Infos

Sie befinden sich aktuell in den ZARO news Blog-Archiven für den folgenden Tag 29.3.2010.

Calendar
März 2010
M D M D F S S
« Feb   Apr »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  
Kategorien

Archive für 29.3.2010

Schwimmen mit Menschen: Trauma für Delfine

Was Menschen mögen, verursacht Stress bei Meeressäugern

Newcastle - Britische Forscher glauben, dass die menschliche Interaktion mit Delfinen die Tiere in großen Stress versetzt. Nach jüngsten Untersuchungen vor der Küste der ostafrikanischen Insel Sansibar verändert die menschliche Anwesenheit das Verhalten der Delfine total. Sie kümmern sich weniger um ihren Nachwuchs und kommen auch nicht zur Ruhe, berichten die Forscher im Fachmagazin Endangered Species Research.

Am schlimmsten war der Stress für die Tiere dann, wenn Schwimmer ganz nahe gekommen sind und versucht haben, sie zu berühren. Die Meeresbiologen um Per Berggren von der Newcastle University http://www.ncl.ac.uk fordern nun Beschränkungen, um die potenziellen Langzeitfolgen von Delfintouren zu minimieren.

Tourismus lebt von Delfinen

“In unseren Untersuchungen haben wir festgestellt, dass immer wenn Touristenboote präsent waren, die Tiere aufgeregt waren und weniger Zeit zum Jagen oder zum Vergesellschaften aufgewendet haben”, so Berggren im pressetext-Interview. “Das hat negative Auswirkungen nicht nur auf individuelle Tiere, sondern auf die gesamte Schule. Auf lange Zeit hin könnte das die Population umbringen”, meint der Forscher.

Seit 1992 werden an der Südküste der Insel Sansibar Delfintouren angeboten. Dieser Industriezweig hat die traditionelle Jagd auf die Meeressäuger total verdrängt. “Das ist sehr erfreulich”, meint Berggren. Allerdings sei die Art und Weise wie dieser Delfintourismus betrieben wird, nicht nachhaltig. Bis zu 30 Boote scharen sich um eine Delfingruppe. “Da die lokale Bevölkerung vom Tourismus lebt - in diesem Fall also von den Delfinen - müssen unbedingt Verhaltensregeln eingehalten werden”, so der Forscher, der sich seit 20 Jahren mit Meeressäugern beschäftigt.

Empfindliche Reaktionen auf Stress

40 Tage lang hat das Forscherteam die Delfine beobachtet. Wenn die Boote mit den Touristen da waren, sank die Ruhezeit der Tiere von 38 auf zehn Prozent des Tages. Ähnlich reagierten die Tiere auch bei der Futtersuche. Hier sank der Zeitaufwand von 19 auf zehn Prozent. Bei Anwesenheit der Boote wurden die Delfine extrem aktiv. Der Zeitaufwand des Herumschwimmens stieg von 33 auf 77 Prozent und wurde zur dominanten Aktivität im Beisein der Boote.

“Der Ersatz der Delfinjagd durch Delfintouren kann als Durchbruch gesehen werden, da dies eine humane und nachhaltige Alternative darstellt”, meint der Forscher. Unglücklicherweise muss der Delfintourismus jedoch ohne Regulierung ebenso in Frage gestellt werden. “In der derzeitigen Situation brauchen die Tiere viel mehr Energie, weil sie mehr schwimmen müssen, um den Touristenbooten zu entkommen, die ihnen nachfahren.”

Aufklärung der Touristen erforderlich

“Eigentlich sollten alle Touristen, die solche Delfin-Exkursionen mitmachen, vorher aufgeklärt werden, damit sie wissen, dass verschiedene Handlungen zu großem Stress bei den Tieren führen”, meint Berggren. Der beste Ansatz wäre, die Tiere frei entscheiden zu lassen, ob sie zu den Menschen kommen wollen oder nicht, anstatt ihnen nachzufahren.

“Sansibar, das zu Tansania gehört, ist eine wundervolle Insel und die Exkursionen sind besonders während Juli und Oktober interessant”, erklärt Berggren. Zu dieser Zeit könne man auch Buckelwale beobachten. “Ich würde jedem Besucher raten, die lokale Gemeinschaft zu unterstützen, aber verantwortungsbewußt zu handeln und Tourveranstalter darum zu bitten gewisse Richtlinien einzuhalten.” Die Tour-Veranstalter richten sich nämlich daran, was die Gäste sehen wollen, meint Berggren abschließend im pressetext-Gespräch.

Weitere Informationen über Sansibar: http://www.zanzibartourism.net (Ende)

Heutige Jugendliche sind keine Egoisten

US-Studie: Jugend ist ihren Eltern ähnlicher als oft vermutet

East Lansing/Bielefeld - Wer die heutige Jugend als “Generation Ich” bezeichnet, verkennt die Realität. Das sagen zumindest Psychologen der Michigan State University http://msu.edu. Im Vergleich zur Jugend vor 30 Jahren seien heutige Jugendliche nicht egozentrischer, fauler oder unpolitischer, hätten kein geändertes Selbstwertgefühl und genauso viel Hoffnung. Weder die allgemeine Lebenszufriedenheit noch die Bedeutung von Religion und Sozialstatus hätten sich verändert, berichten die Wissenschaftler um Brent Donnellan im Fachmedium “Perspectives on Psychological Science”.

Ältere schimpfen schon immer

Die Forscher beziehen sich in ihren Aussagen auf die Untersuchung “Monitoring the future” http://monitoringthefuture.org, für die bisher fast 500.000 Jugendliche in einem Zeitraum von 33 Jahren befragt wurden. “Die Jugendlichen ähneln der Generation vor 30 Jahren. Sie versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden und dabei ihre Identität zu entwickeln. Das kann nach wie vor schwierig sein”, so Studienleiter Donnellan. Die gängigen Stereotypen seien starke Überzeichnungen der Realität, zudem sei es schon immer so gewesen, dass ältere Teile der Bevölkerung über die Jüngeren schimpfen.

Einige Unterschiede zu früheren Jahrzehnten wurden freilich schon sichtbar. Jugendliche schätzen ihre Bildungschancen heute höher ein, zudem sind sie zynischer und haben weniger Vertrauen in Institutionen. Die letzten beiden Entwicklungen sind jedoch laut den Forschern nicht jugendtypisch, sondern in allen Altersgruppen festzustellen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich Jugendliche weniger von Sozialproblemen wie Ausgrenzung, Hunger und Armut in der Gesellschaft berühren lassen. Eine Aussage, die der Bielefelder Soziologe Mathias Albert http://www.uni-bielefeld.de nicht nachvollziehen kann. “Ich sehe nicht, dass Jugendliche heute von Sozialproblemen weniger betroffen wären”, so der Mitautor der Shell-Jugendstudie gegenüber pressetext.

Unterschiede trotz globaler Jugendkultur

Das Bild der “Generation Ich” entstand, als die sogenannte 68er-Generation traditionelle Werte wie Treue und Familienbezogenheit zugunsten der eigenen Selbstverwirklichung immer mehr zurückdrängte. “Gerade im Rahmen der letzten beiden Shell-Jugendstudien haben wir aber etwa in Deutschland beobachten können, dass Jugendliche heute solche traditionellen Werte mit dem Streben nach individueller Selbstverwirklichung kombinieren”, erklärt der Jugendforscher. Die Rede von einer “Generation Ich” gehe an der Realität vorbei, muss auch Albert feststellen.

Vergleichen könne man die Ergebnisse mit Europa nicht. Zwar hätten Jugendkulturen und ihre Integration in Konsum- und Freizeitmärkte schon seit längerem zu einer ‘globalen Jugend’ geführt. “Dennoch gibt es große Unterschiede in Einstellungen und Lebenslagen zwischen Europa und den USA, jedoch auch innerhalb Europas”, so Albert. Statt über die gesamte Alterskohorte zu generalisieren, sollte man lieber auf Entwicklungen achten, die sich in den Detailergebnissen verstecken. “Interessant wäre, welche Wertetypen sich herausgebildet haben und wie diese mit den Einstellungen Jugendlicher zusammenhängen.”

Originalstudie unter: http://news.msu.edu/media/documents/2010/03/d86dd7ab-adb0-4887-a043-96b559595fe2.pdf
(Ende)

Sonne hält den Menschen gesund

Vitamin D zunehmend als Allzweckmittel gegen Krankheiten erkannt

Innsbruck - Das mit Hilfe der Sonnenstrahlen gebildete Vitamin D hilft dem Körper, eine Fülle von Krankheiten abzuwehren. Darauf weisen internationale Forscher verschiedenster Fachrichtungen aktuell hin. Der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichungen scheint nicht zufällig. “Da wir im dunklen Winter alle Vitamin D-Vorräte des vergangenen Jahres aufbrauchen, haben wir im März einen Vitamin D-Mangel”, erklärt der Stoffwechselexperte Rudolf Gasser von der Uniklinik Innsbruck http://www.i-med.ac.at im Presse-Interview.

Knochen, Herz und Blutzucker profitieren

Gut bekannt ist bisher bereits, dass Vitamin D und Kalzium in enger Wechselwirkung stehen. Genauer hat dies Bess Dawson Hughes von der Tufts University http://www.tufts.edu entschlüsselt. Hohe Kalziumzufuhr ohne ausreichend Vitamin D lässt den Körper eher verkalken als dass der Knochenaufbau vorangetrieben wird, so Hughes im Journal of Bone and Mineral Research. Das Vitamin nehme an der chemischen Umwandlung von Kalzium teil und sei ein wichtiger Katalysator für dessen Einbau im Knochen. Angesichts des häufig zu beobachtenden Vitamin D-Mangels sei es sinnvoll, bei Kalziummangel auch gleich Vitamin D zu verschreiben.

Darüber hinaus kann eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D auch das Risiko für eine ganze Reihe chronischer Krankheiten senken. Dazu gehören kardio-vaskuläre Krankheiten, Diabetes, Depression, Nierenversagen und Bluthochdruck, hat Brent Muhlestein vom Heart Institute in Utah soeben am Jahrestreffen der US-Kardiologen berichtet. Auf derselben Konferenz wurde allerdings auch gezeigt, dass der ideale Vitamin D-Wert im Blut von der Hautfarbe abhängt. Ein Niveau, das für Weiße als sehr niedrig gelten, könnte für Schwarze durchaus in Ordnung sein, so Forscher der Wake Forest University.

Mittel gegen Winterblues

Carsten Geisler von der Universität Kopenhagen berichtet in “Nature Immunology”, dass Vitamin D wahrscheinlich auch das Immunsystem beeinflusst. Laut ihren Forschungen dürfte es notwendig sein, um die körpereigenen Killerzellen - sogenannte T-Zellen - zu aktivieren. Erst dadurch könnten diese Krankheitserreger gezielt angreifen. Sobald sie einen möglichen Eindringling aufstöbert, produziert die T-Zelle ein Erkennungsprotein für Vitamin-D. Ist das Vitamin vorhanden, werden hunderte auf den Krankheitserreger fokussierte Zellen ausgebildet.

Sue Penckofer von der Loyola University in Chicago behauptet, dass eine tägliche Portion Vitamin D in den Wintermonaten gegen Depressionen hilft. Depression hängt wiederum mit höherer Insulinresistenz zusammen, weshalb eine Vitamin D-Einnahme sowohl für Diabetiker als auch Frauen vor Insulinresistenz schützt. Richard Kremer von der McGill University http://www.mcgill.ca stellt hingegen einen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel mit Übergewicht fest. Zu wenig Vitamin D hänge mit ungünstiger Ansammlung von Fett im Muskelgewebe zusammen. Selbst Asthma steht bei Kindern in Zusammenhang mit Vitamin D-Mangel, zeigt eine erst heute veröffentlichte Studie vom Children’s National Medical Center http://www.childrensnational.org im Journal of Pediatrics.

Überdosis kann zur Verkalkung führen

Durchgesetzt hat sich in der Medizin bisher, dass der Knochen Vitamin D für seine normale Mineralisierung braucht. “Da man das Vitamin im Alter immer schlechter bildet, wird es bei Osteoporose-Patienten längst zur Reduzierung von Knochenbrüchen gemeinsam mit dem Kalzium verabreicht. Auch bei Kleinkindern, die ihr Skelett ja gerade entwickeln, ist die Gabe einer kleinen Tagesdosis mittlerweile Standard”, erklärt Gasser. Wissenschaftlich etabliert sei darüber hinaus die verbesserte Funktion der Muskeln durch ausreichend Vitamin D sowie eine Senkung des Darmkrebsrisikos.

Aufgenommen wird Vitamin D durch wenige Nahrungsmittel - fetter Fisch, Getreide- und Milchprodukte gehören dazu, vor allem entsteht es aber bei der Einstrahlung von Sonne auf die Haut. “Der UV-Anteil der Sonne ist dafür verantwortlich, weshalb Sonnencreme mit UV-Schutz die Bildung verringert”, so der Mediziner. Der Körper speichert das Vitamin im Sommer und braucht es in den Wintermonaten allmählich auf. Im März erreicht es daher sein tiefstes Niveau. “Einiges spricht dafür, Vitamin D in vernünftigen Mengen zuzuführen. Eine Überdosis zusätzlicher Präparate kann allerdings einen zu hohen Kalziumspiegel und somit Verkalkung bewirken”, so Gasser. (Ende)

|