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USA: Mehr Schlaganfälle bei Jüngeren
Durchschnittsalter der Patienten sinkt um drei Jahre
San Antonio/Wien - Wenn auch Schlaganfall als Akuterscheinung im Alter gilt, steigt - zumindest in den USA - die Zahl derer, die schon im jüngeren Lebensalter von der folgenschweren Gehirnerkrankung betroffen sind. Forscher haben auf der Jahreskonferenz der US-Schlaganfallmediziner http://www.strokeassociation.org in San Antonio eine Studie präsentiert, demzufolge die US-Bürger unter 45 Jahren seit den 90er Jahren immer häufiger an Schlaganfall leiden.
Das Durchschnittsalter, in dem Menschen einen Schlaganfall erleiden, ist demnach zwischen 1993 und 2005 von 71 auf 68 Jahre gesunken. Bereits 7,3 Prozent der Schlaganfall-Patienten seien 2005 aus der Altersgruppe von 20 bis 45 Jahren gekommen, 1993 seien es nur 4,5 Prozent gewesen. “Diese zahlen rufen Angst und Bedenken hervor”, so Studienautor Brett M. Kissela von der University of Cincinnati. Als Ursachen dieser Entwicklung vermutet er die Zunahme von Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht. “Die Last einer Folgebehinderung ist für jüngere Patienten größer, da sie noch eine längere Lebenszeit vor sich haben”, so der US-Mediziner.
Prävention hat versagt
Als “Alarmsignal” sieht auch der Neurologe Wilfrid Lang, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlaganfall-Forschung ÖGSF http://www.schlaganfall-info.at, die Ergebnisse. “Liegt das Durchschnittsalter für Schlaganfall in den Schwellenländern bei etwa 55 Jahren, ist es in den industrialisierten Ländern dank Prävention und Therapien zuletzt stets angestiegen und liegt in Europa bei rund 75 Jahren. Zeigt sich in den USA eine sinkende Tendenz, so bedeutet das, dass präventive Maßnahmen nicht greifen.” Die Zahl sage somit einiges über das Gesundheitssystem der USA aus, so der Experte gegenüber pressetext.
In Krankenhäusern behandelte Schlaganfälle werden in Österreich und Teilen Deutschlands per Register verfasst. Wissenschaftliche Aussagen dieser Art können auf diese Weise jedoch nicht gemacht werden, betont Lang. “Dazu braucht es epidemiologische Daten. Europa bezieht diese aus dem Bezirk Oxfordshire in England, wo es so eine Erfassung eines definierten Kollektivs gibt. Schlaganfälle werden dort zwar in allen Altersgruppen seltener, in Summe werden sie jedoch häufiger, da die Lebenserwartung steigt. Allerdings wird die Gruppe unter 45 Jahren aufgrund des seltenen Vorkommens gar nicht erfasst”, so Lang.
Bereits Kinder sind betroffen
Schlaganfälle können allerdings sogar bei Kindern auftreten. Rebecca Ichord vom Kinderspital Philadelphia präsentierte in San Antonio ihre Untersuchung von 90 ischämischen Herzkrankheiten bei Kindern im Schuleintrittsalter, bei denen zwölf einen wiederkehrenden Schlaganfall innerhalb von sechs Jahren hatten. Bei jedem zweiten dieser Fälle war der Erstinfarkt zuvor gar nicht entdeckt worden, weshalb man auch nicht entsprechend behandelt hatte. “Die Entdeckung eines Schlaganfalls ist bei Kindern schwieriger. Symptome sind bei ihnen weniger stark ausgeprägt, die Untersuchung ist komplizierter und die Patienten sind weniger gut in der Lage, die Symptome zu beschreiben”, betont die Medizinerin.
“Bei Kinder sind die Ursachen und Risikofaktoren für Schlaganfall anders als bei Erwachsenen. Auslöser können Infektionen, Gerinnungsstörungen oder angeborene Herzfehler sein”, erklärt Lang. Das weltweit größte Register für Schlaganfälle im Kindesalter gibt es in der Schweiz http://www.neuropaediatrie.ch/snpsr/index.html. Bloß fünf von 100.000 Kinder sind pro Jahr betroffen, die Erholung nach dem Akutgeschehen verläuft in der Regel schneller als bei Erwachsenen. Allerdings können lang anhaltende Probleme vor allem im kognitiven Bereich auftreten. (Ende)
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