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Archive für 17.5.2010
Muttermilch enthält Krebskiller
17.5.2010 von zaro.
Forschern gelingt erster Versuch am Menschen
Göteborg - Muttermilch enthält eine Substanz, die Zellen von bis zu 40 verschiedenen Krebsarten abtöten kann. Das berichten schwedische Forscher im Fachjournal PLoS ONE. Der als “HAMLET” (Human Alpha-lactalbumin Made LEthal to Tumour cells) bezeichnete Komplex enthält unter anderem ein Protein und eine Fettsäure, die in den Milchdrüsen der menschlichen Mutterbrust natürlich vorkommen. Während man die Substanz schon vor Jahren zufällig entdeckt hatte, konnte erst jetzt gezeigt werden, dass sie auch am Menschen getestet werden kann.
Tod der Blasentumorzelle
“Patienten mit Blasenkrebs erhielten den Wirkstoff injiziert. Kurz darauf schieden sie abgestorbene Krebszellen im Harn aus”, berichtet Roger Karlsson, Chemiker an der Universität Göteborg http://www.gu.se/english, im Presse-Interview. Ob Krebs dadurch geheilt wird, untersuchte man vorerst noch nicht, denn alle Probanden stammten aus einer Patientengruppe, die ohnehin für eine chirurgische Tumorentfernung kurz nach dem Eingriff terminisiert gewesen war. Die Hoffnung, ähnliche Untersuchungen etwa an Hirntumor und Hautkrebs machen zu können, besteht jedoch.
Unter den zahlreichen Rätseln, die die Forscher momentan rund um HAMLET beschäftigt, ist die Tatsache, dass der Komplex allein Tumorzellen angreift, gesunde Zellen jedoch unberührt lässt. “Es scheint, als ob spezielle Lipide dafür sorgen, dass der Komplex nur mit den erkrankten Zellen interagiert. Er macht die Zellmembran durchlässig und dringt in deren Zellkern vor. Dort bindet er sich an Histone und gestaltet die DNA so um, dass ihr weitere Ausfaltung verhindert wird. Das kommt dem Zelltod gleich”, beschreibt Karlsson.
Möglicher Schutz des Babybauches
Die Göteborger Chemiker untersuchen derzeit, auf welchem Weg und unter welchen Bedingungen der großmolekulare HAMLET-Komplex von der Krebszelle aufgenommen wird. Es geht dabei nicht zuletzt darum, wie ein Medikament, das vielleicht eines Tages mit dieser Muttermilch-Substanz erzeugt wird, in den Tumorherd eingebracht wird. “Zuvor müssen jedoch alle Prozesse vollständig verstanden und ausreichende klinische Versuche durchgeführt werden”, bremst Karlsson die Erwartungen. Eine künftige lokale Verabreichung per Injektion scheint dem schwedischen Forscher wahrscheinlicher als eine orale.
Ob die Muttermilch den Komplex selbst enthält oder nur dessen Bestandteile, weiß man bisher nicht. “Bisher wurde HAMLET nur in künstlich geschaffener, saurer Umgebung nachgewiesen. Es ist durchaus möglich, dass er sich im Babybauch dank dessen niedrigen pH-Werts bildet”, so Karlsson. Das könnte den Sinn haben, das Mutationsrisiko des rapid wachsenden Säuglingsbauches zu senken und somit Krebsbildungen im Frühstadium zu unterbrechen. “Tatsächlich ist auch bei gestillten Babys das Krebsrisiko niedriger”, bemerkt der Experte.
Originalartikel unter http://www.plosone.org/article/info:doi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0009384 (Ende)
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Sexuelle Gewalt als Waffe in bewaffneten Konflikten
17.5.2010 von zaro.
Konflikt- und Menschenrechtsverletzungs-Bericht erschienen
Barcelona - Im Bericht “Alerta 2010! Report über Konflikte, Menschenrechte und Friedensstiftung”, der jährlich von der School for a Culture of Peace an der Universitat Autonoma de Barcelona http://escolapau.uab.cat veröffentlicht wird, sind Forscher zum Schluss gekommen, dass in den meisten bewaffneten Konflikten im Vorjahr sexuelle Gewalt als Waffe eingesetzt wurde. In der jährlich publizierten Studie wird über aktuelle Entwicklungen in Krisengebieten, aber auch über Verletzungen von Menschenrechten in allen unabhängigen Staaten berichtet.
Erstmals wurde auch ein “Human Rights Index” erstellt. In dieser Liste führen die Staaten Myanmar, Sudan, Pakistan, Nigeria, Thailand, Russland, Somalia und Indien. “Ein besonderer Schwerpunkt des Reports ist in diesem Jahr der zehnte Jahrestag der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 zu ‘Frauen, Frieden und Sicherheit’, dem ein eigenes Kapitel gewidmet wurde”, so Ana Villellas, Sprecherin der School for a Culture of Peace, gegenüber uns.
Sexuelle Gewalt omnipräsent bei bewaffneten Konflikten
Kritik übt der Bericht auch an jenen Friedensprozessen, die das Problem der sexuellen Ausbeutung vielfach unbeachtet ließen. “Dabei sind gerade diese Belange die schlimmsten Bedrohungen für den Frieden und die Sicherheit.” Genannt werden hier etwa die Übergriffe von Soldaten aus Kolumbien, Myanmar und den USA.
“Trotz vieler Hürden spielen Frauen eine Schlüsselrolle in sehr vielen zivilen Friedensinitiativen in der Demokratischen Republik Kongo, Kolumbien, Türkei, Indien, Pakistan und Afghanistan”, so Vincenc Fisas, Direktor der School for a Culture of Peace. Frauen falle eine wichtige Rolle zu, wie man nachhaltig mit den Folgen von Kriegen umgeht, denn darin liege die Chance um endgültige Lösungen für Konflikte zu finden.
Menschenrechtsindex mit 22 Indikatoren
Erstmals haben die Forscher einen weltweiten Menschenrechtsindex in den Bericht eingebaut. “Anhand von 22 Indikatoren wird untersucht, wie es mit Todesstrafe, Verurteilungen ohne Gerichtsverfahren, Folter, Verfolgung von Menschenrechtsaktivisten und Journalisten in jedem Land bestellt ist”, erklärt Villellas.
Analysiert wurden zudem 31 Konflikte - davon 14 in Asien und zehn in Afrika. Nur zwei dieser Konflikte konnten im Laufe des Jahres beendet werden. Neu hinzugekommen ist ein drohender Krieg im Süd-Sudan. In den neun Staaten Afghanistan, Kolumbien, Irak, DR Kongo, Pakistan, Somalia, Sri Lanka, Sudan und Uganda waren die Auseinandersetzungen aufgrund des ausgeprägten Gehalts von Gewalt herausragend. Beendet wurde der Konflikt in Sri Lanka und im indischen Staat Nagaland.
DR Kongo: Chronik der sexuellen Gewalt
Gewalt gegen Frauen und sexuelle Ausbeutung als Waffe war in allen bewaffneten Konflikten, die untersucht wurden, vorhanden. In Ländern wie in der Demokratischen Republik Kongo stehen Vergewaltigungen auf der Tagesordnung. Einem Bericht der NGO Oxfam http://www.oxfam.de und der Harvard Humanitarian Initiative http://hhi.harvard.edu zufolge, wurden allein im Süd-Kivu 2009 mehr als 5.000 Personen vergewaltigt.
Nicht einmal das eigene Haus biete Schutz vor brutalen sexuellen Übergriffen. Mehr als die Hälfte der Vergewaltigungen in der DR Kongo fanden nachts und daheim statt, in der vermeintlichen Sicherheit des Hauses der Betroffenen - häufig sogar in Gegenwart der Familien. Dies geht aus der am 15. April frei gegebenen Studie “Now, the world is without me”, hervor. (Ende)
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Gehirn ist nicht auf Multitasking ausgerichtet
17.5.2010 von zaro.
Mehr als zwei Aufgaben gleichzeitig überfordern
Paris - Die Unfähigkeit, sich mit mehr als zwei Dingen gleichzeitig zu beschäftigen, könnte im menschlichen Gehirn fest verdrahtet sein. Versuchen wir zwei Dinge gleichzeitig zu tun, konzentriert sich laut Wissenschaftlern der Ecole Normale Superieure http://www.ens.fr jede Hälfte des Gehirns auf eine Aufgabe. Diese Aufgabenteilung könnte erklären, warum uns Multitasking so schwer fällt, schreibt das Team um Etienne Koechlin in Science http://www.sciencemag.org.
Drei Aufgaben sind zuviel
Das könnte auch erklären, warum Menschen zu irrationalen Entscheidungen neigen, wenn sie aus einer langen Liste von Dingen oder Begriffen auswählen müssen. Koechlin erläuterte gegenüber der BBC, dass man zwar kochen und gleichzeitig telefonieren könne, aber eine dritte Aufgabe wie zum Beispiel Zeitung lesen eher nicht möglich ist. Bei drei oder mehr Aufgaben verliere man einfach den Überblick über einen Teil.
Die Wissenschaftler nutzten ein bildgebendes Verfahren zur Beobachtung der Gehirnaktivität von 32 Freiwilligen, die gebeten wurden, einen Buchstabenvergleichstest zu machen. Die Scans konzentrierten sich auf den frontalen Cortex, den Teil des menschlichen Gehirns, der mit der Impulskontrolle in Zusammenhang gebracht wird. Absolvierten die Teilnehmer eine Aufgabe nach der anderen, wurde eine Seite eines bestimmten Teils des frontalen Cortex aktiviert. Bei zwei Aufgaben gleichzeitig, teilten die Gehirnlappen die Aufgaben unter sich auf.
Genauigkeit leidet
Eine Aktivität im linken Frontallappen entsprach der primären Aufgabe A und die Aktivität im rechten entsprach der sekundären Aufgabe B. Das Gehirn war in der Lage, das Umschalten zwischen den beiden Hemisphären zu kontrollieren, wenn zwei Aufgaben ausgeführt wurden. Die Genauigkeit litt jedoch, wenn eine dritte hinzugefügt wurde. Koechlin erklärte, dass diese Studienergebnisse erklärten, warum Menschen gut im Lösen von binären Aufgaben sind aber bei Multiple Choice eher schlecht abscheiden. (Ende)
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100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2050 möglich
17.5.2010 von zaro.
McKinsey-Studie beweist Machbarkeit, Sicherheit und Günstigkeit
Brüssel/Wien - Ein Umbau des gesamten europäischen Elektrizitätssystems auf 100 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 ist möglich. Das ist das Ergebnis einer Studie von McKinsey, die diese Woche von der Europäischen Klimastiftung (ECF) in Brüssel vorgestellt wurde.
“Das Szenario mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien liefert genauso verlässlich und kostengünstig Strom wie andere Niedrig-CO2-Szenarien, die noch auf Kernkraft oder Kohle setzen”, meint Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch http://www.germanwatch.de. Es gebe keinen vernünftigen Grund mehr, auf diese Risikotechnologien zu setzen
Trotz konservativer Berechnungen positives Urteil
Aufmerksamkeit verdiene die Studie insbesondere, weil sie mit sehr konservativen Zahlen der Energieindustrie rechnet und somit die Leistungsfähigkeit der erneuerbaren Energien eher unter- als überschätzt, berichtet Germanwatch auf seiner Homepage. Die Studie wurde in Beratung mit den großen Energieversorgungsunternehmen und nach Gesprächen mit einigen Nichtregierungsorganisationen, darunter auch Germanwatch, erstellt. Die Ergebnisse verantworten allerdings alleine McKinsey und die Europäische Klimastiftung.
“Zunächst gab es bei den Industrieakteuren sogar Zweifel, ob ein Szenario mit der Nutzung von 80 Prozent Erneuerbaren Energien bis 2050 mit vernünftigen Kosten und derselben Netz- und Systemsicherheit für die EU machbar sei”, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Schließlich zeigte sich, dass sogar eine hundertprozentige Versorgung mit derselben Sicherheit und zu denselben Kosten möglich ist.
Erneuerbare schneiden am Besten ab
“Wenn die höheren Ölpreise der jüngsten Szenarien der Internationalen Energieagentur sowie höhere Kosten für die umstrittene Kernkraft zugrunde gelegt würden, würde das Erneuerbaren-Szenario sogar am besten abschneiden”, erklärt Bals. Im 100-Prozent-Szenario werden 15 Prozent Stromgewinnung aus nordafrikanischen Wüsten berücksichtigt.
“Bei der Stromversorgung der Zukunft stellt sich in erster Linie die Frage der Verfügbarkeit der Primärenergie. Dadurch ist es nur logisch, dass jene Energieträger, bei denen die Primärenergie kostenlos und in gigantischem Ausmaß verfügbar ist, auch wirtschaftlich obsiegen werden”, meint Hans Kronberger, Präsident des Bundesverbandes Photovoltaic Austria (PVA) http://www.bv-pv.at im Interview..
Erneuerbare Energien garantieren Versorgungssicherheit
“Versorgungssicherheit und Preisstabilität sind die wichtigsten strategischen Punkte bei einer mittelfristigen Energieversorgung”, betont der Experte. “Diese können ausschließlich die regenerierbaren erneuerbaren Energieträger gewährleisten, daher stehen wir mit der Verknappung der fossilen Rohstoffe an einer dramatischen Energiewende”, meint Kronberger.
Je früher die Politik dies erkenne, desto wirtschaftlicher wird auch der Übergang sein. Das Photovoltaikpotenzial übersteige zehntausendfach den gesamten Weltenergiebedarf. “Auf Grund der weltweiten Uranknappheit wird die Atomstromerzeugung im Jahr 2050 keine Rolle mehr spielen, ansonsten weist die Studie den richtigen Weg”, so Kronberger abschließend im pressetext-Interview. (Ende)
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