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Archive für 7.1.2010

Wilde Spekulationen um Mondwasser-Bildung

Wasser könnte auch von der Erde übergeschwappt sein

Providence - Der soeben gelungene Nachweis von Wasser auf dem Mond stellt der Wissenschaft eine neue Denksportaufgabe. Denn nach wie vor nicht geklärt ist die Frage, wie das Wasser auf den Mond kam. Die derzeit im Umlauf befindlichen Theorien machen Vulkane, Sonnenwinde und Einschläge von Himmelskörpern verantwortlich. Manche Forscher glauben sogar, dass die Erde im Spiel sein könnte.

Raketencrash stellt weitere Rätsel

Der definitive Beweis für Wasser auf dem Mond ist noch sehr jung. Nach mehreren anderen Beweisversuchen ließ die NASA dazu im Oktober 2009 eine zwei Tonnen schwere, ausgebrannte Raketenstufe in den Mondkrater Cabeus einschlagen und analysierte durch die Raumsonde LCROSS die Rauchsäule des Aufpralls. Anthony Colaprete, der Leiter der NASA-Mondmission, spricht dabei vom Fund “nicht nur kleiner, sondern bedeutender” Wasservorkommen.

Während man über die Vorteile dieser Entdeckung diskutiert - wie etwa die Verfügbarkeit von Trinkwasser für bemannte Mondstationen - beruhen Angaben zum Ursprung des Wassers bisher bloß auf Vermutungen. Peter Schultz, LCROSS-Wissenschaftler von der Brown University http://www.brown.edu, geht von drei theoretischen und einer spekulativen Möglichkeiten für die Entstehung aus. Die wahrscheinlichste sei, dass Wasser so wie bei der Erde auch bei der Bildung des Mondes von Beginn an im Spiel war. Nach einer ursprünglichen Speicherung im Mondinneren hätten es Vulkane langsam an die Oberfläche befördert, wo es dann gefroren sei.

Auch Planet Erde im Verdacht

Andere Wissenschaftler machen sich für die Theorie stark, dass durch die Sonnenwinde positiv geladene Wasserstoffionen auf den Mond getroffen seien und dort mit Hilfe Sauerstoff-hältiger Mineralien Wasser gebildet hätten. Doch auch die Einschläge von Kometen und Asteroiden könnten Wasser geliefert haben, ähnlich wie man dies auch bei der Erde vermutet. Der geringe Wasseranteil, der dabei durch die Schwerkraft des Mondes zurückgeblieben sei, hätte sich an den finsteren Polen gesammelt.

Eine vierte Erklärung für das Wasser könnte schließlich die Erde selbst liefern. Sie sei ihrem Trabanten vor mehreren Mrd. Jahren weit näher gewesen und habe zudem ein höchstens sehr schwach ausgeprägtes Magnetfeld besessen. “Sonnenwinde könnten somit der Erde Wasserdampf abgeknöpft und auf den Mond verlagert haben”, so Schultz. Noch spektakulärer - allerdings auch unwahrscheinlicher - sei die Möglichkeit, dass ein gigantischer Asteroiden- oder Kometeneinschlag auf der Erde Meerwasser ins All gespritzt habe. Der Mond könnte daraufhin beim Passieren der Dunstwolke befeuchtet worden sein. (Ende)

Depressionen: Genauso tödlich wie Rauchen

Europäische Studie an über 60.000 Patienten bestätigt Gefahr

London/Wien - Das Mortalitätsrisiko ist bei Depressionen mindestens so groß wie beim Rauchen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Bergen http://www.uib.no und vom Londoner Kings College http://www.kcl.ac.uk in einer Studie an mehr als 60.000 Patienten. In einem Beobachtungszeitraum von vier Jahren haben die Depressionen zu ebenso vielen Sterbefällen geführt wie der Nikotinmissbrauch, berichten die Forscher im Journal of Psychiatry.

“Das ist keineswegs erstaunlich”, meint die Wiener Psychiaterin Liane Saxer-Novotny im Interview. “Depressionen sind im Gegensatz zu anderen Erkrankungen nicht salonfähig.” Immer noch gebe es die Ansicht, dass Depressionen selbst verschuldet sind. “Dann folgen Argumente wie etwa jenes, dass man das selbst schaffen müsste”, so die Expertin.

Zahl der versteckten Depressionen sehr hoch

“Die Zahl der versteckten Depressionen liegt auch sehr hoch”, meint Saxer-Novotny. “Essstörungen, Fettsucht, Alkohol- und Nikotinmissbrauch oder Workoholics sind einige Beispiele dafür”, erklärt die Psychiaterin. Die Ursachen liegen im Ablauf des täglichen Lebens. “Die Zeit ist schneller geworden. Die Anforderungen sind hoch. Der Stress wird immer größer und das Eingestehen dabei nicht mithalten zu können, ist nicht gestattet.”

Die Zeit sei zudem nicht familienfreundlich. “Die Gespräche in den Familien nehmen ab”, berichtet die Psychiaterin. Auch die mangelnde Bewegung sei ein großes Problem. Bewegung fördere den Ausstoß von Glückshormonen. “Viele Faktoren sind ausschlaggebend für die Entstehung von Depressionen”, erklärt die Expertin.

Zu wenig Aufmerksamkeit bei psychischen Störungen

“Anders als beim Rauchen, wissen wir nicht wie kausal die Assoziationen der Sterbefälle bei Depressionen sind. Allerdings legen die Studienergebnisse nahe, dass man mehr Bedacht auf diese Verbindung legen sollte”, meint Studienleiter Robert Stewart vom Institute of Psychiatry am Kings College. Die Studie zeige nämlich auch, dass Patienten mit Depressionen ein erhöhtes Mortalitätsrisiko haben, während die Kombination aus Angst und Depressionen dieses Risiko deutlich senke.

Es scheint als gebe es zwei verschiedene Risikogruppen, meint Stewart. Jene, die sehr viel Angst haben, reagieren natürlich empfindlicher gegen Stress. Das erhöhe die Belastungen für Herz- und Kreislauferkrankungen. Während jene, die kaum ängstlich sind und jegliche Symptome leugnen, auch kaum medizinische Hilfe wegen physischer Probleme in Anspruch nehmen. Das würde das höhere Mortalitätsrisiko erklären.

Stewart kann sich auch vorstellen, dass Mediziner physische Symptome bei Depressions-Patienten weniger Ernst nehmen, da sie denken, dass die Depression die Ursache für die Erkrankung ist. (Ende)
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KOMMENTAR: Interessanter Bericht, es ist also möglich das man durch Depressionen und Rauchen sterben kann, OK! Aber ist es nicht auch so dass man ganz normal durch Geburt sterben wird? Ist nicht Geburt der sichere Weg in den Tod? Hmm, kann es sein das diese Tatsache von einigen Wissenschaftlern und klugen Köpfen noch nicht verstanden wurde? Hmm? - Robert Zach

Gutes Essen macht attraktiver als Sonnenbräune

Gold-gelbe Gesichtsfarbe durch Pigmente aus Obst und Gemüse

Bristol - Ein gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse lässt Menschen attraktiver erscheinen als Sonnenbräune. Zu diesem Schluss kommen britische Wissenschaftler der Universitäten Bristol http://psychology.psy.bris.ac.uk und St. Andrews im International Journal of Primatology. Im Experiment gewannen die Gesichtsfarben Rosa und Hellgelb als gesündeste Teints, was die Forscher mit Attraktivität gleichsetzen, während Sonnenbräune das Nachsehen hatte.

Schon in früheren Untersuchungen konnten die Forscher zeigen, dass Menschen mit mehr Blut und mehr Sauerstoff in der Haut besonders gesund aussehen. Die dadurch leicht gerötete Haut vermittelt den Eindruck, dass Herz und Lungen kräftig sind, wohingegen Raucher, Diabetiker oder Herzkranke weniger Blutgefäße besitzen und bleicher wirken.

Rosa und Gelb wirkt gesund

Nun sollte ermittelt werden, ob am gesunden Aussehen auch andere Gesichtsfarben beteiligt sind. Neben einer rosigen wirkt auch eine gelbliche Tönung für Menschen weißer Hautfarbe gesund, zeigte sich im Experiment. 54 Männer und Frauen änderten dazu auf einem Computerprogramm die Gesichtsfarbe von Portraitfotos auf eine Weise, dass diese auf sie einen möglichst gesunden Eindruck machten.

Auf der Suche nach dem Ursprung dieser goldenen bis gelblichen Tönung stießen die Forscher auf karotinoide Pflanzenpigmente. Diese im Obst und Gemüse enthaltene, starke Antioxidantien absorbieren gefährliche Krankheitsprodukte und haben für das Immunsystem, für die Reproduktion und auch für die Krebsverhütung hohe Bedeutung. Die Farbstoffe, mit denen Vögel und Fische mit Gesundheit protzen und so mögliche Partner anlocken, dürften also auch beim Menschen Wirkung zeigen.

Gesunder Lebensstil besser als Solarium

Zu Fall brachten die Karotinoide ein anderes Pigment, den Auslöser der Sonnenbräune Melanin. Anstelle des von ihm verursachten dunkel-gelblichen Teints bevorzugten die Studienteilnehmer helle und gelbliche Haut für gesundes Aussehen. “Hier im Westen gehen wir immer davon aus, dass die Sonneneinstrahlung der beste Weg ist, um die Tönung der Haut zu verbessern,” so Studienautor Ian Stephen. “Unsere Ergebnisse lassen aber vermuten, dass ein gesunder Lebensstil und vernünftige Ernährung noch besser funktionieren.”

Virenabwehr des Körpers löst Fieber aus

Forscher entdecken Ursache für Fiebererkrankung bei Grippe

München - Derselbe Mechanismus, der den Körper bei einem Virenbefall verteidigt, ist auch für die Entstehung von Fieber verantwortlich. Das berichten Forscher der Universitäten Bonn und München sowie der Technischen Universität München http://www.med.tu-muenchen.de in der Zeitschrift “Nature Immunology”. Sie entdeckten den Signalweg eines neuen Mechanismus, der nicht zuletzt zur Temperaturerhöhung bei viralen Grippeinfektionen beiträgt.

Befallen Viren eine Körperzelle, programmieren sie deren Erbgut auf die Produktion neuer Viren um. Der Körper bietet diesem Treiben durch zelleigene Sensoren Einhalt, unter anderem durch das sogenannte “RIG-I”. Dieses erkennt das Viren-Erbgut, sorgt für die Ausschüttung des Entzündungshormons Interferon und aktiviert damit Abwehrzellen zur Vernichtung der befallenen Zellen.

Unterschätzter Virendetektor

Die aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass durch denselben Mechanismus darüber hinaus Entzündungsreaktionen ausgelöst werden können. “Sobald das RIG-I in Kontakt mit dem Viren-Erbgut kommt, sorgt es für die Produktion eines Vorläufers des Botenstoffes Interleukin sowie auch für die Aktivierung eines Enzyms, das die Umwandlung in Interleukin-1 bewirkt”, so Forschungsleiter Jürgen Ruland. Die Wirkung dieses Hormons sei nicht nur lokal, sondern eine Fieberreaktion des gesamten Körpers.

Die Temperaturerhöhung dürfte einerseits eine Maßnahme des Körpers zur Krankheitsabwehr darstellen, so Ruland. Andererseits könne die zu starke Produktion von Interleukin-1 gelegentlich auch gefährlich sein - immer dann, wenn es für einen schweren Krankheitsverlauf mit extrem hohem Fieber sorgt.

Erbliche Fieberkrankheit gibt Aufschluss

Auf diese Spur kamen die Wissenschaftler, als sie Patienten mit Krankheiten untersuchten, die auf zu viel Interleukin zurückgehen. “Das sind etwa Kinder mit einer erblichen Fiebererkrankung, die aufgrund einer Genmutation an Interleukin-Überschuss leiden und häufig fiebern. Auch bei Gicht ist zu viel Interleukin im Spiel, das durch abgelagerte Harnsäurekristalle ausgelöst wird, ebenso bei Sepsis”, so Ruland.

Ihre Ergebnisse sehen die Wissenschaftler als Beitrag dazu, dass eines Tages vielleicht Strategien zur Dämpfung von überschießenden Interleukin-Reaktionen entwickelt werden. Vielversprechend scheint auch die Möglichkeit, die Mechanismen in Therapeutika einmal gezielt zu aktivieren, wie etwa durch auf der RNA basierende Inhibitoren. (Ende)
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