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Archive für 3.12.2008
Einfluss des Mondes auf Geburtszeitpunkt widerlegt
3.12.2008 von zaro.
Statistiker untersuchte vier Mio. Geburtsdaten
Halle - Mit einer Volksweisheit macht eine empirische Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg http://www.uni-halle.de Schluss: Der Mond hat keine Auswirkung auf die Zahl der Geburten. Der Statistiker Oliver Kuß analysierte die Daten von vier Mio. Geburten aus dem Bundeland Baden-Württemberg im Zeitraum zwischen 1966 und 2003. Ein Vergleich mit den 470 in dieser Zeit ablaufenden Mondphasen zeigte, dass diese keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Geburt haben, ist der in der Fachzeitschrift “Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica” publizierten Studie zu entnehmen.
“Die Idee zur Untersuchung ist bei einer Provokation am Stammtisch gekommen”, berichtet Kuß im Gespräch mit Robert Zach. Dass bei Vollmond mehr Kinder geboren würden, sei ihm absurd erschienen, zudem erkannte er methodische Mängel in bisherigen Studien, die solches behaupteten. Das statistische Landesamt Baden-Württemberg versorgte ihn mit umfangreichen Datenmaterial, das er nach dem Prinzip der Spektralanalyse untersuchte. “Ich zerlegte die Geburtenreihe in Zyklen und untersuchte, welche Zyklen am Geburtszeitpunkt beteiligt waren.” Nun sei bewiesen, dass es keinen tatsächlichen Zusammenhang zwischen Mond und Geburten gäbe. “Die Leute glauben trotzdem daran, weil sie ein Bild von der Welt suchen, das ihnen Sicherheit gibt”, interpretiert Kuß den teilweise auch in Gesundheitsberufen verbreiteten Volksglauben.
Allerdings ließen sich zwei andere Zyklen feststellen. “Die monatliche Geburtenzahl steigt im Jahresverlauf an und erreicht im September ihren Höhepunkt, ehe sie wieder abflaut”, so Kuß. Die September-Gebärfreudigkeit könne auf eine Zeugung in den Weihnachtsferien oder in der dunklen Jahreszeit zurückgeführt werden. Ein zweiter Zyklus betrifft den Wochenverlauf. An Montagen und Dienstagen gibt es viele Geburten, am Wochenende wenig. Das könne laut Kuß auf die Praxis der Kliniken zurückgeführt werden, mit künstlich eingeleiteten Geburten auf den Wochenbeginn zu warten. (Ende)
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Körperhaarentfernung als deutlicher Modetrend
3.12.2008 von zaro.
Leipzig - Mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer entfernen regelmäßig Körperhaar in mindestens einer Körperregion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig. Die Bartrasur bei Männern wurde hier nicht miteinbezogen. “Das Interessante an dem Studienergebnis ist, dass der Anteil jener jungen Frauen, die überhaupt kein Körperhaar entfernen, auf interferenzstatistisch nicht verwertbarem Niveau liegt”, erklärt Studienleiter Elmar Brähler von der Abteilung Medizinische Psychologie an der Universität Leipzig http://medpsy.uniklinikum-leipzig.de im Interview.
“Aufmerksam wurde ich auf das Thema anlässlich einer Studie bei der Musterung von jungen Wehrmännern aus ganz Europa. Diese ergab, dass zwei Drittel der Untersuchten intimrasiert waren”, so Brähler. “Unsere Studie an mehr als 300 Studenten im Durchschnittsalter von 23 Jahren bestätigte diesen Trend.” Beachtlich sei auch die Anzahl gleichzeitig enthaarter Körperpartien. 89 Prozent der Frauen, die sich regelmäßig rasieren/epilieren/trimmen, tun dies an drei oder mehr Körperpartien. Fast die Hälfte der Frauen enthaart sich vier Körperpartien gleichzeitig. Das sind vor allem Beine, Achselhöhlen, der Genitalbereich und die Augenbrauen. Bei Männern werden zu mehr als 50 Prozent zwei oder drei Körperpartien einbezogen. Männer rasieren sich vor allem die Achselhöhlen, Genitalbereich oder Oberkörper.
“Uns interessierte natürlich, warum sich junge Menschen einer solch aufwändigen Prozedur unterziehen”, so der Psychologe. Dabei sei offensichtlich, dass jene, die sich die Arbeit einer aufwändigen Haarentfernung machen, nicht an einer Störung ihres Selbstwertes leiden und auch nicht das Bedürfnis nach ständig neuer Stimulation und hoher Erregung - das so genannte “Sensation Seeking” - haben. “Vielmehr weisen Männer, die sich mehrere Körperpartien rasieren, erhöhte Extraversions-Werte auf. Sie sind also sozial aktiv, geselliger, beschreiben sich als selbstsicherer und optimistischer.” Die Forscher wollten zudem auch der Frage nach Gründen der Intimrasur nachgehen, da 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer diese Körpermodifikation durchführen. “Zu betonen ist, dass nur die genaue Betrachtung des Einzelfalls klären kann, ob es sich bei der Intimrasur um eine Form der Sexualabwehr oder ein Mittel zur Steigerung der Sexualität handelt. Bedacht werden muss auch, dass in vielen Kulturen die Rasur im Kontext von Initiationsriten vorgenommen wird um Übergänge in neue Lebensphasen zu markieren”, so der Forscher.
“Man kann davon ausgehen, dass als Motiv ein allgemeiner kultureller Trend zugrunde liegt”, erklärt Brähler. Trends wie diese habe es bereits mehrmals gegeben. “Umgekehrt bedeutet das auch, dass das aktuelle Modeideal der glattrasierten Scham, wie jeder andere Trend, auch wieder aus der Mode kommt. Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten”, meint der Forscher, der beifügt, dass Piercing und Tatoos, die vor einigen Jahren als sehr schick galten, auch wieder deutlich im Abnehmen sind. “Wie sehr Modetrends auf die Allgemeinheit wirken, zeigt sich etwa bei dem Trend zum Oberlippenbart: In der Bundesliga-Mannschaft 1988/89 trugen alle Spieler solche Bärte.” Bei der Intimrasur gelte der Fußballstar David Beckham als Trendsetter. “Neu ist die Intimrasur aber keineswegs, denn bereits in der Antike wurden die Haare am Körper, auch bei Männern, durch Rasur entfernt”, erklärt der Psychologe abschließend im Interrview. (Ende)
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Weltweit 80.000 Entlassungen in einer Woche
3.12.2008 von zaro.
USA verzeichnet höchste Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren
London - In der vergangenen Arbeitswoche haben laut Financial Times mehrere Unternehmen die Einsparung von insgesamt rund 80.000 Arbeitsplätzen weltweit angekündigt. Die Zeitung hat Unternehmensaussendungen, Presse-Briefings und Gewerkschaftsstellungnahmen analysiert, um einen Überblick über die Tragweite der Einsparungsmaßnahmen zu erhalten. Verschiedenste global tätige Unternehmen setzen den Sparstift bei ihren Mitarbeitern an, um der Rezession gegenzusteuern. Besonders stark spürbar sind die Auswirkungen bereits am Arbeitsmarkt der USA. Für die Hälfte der vergangene Woche angekündigten Jobkürzungen ist allein die US-Bank Citigroup verantwortlich. Diese plant die Streichung von 52.000 Stellen. Aber auch europäische Unternehmen kündigen Sparmaßnahmen an, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken werden.
Besonders hart trifft es den Automobilsektor. Der französische Hersteller Peugeot Citroën plant die Einsparung von 2.700 Arbeitsplätzen und auch Toyota, Mazda und Isuzu wollen tausende Stellen streichen. Einsparungen wird es auch beim österreichischen Stahlkonzern Voestalpine geben. Das Unternehmen wird die Verträge von 2.300 Leasing-Kräften nicht verlängern. Laut Aussagen des Konzernchefs Wolfgang Eder in den “OÖNachrichten” sind von Stellenkürzungen hauptsächlich Niederlassungen in England, Frankreich, Spanien und Italien betroffen. Neben mehreren anderen europäischen Unternehmen plant auch das schwedische Industrieunternehmen Sandvik Kürzungen im Ausmaß von 2.300 Arbeitsplätzen. 30.000 Entlassungen haben allein britische Unternehmen im Lauf der vergangenen zwei Wochen angekündigt.
Von der Krise derzeit am härtesten getroffen sind die USA, wo schon jetzt so viele Menschen arbeitslos sind wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Ankündigungen von Jobkürzungen gehen jedoch weiter und ziehen sich durch alle Wirtschaftssegmente. Die Pepsi Bottling Group streicht 3.150 Stellen, davon 750 in Nordamerika. Der Chiphersteller Lam wird 600 Mitarbeiter kündigen und der größte US-Hühnerfleischproduzent Pilgrim’s Pride 335 Mitarbeiter. Auch Boeing streicht 800 Arbeitsplätze in einer Fabrik in Kansas und tausende weitere Stellenstreichungen werden laufend in US-amerikanischen Kleinunternehmen vorgenommen. Laut Automatic Data Processing, dem weltgrößten Gehaltsabrechnungsunternehmen, wurden in den USA im Oktober in Kleinunternehmen mit 49 oder weniger Beschäftigten rund 25.000 Stellen gestrichen. (Ende)
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