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Archive für 2.9.2009
Globaler Trend zu Naturtourismus
2.9.2009 von zaro.
Nationalparks gewinnen an Interesse
Cambridge/Wien/Berlin - Weltweit boomt der Naturtourismus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der University of Cambridge. In 15 von 20 insgesamt untersuchten Ländern, darunter auch Großbritannien und die USA, erfahren Naturschönheiten als Reiseziele steigende Beliebtheit. Die Zahl der Besucher in Natur- und Nationalparks ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Für jene Länder, die vor allem vom Öko-Tourismus leben, sind diese Nachrichten wichtig, da durch das wachsende Interesse zukünftig auch finanzielle Mittel zum Naturschutz eingesetzt werden müssen. Zudem sollte auch die Allgemeinheit von der Bedeutung des Erhalts der Biodiversität unterrichtet werden.
“Fremdenverkehr, der auf die Sehenswürdigkeiten der Natur zielt, zeigt der lokalen Bevölkerung offensichtlich die Vorteile des Erhalts von Umweltschutz”, so Andrew Balmford, Professor für Conservation Sciences an der University of Cambridge http://www.zoo.cam.ac.uk. Unglücklicherweise werde diese Art des Tourismus sehr häufig schlecht quantifiziert. Eine im Vorjahr publizierte Studie, die die Zahlen von US-amerikanischen und japanischen Nationalparks untersucht hat, ist zum Schluss gekommen, dass die Besucherzahlen rückläufig waren. Mit der aktuellen Untersuchung konnte dies widerlegt werden. Diesmal war das Design der Studie auf ein viel größeres geographisches Umfeld erweitert worden. Dass die Zahlen in japanischen und US-amerikanischen Parks seit den 1990er Jahren stetig gefallen sind, ist zutreffend. Bei drei Viertel der anderen 20 untersuchten Staaten haben die englischen Forscher allerdings das Gegenteil festgestellt. In manchen Staaten lagen die Zuwächse sogar bei sieben bis acht Prozent. In Afrika, Europa, Asien und Lateinamerika waren die Wachstumsraten bei rund drei Prozent.
Warum diese Daten so aussehen, ist den Forschern allerdings nicht ganz klar. Sie gehen davon aus, dass Naturtourismus mit Wohlstand zu tun hat. In reicheren Ländern waren die Zuwachsraten eher gering, während sie in Entwicklungsländern wie etwa in Ghana, Madagaskar und Indien hoch waren. “Die Trends zeigen die Beliebtheit und die Popularität von Naturtourismus”, so Balmford. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Wachstum bei weitem noch nicht den Plafond erreicht hat.
“Die Einrichtung von Naturschutzgebieten oder Nationalparks wird bei der lokalen Bevölkerung oft mit ökonomischen Argumenten gerechtfertigt, also nach dem Motto Naturschutz ist gleich Tourismus ist gleich Arbeit. Das bedeutet wiederum nachhaltige Reginalentwicklung und damit Perspektiven für alle Beteiligten”, so Karin Chladek vom Institut für integrativen Tourismus respect http://www.respect.at gegenüber ZAROnews. “Diese Formel ist jedoch recht vage. Für einen nachhaltig erfolgreichen Naturtourismus ist es vor allem wichtig, dass man die lokalen Gegebenheiten gut analysiert, alle Beteiligten in die fortlaufenden Entscheidungsprozesse einbindet, und die Grenzen zwischen touristischer Nutzung und Naturschutz klar definiert”, so die Expertin.
Auch der Zukunftsforscher Horst Opaschowski http://www.opaschowski.de sieht für den Natur-Tourismus große Chancen. “Die Event-Manie ist zu einem Ende gekommen. Die Menschen lieben es wieder leiser”, so der Forscher im pressetext-Interview. “In Zukunft könnte der stille Bergsee ohne Rundum-Veranstaltung zum Tourismus-Event werden, wenn er sich gut verkauft.” Den Bergsee habe es seit hunderten von Jahren gegeben, doch durch die Veränderung der emotionalen Ansprache, wird er wieder interessant. (Ende)
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Sexistische Witze schüren Gewalt gegen Frauen
2.9.2009 von zaro.
Nach dem Hören sinkt die Hemmschwelle kurzzeitig
Granada/Erlangen - Sexistische Frauenwitze sind nicht harmlos - sie fördern gedankliche Mechanismen, die Gewalt gegen Frauen rechtfertigen. Das berichten Forscher der Universität Granada http://www.ugr.es im Journal of Interpersonal Violence.
Aufschluss darüber gab ein Experiment, in dem männliche Studenten per Zufall entweder eine Serie von Witzen anhörten, die Frauen erniedrigen, oder belanglose Witze ohne sexistischem Inhalt. Unmittelbar darauf wurden die Probanden mit Szenen konfrontiert, bei denen Gewalt gegen Frauen in unterschiedlichem Schweregrad ausgeübt wurde. Als man sie befragte, wie sie jeweils reagieren würden, zeigten sich je nach Gruppe Unterschiede: Versuchspersonen, die zuvor frauenfeindliche Witze gehört hatten, tolerierten Aggressionen gegen Frauen weitaus eher als die Vergleichsgruppe.
“Indem sexistische Witze auf die Verspottung des anderen Geschlechts hinweisen, machen sie entsprechende Gedächtnisinhalte kurzzeitig besonders verfügbar”, erklärt die Sozialpsychologin Andrea Abele-Brehm von der Universität Erlangen http://www.sozialpsychologie.phil.uni-erlangen.de im Interview. Sexistisch seien Witze insofern, als sie Stereotype über das andere Geschlecht übertreiben und es auch lächerlich machen. Traditionelle Geschlechterrollen, die der Realität häufig hinterher hinken, würden damit im Bewusstsein aufrecht erhalten. “Tatsächlich ist es möglich, dass Menschen unmittelbar nachdem sie einen sexistischen Witz gehört haben das andere Geschlecht kurzfristig anders bewerten”, so die Sozialpsychologin.
Der Effekt, den ein sexistischer Witz im Gehirn auslöst, sei eher kurzfristig, so Abele-Brehm. Langfristige Verhaltensänderungen seien erst dann denkbar, wenn man ständig derartigen Information ausgesetzt sei. Dass es mehr sexistische Witze über Frauen als über Männer gibt, sei einfach erklärbar. “Männer erzählen mehr Witze als Frauen, denn sie merken sich Witze in der Regel besser.” (Ende)
DER WEG ZUM BESSEREN IMAGE: http://www.zaronews.com
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