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Archive für 19.1.2010
Weglaufen von Jugendlichen ist Warnsignal
19.1.2010 von zaro.
Psychologin: “Zuwenig Führung der Eltern kann Aggressionen auslösen”
Los Angeles/Wien - Jugendliche, die von ihrem Elternhaus Reißaus genommen haben, kehren in den meisten Fällen bald wieder zurück. Hauptgründe für diese Rückkehr sind der Wunsch, Freundschaften mit Gleichaltrigen aufrecht zu erhalten, die Schule weiter zu besuchen oder die Suche nach Unterstützung der Eltern, wobei besonders die Mutter eine wichtige Rolle spielt. Darauf weisen Wissenschaftler rund um Norweeta G. Milburn von der University of California in Los Angeles http://www.ucla.edu im “Journal of Research on Adolescence” hin. Sie beobachteten in einem Zeitraum von zwei Jahren 183 Jugendliche, die von daheim fortgelaufen waren.
“Es sind meistens Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, die von zuhause weglaufen. Das ist auch der Zeitraum des Abnabelns von den Eltern”, berichtet die Wiener Familienpsychologin Sandra E. Velasquez http://www.familien-psychologie.info gegenüber ZAROnews. Erfolge die Rückkehr auch meistens innerhalb weniger Stunden oder Tage, sei es für Eltern in jedem Fall wichtig, der Ursache des Weglaufens in die Augen zu sehen und ein klärendes Gespräch zu suchen. “Weglaufen und Zurückkommen alleine lösen keinen Konflikt. Zudem liegen die Wurzeln oft in einem zu nachlässigen Erziehungsstil”, so die Psychologin.
Pubertäres Ausreißen: Erziehungsstil überdenken
Häufig sei die Ursache in der Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen zu suchen. Diese gleiche oft einem Teufelskreis. “Jugendliche zeigen oft Extremverhalten und stellen damit die Eltern auf die Probe. Wollen diese nachsichtig sein und betteln etwa mit Geschenken um die Gunst des Kindes, verhalten sie sich unklar und lassen Führung missen”, so Velasquez. Folgen seien Unklarheit und Verlorenheit auch bei den Jugendlichen, deren Aggression dadurch begünstigt würden. Als Reaktion darauf kippen Eltern häufig ins andere Extrem. “Die Situation wird für den Jugendlichen unverträglich und er hält es nicht mehr aus.”
Dass es Eltern oft an Erziehungskompetenz fehlt, könne laut der Psychologin in der Lebensgeschichte begründet sein. “Erziehungsfehler erbt man normalerweise. Viele haben selbst als Kind und Jugendlicher nicht die nötigen Ressourcen vermittelt bekommen.” Statt alles auf eigene Faust erledigen zu wollen, sollten Eltern im Anlassfall am besten selbst externe Hilfen aufsuchen. “Die Unterstützung eines Psychologen oder Psychotherapeuten trägt meistens zur Deeskalation bei. Dabei stehen die Karten besser, wenn die Eltern selbst aktiv Hilfe suchen. Zwingt sie der Staat dazu, verschlechtert dies meist die Motivation aller.”
Mögliches Indiz für Gewalt und Missbrauch
Ein besonderes Warnsignal an die Außenwelt sei das Ausreißen, wenn es nicht auf eine pubertäre, spontane Reaktion zurückgehe. Besonders bei jüngeren Kindern sei das Weglaufen ein wichtiges Indiz für schlimme Zustände. “Manchmal sind auch Verwahrlosung, Gewalt, Alkohol, Drogen oder Missbrauch im Spiel. Hier ist psychosoziale Hilfe der ganzen Familie am dringendsten notwendig”, so Velasquez. Rein aus der Helferperspektive müssen Kinder nicht um jeden Preis in der Familie bleiben. “Werden Kinder geschlagen oder missbraucht, so steht das Wohl des Kindes über dem des Familienlebens.” (Ende)
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Gen-Fehler verursacht Fettsucht bei Kindern
19.1.2010 von zaro.
Verlust eines entscheidenden DNA-Segments verantwortlich
Cambridge - Wissenschaftler der University of Cambridge http://www.cam.ac.uk und des Wellcome Trust Sanger Institute http://www.sanger.ac.uk haben eine genetische Ursache für schwere Fettsucht bei Kindern entdeckt. Ihrer Meinung nach ist der Verlust eines entscheidenden DNA-Segments verantwortlich.
Überfütterung nicht verantwortlich
Die aktuellen Forschungsergebnisse sollten die Diagnosemöglichkeiten verbessern. Fälschlicherweise wurde immer wieder eine missbräuchliche Überfütterung für das Übergewicht der Kinder verantwortlich gemacht. Details der Studie, für die die Daten von 300 schwer fettsüchtigen Kindern ausgewertet wurden, hat das Team um Sadaf Farooqi in Nature veröffentlicht.
Einige der teilnehmenden Kinder wurden formell in das Risikoregister der Sozialfürsorge eingetragen. Dabei wurde davon ausgegangen, dass ihre Eltern sie absichtlich überfütterten. Ihre Einträge wurden jetzt aus dem Register entfernt. Obwohl Fettsucht bis zu einem gewissen Grad auf den Lebensstil zurückzuführen ist - auf Faktoren wie eine ungesunde Ernährung und Mangel an Bewegung - sollen in manchen Fällen auch genetische Faktoren verantwortlich sein.
Gesamtes Genom untersucht
Für die aktuelle Studie wurde das gesamte Genom jedes einzelnen Kindes auf fehlende oder verdoppelte DNA untersucht, auf so genannte Genkopiezahlvarianten (CNV). Experten gehen laut BBC immer stärker davon aus, dass diese Varianten eine wichtige Rolle bei genetischen Erkrankungen spielen. Durch den Vergleich des DNA-Profils von fettsüchtigen Kindern mit jenem von normalgewichtigen zeigte sich, dass bei den stark übergewichtigen bestimmte Teile des Genoms fehlten. Das Team konzentrierte sich besonders auf einen fehlenden Teil des Chromosoms 16, der in einem direkten Zusammenhang mit schwerer Fettsucht zu stehen scheint.
Sadaf Farooqi geht davon aus, dass mit SH2B1 ein bestimmtes Gen auf dem Chromosom 16 eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Gewichts und der Blutzucker-Werte spielt. “Menschen, denen in diesem Bereich Teile des Genoms fehlten, hatten ein starkes Verlangen zu essen und nahmen sehr leicht zu. Matt Hurles, der auch an der Studie mitarbeitete, erklärte, dass damit der erste Beweis erbracht sei, dass Genkopiezahlvarianten direkt mit Erkrankungen des Stoffwechsels wie Fettsucht zusammenhängen. Es sei bereits bekannt, dass sie auch für andere Krankheiten wie Autismus und Lernschwierigkeiten verantwortlich sind. (Ende)
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