in denen fast keine Niederschläge fallen, dient diese Biomassereserve allerdings wie eine Rückversicherung.
“Das interessante an unseren Untersuchungen war auch, dass selbst bei Zugriff auf eine Regenindexversicherung risikoscheue Farmer nachhaltig bewirtschaften”, erklärt Co-Autorin Karin Frank vom UFZ im Interview. Sind die Farmer jedoch nur an kurzfristigem Gewinn interessiert oder risikofreudig, dann bewirtschaften sie riskanter und eine solche Versicherung führt zu kontraproduktivem Verhalten. Solche Studien können dazu dienen, Hinweise für die Ausgestaltung von finanziellen Institutionen zum Risikomanagement zu geben, die auf eine nachhaltigere Nutzung mit den natürlichen Ressourcen hinwirken. “Die Hauptbotschaft der Untersuchung ist eigentlich jene, dass Ruhepausen für einen Teil der Vegetation - also nachhaltige Bewirtschaftung - langfristig für den größten Nutzen sorgen”, subsumiert die Wissenschaftlerin. Die Ruhepausen dienen der Erhaltung der Regenerationsfähigkeit der Vegetation, die unter den extremen Niederschlagsbedingungen in Namibia von zentraler Bedeutung ist. Die natürliche Allianz könne als Ersatz für Ersparnisse, Kredite oder konventionelle finanzielle Versicherungen funktionieren, erklärt Frank abschließend.
Die Wissenschaftler kommen zum Schluss, dass die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen unter Unsicherheit nicht unbedingt deswegen nachhaltig ist, weil Menschen nachhaltig sind, sondern weil sie kein Risiko eingehen wollen. Statt aus ethischen Gründen handeln sie aus Eigennutz heraus nachhaltig. Dieses Ergebnis lasse sich auch auf ähnliche Ökosysteme und ihre Dienste, wie etwa den Fischfang, übertragen. Es bedeutet jedoch nicht, so betonen die Forscher, dass Verhalten, welches das Risiko minimiert, bereits genügt, um eine Nachhaltige Entwicklung zu garantieren. Redakteur: Wolfgang Weitlaner
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »