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Archive für 17.12.2007
Robert Treichler berichtet über die Religion der Ab’sdrusen
17.12.2007 von zaro.
Bucherscheinung: Auf Glaubenssuche mit fix verheißener Erlösung
Wien - (R E Z E N S I O N) Die in dem neuen Buch “Die Religion der Ab’sdrusen” im Überreuter-Verlag wiederentdeckte, uralte Religion der Ab’sdrusen http://www.absdrusen.com kannte bereits alle Tugenden ihrer späteren monotheistischen Nachfahren, berichten der profil-Redakteur Robert Treichler und Mekhanich Na’halle Luyah auf ihrer Suche nach dem tiefen Glauben. Das Buch ist mit der Anmerkung “Auch für gewaltbereite Fundamentalisten” versehen und garantiert fix verheißende Erlösung, die frommsten Pogrome und noch ewigere Wahrheiten. Spätestens dann wird dem Leser klar, dass vieles nicht ganz so ernst gemeint ist, manches aber rein zufällige Ähnlichkeiten mit der Realität aufweist.
Die Ab’sdrusen sind allerdings unter uns - und an so mancher Stelle finden sich Abhandlungen, die durchaus beweisen, dass dies den Tatsachen entspricht. Die in diesem Buch wiederentdeckte uralte Religion der Ab’sdrusen braucht auch Vergleiche mit ihren großen monotheistischen Geschwistern nicht zu scheuen: Theologisch einwandfrei begründete Pogrome an Andersgläubigen zeugen von der tiefen Wahrheit der Offenbarung ihres Buches Tr’arah. Ihre Essvorschriften haben vielen Gläubigen den segensreichen Märtyrertod beschieden. Zudem ist der Ab’sdrusianismus die einzige Religion, die das Sakrament des Fallrückziehers ehrt. Das Buch erscheint rechtzeitig zur bevorstehenden Missionierung, ist aber unter manchen Christbäumen sicher nicht gern gesehen.
Treichler und sein Co-Autor Mekhanich Na’halle Luyah gehen schon im Vorwort davon aus, dass manche Leser nach der Lektüre dieses Werkes umgehend zur Religion der Ab’sdrusen konvertieren wollen. Und dies sei auch möglich. Andere hingegen werden bemerken, dass diese Religion bereits in ihrem Leben und Glauben verankert ist, ja sogar, dass sie längst der ab’sdrusen Religion angehören, ohne es gewusst zu haben. Sie werden dann gebeten, die seit ihrer Geburt fälligen Mitgliedsbeträge nachzuzahlen. Die Autoren nehmen diese Beträge gern entgegen und bürgen für ihre ab’sdruse Verwendung.
Die Religion der Ab’sdrusen kennt auch Sakramente wie etwa jenes des Arbeitsunfalls: Das wichtigste Ereignis im Leben eines Ab’sdrusen. Zumindest alle fünf Jahre muss der Ab’sdruse zum Zeichen der Nachfolge des Religionsgründers Ch’offahs einen Arbeitsunfall mit schweren Folgen erleiden. Möglich ist aber auch ein ritueller Arbeitsunfall durch Schläge auf den Hinterkopf. Langzeitfolgen gelten als Gnade Gottes. Helme, Schutzbrillen und dergleichen gelten als Zeichen von Häresie. Die skandalöse Weigerung vieler Arbeitsunfallversicherungen Ab’sdruse als Versicherungsnehmer zu akzeptieren, ist ein weiterer Beweis für die religiöse Verfolgung dieser Glaubensgemeinschaft.
Es gibt zudem einen Aufruf zur Gewaltfreiheit aus dem Buch: “Lasset ab von Gewalt, es sei denn ihr müsst Ungläubigen den Weg ins Himmelreich ebnen. Die erste große Missionierung der Religionsgeschichte, die Bekehrung der Cyrenäer durch die Ab’sdrusen endete erfolgreich mit der Auslöschung der ungläubigen Cyrenäer. Die Ab’sdrusen sehen ihre erste Verkündungsreise deshalb mit gutem Recht als weltweit erstes religiös motiviertes Pogrom an. Deshalb feiern sie zur Erinnerung daran jedes Jahr am ersten Mittwoch im Juni das Freudenfest Ch’ieg. Massengräber, niedergebrannte Städte und Dörfer sowie ausgelöschte Kulturen und Zivilisationen zeugen weltweit davon, dass die ab’sdruse Religion eine Weltreligion ist.” (Ende)
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