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Archive für 8.12.2008

Krebs-Studien verändern Lebensgewohnheiten

Informationen über Krankheitsrisiken beeinflussen Verhalten, oder anders ausgedrückt: “Angst fressen Seele auf!”

London - Eine Studie des World Cancer Research Fund http://www.wcrf.org soll bei einer Reihe von Menschen zu einer Änderung des Essverhaltens geführt haben. Die Studie war im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass zwei Scheiben Frühstücksspeck und zwei Würstchen täglich das Darmkrebsrisiko um 63 Prozent erhöhen. Einer von zehn Personen hat daraufhin versucht, die konsumierte Menge an verarbeitetem Fleisch wie Schinkenspeck zu verringern. Wie eine aktuelle Befragung ergab, hätten vor allem ältere Menschen ihre Essgewohnheiten verändert. Ein Sprecher von Bowel Cancer UK betonte, dass aber auch andere Faktoren wie Rauchen und Alkohol von entscheidender Bedeutung seien. Die Studie zur Krebsprävention betonte die Hinweise auf die möglichen Gefahren von verarbeitetem Fleisch, wies aber auch auf andere Bereiche der Ernährung und des Lebensstils hin, die das Krebsrisiko senken oder erhöhen können. An der Studie nahmen insgesamt 2.124 Personen teil.

Ein Viertel der Teilnehmer an der Online-Befragung gab an, dass als Folge der Berichterstattung über die Studie versucht wurde, mehr Obst und Gemüse zu essen. 18 Prozent achteten mehr auf ihr Gewicht. Die Studie hatte darauf hingewiesen, dass überflüssiges Gewicht mit sechs Arten von Krebserkrankungen in Zusammenhang steht. Das Essen großer Mengen roten Fleisches wurde bereits in der Vergangenheit mit Darmkrebs in Verbindung gebracht. Elf Prozent der Befragten versuchten, weniger davon zu essen. Wissenschaftler gehen laut BBC davon aus, dass die Chemikalien, die während der Verarbeitung von Fleisch entstehen, eine zusätzliche Bedrohung für jene Zellen darstellen, die den Darm auskleiden.

Bei den über 55 Jahre alten Befragten erklärten 37 Prozent, dass sie versuchten, weniger verarbeitetes Fleisch zu essen. Jüngere Konsumenten zeigten sich weniger motiviert. Nur sechs Prozent gaben an, dass sie es ebenfalls versuchten. Richard Evans, Head of Communications des World Cancer Research Fund, betonte, dass die aktuelle Befragung zeige, dass viele Menschen durch Informationen über das Krebsrisiko zu Verhaltensänderungen motiviert werden können. Die aktuelle Marktforschung habe ergeben, dass trotz der umfassenden Berichterstattung in den Medien viele Menschen noch immer nicht wissen, dass Ernährung und körperliche Aktivität das Krebsrisiko beeinflussen können. Die Befragung ergab auch, dass fast zwei von fünf Teilnehmern versuchten, mehr Sport zu machen. Neun Prozent versuchten als Reaktion auf entsprechende Informationen weniger Alkohol zu trinken. Hier ist deutlich zu erkennen wie die Angst den Menschen lenkt, meint dazu Robert Zach, http://www.zarobiotec.com es ist erschreckend wie Menschen auf negative Nachrichten reagieren und wie diese Informationen Menschen beeinflussen. Diese Menschen erleben die Welt nicht als ein Universum voller Möglichkeiten sondern als ein gefährliche Welt, in der diese dann nach mannigfaltigen Sicherheiten suchen, die ihnen dann Schutz versprechen, diese Ängste lähmen jede Flexibilität, Kreativität und den Mut zur Tat. (Ende)

Herrliche Energie als Schmuckstück

Junge Muslime: Konservativ trotz pluralistischer Lebensstile

Unterschiede bei Religion, Sex und Familie

Rostock - Muslime erleben ihre Jugend in Deutschland nur wenig anders als ihre nichtmuslimischen Altersgenossen, ergab eine soeben abgeschlossene Studie der Universität Rostock http://www.uni-rostock.de. In den Bereichen Bildung, Berufsziele oder Freizeitgestaltung konnten kaum Unterschiede festgestellt werden. Im Gegensatz dazu bestehen jedoch in der Auffassung von Partnerschaft, Familie, Sex und Religion Unterschiede. Dazu wurden 100 Muslime im Alter zwischen 20 und 30 Jahren befragt. Die meisten von ihnen gehörten der zweiten Generation von Einwanderern aus der Türkei und anderen muslimischen Ländern des Nahen Ostens an, sind also bereits in Deutschland geboren und aufgewachsen. Hans-Jürgen von Wensierski, Studienleiter und Dekan der philosophische Fakultät Rostock, zeigt sich über die Vielschichtigkeit der Lebensentwürfe überrascht. “Junge Muslime zeigen einen sehr pluralistischen Lebensstil. Ihre Orientierungsmuster wiederlaufen oft den gängigen Stereotypen”, so von Wensierski im Gespräch mit pressetext.

Das große Spektrum an Lebensentwürfen veranschaulicht von Wensierski am Thema Kopftuch. Eine befragte junge Frau sei von den Eltern mit 13 Jahren in die Türkei geschickt worden, um dort ein Internat zu besuchen und die traditionelle Geschlechterrolle zu erlernen. “Fünf Jahre später kam sie als sehr selbstbewusste, individualisierte Frau zurück, die ihr Leben selbst in die Hand genommen hatte. In der türkischen Schule hatte sie entgegen der dortigen Regelung das Tragen des Kopftuchs verteidigt und zeigt heute eine sehr reflektierte religiöse Lebensführung”, so der Studienleiter. Ein weiteres Beispiel liefere die Tochter einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie. “Auch wenn sie sich nach dem 11. September 2001 wieder stärker dem Islam zugewandt hat, gab sie ihre Beschäftigung als Rapperin einer HipHop-Band nicht auf. Heute rappt sie mit Kopftuch.” Das Tragen des Kopftuchs alleine erlaube daher noch keinen Rückschluss auf ein orthodoxes islamisches Frauenbild, betont von Wensierski.

Familie, Sex und Partnerschaft sowie Religion sind laut Studie die Bereiche, in denen sich jugendliche Muslime am ehesten von anderen unterscheiden. “Nicht-muslimische Jugendliche verselbstständigen sich sehr früh von ihrer Familie. Bei Muslimen sind die Eltern jedoch bis zur eigenen Familiengründung prägende Instanz und werden von den Kindern auch aufgesucht”, so von Wensierski. Große Bedeutung habe für junge Muslime die Enthaltsamkeit vor der Ehe, das im nichtmuslimischen Bereich weit verbreitete Leben in Partnerschaft sei kaum üblich. Die Aufklärung erfolgt bei Muslimen nicht zuhause, doch hätten sie laut der Studie kaum Probleme, mit Freunden oder in der Schule über Sex zu sprechen. Im Bereich der Religion sei ein weites Spektrum von säkularen bis hin zu sehr frommen Lebensformen zu beobachten. “Doch auch Jugendliche, die keine entwickelte persönliche Religiosität aufweisen, orientieren sich in den Werthaltungen am Islam”, so der Erziehungswissenschaftler.

Die Gestaltung von Alltag und Freizeit unterscheidet sich für Muslime und Nichtmuslime während der Jugendzeit kaum. “Auch Muslime gruppieren sich in peer-groups und sind von der Mediatisierung betroffen.” Konflikte im Kontakt mit Andersgläubigen entstehen laut von Wensierski am ehesten im Schulbereich. “Wenn Lehrer den Islam thematisieren, müssen sich Muslime oft rechtfertigen und fühlen sich dadurch stigmatisiert.” Benachteiligungen gibt es auch in Form schlechter Bildungsempfehlungen für weiterführende Schulen, schloss der Studienleiter. (Ende)

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