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Archive für 1.6.2010

Brot macht satt - aber krank

Wir ernähren uns modern aber - falsch. Die Steinzeitdiät als gratis e-book

Betzenstein - “Unser täglich Brot gib uns heute” klingt in den Ohren des Ernährungsspezialisten Loren Cordain nach Masochismus. Denn wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Getreide sogenannte Anti-Nährstoffe enthält, die uns regelrecht krank machen. Viel Fleisch und ein klein wenig Grünzeug, ist daher der Ratschlag von Prof. Cordain in seinem Buch “Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im Ausdauersport”, das auf Deutsch im Sportwelt Verlag erschienen ist. Einen GRATIS e-book-Auszug des Buches gibt es als Download unter http://www.sportwelt-verlag.de.

Alle Getreidesorten und Hülsenfrüchte enthalten einen Stoff namens Phytat. In den Pflanzen dient dies zum Speichern von Phosphat und Mineralsalzen, die der Keimling zum Wachstum braucht. Im menschlichen Verdauungstrakt dagegen bindet das Phytat wichtige Mineralien wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink und verhindert deren Aufnahme ins Blut. Phytat kann daher bei diesen Ionen einen echten Mangel verursachen, wenn es häufig oder in großen Mengen gegessen wird. Besonders viel Phytat ist in Mais, Soja und Erdnüssen sowie in Weizen-, Gersten- und Roggenkleie enthalten. Kritisch wird es aber nicht nur für Vegetarier, Veganer oder bei einer reinen Ernährung mit Soja. Jeder Mensch sollte Brot, Gebäck, Müsli, Mehl und viele Hülsenfrüchte von seinem Speiseplan verbannen.

Brot, Getreide und Getreideprodukte sind in fast der gesamten westlichen Welt die Ernährungsgrundlage Nummer eins und machen hierzulande fast 25 Prozent der Kalorienzufuhr aus, aber in der Jahrmillionen langen Ernährungsgeschichte des Menschen spielten sie keine Rolle. Von unseren Steinzeitvorfahren wurden sie selten oder gar nicht verzehrt. Ganze Getreidekörner sind hart wie Stahl, es sei denn, ihre Zellwände werden durch das Mahlen zerstört und die Stärke durch Kochen verdaulich gemacht. Auch wenn unsere Steinzeitahnen vor ungefähr 250.000 Jahren bereits Feuer besaßen, belegen versteinerte Fundstücke, dass im Nahen Osten die ersten Mahlwerkzeuge aus unbehauenem Stein vor gerade mal 13.000 Jahren aufkamen. Davor waren die harten Körner von Weizen, Mais oder Naturreis für den Menschen ungenießbar und absolut unverdaulich, weil sie den Körper genau so verließen, wie sie beim Verzehr waren - vollkommen unversehrt! Getreide ist also erst seit rund 10.000 Jahren als Grundnahrungsmittel verbreitet. Und das nicht etwa, weil es besonders gesund wäre, sondern weil es billig und leicht in großen Mengen produziert werden kann!

Der amerikanische Ernährungsexperte Loren Cordain verfasste zusammen mit Joe Friel das Buch “Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im Ausdauersport” (Sportwelt Verlag, 2009 http://www.sportwelt-verlag.de). Es erklärt, welche Nahrungsmittel unsere Vorfahren gegessen haben können - und welche nicht. Außerdem macht es die Notwendigkeit klar, sich entsprechend der genetischen Veranlagung zu ernähren, die der Mensch im Laufe der Evolution manifestiert hat, und es geht gezielt auf die Bedürfnisse moderner Ausdauersportler ein. Denn Sportler haben nicht nur einen erhöhten Bedarf an Kalorien, sondern auch an Vitaminen, Spurenelementen, Mineral- und Ballaststoffen. Für sie ist eine gesunde Ernährung daher besonders wichtig. Die Aufnahme großer Mengen Getreideprodukte, die reich an Phytaten sind, können bei ihnen besonders leicht zu einem Eisen- und Zinkmangel führen.

Ein Mangel an Magnesium führt beispielsweise zu Muskelkrämpfen, Reizbarkeit, Müdigkeit und Durchblutungsstörungen. Eine Unterversorgung mit Zink kann sich in Antriebslosigkeit und nachlassender Leistungsfähigkeit äußern, aber auch in Haarausfall und schlechter Wundheilung. Symptome bei zu wenig Eisen im Körper können Konzentrationsschwächen und Schwindelanfälle sein, und zu den Kalziummangelsymptomen gehören trockene Haut, brüchige Fingernägel, Knochenschwund und eine gestörte Zahnentwicklung.

Um diese phytatbedingte Mangelernährung zu vermeiden, sollte auf Brot und Gebäck, Soja und Hülsenfrüchte größtmöglich verzichtet werden. Auf dem Speiseplan unserer Steinzeitvorfahren standen vor allem Fisch und Meerestiere, Fleisch, Beeren, Früchte und Samen. Diese Lebensmittel sind auch heute noch die optimale Ernährungsgrundlage für den Menschen und versorgen ihn mit allen wichtigen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Der Sportwelt Verlag verlegt Bücher aus der Welt des Sports, vor allem aus dem Bereich Triathlon, also Schwimmen, Radsport und Laufen. Alle Bücher zielen darauf ab, jedem Athleten oder Triathleten das Wissen zu vermitteln, wie er sein Training besonders effizient gestalten kann. Auch wer für Marathon oder die Ironman-Distanz trainiert, findet hier unzählige wertvolle Trainingstipps.

Maasai: Gesund trotz Mangelernährung

Deutsche Ernährungsforscherin erkundet Nomadenvolk Ostafrikas

Jena - Obwohl sich die Maasai einseitig und mangelhaft ernähren, sind sie erstaunlich gesund. Zu diesem Schluss kommt die Ernährungswissenschaftlerin Nadja Knoll von der Universität Jena http://www.uni-jena.de. In einer Feldforschung dokumentierte sie mit kenianischen Kollegen aus Nairobi die Ernährungsgewohnheiten der ostafrikanischen Maasai und verglich die Ergebnisse mit Bluttests, die parallel dazu durchgeführt wurden.

Blutrünstiges Bild ist verzerrt

Maasai (auch Schreibweise “Massai” in Verwendung) bedeutet “Sprecher der Maa-Sprache”. Angaben zur Ernährung dieses Volkes sind auch heute noch größtenteils durch Schilderungen von Afrika-Reisenden des 19. Jahrhunderts geprägt. So berichtete etwa der schottische Entdecker Joseph Thomson (1858-1895) in seinem Buch “Through Masai Land” von der strikt pflanzenfreien Ernährung eines jungen Maasai-Mannes, die ausschließlich aus fermentierter Milch, Fleisch und Blut bestand. Knoll kam zu differenzierteren Ergebnissen.

“Thomson beschrieb die Gewohnheiten des Maasai-Kriegers. Dieses Bild wurde fälschlicherweise auf die gesamte Gruppe der Maasai projiziert, bei der pflanzliche Lebensmittel immer schon eine Rolle gespielt haben”, berichtet Knoll im pressetext-Interview. Pflanzliche Nahrung mache in Wahrheit mehr als 50 Prozent der Energieaufnahme aus. “Zum Frühstück nehmen die Maasai stark gesüßten Milchtee zu sich, vormittags teilweise einen flüssigen ‘Porridge’-Brei aus Maisgrieß, Wasser, Milch und Zucker. Mittags und abends gibt es Milch und ‘Ugali’, wie man eine Art Polenta aus Maisgrieß und Wasser bezeichnet.”

Rätselhafte Omega 3-Fettsäuren

Fleisch aus Schafen und Ziegen steht laut Knoll selten auf dem Speisezettel der Maasai. Zebu-Rinder werden überhaupt nur in Ausnahmen wie etwa bei rituellen Feiern geschlachtet. “Da die aktuelle Erhebung in der Trockenzeit durchgeführt wurde, ist anzunehmen dass in der Regenzeit mehr Milch vorhanden ist”, so die Ernährungsforscherin. Diese wird in Flaschenkürbissen fermentiert und ergibt ein joghurtähnliches Getränk, das möglicherweise probiotische Eigenschaften aufweist.

Aus europäischem Standpunkt ist diese Ernährung äußerst einseitig und könne kaum empfohlen werden, betont Knoll. Die Blutuntersuchung der 18 Maasai zeigte allerdings, dass die Zellwände der roten Blutkörperchen durchaus Omega 3-Fettsäuren enthalten, obwohl diese nicht über das Essen aufgenommen werden. “Ihr Organismus besitzt eine extreme Anpassungsfähigkeit, um diesen ernährungsbedingten Mangel auszugleichen. Genaue Mechanismen sind uns teilweise noch unbekannt”, so Knoll. (Ende)

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