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Archive für 10.7.2009
Hunde kennen keine Schuldgefühle
10.7.2009 von zaro.
Unterwürfigkeit ist Reaktion auf Körpersprache des Besitzers
New York/Wetzlar - Es gibt keinen “schuldigen Hundeblick”, der Hundebesitzer darüber informiert, ob ihr Vierbeiner tatsächlich etwas angestellt hat oder nicht. Das unterwürfige Verhalten des Hundes ist vielmehr dessen Reaktion auf die aggressive Körpersprache des Besitzers, berichtet die Verhaltensforscherin Alexandra Horowitz vom New Yorker Barnard College http://www.barnard.edu im Journal Behavioural Processes. Die Neigung, oberflächliches Verhalten eines Tieres mit menschlichen Haltungen zu beschreiben, wird als Anthropomorphismus bezeichnet. So glauben Menschen fälschlicherweise, bei Tieren höherstehende Emotionen wie Schuld oder Reue zu entdecken. “Dass Hunde ein schlechtes Gewissen hätten, entspringt allein den ethisch-moralischen Vorstellungen des Menschen”, bestätigt auch die Tierverhaltenstherapeutin Heidi Bernauer-Münz gegenüber ZAROnews.
Die US-Forscherin bat Versuchspersonen, ihren Hunden einzuschärfen, dass sie bei ihrer Abwesenheit einen mit Leckerbissen gefüllten Fressnapf nicht anrühren sollten. Nach kurzem Verlassen des Zimmers teilte man manchen Probanden mit, ihr Hund habe gefressen, anderen, er habe sich korrekt verhalten. Das stimmte jedoch in vielen Fällen nicht mit der Realität überein. Einen “schuldigen Blick” glaubten in Folge am ehesten diejenigen Hundebesitzer bei ihren Tieren zu erkennen, die sie wegen des verbotenen Fressens gerügt hatten. Hunde, die jedoch in Wahrheit der Versuchung erfolgreich widerstanden hatten, wurden von ihren falsch informierten Besitzern als noch schuldiger dreinblickend empfunden als die Tiere, die tatsächlich genascht hatten.
“Hunde sind andauernd damit beschäftigt, Nuancen des Verhaltens ihres Besitzers zu lesen. Ein Blick genügt ihnen um zu wissen, dass Ärger auf sie zukommt, besonders bei aggressiver Körpersprache des Menschen”, so Bernauer-Münz. Das Repertoire des Hundes, darauf zu reagieren, reiche vom Ducken und Abwenden des Blickes, Pinkeln oder Pföteln, bis hin zum Wurf auf den Rücken. Solches Verhalten bezeichne jedoch kein schlechtes Gewissen, sondern sei vielmehr Signal der Unterwürfigkeit als Reaktion auf das aggressive Verhalten des Besitzers. Hunde könnten aber in bestimmten Fällen sehr wohl ermessen, dass sie etwas riskiert haben. “Wird ein rangniedriger Wolf auf dem Lieblingsplatz des Leittiers von diesem erwischt, so macht er sich klein und beschwichtigt sicherheitshalber, um keine Auseinandersetzung zu riskieren.” Gleiche Prozesse der Unterwürfigkeit seien auch beim Menschen zu beobachten. “Wer von seinem Chef dabei überrascht wird, wie er auf dessen Sessel sitzt, wird auch verlegen nach Ausreden suchen wie: ,Ich wollte den Stuhl nur Mal ausprobieren’”, so Bernauer-Münz.
Viele Hundebesitzer wüssten ohnehin, dass ihre Tiere in gewissen Situationen beschwichtigen wollen, schätzt die Tierverhaltenstherapeutin. Problematisch werde es, wenn man dies verkenne und dem vermeintlichen “schlechten Gewissen” des Hundes noch Nachhilfe erteilen wolle. “Einige Menschen glauben, in gewissen Situationen dem unterwürfigen Verhalten ihres Tieres noch eins drauf setzen zu müssen, etwa mit Schlägen. Der beschwichtigende Hund versteht die Welt nicht mehr, da er doch zur Vermeidung einer Auseinandersetzung richtig reagiert hat. Er fühlt sich in die Enge getrieben und greift zur Notwehr.” So könne sich ein Hundehalter durch fehlendes Verständnis der Körpersprache seines Tieres einen Biss einholen, gibt Bernauer-Münz zu bedenken. (Ende)
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Krebsrisiko bei Männern eindeutig höher
10.7.2009 von zaro.
Lebensstil und Gesundheitsbewusstsein entscheidend
London - Der Widerwille der Männer, gesund zu leben und zum Arzt zu gehen, könnte den Unterschied der Geschlechtsverteilung bei Krebserkrankungen und daraus resultierenden Todesfällen erklären. Laut einer Studie von Cancer Research UK http://www.cancer.org.uk erkrankten bei Krebsformen, an denen beide Geschlechter leiden, Männer um 60 Prozent eher. Ihre Sterbewahrscheinlichkeit ist in der Folge um 70 Prozent höher als bei Frauen. Für dieses Phänomen gibt es keinen biologischen Grund. Denkbar sei jedoch, dass Frauen besser für sich sorgten. Experten forderten, dass Männern die Gefahr stärker bewusst gemacht wird. Es wird laut BBC angenommen, dass die Hälfte aller Krebserkrankungen durch Veränderungen des Lebensstils verhindert werden könnten.
Für die aktuelle Studie, die zeitgleich mit der Men’s Health Week veröffentlicht wurde, analysierten die Wissenschaftler zuerst Daten zu allen Krebserkrankungen in den Jahren 2006 und 2007. Es zeigte sich, dass Männer allgemein um 40 Prozent eher an Krebs sterben als Frauen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist um 16 Prozent höher. Werden Brustkrebs und andere geschlechtsspezifische Krebsarten und Lungenkrebs - an dem häufiger Männer erkranken - ausgeschlossen, wird der Unterschied zwischen den Geschlechtern noch deutlich größer.
Die Forscher hatten erwartet, dass Frauen und Männer gleich wahrscheinlich an Krebs erkranken und sterben. Die Zahlen zeigten jedoch, dass die Diagnose bei Männern deutlich häufiger gestellt wird und dass sie abgesehen von Melanomen, auch eher daran sterben. David Forman vom National Cancer Intelligence Network erklärte, es sei bekannt, dass Männer weniger gesundheitsbewusst leben als Frauen. Die Ergebnisse dieser Studie könnten also ein Spiegelbild dieser Haltung sein. Männer ändern ihren Lebensstil eher nicht, um das Krankheitsrisiko zu verringern und gehen bei Krebssymptomen eher nicht zum Arzt. Alan White, der Vorsitzende des Men’s Health Forum, http://www.menshealthforum.org.uk meinte, dass Männern allgemein weniger bewusst sei, dass Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Alkohol, schlechte Ernährung und eine entsprechende Familiengeschichte zu einem erhöhten Krebsrisiko beitragen. (Ende)
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Gehirn verfügt über starke Regenerationsfähigkeit
10.7.2009 von zaro.
Hirnhautstammzellen: Neue Wege zur Heilung von Alzheimer und Co
Verona - Ein Forscherteam am Istituto di Anatomia Patologica e Neurologia der Universität von Verona http://www.univr.it hat eine neue Population von Stammzellen in der Hirnhaut von Säugetieren entdeckt. Die “Leptomeningeal Stem Cells” (LeSC) besitzen die Fähigkeit, sich selbstständig zu erhalten und in reife Nervenzellen zu differenzieren. “Damit ist der Beweis erbracht, dass das menschliche Gehirn über eine bisher kaum vermutete Regenerationsfähigkeit verfügt”, erläuterte Projektleiter Mauro Krampera.
“Unsere Entdeckung wird den Weg zu neuen Therapieansätzen auf dem weitläufigen Gebiet der degenerativen Neuropathologien ebnen”, so Krampera. Dies gelte auch für die Bekämpfung von Parkinson, Alzheimer und Multipler Sklerose sowie die Behandlung von Schlaganfällen und Rückenmarksverletzungen. Bei Säugetieren angesiedelt seien die Stammzellen in der Hirnhautregion, die das Zentralnervensystem umgibt.
Bisher seien alle wissenschaftlichen Regenerationsversuche im adulten Zentralnervensystem gescheitert. Neue Hoffnungen für den Ausgleich von Funktionsverlusten biete nun die Transplantation dieser Hirnhautstammzellen. “Die bei unseren Tierversuchen gemachte Entdeckung liefert einen ausgezeichneten Ansatzpunkt für die zahlreichen, bereits laufenden Forschungsprojekte mit ausländischen Partnern, deren Ergebnisse sich schon bald zeigen werden”, so Krampera abschließend.
Die Untersuchung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Laboratorio di Ricerca sulle Cellule Staminali und dem Laboratorio di Ricerca di Farmacologia der Universität von Verona. Weltweite Anerkennung hat sie bereits während der 5th International Stem Cell School in Regnerative Medicine in Berlin/Rostock erfahren. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift “Journal of Cellular and Molecular Medicine” beschrieben. (Ende)
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