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Archive für 7.2.2008
Schluss mit den Lügen im Supermarkt!
7.2.2008 von zaro.
Heute möchten wir Ihnen die Arbeit von foodwatch vorstellen, foodwatch informiert Verbraucher über Gift im Essen, über die Drahtzieher von Gammelfleischskandalen und darüber, ob Bio wirklich Bio ist. Mit Recherchen, Kampagnen und vor Gericht kämpft foodwatch für die Rechte der Verbraucher - und vor allem für Transparenz im Markt. Damit alle wissen, was sie essen. foodwatch ist gemeinnützig, unabhängig und finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.
Sicher gilt auch für Sie: Am Supermarkt kommt keiner vorbei, weil wir Lebensmittel einkaufen müssen, und scheinbar ist der Supermarkt ja auch ein Paradies.
Werbelügen statt Vielfalt - Täuschung statt Information
Die Regale quellen über von der Fülle unterschiedlicher Produkte, die Vielfalt ist kaum zu überbieten. Doch hinterlässt diese Auswahl bei Ihnen nicht auch oft ein merkwürdiges Gefühl? Kennen Sie das nicht auch, dass Sie vor dem Regal stehen und verzweifelt versuchen, unter zwei Dutzend Fruchtsäften den “richtigen” auszuwählen? Oder dass Sie sich fragen, warum die eine Butter 1,19 Euro und die andere 1,89 Euro kostet? Sie sind nicht grundlos verunsichert, denn im Supermarkt werden wir systematisch getäuscht und betrogen.
Der Kinder-Milchdrink “Biene Maja” als Zuckerbombe
Oder was halten Sie von einem Trinkjoghurt für Kinder namens “Biene Maja” von Bauer, der angeblich ganz besonders gesund sein soll und in Wirklichkeit auf 100 Milliliter 16,4 Gramm Zucker enthält, was auf den Liter gerechnet 44 Stück Würfelzucker bedeutet! 44 Stück Zucker! Nur noch mal zur Veranschaulichung: Stellen Sie sich vor, Sie würden in einen Messbecher voll Flüssigkeit 44 Stück Zucker fallen lassen, einmal umrühren und dann dieses Getränk in einen Becher gießen und Ihrem Kind zu trinken geben!
Der “Obstsaft” “Fruit2Day” als überteuertes Konzentrat
“100 Prozent der täglichen Portion Obst” stecken laut Schwartau in einem 200-Milliliter-Fläschchen “Fruit2Day”. Der Hersteller verspricht, dass das Produkt echtes Obst ersetzen kann. Es ist jedoch aus Konzentrat gemacht. Und Konzentrat ist nun mal das Ergebnis eines hochgradig industrialisierten Vorgangs, bei dem Aromen, Vitamine und Ballaststoffe zum größten Teil verloren gehen. Diese “nährstoffbereinigte” Flüssigkeit mit Obst gleichzusetzen, kommt einem Angriff auf unsere Gesundheit gleich.
Der “gesunde Durstlöscher ‘Frucht-Tiger’” als Zahnschmelz-Vernichter
Oder der “Frucht-Tiger” von Eckes Granini: Er wirbt damit, ein “gesunder Durstlöscher” zu sein, der mit “7 Vitaminen zur gesunden Entwicklung des Kindes beitragen kann”. Das hört sich ja nach gesundem Obst pur an und lässt Elternherzen höher schlagen. Leider bleibt bei näherem Hinsehen nur die Verpackung übrig. Denn der “Frucht-Tiger” hat eher die Bezeichnung “mit Wasser aufgefülltes Konzentrat” verdient. Abgesehen davon enthält das Getränk die umstrittenen Süßstoffe Aspartam und Acesulfam K sowie Zitronensäure. Das heißt aber nicht, dass der gesunde Saft frisch gepresster Zitronen enthalten ist, sondern dass es sich um einen chemisch hergestellten Zusatzstoff handelt, der das Kürzel E330 trägt. Zitronensäure ist das Gegenteil von “gesund”, weil sie die Zähne stark angreift und die Aufnahme von Schwermetallen erleichtert. Sie wird zugesetzt, um das Getränk haltbarer zu machen und durch ihren säuerlichen Geschmack wenigstens die Illusion von Frische zu erwecken.
Wir Verbraucher werden betrogen - und haben nicht das Recht, uns zu wehren
Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen und zeigt beispielhaft, wie wir bewusst getäuscht und in die Irre geführt werden. Und das lässt sich auch nicht durch das Recht der Wirtschaft auf Werbung entschuldigen. Denn was würde wohl der Käufer eines vermeintlichen Energiespar-Kühlschranks sagen, der sich am Ende als Stromfresser entpuppt? Er würde sich lauthals beschweren und sich betrogen fühlen - zu Recht. Und selbstverständlich würde er das Gerät wieder zurückgeben. Aber so weit würde es natürlich nie kommen, da sich der Kühlschrankkäufer im Unterschied zum Lebensmittelkonsumenten vorher ordentlich über das Produkt informieren kann. Die technischen Basisdaten sind klar und eindeutig und dürfen dem Käufer auch nicht vorenthalten werden.
Die Reaktion der Nahrungsmittelhersteller: Zynismus und Verachtung der Verbraucher!
Weniger informativ als vielmehr entlarvend sind die Reaktionen der Lebensmittelindustrie auf unsere Anfragen: Eckes-Granini beispielsweise geht frech in die Offensive und begegnet unserem Vorwurf der Zahnschmelzschädigung durch die im “Frucht-Tiger” enthaltene Zitronensäure gar mit dem Hinweis: Der “Frucht-Tiger” ist zum “Vieltrinken” geeignet, weil er kalorienreduziert sei. Dass damit dem Zahnschmelz - gerade auch durch die am “Frucht-Tiger” angebrachte “Nuckelvorrichtung” - endgültig der Garaus gemacht wird, scheint Eckes-Granini nicht zu interessieren. Die Schwartau-Sprecher dagegen haben sich erst gar nicht die Mühe gemacht, ihr qualitativ schlechtes Kunstprodukt “Fruit2Day” “gesund zu beten”. Sie ignorieren kurzerhand die Kritik und bitten um Verständnis dafür, dass sie auf eine Standard-E-Mail nicht “eingehen können”, denn die Schwartauer Werke gebe es schließlich seit mehr als 100 Jahren. Hut ab! Auf diese ausgefeilte Argumentation muss man erst mal kommen!
Damit wir uns solche und ähnliche Antworten in Zukunft nicht mehr gefallen lassen müssen, fordern wir das Recht der Verbraucher, bei den Produzenten zu erfragen, welche Inhaltsstoffe wirklich in den Produkten enthalten sind und wie diese hergestellt werden. Dann hat es mit den Lügen schnell ein Ende. Dann steht auf den Produkten endlich drauf, was drin ist und es ist drin, was drauf steht.
Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch
Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, müssen wir zeigen, dass die Verbraucher hinter uns stehen. Wir von foodwatch wollen, dass eine derartig unverschämte Haltung ein Ende nimmt. Doch nur wenn wir viele sind, können wir große Konzerne in die Knie zwingen, uns Gehör verschaffen und die Politiker unter Druck setzen. Nur wenn wir viele sind, werden wir gehört. Deshalb werden Sie bitte jetzt Förderer/Förderin von foodwatch.
Natürlich ist diese Kampagnenarbeit nicht umsonst zu haben. Wir haben ein neues Internetportal geschaffen, www.abgespeist.de, das regelmäßig die schlimmsten Beispiele von Verbrauchertäuschung dokumentiert. Das ist aufwändig, denn es erfordert Recherchen, Laboranalysen, juristische Gutachten und einen attraktiven Internet-Auftritt.
Helfen Sie uns, aus www.abgespeist.de eine Bewegung zu machen. Unterstützen Sie uns mit 5, 10 oder 20 Euro monatlich. Gehen Sie direkt jetzt online und werden Sie Förderer/Förderin!
Wer bis zum 31.01.2008 online foodwatch-Förderer wird, bekommt gratis mein aktuelles Buch “Abgespeist”.
Vielen Dank und herzliche Grüße,
Ihr Thilo Bode
Geschäftsführer
P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir auch die Politiker unter Druck setzen. Deshalb: Werden Sie Förderer/Förderin und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für mehr Verbraucherrechte!
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FriedensFrauen Weltweit setzt sich neue Ziele
7.2.2008 von zaro.
Expertise von Friedensfrauen soll systematisch genutzt werden
Bern - Dieses Wochenende feierte das internationale Team des Vereins FriedensFrauen Weltweit sein 5-jähriges Bestehen in Bern und präsentierte zugleich das Programm für die nächsten fünf Jahre.
Die Kampagne “1.000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005″ nominierte im Jahr 2005 tausend Frauen aus über 150 Ländern gemeinsam für den Friedensnobelpreis. Nachdem die tausend Friedensexpertinnen den Nobelpreis nicht erhalten haben, entschied der Verein, seine Arbeit unter neuem Namen weiterzuführen.
So entstand vor drei Jahren das Projekt FriedensFrauen Weltweit, mit dem Ziel, die Arbeit der tausend Friedensfrauen für eine gerechte Zukunft und Frieden, ihre Netzwerke und ihre Methoden sichtbar zu machen. Seither wurden viele Seminare und Ausstellungen in fast allen Weltregionen durchgeführt, die den Friedensfrauen die Möglichkeit boten, sich zu vernetzen. “Die beeindruckende Arbeit von diesen Friedensfrauen und ihr grosser Erfahrungshintergrund muss dringend genutzt werden, um Konflikte ohne Gewalt zu lösen und Versöhnungsprozesse zu fördern”, sagt Ruth-Gaby Vermot, Präsidentin des Vereins.
Nun will der Verein einen Schritt weitergehen und dieses Expertinnenwissen systematisch zur Verfügung stellen. Im Hinblick auf das von der UNO ausgerufene “Jahr der Versöhnung” 2009 werden sich Frauen, die in verschiedenen Bereichen der Konflikttransformation und Versöhnung arbeiten, in Expertinnengruppen zusammenschliessen. Vor dem Hintergrund, dass die Ursache vieler Konflikte häufig eine Ressourcenfrage ist, und die Menschen von den Auswirkungen des Klimawandels ungleich betroffen sind, wird auch zum Thema Umweltgerechtigkeit eine Expertinnengruppe aufgebaut. Damit will FriedensFrauen Weltweit dazu beitragen, dass die Expertise der Frauen systematisch in Organisationen, Institutionen sowie in allen politischen Entscheidungsprozessen genutzt wird.
Für weitere Informationen:
Ruth-Gaby Vermot, Präsidentin, 079 345 58 18
Maren Haartje, Projektleiterin Schweiz, 079 629 24 18
http://www.1000peacewomen.org (Ende)
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