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Archive für 1.8.2007
Meerwasser-Entsalzung: Keine Lösung des Trinkwasserproblems
1.8.2007 von zaro.
Umweltorganisation kritisiert extremen Energieverbrauch. Melbourne - Die Entsalzung von Meerwasser ist nach einer Untersuchung der Umweltorganisation WWF http://wwf.org keine Lösungsvariante, der drohenden Wasserknappheit zu begegnen. Die Zerstörung von Küstenregionen und der große Energieaufwand sind zwei Hauptgründe, die gegen die Entsalzung sprechen. In Zukunft sollte mehr auf den Schutz der vorhandenen Ressourcen gelegt werden, meint der WWF.
Meerwasser-Entsalzung ist ein teures, energieintensives Unterfangen, das zu einer Zunahme von Treibhausgasen führt und zudem noch die Küsten zerstört”, meint Jamie Pittock, Direktor des globalen Trinkwasserprogramms beim WWF. Die Studie der Umweltorganisation kommt zu einem Zeitpunkt, als die australische Regierung die Errichtung eines der größten Meerwasserentsalzungsanlagen der Welt in Melbourne plant. “Möglicherweise wird in Zukunft die Meeresentsalzung eine gewichtige Rolle spielen, es gibt aber meist immer noch günstigere und umweltfreundlichere Methoden, um die Trinkwasserversorgung sicher zu stellen”, so Pittock. Man sollte viel mehr Gewicht darauf legen, existierende Ressourcen sinnvoll zu nutzen und ein Wassermanagement zu schaffen. Da Entsalzungsanlagen immer in Küstennähe errichtet werden, komme es zu einer Beeinträchtigung der Umwelt - vor allem in den ohnehin empfindlich gestörten Küstenregionen. Nach Angaben der Umweltorganisation sollten auch alternative Möglichkeiten wie etwa die Aufbereitung von Abwasser in Betracht gezogen werden.
In den trockenen Regionen des Nahen und Mittleren Ostens spielen Entsalzungsanlagen heute schon eine wesentliche Rolle in der Trinkwasserversorgung. Aber viele andere Staaten, wie etwa Spanien, China oder die USA, planen die Errichtung solcher Systeme, um den wachsenden Wasserverbrauch zu decken. “Die Wasserversorgung auf globaler Basis ist ein großes Problem”, so Richard Bowen von der Royal Academy of Engineering. Seiner Ansicht nach werde die Entsalzung eine wesentliche Rolle in der Zukunft spielen. Die Umweltproblematik der Meerwasserentsalzung sei allerdings auch den Errichtern bewusst. “Man erhält bei der Entsalzung einen gewünschten Strom von Süßwasser, aber auch eine Menge von Salz.” Wo und wie dieses Salz wieder in die Natur eingebracht werde, sei ein risikoreiches Unterfangen.
“Die Risiken sind in Wirklichkeit minimal”, erklärt der Verfahrenstechniker Guido Codemo vom österreichischen Unternehmen Aqua-Engineering http://www.aqua-eng.com im Interview. Das Salzkonzentrat, das übrig bleibe, habe eine Konzentration von 6,5 bis sieben Prozent, sei aber bereits innerhalb weniger Meter im Meer messtechnisch nicht mehr nachweisbar. Seit fast 20 Jahren baut das Unternehmen im Nahen Osten und in Arabien Umkehr-Osmose-Meerwasserentsalzungsanlagen. “In besonders sensiblen Regionen können bei der Entsalzung auch noch Schwebstoffe ausgefiltert und deponiert werden”, erklärt Codemo. Die größten Anlagen, die derzeit in Betrieb sind, können 100.000 Kubikmeter Salzwasser pro Tag entsalzen. Das entspreche etwa dem Verbrauch von einer halben Mio. Personen. Das Verfahren benötige allerdings viel Strom - wie dieser hergestellt werde, sei fraglich, meint der Wissenschaftler abschließend im Gespräch.
Wie dramatisch sich die Nachfrage nach dem kühlen Nass gesteigert hat, beschrieb die Ökologin Karo Katzmann in ihrem “Bedrohte Zukunft: Schwarzbuch Wasser” (ZARO berichtete): “Seit 1950 hat sich der weltweite Wasserverbrauch verdreifacht. Zwar sind in den Alpenländern Österreich, Deutschland und der Schweiz bisher keine nennenswerten Einschränkungen der Wasserversorgung aufgetreten, allerdings steht auch in diesen Ländern die Ressource nicht ohne Einschränkungen zur Verfügung”, so Katzmann. Der unverantwortliche Umgang mit Wasser führe jedoch auch hier zu einer bedenklichen Situation. “Besonders dramatisch ist die Lage der Wasserversorgung jedoch bereits in Spanien”, erklärt Katzmann. Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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Früchte machen guten Treibstoff
1.8.2007 von zaro.
Fruchtzucker könnte neben Plastikabfall auch zu Biosprit werden. Madison - Der Zucker von Äpfeln und Orangen könnte in Zukunft zur Herstellung von Biotreibstoffen für Autos genutzt werden, berichten Forscher der University of Wisconsin - Madison http://www.wisc.edu im Wissenschaftsmagazin Nature. Britische Wissenschaftler berichten indessen in einer Studie, dass auch Abfälle wie etwa Plastiktüten sich hervorragend als Rohstoffe zur Herstellung von Treibstoffen eignen, berichtet BBC-Online.
Kritiker haben in den vergangenen Wochen immer wieder angemerkt, Lebensmittel nicht zur Herstellung von Treibstoffen zu nutzen, weil dies die Kosten der Nahrungsmittel immens verteuern werde und zudem Bauern dazu dränge, statt Nahrungsmittel nur noch Rohstoffe für die Treibstoffe anzubauen. Innerhalb der EU und auch in den USA sind hingegen die Bestrebungen den Anteil von Biotreibstoffen deutlich zu heben, um damit den CO2-Ausstoß zu verringern, deutlich zu vernehmen. Ein weiteres Argument der Biotreibstoff-Befürworter ist die Verringerung der Abhängigkeit vom Rohöl.
James Dumesic und sein Team von der University of Wisconsin haben einen Treibstoff gefunden, der wesentlich bessere Eigenschaften aufweist als Ethanol. Die Substanz namens 2,5-Dimethylfuran (DMF) enthält um 40 Prozent mehr Energie als Ethanol, verdampft nicht so leicht wie sein Konkurrent und hat auch nicht die Eigenschaft Wasser aus der Umgebung aufzunehmen. Der Siedepunkt des Stoffes liegt um 20 Grad höher als der von Ethanol. Die Forscher haben gezeigt, dass zur Herstellung des Treibstoffes Fruchtzucker (Fruktose) verwendet werden kann. Daraus wird eine Substanz namens Hydroxymethylfurfural (HMF) hergestellt, aus der mit Hilfe von Katalysatoren schließlich der Treibstoff hergestellt wird. Allerdings kann man auch Stärke aus Biomasse - zum Beispiel aus Mais oder Zuckerrohr - mithilfe von Enzymen in Fruktose umwandeln und daraus DMF gewinnen. Unklar sei, berichtet BBC, welche Auswirkungen der neue Treibstoff auf die Umwelt habe.
Große Zukunftshoffnungen hegen die Forscher für Biomass-To-Liquid-Verfahren (BTL-Verfahren). Das ist der Sammelbegriff für alle diejenigen Verfahren, die aus Biomasse flüssige, synthetische Kraftstoffe erzeugen. Dabei wird üblicherweise die Biomasse mittels Pyrolyse - bei Hitze - in Synthesegas überführt. Dieses Synthesegas kann zu Alkanen verschiedener Länge umgebaut werden. Das bisher größte Hindernis der Treibstoffherstellung aus Biomasse sind die verhältnismäßig hohen Kosten. Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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