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Archive für 8.10.2009

Kräuter als biologische Pestizide einsetzbar

Öl aus Rosmarin, Nelke und Pfefferminze schützt vor Schädlingen

Vancouver - Extrakte aus Kräutern und Gewürzen bilden eine umweltverträgliche und gesündere Alternative zur herkömmlichen Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher beim Treffen der American Chemical Society http://acs.org. Laut einem BBC-Bericht entwickelten sie biologische Pestizide, die auf der Mischung winziger Mengen von zwei bis vier verschiedenen Kräutern beruhen, die in Wasser aufgelöst werden. Die Substanzen töten Insekten direkt ab oder halten sie fern, ohne dabei für den Menschen oder die Umwelt ungünstige Nebenwirkungen zu entfalten. Besonders konzentrierten sich die Wissenschaftler dabei auf Wirkstoffe aus Rosmarin, Thymian, Gewürznelke und Pfefferminze.

“Die neu entwickelten Produkte erweitern die bisher beschränkten Möglichkeiten, Schädlinge in der biologischen Landwirtschaft zu bekämpfen. Bisher gibt es nur wenige dafür geeignete Insektizide, doch ihre Zahl steigt ständig”, berichtet Studienleiter Murray Isman von der University of British Columbia http://www.ubc.ca. Einige Gewürz-basierte kommerzielle Produkte, die derzeit von Bauern eingesetzt werden, schützen bereits mit Erfolg biologische Erdbeer-, Spinat- und Tomatenfelder vor Blattläusen und Milben. Anders als konventionelle Pestizide könnten die “Killergewürze” laut Isman den Zulassungsbehörden furchtlos ins Auge blicken und seien zudem bereits fertig für ihren Einsatz. “Ein wichtiger Vorteil dieser Methode ist, dass die bekämpften Insekten keine Resistenzen entwickeln”, so Isman. Zudem seien sie auch sicherer für Beschäftigte in der Landwirtschaft, die gewöhnlich den Pestiziden in Verbindung mit hohem Risiko ausgesetzt sind.

Derzeit haben biologische Pestizide allerdings noch mit einigen Schwächen zu kämpfen. So verdunsten und zerfallen ätherische Pflanzenöle etwa schnell unter Sonnenlicht, zudem ist der Arbeitsaufwand größer, da Bauern sie häufiger als herkömmliche Pestizide anwenden müssen. “Die Wirkung von manchen Essenzen vergeht sogar schon nach einigen Stunden, während herkömmliche Pestizide tage- bis monatelang wirken. Da sie außerdem weniger stark sind, müssen sie in höheren Konzentrationen eingesetzt werden, um erwünschte Effekte zu erzielen”, so Isman. Um diesen Nachteil aufzuholen, sucht man derzeit nach Methoden, die neuen Wirkstoffe länger haltbar und stärker zu machen. “Sie sind kein Allheilmittel für die Schädlingsbekämpfung, haben jedoch in Sachen Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit eindeutige Vorteile.”

„Der biologische Landbau verwendet ‚Pflanzenschutzmittel’ im wahrsten Wortsinn, wohingegen diese Aussage beim Einsatz herkömmlicher Pestizide ironisch ist. Hier trifft eher ‚Schädlingsbehandlung’ zu“, betont Lukas Schrattenthaler, Sprecher von Bio-Austria http://www.bio-austria.at, gegenüber uns. In der EU sind mehrere hundert pflanzliche Wirkstoffe erlaubt, die in der biologischen Landwirtschaft eingesetzt werden können. Viele dieser Essenzen fördern auch gezielt die Entwicklung von Nützlingen, die das Pflanzenwachstum begünstigen. Schrattenthaler sind die Probleme, mit denen biologische Pestizide zu kämpfen haben, bekannt. „Die Benetzung und Haftung ist geringer als beim Einsatz von Chemie. Das oft vorgebrachte Gegenargument, dass die Notwendigkeit, in Folge häufiger in den Acker gehen zu müssen, dem Boden mehr schadet als die Chemie, ist jedoch nicht haltbar.“

Als entscheidenden Vorteil der pflanzlichen Düngemethode sieht der Biobauern-Sprecher die Vermeidung von Rückständen in den Produkten selbst als auch in der Umwelt. „Ein Teil der herkömmlichen Spritzmittel landet in der Luft, im Boden oder im Trinkwasser und sorgt auch dort für entsprechende, unerwünschte Umweltwirkungen. Biologische Lösungen sind somit Teil des Umwelt- und Klimaschutzes und liefern einen gesellschaftlichen Beitrag.“ Schrattenthaler hält es für wahrscheinlich, dass „biologische Pestizide“ eines Tages auch in der nicht-biologischen Landwirtschaft größere Verbreitung erringen. „Erstens spielt der Kostenfaktor eine entscheidende Rolle, denn chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden immer teurer. Daneben steigt beim Konsumenten die Sensibilisierung dafür, dass Agrarförderungen aus Steuermitteln für Lösungen eingesetzt werden, die umweltverträglich sind.“ (Ende)

Wasser vom feinsten

Neue krebserregende Chemikalien in Kautabak entdeckt

Eine Portion enthält so viele schädliche Stoffe wie fünf Zigaretten

Minneapolis - Die Entdeckung einer Reihe neuer krebserregender Chemikalien in Kautabak hat die Vermutung bestätigt, dass es sich dabei um keine “sichere” Alternative zu Zigaretten handelt. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs), Chemikalien, die den Rauch von Zigaretten und Holzfeuer kontaminieren, wurden bisher nicht in Kautabak oder ähnlichen Produkten vermutet. Grund dafür ist, dass der Tabak nicht geraucht, sondern zwischen Lippe und Zahnfleisch geschoben wird. Wissenschaftler der University of Minnesota http://www1.umn.edu haben jetzt aber nachgewiesen, dass beliebte feuchte Snuff-Produkte, die in den USA verkauft werden, mindestens 22 PAHs enthalten. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich, dass der Tabak während der Verarbeitung dem Rauch von Holz ausgesetzt wird.

Snus wird vor allem in Nordamerika und Skandinavien konsumiert. Innerhalb der EU ist er in allen Ländern außer Skandinavien verboten. Eine typische Portion enthält genauso viel PAHs wie fünf Zigaretten, erläuterte die Wissenschaftlerin Irina Stepanov auf der Jahresversammlung der American Chemical Society http://www.acs.org. Der Konsum von feuchtem Snuff, der sich in den USA zwischen 1986 und 2005 verdoppelt hat, wurde laut NewScientist mit einem erhöhten Risiko von Mund- und Bauchspeicheldrüsenkrebs in Zusammenhang gebracht. Die PAHs erweitern die 28 bisher identifizierten krebserregenden Chemikalien, inklusive Nikotin und Nitrosamine, die bisher schon in diesen Produkten gefunden wurden.

Laut David Hammond von der University of Waterloo birgt der Konsum derartiger Tabakprodukte ernsthafte Risiken. Der Experte warnt jedoch, dass das Rauchen von Zigaretten trotzdem das höchste Krebsrisiko in sich birgt. (Ende)

Asiens Wasserproblem spitzt sich zu

Ohne Modernisierung der Bewässerung droht Nahrungsmittelkrise

Stockholm - Ohne Modernisierung der Bewässerungssysteme werden viele asiatische Staaten dazu gezwungen sein, in Zukunft mehr als ein Viertel ihres Bedarfs an Reis, Weizen und Mais zu importieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des International Water Management Institute IWMI http://www.iwmi.org, der Welternährungsorganisation FAO und der Vereinten Nationen, die in Stockholm präsentiert wurde. Prognosen sagen für Asien einen Bevölkerungszuwachs in den nächsten 40 Jahren um 1,5 Mrd. Menschen voraus. Damit steigt auch die Nachfrage nach Nahrungsmitteln. “Der Bedarf an Nahrungsmitteln in Asien wird sich bis 2050 voraussichtlich verdoppeln”, so IWMI-Generaldirektor Colin Chartres in einer Aussendung. Da der Verlass auf Importe zur Bedürfnisdeckung die Wirtschaft vieler Entwicklungsländer enorm belaste und es keine Alternativen gebe, fordert der Experte die Modernisierung der riesigen Bewässerungssysteme Asiens.

Die Wasserversorgung ist in Asien eng mit zahlreichen Wirtschaftssektoren wie Energie, Handel und Arbeit verknüpft. Als es in den 60-er Jahren zu ernsten Problemen der Nahrungsversorgung kam, setzte auf dem Kontinent ein großes Bewässerungsprogramm ein. Von 1970 bis 1995 verdoppelte sich die bewässerte Fläche in Asien, sodaß heute 70 Prozent aller weltweit bewässerten Flächen in der Region vorzufinden sind. Durch diese Maßnahmen wurden einerseits die Selbstversorgung sichergestellt, gleichzeitig senkten sie Arbeitslosigkeit und Armut. Grundlage dieses Erfolges waren die Bewässerung, die Verbesserungen der Getreidesorten und der Einsatz von Düngemitteln, durch Wasserverschmutzung und Artenverlust ging er allerdings auf Kosten der Umwelt.

Die weitere Ausdehnung der bewässerten Flächen um 30 bis 47 Prozent, die zur Deckung des zukünftigen Nahrungsbedarfs vonnöten wären, ist jedoch sowohl ein Platz- als auch ein Wasserproblem. In Südasien werden laut Bericht heute schon 94 Prozent der geeigneten Böden landwirtschaftlich genutzt, und auch das Wasser ist in vielen Regionen bereits ein sehr knappes Gut, wie die Beispiele Nordindien oder Usbekistan zeigen. Zuspitzen könnte sich die Situation zusätzlich durch Folgen des Klimawandels wie etwa das Ausbleiben von Regenfällen, die in der Studie noch gar nicht berücksichtigt wurden.

Zur Lösung des Problems schlagen die Experten eine völlige Neugestaltung der Bewässerung vor. “Veraltete Systeme, Techniken und Institutionen müssen modernisiert und nach ökonomisch nachhaltigen, service-orientierten Prinzipien umgewandelt werden”, so FAO-Sprecher Thierry Facon. Eine Verbindung traditioneller und moderner Ansätze könne etwa auf Sri Lanka bereits Erfolge verbuchen. Statt dem Trend der kleinbäuerlichen Grundwasserpumpen entgegenzuwirken, von denen es allein in Indien bereits 19 Mio. Stück gibt, solle man diese gezielt nach bestimmten, innovativen Kriterien fördern. Zudem brauche die Privatwirtschaft mehr Anreiz, sich in öffentlichen Bewässerungsanlagen zu engagieren, was in bestimmten Regionen Chinas schon gelungen sei.

Download des Berichts unter http://www.iwmi.cgiar.org/SWW2009/PDF/Revitalizing%20Asia%27s%20Irrigation.pdf (Ende)

Schuluniform soll vor Handystrahlung schützen

Weißrussland erwägt Einführung von Strahlenschutzkleidung

Hmm … sagten nicht alle Handyhersteller das Handy ungefährlich sind ???

Minsk - Während negative Auswirkungen von Handystrahlung nach wie vor nicht nachgewiesen wurden und die Diskussion rund um die angeblich gefährlichen Wellen weitergeht, kommen immer wieder Produkte auf den Markt, mit denen sich besorgte Menschen trotzdem vorsorglich schützen können. In Weißrussland könnten künftig sogar alle Schulkinder abgeschirmt werden, wenn es nach einem ansässigen Textilhersteller geht, so die Los Angeles Times. In den vergangenen Jahren haben immer wieder Unternehmen versucht, aus der Angst vor der Strahlung Gewinn zu machen.

Die weißrussischen Schuluniformen bieten eine spezielle Tasche für das Handy. Strahlung soll diese Tasche nicht durchdringen, das Kind sei dadurch geschützt. Während die Wirksamkeit der Abschirmung fraglich ist und Kritiker den Sinn der Maßnahme anzweifeln, sei es nicht unwahrscheinlich, dass die Schuluniformen bald zum Einsatz kommen. Die Regierung stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber.

Schon andere Unternehmen hatten versucht, mit Strahlenschutzkleidung für den Alltag zu punkten. So entwickelte der Schweizer Hersteller ISA Bodywear im Jahr 2007 Männer-Unterwäsche mit eingenähten Silberdrähten die die Genitalien vor potenziell gefährlicher Handystrahlung schützen sollten. Levi’s hatte bereits 2002 eine Kollektion von Jeans auf den Markt gebracht, deren Taschen Strahlung abhalten sollten. (Ende)

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