Infos

Sie befinden sich aktuell in den ZARO news Blog-Archiven für den folgenden Tag 25.3.2009.

Calendar
März 2009
M D M D F S S
« Feb   Apr »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  
Kategorien

Archive für 25.3.2009

Europa verbietet Tierversuche für Kosmetika

Tierschützerin: “Europa damit Vorreiter trotz schwammiger Richtlinie”

Brüssel/Zürich - Eine EU-Gesetzesnovelle verbietet seit gestern, Mittwoch, die Prüfung von Kosmetik-Inhaltsstoffen an Tieren sowie die Vermarktung entsprechender Produkte aus Drittländern. Damit geht die EU einen Schritt weiter als 2004, als an Tieren getestete kosmetische Endprodukte verboten wurden. “Wir sind noch nicht am Ziel, doch ein wichtiger Fortschritt wurde erreicht”, sagt Vanessa Geritsen, Sprecherin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten http://vierpfoten.ch, im ZAROnews-Interview. Mit der Entscheidung habe sich die EU als Vorreiter im Tierschutz gezeigt und könne auch anderen Ländern, vor allem der USA, zum Vorbild werden.

Schlupflöcher in der Bestimmung sorgen dafür, dass sich die Konsequenzen für die Kosmetikindustrie in Grenzen halten. Der überwiegende Teil der in Kosmetika enthaltenen Substanzen fällt unter die Chemikalienverordnung, für die kein Tierversuchsverbot existiert. Zudem sind bis 2013 Kosmetik-Tierversuche erlaubt, die längerfristige schädliche Auswirkung etwa für die Entstehung von Krebs oder für Geburtenfehler überprüfen. Nur wenn bis dorthin auch für diese Prüfungen Alternativen gefunden werden, tritt das Vollverbot zumindest bei Kosmetik-Inhaltsstoffen in Kraft. Für die Umwelttoxikologie, für den Chemie- und Pharmabereich sowie für die Grundlagenforschung ist eine vergleichbare Regelung hingegen nicht in Sicht.

Vernünftige Alternativen zu Tierversuchen garantieren dem Konsumenten schon heute die Sicherheit von Kosmetika, betont Geritsen. “Die Wissenschaft und sogar die Kosmetikindustrie sind sich sehr wohl bewusst, dass Tierversuche kaum Aussagekraft besitzen.” Als alternative Methode biete sich der Test an künstlich erzeugtem Hautgewebe an der bei einigen großen Kosmetik-Herstellern bereits in Verwendung ist. Die Validierung dieser Testmethoden erfordere jedoch viel Zeit, so Geritsen, zudem habe man bisher als Vergleichsmaß erst recht wieder Ergebnisse aus Tierversuche herangezogen.

Ein Unsicherheitsfaktor der EU-Verordnung sei laut der Vier-Pfoten-Sprecherin ihre Umsetzung, da sie nach dem Ermessen der einzelnen Mitgliedsstaaten erfolgt. Gleiches betreffe auch die Definition von Tierversuchen und tierischem Leid. Die EU strebt aus diesem Grund am 31. März dieses Jahres eine Revision der Tierversuchsrichtlinien an. Richtungsweisend könnte dafür der Belastungskatalog der Eidgenössischen Kommission für Tierversuche http://www.admin.ch/ch/d/cf/ko/index_10077.html sein. Dieser weist Behandlungen von Tieren den Grad zwischen null (kein Leid) und drei (nicht zumutbarer Schmerz) zu, wobei es an Oberbelastungsgrenzen fehlt. “Kein Produkt kann nicht zumutbares Leid von Tieren rechtfertigen, darum müssen Versuche mit dem dritten Grad verboten werden”, fordert Geritsen.

Der EU-Entscheid spiegle die Haltung der Konsumenten wieder, betont Geritsen. “Tierversuche stoßen bei den Verbrauchern kaum auf Verständnis.” Umfragen hätten jedoch gezeigt, dass ein mangelndes Informationsempfinden über Produkte mit Tierversuche herrsche. “Das Thema wird mit Geheimnistuerei, spärlichen Zahlen und fehlenden Versuchsbeschreibungen verbunden.” Für Verwirrung sorgen laut Geritsen auch Produktetiketten mit der Aufschrift “Wir sind gegen Tierversuche”, die aufgrund fehlender Garantie ebenso Konsumententäuschung sein könnten. Neben einer vereinheitlichten Angaben, dass ein Produkt tierversuchsfrei ist, fordert die Vier-Pfoten-Sprecherin eine frei zugängliche Datenbank mit verständlichen Informationen über Tierversuche bei einzelnen Produkten. “Derzeit wird darüber auf EU-Ebene diskutiert”, so die Tierschützerin abschließend zu ZAROnews. (Ende)

Lebenskristalle sorgen für Balance

Essig reinigt vergiftetes Grundwasser

Biologische Reinigung von Chromrückständen durch Bakterien

Leeds - Die Zugabe einfacher organischer Chemikalien wie Essig kann dazu führen, dass sich verschmutztes Wasser selbst reinigt. Das entdeckten Forscher der Universität Leeds http://www.leeds.ac.uk. In Gebieten mit hoher Chrombelastung im Grundwasser könnten natürliche Bakterien das Wasser reinigen, idem sie den chemischen Aufbau der Chromrückstände erhöhen und diese dadurch harmlos machen. Anregen könne man das Wachstum dieser Organismen durch Essig, so die Forscher, da dieser eine attraktive Nahrungsquelle darstelle. Die Reinigung ohne Zuführung von Bakterien oder ohne Entwicklung neuer Organismen stelle das Übertreffen aller ökologischen Ziele dar.

Chromrückstände in der Umwelt sind eine Gesundheitsgefahr, da sie krebserregend sind und Erkrankungen von Nieren, Leber, Lunge und Haut auslösen. Betroffen von dieser Verschmutzung ist besonders das Grundwasser der Regionen, an denen in vergangenen Zeiten Textilfabriken, Schmelzhütten oder Gerbereien angesiedelt waren. “Prozesse der Industrie veränderten diese Chemikalien und machten sie wasserlöslich. Dadurch gelangten sie ins Grundwasser und verseuchten es langfristig”, so Studienautor Ian Bruke.

Wenngleich es auch bisher möglich war, an Orten mit pH-neutraler Umgebung Chromrückstände zu entfernen, stellte dies im stark basischen Umfeld ein großes Problem dar. “Basische Chromabfälle wurden in England bis zum Ende der Chromproduktion in den 70-er Jahren in Deponien verfrachtet. In manchen Ländern produziert man auch heute noch weiter”, so Bruke. Die Reinigung durch Deponierung stellt einen hohen finanziellen Aufwand dar, der zudem viel Energie verbraucht.

Die neu entdeckte Essig-Methode könne hingegen an Ort und Stelle erfolgen. “Unsere Behandlungsmethode verwandelt das oxidierte Chrom in einen nicht-wasserlöslichen Zustand zurück, wodurch es seine Gefährlichkeit verliert, aus dem biologischem Kreislauf ausscheidet und ruhig im Boden zurückbleiben kann”, so der Studienautor. Der für die Feldversuche erforderliche Nachweis des eindeutigen Nutzens der Methode könne durch weitere Laborversuch bald erbracht werden, sobald der genaue Zusammenhang zwischen der Methode und verschiedene Basenstärken gezeigt sei.

|