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Archive für 11.7.2009

Auge erfasst Gesichter ganzheitlich

Namensgebung erleichtert die Wiedererkennung

Nashville - Das Rätsel, warum Menschen es so hervorragend schaffen, Gesichter zu erkennen, ist ein Stück weit gelöst. Gesichter werden im Gegensatz zu Objekten ganzheitlich wahrgenommen, behaupten Psychologen der Vanderbilt University http://www.vanderbilt.edu im Fachjournal Psychological Science. Das erkläre, warum wir es kaum zustande brächten, uns auf einzelne Gesichtsteile zu konzentrieren und dabei den Rest zu ignorieren. In der Diskussion, ob die Gesichtserkennung auf die Spezialisierungen des Menschenhirns oder auf die häufigen Übung zurückgeht, scheint sich damit die zweite These zu bewahrheiten. Auch andere Objekte könnten auf dieselbe ganzheitliche Weise wie Gesichter wahrgenommen werden, falls es zu entsprechendem Training kommt.

Für Testzwecke entwarfen die Forscher dreidimensionale Fantasieobjekten, sogenannte “Ziggerins”. Einige ihrer Versuchspersonen lernten die Unterscheidung der Objekte nach Namen, wie dies bei Menschen und Gesichtern der Fall ist. Eine zweite Gruppe lernte, die Objekte rasch nach äußeren Merkmalen zu klassifizieren. Jede Gruppen übertraf nach diesem Training die andere in der Aufgabenstellung, für die sie trainiert hatte, was die Forscher als Hinweis für verschiedene Wahrnehmungsprozesse bei gleichen Objekten sehen. Sollten die Versuchspersonen jedoch nach längerer Pause neue Ziggerins nach ganzheitlichen Mustern unterscheiden, taten sich diejenigen leichter, die den Gebilden einen Namen gegeben hatten.

“Diese Forschung zeigt einerseits, dass die Erkenntnis eines Ganzen der Schlüssel zu unserer Fachkundigkeit im Umgang mit Gesichtern ist. Darüber hinaus wurde deutlich, dass diese Technik auch schnell auf andere Objekte übertragen werden kann”, so die Forschungsleiterin Isabel Gauthier. Nicht nur die äußere Form von Objekten, sondern auch die Erfahrung, die wir mit ihnen bisher hatten, bestimme die Art, in der Menschen unterschiedliche Objekte wieder erkennen. Um Objekte nach dem Prinzip der Gesichtserkennung wahrzunehmen und wiederzuerkennen, sei kein langes Training erforderlich. “Dieses Wissen kann dem Training von Menschen nutzen, die etwa aufgrund von autistischen Störungen Probleme mit der Identifizierung von Gesichtern haben”, so die Psychologin. (Ende)

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Zuckerersatz belastet das Trinkwasser

Kläranlagen kommen mit synthetischen Süßmitteln nicht zurecht

Karlsruhe - Abwässer aus Kläranlagen und Oberflächenwasser enthalten eine Vielzahl synthetischer Süßstoffe aus Nahrung, Medikamenten oder Hygieneartikeln. Das berichten Trinkwasseranalytiker vom Karlsruher Technologiezentrum Wasser http://www.tzw.de in der Fachzeitschrift Analytical and Bioanalytical Chemistry. “Ohne es zu bemerken, konsumieren wir täglich eine hohe Anzahl von Chemikalien. Diese hinterlassen jedoch ihre Spur im Wasserkreislauf, denn anders als etwa Öl wird Wasser nicht ver- sondern gebraucht und immer wieder verwendet. Viele der Stoffe können durch Kläranlagen nicht entfernt werden und gelangen so ins Trinkwasser”, deutet Studienautor Heinz-Jürgen Brauch im ZARO-Interview die Ergebnisse.

Konkret geht es um die Chemikalien Acesulfam, Cyclamat, Saccharin und Sucralose. Diese weit verbreiteten Süßstoffe konnten die Forscher in Wasserproben der deutschen Kläranlagen Eggenstein-Leopoldshafen und Karlsruhe durch neue Analysemethoden nachweisen. “Während man früher nur diejenigen Stoffe untersuchen konnte, die leicht aus dem Wasser zu entfernen sind, ist das nun auch bei wasserlöslichen Substanzen möglich. Neue Stoffgruppen können damit erschlossen werden”, so Brauch. Drei weitere untersuchte chemische Süßstoffe - Aspartam, Neohesperidin und Neotam - wurden hingegen im geklärten Wasser nicht gefunden. “Sie werden scheinbar im Klärprozess erfolgreich abgebaut.”

Die Wirkung von synthetischen Süßstoffen auf die Gesundheit des Menschen ist immer wieder in Diskussion, zumal die USA und Europa einzelne Stoffe verschieden bewerten, woraus sich unterschiedliche Zulassungen oder Verbote ergeben. Brauch liest keine ernsten Bedenken aus den Ergebnissen. “Alle untersuchten Stoffe wurden auf ihre gesundheitliche Wirkung eingehend untersucht und stellen nach derzeitigen Erkenntnissen keine Gefährdung für den Menschen dar. Es stellt sich jedoch die Frage, wie sehr das Image des Trinkwassers als natürliches Produkt noch angebracht ist.”

Die Süßstoff-Konzentration war im deutschen Klärwasser höher als bei einem Vergleichstest in einem Mittelmeerland. “Im Unterschied zu Ländern mit Wasserknappheit wird Klärwasser in Mitteleuropa nicht in den Boden, sondern direkt in Oberflächengewässer geleitet, wodurch es wiederum schneller ins Trinkwasser gelangt”, so Brauch. Die Relation der Süßstoff-Konzentration müsse man dabei jedoch berücksichtigen. “Eine Tasse Tee süßt man mit etwa einem Gramm Süßstoff, während die Kläranlagenzuläufe Konzentrationen von höchstens 190 Mikrogramm pro Liter aufweisen.” Es sei jedoch denkbar, dass sich die Konzentration der Substanzen im Wasserkreislauf auf lange Zeit erhöhen, so der Trinkwasserexperte. (Ende)

Wasserfilter sind angesagt, manche Gifte töten langsam ...

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