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Archive für 23.3.2009

Menschen können Geruch der Angst wahrnehmen

Schutzmechanismus Angst ist ansteckend

Houston - Ein Psychologenteam um Denise Chen und Wen Zhou von der texanischen Rice University http://www.rice.edu hat entdeckt, dass auch Menschen den Geruch der Angst wahrnehmen können. Allerdings ist das System der chemischen Fährten bei Angst nicht so ausgeprägt wie bei Tieren. In zuvor durchgeführten Studien hat die deutsche Psychologin Bettina Pause von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf http://www.uni-duesseldorf.de herausgefunden, dass Menschen den Angstschweiß anderer bewusst nicht identifizieren können, dass er aber unbewusst wahrgenommen und im Hirn gespeichert wird.

Viele Tiere reagieren bei Gefahr damit, chemische Substanzen in die Umwelt abzugeben, um andere Artverwandte von der Bedrohung in Kenntnis zu setzen. Die Forscher um Chen haben nun untersucht, ob bei Menschen ähnliche Reaktionen hervorgerufen werden, wenn es um die Wahrnehmung des Angstgeruchs geht. Dazu haben sie bei freiwilligen Männern Schweißproben genommen, nachdem diese mit Filmen in Angst versetzt wurden. Anschließend wurden dann diese Geruchsproben Frauen zu riechen gegeben. Den Frauen wurden zusätzlich aber auch noch Fotos von Gesichtern in verschiedener Mimik gezeigt. Anschließend wurden sie beauftragt, die Bilder nach den Emotionen zu beurteilen.

Das Interessante daran war, dass die Frauen, die Angstschweiß rochen und nicht eindeutig zu identifizierende Gesichtsausdrücke zu sehen bekamen, diese negativ beurteilten. Es hatte keine Bedeutung, ob die Emotionen als Gesichtsausdrücke deutlich erkennbar waren oder nicht. “Unsere Entdeckungen beweisen, dass menschlicher Schweißgeruch auch emotionale Bedeutung hat”, so Chen. Zu ähnlichen Schlüssen kommt auch Pause: “Angstschweiß kann eine Gefahr signalisieren. Eine solche Information besitzt im Menschen einen Verarbeitungsvorteil. Sie kommt sozusagen zuerst dran.” Angst sei eine Vorbereitung. “Der Organismus wird wacher, aktiver, vigilanter. Er wird dafür gebahnt, schneller reagieren zu können, wenn wirklich eine Gefahr eintritt”, so die Psychologin.

Es sei sinnvoll, dass man Angst empfindet, wenn man auf einem Wolkenkratzer steht oder wenn in einer Unterführung vier bullige Männer auf einen zukommen. “Ebenso ist es sinnvoll, dass solche Angst sich überträgt.” Angst helfe allerdings nur in punktuellen Situationen. Chronische Angstzustände schaden dem Menschen hingegen. (Ende)

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Alte Menschen haben Gefühle besser im Griff

Junge lassen sich von Emotionen leichter verwirren

Atlanta - Senioren werden durch starke Gefühle weniger irritiert als junge Menschen. Das berichten Psychologen vom Georgia Institute of Technology http://www.psychology.gatech.edu. In mehreren Experimenten, in denen die Forscher Versuchspersonen verschiedenen Alters mit negativen Emotionen und einem Gedächtnistest konfrontierten, zeigten die alten Menschen kaum Leistungsabfall, ganz im Gegensatz zu ihren jüngeren Kollegen. “Wir konnten somit nachweisen, dass sich die Altersgruppen unterschiedlich schwer dabei tun, ihre Emotionen zu kontrollieren”, so Studienleiterin Fredda Blanchard-Fields in der Fachzeitschrift Psychology and Aging.

Die Forscher untersuchten 72 Personen im Alter zwischen 20 und 30 sowie eine gleich große Gruppe zwischen 60 und 75. Man setzte die Teilnehmer vor ein zweiminütiges Video, das starke Emotionen auslösen sollte. Es zeigte eine Frau, die gegen gute Bezahlung ekelerregende Gegenstände verspeiste. Vor und nach dem Video spielten die Probanden ein Computerspiel, bei dem es um die Erinnerung ging. So sollten bei Zahlenreihen am Bildschirm angegeben werden, ob die gezeigte Zahl zwischen null und neun zwei Zahlen zuvor bereits gezeigt worden war oder nicht.

Zwar führte der Lerneffekt dazu, dass beim zweiten Spiel nach dem Videoclip alle Versuchsteilnehmer bessere Leistungen brachten als zuvor. Das Erinnerungsvermögen der jungen Erwachsenen steigerte sich jedoch bedeutend weniger als das der Alten. “Die Senioren waren so erfolgreich im Umgang mit negativen Erfahrungen, dass sie keinen Leistungsnachlass verzeichneten, was wirklich positiv ist”, so Blanchard-Fields. Negative Emotionen seien giftig für die Psyche und schädigten deren Gleichgewicht. “Die Fähigkeit alter Menschen, stark negative Emotionen abzuschwächen, erhöht daher ihre Lebensqualität”, betont die US-Forscherin. Junge Menschen brauchen hingegen mehr Ressourcen, um nicht gewollte Gedanken zu verhindern, was ihre Leistungsfähigkeit einschränkt.

Aktuelle neurologische Studien haben bereits gezeigt, dass es alten Menschen aufgrund ihrer Lebenserfahrung leichter fällt, negative Bilder zu verdrängen. Die Großhirnrinde, in der die Gefühlskontrolle geschieht, ist demzufolge nach negativen Emotionen bei Senioren aktiver als bei jungen Menschen. (Ende)

Gesunde Ernährung lernt man in der Familie

Vorbildwirkung der Eltern prägt Speiseplan Jugendlicher

St. Louis/Weimar - Wer in der Jugend regelmäßig mit der Familie isst, ernährt sich auch später gesünder als Alterskollegen, die alleine essen. Das berichten Forscher der University of Minnesota http://www.umn.edu im Journal of Nutrition Education and Behaviour. Hinweise dafür lieferte eine Langzeitstudie, die nach Voraussetzungen für gesundes Essverhalten suchte. Dass Mahlzeiten in der Familie gesund sind, hatten die Forscher schon zuvor festgestellt. Wer an einem Tisch mit anderen isst, lässt sich mehr Zeit und ernährt sich ausgewogener. Nun zeigte sich, dass das gemeinsame Essen auch langfristig zu einem gesünderen Speiseplan führt. “Eltern und Lehrern sollten über die Bedeutung der gemeinsamen Mahlzeiten in dieser entscheidenden Entwicklungsphase Bescheid wissen”, so Studienautorin Teri Burgess-Champoux.

“Gemeinsame Tischmahlzeiten haben besonders hohe Vorbildwirkung. Die Kinder sehen, was Eltern essen, und entwickeln dadurch eine Esskultur”, betont Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte http://www.kinderaerzte-im-netz.de im ZARO-Interview. Essen in der Familie enthalte tendenziell mehr Vitamine und weniger Fett, zudem sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass Selbstgekochtes am Tisch steht. “Eltern können das fördern, indem sie den Kindern fixe Zeiten angewöhnen, zu denen etwa das Abendessen eingenommen wird.” Das verhelfe zu einer besseren Strukturierung des Tages. “Es gilt allerdings auch, diese Zeit lukrativ zu gestalten - indem etwa der Tag gemeinsam reflektiert wird”, so die Thüringer Kinder- und Jugendärztin.

Die US-Forscher analysierten die Nahrungsaufnahme von 700 Jugendlichen zuerst im Alter von 13 Jahren, dann wieder mit Erreichen der Volljährigkeit. Zur Verfügung standen dafür umfangreiche Gesundheitsdaten über Ernährung und Körpergewicht sowie über Verhalten und über sozial-ökologische und persönliche Voraussetzungen. Erst wer mindestens fünf Familienmahlzeiten pro Woche verzeichnete, wurde dabei in die Kategorie “regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten” aufgenommen.

Je älter Jugendliche wurden, desto seltener aßen sie mit ihrer Familie. Waren es bei den 13-Jährigen noch 60 Prozent, reduzierte sich dieser Anteil fünf Jahre später auf die Hälfte. Wer mit 18 noch mit der Familie aß, verfügte viel eher über regelmäßiges Frühstück und Abendessen und hatte häufiger Gemüse und andere Mahlzeiten mit Kalzium, Kalium, Eisen, Zink und Ballaststoffen am Teller. Doch selbst bei dieser Gruppe der regelmäßigen Familienmahlzeiten wurde in vielen Fällen nicht die optimale Menge an Nährstoffen erreicht, warnen die Forscher. (Ende)

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