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Archive für 18.1.2010

Handynutzung: Zahl der Gehirntumore nicht gestiegen

Biologischer Mechanismus für mögliches Risiko nicht gefunden

Kopenhagen - Der starke Anstieg der Handynutzung seit Mitte der 90er-Jahre hat laut einer Analyse skandinavischer Forscher keine erhebliche Veränderung der Zahl der Gehirntumore bei Erwachsenen bewirkt. Wissenschaftler der Danish Cancer Society http://www.cancer.dk/Cancer/The+Danish+Cancer+Society.htm analysierten die entsprechende Erkrankungen bei Menschen zwischen 20 und 79 Jahren in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Demnach hat sich die Anzahl der Erkrankungen im Vergleich zur Zeit vor der Einführung der Handys nicht verändert. Das Team um Isabelle Deltour betont jedoch, dass weitere Folgestudien erforderlich sind. Details der Studie wurden im Journal of the National Cancer Institute http://jnci.oxfordjournals.org veröffentlicht.

Die hochfrequenten elektromagnetischen Felder, die von Handys abgegeben werden, wurden als Risikofaktor für Gehirntumore bezeichnet. Ein biologischer Mechanismus, der die möglichen Folgen erklären kann, wurde jedoch laut BBC nicht identifiziert. Die aktuelle Studie basiert auf 59.684 Fällen mit Gehirntumoren, die zwischen 1974 und 2003 bei 16 Mio. Erwachsenen diagnostiziert wurden. Während dieses Zeitraums stieg die Anzahl der Gliome bei Männern um jährlich 0,5 Prozent, bei Frauen um 0,2 Prozent. Bei Menigiomen nahmen die Erkrankungen bei Männern um 0,8 Prozent zu und bei Frauen um 3,8 Prozent.

Zeitrahmen für Erkrankung könnte länger sein

Diese radikale Veränderung bei Frauen ist laut den Wissenschaftlern auf die Altersgruppe zwischen 60 und 79 Jahren zurückzuführen. Deltour berichtete, dass das Fehlen eines erkennbaren Anstiegs bis zum Jahr 2003 nahelegt, dass der Zeitrahmen für die Entstehung einer Krebserkrankung durch die Nutzung von Handys länger als zehn Jahre sein könnte. Möglich sei auch, dass die Tumore aufgrund ihrer geringen Größe nicht entdeckt wurden. Die aktuellen Ergebnisse weiten jene von Studien aus, die die Entwicklung bis 1998 untersuchten. (Ende)

Dauerndes Essen verringert Bewegungslust

Molekularer Schalter als Auslöser für Inaktivität entschlüsselt

Zürich - Wenn der Körper zu oft Nahrung erhält, sinkt die Bewegungslust. Auslöser dafür ist ein molekularer Schalter, der durch Insulin gesteuert wird. Das berichtet ein Forscherteam der ETH Zürich http://www.ethz.ch in einer neuen Studie im Fachmagazin Nature. Der Ratschlag, wie ein Kaiser zu frühstücken, wie ein König Mittag zu essen und wie ein Bettler zu nachtmahlen, hat sich als richtig erwiesen”, so Studienautor Markus Stoffel vom Institut für Molekulare Systembiologie im pressetext-Interview.

“Es war bekannt, dass der Nüchternzustand sehr wichtig ist”, so Stoffel. Denn dabei werde in der Leber Fett verbrannt. Was bisher allerdings nicht bekannt ist, war die Schlüsselrolle des zentralen molekularen Schalthebels für den Transkriptionsfaktor Foxa2. Transkriptionsfaktoren sind Proteine, die dafür sorgen, dass andere Gene aktiviert und in Proteine übersetzt werden. Foxa2 komme nicht nur in der Leber vor, sondern steuert auch die Hirnregion Hypothalamus.

Hunger schafft Bewegungslust

“Das Steuerelement für Foxa2 ist Insulin. Vor dem Essen fehlt Insulin und Foxa2 ist aktiv, nach dem Essen ist Foxa2 inaktiv”, erklärt Stoffel. “Ein typisches Verhalten ist etwa die Bewegungsaktivität eines Raubtieres vor der Fütterung und die Faulheit nach der Nahrungsaufnahme”, so der Experte. Eine weitere sehr interessante Entdeckung hat das Forscherteam auch bei fettleibigen Mäusen gemacht. Bei ihnen war Foxa2 immer ausgeschaltet, egal ob die Tiere hungrig oder satt waren.

“Diese Bewegungsarmut kann man auch bei fettleibigen Menschen feststellen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie sich doppelt so wenig bewegen wie Normalgewichtige”, erklärt der Wissenschaftler. Das zeige sich auch bei kleinen Bewegungsabläufen über den Tag.

Bewegungsarmut von fettleibigen Mäusen bewiesen

“Um den Beweis anzutreten, haben wir Mäuse gezüchtet, in deren Gehirn Foxa2 stets aktiv war, egal ob sie gerade gefressen haben oder nüchtern waren”, so Stoffel. “Faszinierend war daran, dass sich diese Mäuse fünfmal mehr bewegt hatten, deutlich weniger Fettgewebe und mehr Muskelmasse gebildet hatten.” Zucker- und Fettstoffwechsel waren bei ihnen auf Hochtouren und die Blutwerte zeigten deutlich bessere Werte.

“Mit der Studie wird klar, dass der Körper Fastenperioden braucht, um gesund zu bleiben”, meint der Forscher. Von der häufig propagierten Idee, zahlreiche kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einzunehmen, hält der Wissenschaftler nichts. Es sei zudem klug, für ein ideales Körpergewicht zu sorgen. “Da bei jeder Mahlzeit auch Insulin ausgeschüttet wird, das Foxa2 unterdrückt, verringert sich zusehends die Motivation zur körperlichen Aktivität und die Verbrennung von Zucker und Fett.” (Ende)

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