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Archive für 4.6.2010
Dr. Juchheim’s Busencreme sorgt für Aufregung unter den Ärzten
4.6.2010 von zaro.
Der Anbieter ein Münchner Arzt verspricht: “Four Weeks Professional Forming führt zu einer sichtbaren Brustvergrößerung um bis zu 5 cm nach sechswöchiger Behandlung.”
München: Arzt oder doch nur Scharlatan? Eine Busencreme die bis zu zwei Körpchengrößen an Brustwachstum realsisieren soll, das soll der Damewelt helfen zum beliebten Top-Dekolleté zu kommen. Was man anfänglich für einen guten Witz hält ist nun Wirkliehkeit geworden, dank Dr. Juchheims Busencreme, die Creme die alle Wissenschaft auf den Kopf stellt. Eine Luftpumpe, die der Damen Welt das Geld aus den Taschen zuehen soll. Dennm wie aus der Deklaration ersichtlich - nur die üblichen Feuchtigkeitscreme-Zutaten, nichts wirklich Spannendes was das Wundermittel da zu bieten hat. Und einem Haupt-”Wirkstoff”: einem Extrakt aus dem Harz der indischen Myrrhe, auch “Guggul” genannt, dieses Harz soll nun den Busen wachsen lassen, das ist zu schön um wahr zu sein.
Nach dem Eincremen ein interessanter Psycho-Effekt: Wenn man lange genug daran glaubt und man ständig an seinen eigenen Busen denkt, passiert trotz aller Anstrengung tatsächlich nichts, man wartet vergeblich auf irgendeine Wirkung. Da hilft nicht mal der gute alte Placebo-Effekt, denn es wachsen halt nicht einfach Brüste nur durch ein Creme in den Himmel.
Die Frauenmagazin Brigitte berichtet dazu: Dr. Helge Jens, plastischer Chirurg und Leiter der Domhof- Klinik für Ästhetische Chirurgie in Aachen, meint: “Indische Myrrhe ist durchaus wirksam: Oral eingenommen ist sie schon lange als Cholesterinsenker bekannt. Von außen aufgerieben lässt sie allerdings mit ziemlicher Sicherheit nichts schwellen - außer dem Portemonnaie des Verkäufers.”
Fazit: als Feuchtigkeitspflege für das Dekolleté sicherlich in Ordnung, ansonsten genauso effektiv wie Brustvergrößerung durch Selbsthypnose (für Interessierte: Ja, auch hierzu gibt es Anleitungen im Internet und in Buchform).
Der schlaue Dr. Juchheim verspricht der Damenwelt geschwollen Brüste um dadurch seine Brieftasche etwas anschwellen zu lassen, das ist ein altbekannter Trick, wir werden ja sehen wie lange das gut geht. Aufwachen liebe Damen, einfach nur Aufwachen, denken und es einfach sein lassen, ein schöner Busen ist nicht alles auf dieser Welt, lassen sie sich also keinen Bären und keinen größeren Busen aufbinden, denn durch cremen geht das nicht.
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Jugendliche greifen immer weniger zur Zigarette
4.6.2010 von zaro.
Drei Viertel der Deutschen sind mittlerweile Nichtraucher
Wiesbaden/Wien - Die Sucht, zum Glimmstängel zu greifen, trieb im Jahr 2009 nur noch 26 Prozent der Deutschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute, Freitag, veröffentlichte Studie des Statistischen Bundesamts (Destatis). Das ist in Hinblick auf den Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2010 eine positive Entwicklung. Von den 74 Prozent der Über-15-Jährigen gaben sogar 54 Prozent an, noch nie geraucht zu haben.
Mit dem Alter sinkt der Raucheranteil
Insgesamt rauchen eher die jüngeren Altersgruppen als die älteren. Bei den 75-Jährigen und älteren Befragten finden sich nur noch rund vier Prozent Raucher. Im Geschlechtervergleich aller Altersgruppen sind 70 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen Nichtraucher.
Dennoch ist der Anteil an jungen Rauchern bis 25 Jahre im Vergleich zu 2005 zurückgegangen. In der Altersgruppe 15- bis 19-Jähriger waren es 2005 noch 26 Prozent männliche und 22 Prozent weibliche Raucher. 2009 haben nur noch 20 Prozent der männlichen und 15 Prozent der weiblichen Jugendlichen zur Zigarette gegriffen.
“Seit Jahren beobachten wir eine leicht steigende Tendenz des Nichtraucher-Anteils”, so Karin Lange, Mitarbeiterin des Mikrozensus bei Destatis, gegenüber pressetext. Alles in allem ist jedenfalls kein großer Sprung zu verzeichnen. Zum Start der Beobachtung im Jahr 1992 waren es schon 71 Prozent Nichtraucher.
Aufhören ist schwer
“Bei den Rauchern muss man zunächst zwischen Gewohnheitsrauchern und wirklich Suchtkranken unterscheiden. Letztere haben es sehr schwer, mit dem Rauchen aufzuhören und benötigen medizinische Hilfe”, erläutert Michael Musalek, Suchtexperte und ärztlicher Direktor des Anton-Proksch-Instituts http://www.api.or.at, im Interview. Circa 20 Prozent schaffen es nachhaltig, auf die tägliche Portion Nikotin zu verzichten.
“Die, die es nicht schaffen, sind nicht etwa willensschwach, sondern einfach in der Krankheit schon zu weit fortgeschritten”, so Musalek. Die Entwöhnung ist ein schwieriger Weg. “Man stelle sich vor, man ist so richtig schwer verliebt. Man denkt, dass das Leben ohne den anderen nicht mehr weitergeht. So geht es auch Suchtkranken”, erklärt Musalek. (Ende)
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Schutz des Regenwaldes am Scheidepunkt
4.6.2010 von zaro.
Staaten verhandeln über Reduktion der Abholzung
Oslo - Der Schutz der Regenwälder befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase. Die Wald- und Klimakonferenz verhandelt diese Woche das in Kopenhagen vereinbarte Abkommen “REDD+” (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) http://www.un-redd.org, das die Richtung des Waldschutzes der nächsten Jahre vorgeben wird.
Vier Mrd. Dollar zu vergeben
Die Verringerung der Regenwald-Abholzung drängt, verursacht sie doch ein Fünftel der weltweiten CO2-Emissionen. “Derzeit wird der Mitteleinsatz diskutiert. Ziel sollte sein, die Lokalbevölkerung in die Schutzmaßnahmen richtig einzubinden”, berichtet Konferenzteilnehmer Paul Chatterton vom WWF http://wwf.panda.org im Presse-Interview.
Vier Mrd. Dollar stehen für die Umsetzung bis 2012 zur Verfügung, nachdem auch Deutschland am gestrigen Donnerstag seinen Beitrag von 500 Mio. Dollar bekannt gegeben hat. Chatterton geht davon aus, dass eine Gesamtsumme von bis zu sechs Mrd. Dollar nötig sein wird. Indonesien als einer der größten CO2-Emittenten hat am Mittwoch ein zweijähriges Moratorium für Abholzungs-Genehmigungen unterzeichnet. Norwegen hat angekündigt, den Inselstaat dabei mit einer Mrd. US-Dollar zu unterstützen.
Erste Verlierer der Abholzung sind Indigene
Allzu oft zeigte sich bisher, dass die Vernichtung von Regenwald als erstes den Waldbewohnern, die oft indigene Gruppen sind, schadet. Die Prozesse dabei gleichen sich meist, schildert Chatterton. “Abholzungs-Firmen bieten den Anrainern Geld für den Wald oder versprechen Schulen oder Gesundheitsversorgung. Diese stimmen zu, da sie in Armut leben. Langfristig bleibt jedoch oft wenig außer verschmutztem Wasser. Zudem ist der Weg zurück zur Subsistenzwirtschaft versperrt, da mit dem Wald die Grundlage dafür aufgegeben wurde.”
Wie sich der Schutz des Regenwaldes auf die Bewohner auswirkt, wurde zuletzt an der Georgia State University http://www.gsu.edu untersucht. Laut der Zeitschrift PNAS trägt die Errichtung von Naturparks langfristig zu einer Reduzierung der Armut der lokalen Bewohner bei. Zwar schränken diese Landwirtschaft und Jägerei ein, doch entstehen etwa durch Wildaufsicht, Ökotourismus und Straßenbau neue Berufe, die in Summe das Haushaltseinkommen steigen lassen, zeigen die Wissenschaftler um Paul Ferrano für Costa Rica und Thailand.
Umweltschutz kann Waldbewohnern auch schaden
Dennoch ist die Diskussion kontrovers, zumal Waldschutz alleine keine Garantie für Armutsbekämpfung ist. “Grund ist, dass hier in der Vergangenheit große Fehler gemacht wurden. Die Lokalbevölkerung wurde bei der Planung der Maßnahmen oft nicht genügend einbezogen, wodurch sie an diesen eher litten als davon zu profitieren”, erklärt Chatterton. Dieser Einbezug sei somit entscheidender Faktor für Nachhaltigkeit, zudem könnten die Waldbewohner die besten Wächter des Waldes sein.
Während Organisationen wie WWF und CARE auf konkreter Ausformulierung, Transparenz und Verantwortung bei der Durchführung von REDD pochen, kommt aus anderen Reihen grundsätzliche Kritik an dem Abkommen. Thomas Brose, Experte für die Kooperation mit indigenen Völkern beim Klimabündnis http://www.klimabuendnis.org warnt etwa gegenüber pressetext davor, dass sich die Industrieländer durch das Instrumentarium von Verpflichtungen freikaufen. Zudem würden Geldflüsse an indigene Bewohner deren Landtitel aufs Spiel setzen, könnten diese vereinbarte CO2-Grenzwerte nicht erfüllen.
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Regenwasser marsch
4.6.2010 von zaro.
Regenwasser richtig eingesetzt hilft Mensch und Umwelt
Wels - Die IG Regenwassernutzung und die Pflanzen in Natur und Garten haben eines gemeinsam: beide lieben Regenwasser. Die Sammlung und Nutzung von Regenwasser ist intelligent und gratis obendrein. Einzig für den Kauf, die fachgemäße Installation einer Regenwassernutzungsanlage und das vorausschauende Sammeln von Regenwasser muss gesorgt werden. Damit es auch im heißen und trockenen Sommer heißt: Regenwasser marsch - soviel der Garten braucht. Regenwasser kann noch mehr: Richtig eingesetzt, lässt sich damit die Toilette spülen und auch Wäsche waschen. Denn Trinkwasser sparen ist der nachhaltige Weg.
Die Gartensaison ist eröffnet. Beete gehören vom Unkraut befreit, der Boden gelockert, neue Pflanzen gesetzt und die jungen Setzlinge kräftig eingegossen. Regenwasser eignet sich hierfür optimal: Es ist immer “weiches” Wasser, kommt gratis von oben steht allen frei zur Verfügung. Mit der geeigneten Regenwassernutzungsanlage wird das Bewässern mit Regenwasser auch in längeren Trockenzeiten möglich. Rechtzeitige Planung ist das Um & Auf für die sinnvolle und nachhaltige Verwendung von Regenwassernutzungsanlagen. Einmal den Tank aufgefüllt, lässt sich mit Regenwasser der Garten bewässern, das Auto waschen etc. Aber auch die Nutzung im Haus kann umgesetzt werden. Toilettenspülung und Wäsche Waschen sind bei entsprechender vorausschauender Planung in einem eigenen Nutzwasserkreislauf (Vereinbarung mit Abwasserentsorger nicht vergessen!) möglich.
Gartenplanung mit Regenwasser
Im Zuge der Gartenumgestaltung ist es sinnvoll, Spaten und Schaufel gegen einen Bagger zu tauschen und den Einbau einer professionellen Regenwassernutzungsanlage in die Hände der IGRW-Mitglieder zu legen. Wie groß muss eine Zisterne sein? Was kostet mich der Einbau? Woran muss ich beim Einbau und beim fachgerechten Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage noch achten? Die IGRW-Mitgliedsbetriebe sind allesamt Profis, Kenner und Könner auf ihrem Gebiet. Angefangen von der Berechnung des Wasserbedarfs und der Behältergröße über die geeignete Zisternenwahl aus Beton oder Kunststoff bis hin zur professionellen Installation und Inbetriebnahme der Anlage kümmern sie sich die IGRW-Mitglieder um alles. Auf http://www.ig-regenwassernutzung.at finden Sie die IGRW-Mitglieder und das Kontaktformular.
Einfach Regenwasser nutzen
Das Prinzip der Regenwassernutzung ist ganz einfach: Bei Regen fällt das Regenwasser auf die Dachfläche und wird über die Dachrinnen sowie Fallrohre abgeleitet. Danach wird durch einen Filter das Regenwasser gereinigt und läuft ohne Aufwirbelungen in die unterirdische Regenwasserzisterne ein. Ideal ist die Regenwassernutzung mit Regenwasserrückhaltung (Retention) und Regenwasserversickerung zu verbinden. Regenwasser-Zisternen als Rückhaltespeicher haben den Vorteil, dass Regenwasser für die Nutzung im Garten und Haushalt bereit steht und andererseits zusätzliches Speichervolumen für die gedrosselte Ableitung in den Kanal geschaffen wird. Die Regenwassernutzung wird in den natürlichen Kreislauf von Verdunstung, Regen und Versickerung integriert. Damit ist Regenwassernutzung aus ökologischer und ökonomischer Sicht eine sinnvolle Ressourcennutzung, die den Wasserhaushalt nachhaltig für Mensch und Natur in Einklang belässt.
Über IGRW
Die Qualitätsplattform IG Regenwassernutzung - IGRW - ist eine Vereinigung führender österreichischer Top Hersteller im Bereich der Regenwassernutzung. Die Präsenz der IGRW-Partner auf den wichtigsten österreichischen Baumessen sowie die intensive Öffentlichkeitsarbeit haben dazu geführt, dass der Begriff der Regenwassernutzung in der Bevölkerung einen immer höheren Bekanntheitsgrad erreicht hat. Immer mehr Menschen gehen dazu über, die vielen Vorteile der Regenwassernutzung nachhaltig im Bereich von Haus und Garten zu nutzen. (Ende)
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Fußball: Kluft zu den Fans wächst
4.6.2010 von zaro.
Historiker analysiert Wechselspiel zwischen Moderne und Tradition
Eichstätt - Die Beziehung der Fußballvereine zu ihren Fans ist derzeit in einer kritischen Phase. Wichtigster Grund dafür ist der Einfluss von Tradition und Moderne, zwischen denen der Profi-Fußball heute hin- und hergerissen wird. Zu diesem Schluss kommt der Historiker Florian Basel von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt http://www.ku-eichstaett.de im Presse-Interview mit ZARO. Basel leitet mit dem Lateinamerika-Experten Thomas Fischer die Vortragsreihe “Fußballkulturen und Geschichte”, die anlässlich der WM in Südafrika nächste Woche startet.
Eintrittskarten verlieren Bedeutung
Die Fußballkultur hat sich in den vergangenen zehn Jahren durch Globalisierung und Modernisierung grundlegend geändert, so die Bilanz Basels. “Das zeigt sich in Deutschland besonders an Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und TSG Hoffenheim, in denen das Vermarktungsprinzip besonders stark umgesetzt wurde.” Am Vorgehen des Vereins Leverkusen, der hier Pionierarbeit leistete, stoße sich heute kaum mehr jemand. Wolfsburg und TSG Hoffenheim seien hingegen weiter bemüht, an Traditionen anzuschließen.
Einen völlig neuen Weg geht der Oberliga-Führende Leipzig, der mit Red Bull einen Sponsor erhielt, der nichts mit der Region zu tun hat. “Wie die Fans langfristig darauf reagieren, kann man derzeit kaum abschätzen”, betont Basel. Neuerdings gelangen auch Vereine mit kleinen Stadien an vordere Tabellenränge. “Das verdeutlicht, dass die Eintrittspreise nicht mehr das Gros der Einnahmen ausmachen. Sponsoren und Fernsehzuschauer werden wichtiger und die Beziehung zwischen Vereinen und ihren Fans anonymer.”
Sponsoren brauchen die Ultras
Protest kommt am ehesten aus der Reihe der eingefleischten Fans. Bei Manchester United drücken dies etwa die grün-goldenen Schals aus, die immer noch den Aufstand gegen die Übernahme durch US-Investor Glazer im Jahr 2005 signalisieren. Auch die Neugründung des Traditionsvereins SV Austria Salzburg sieht Basel in diesem Licht. “Kreise, die die Kommerzialisierung nicht mitmachten, gründeten ihn neu und starteten neu von unten.” Der Verein führt derzeit die 1. Landesliga, die vierthöchste Liga im österreichischen Fußball.
Ganz ignorieren dürfen jedoch nicht einmal die Sponsoren den Protest. “Die Vereine brauchen die Choreografien und Hymnen der Ultras. Einerseits feuern sie die Spieler an, andererseits binden sie die Zuschauer am Bildschirm. So bedienen sie den Trend der Kommerzialisierung, obwohl sie gegen ihn auftreten. Eine interessante Entwicklung”, so der Historiker. Manche Vereine gehen mit Fanprojekten bewusst andere Wege, wie etwa St. Pauli die Fans über die Benennung des neuen Stadions abstimmen ließ. “Die Globalisierung im Fußball ist unaufhaltbar. Die Frage, die sich stellt, ist die ihrer Gestaltung”, so Basel.
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Charisma ist eine Persönlichkeitsstörung
4.6.2010 von zaro.
Charismatischen Menschen mangelt es an Teamfähigkeit und Selbstzweifeln
Wien - Die “Gnadengabe” Charisma, landläufig als wichtigstes Führungsattribut bezeichnet, ist streng soziologisch gesehen keine positive Eigenschaft. Das sagt der langjährige Spitzenmanager bei Henkel (1980-1992) und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Post, der Deutschen Telekom und bei Porsche (1993-2007), Helmut Sihler. Charismatische (erleuchtete) Persönlichkeiten zeichnen sich durch übersteigertes Selbstbewusstsein, heilsbringende Visionen, gnadenlose Kommunikationsfähigkeit und eine fanatische Anhängerschaft aus. Sie sind der subjektiven Überzeugung, allein im Besitz der Wahrheit zu sein, und diese den Menschen mitteilen zu müssen.
Der emeritierte Honorarprofessor für Marketing und Unternehmensführung an der Universität Münster, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag feierte, begründet seine These mit dem deutschen Soziologen Max Weber, der die Organisation von Herrschaft Anfang des 20. Jahrhunderts in eine traditionelle (monarchistische), eine rationale (demokratische) und eine charismatische (diktatorische) eingeteilt hatte. Letztere ist historisch gesehen meist zum Scheitern verurteilt, wenn der “erleuchtete” Führer von der Bildfläche verschwindet.
Charisma speist sich aus der Resonanz des Publikums
Charisma sei eigentlich keine Eigenschaft, sondern eine eigene Form der Persönlichkeit, die sich aus der Resonanz des Publikums bzw. der Anhänger definiert. Sie ist grundsätzlich weder positiv noch negativ, hat jedoch etwas Gefährliches in sich - wie zahlreiche Beispiele aus der Geschichte (Napoleon, Hitler, Stalin) zeigen. Sihler verweist in diesem Zusammenhang aber auch auf Altkanzler Helmut Schmidt, der in einem Spiegel-Interview im Zusammenhang mit US-Präsident Barack Obama sagte, er möge keine charismatischen Idealisten, weil sie mehr versprechen als sie halten können und “mehr Unheil” anrichten, als sie selber glauben. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,679648,00.html
“Die Zeiten, in denen Charismatiker groß werden, sind nicht immer die glücklichsten”, sagte Sihler im Gespräch am Rande einer Veranstaltung des Club Carinthia in Wien, in der er auch die Persönlichkeit Jörg Haiders sezierte. “Ich bin daher glücklich, wenn ein Land keine Helden braucht.” Auch in der Wirtschaft seien Charismatiker gefährlich, weil sie nicht teamfähig sind und nicht zuhören können. Sie scheitern daher, wenn sich eine Situation ändert und können letztlich auch keine Nachfolger aufbauen. “Charismatiker haben nie Selbstzweifel und können diese auch nicht abrufen. Sie sind daher keine vollständige Persönlichkeit”, so der Ex-Manager.
Wendelin Wiedeking und Ron Sommer Parade-Charismatiker
Als einen “Charismatiker in der Wirtschaft” bezeichnet der gebürtige Klagenfurter Sihler sein langjähriges Gegenüber bei Porsche, Vorstandschef Wendelin Wiedeking, der 2009 aufgrund der gescheiterten VW-Übernahme zurücktreten musste. Er war hundertprozent von sich und seiner Sendung überzeugt, war aber auch sensibel, wenn er angegriffen wurde. Mitarbeiter und Eigentümer hätten ihm voll vertraut. Das ging viele Jahre gut, in denen sich der Autobauer zu einem enorm gewinnbringenden Unternehmen entwickelte. Auch der frühere Chef der Deutschen Telekom, Ron Sommer, war ein solcher Fall - am Ende gescheitert an einer neuen Marktsituation. (Ende)
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Gene von 178 Mikroben des Menschen entschlüsselt
4.6.2010 von zaro.
Referenzbibliothek als Grundlage für weitere Forschungen geschaffen
Houston/Rockville - Die gesamte DNA-Sequenz von 178 Mikroben, die in oder auf dem menschlichen Körper leben, ist von einem amerikanischen Wissenschaftlerteam entschlüsselt worden. Untersucht werden soll nun, wie die große Menge an Keimen, die Haut, Mund, Magen und Brustkorb bevölkern, Krankheiten verursachen können. Das Konsortium plant das Genom von 900 Bakterien und Viren zu analysieren. Die ersten in Science http://www.sciencemag.org veröffentlichten Forschungsergebnisse werden in Zukunft als Referenzbibliothek dienen, um neu entschlüsselte Sequenzen in einen Kontext zu stellen.
Enorme Anzahl an Genen
Ein Mensch verfügt über Millionen von Mikroben. Die Anzahl der Gene von Mirkoben, die allein im Darm leben, ist mindestens hundert mal höher als die des Menschen. Viele Bereiche dieser Flora wurden bisher nie im Labor gezüchtet oder identifiziert. Einige davon spielen zum Beispiel bei der Verdauung oder der Entwicklung des Immunsystems eine entscheidende Rolle. Während sich Menschen genetisch sehr ähnlich sind, scheinen sich die Mikroben jedoch von einer Person zur anderen stark zu unterscheiden.
Funktion der Mikroben im Fokus
Im Rahmen des auf fünf Jahre angelegte Projekts wollen die Forscher herausfinden, welche Mikroben vorhanden sind, über welche Gene sie verfügen und welche Funktion sie haben. Sarah Highlander vom Baylor College of Medicine http://www.bcm.edu, eine der Autorinnen der Studie, erklärte, dass die Ergebnisse zeigen, dass man die richtigen Organismen für eine Untersuchung ausgewählt habe und sie auch für das menschliche Mikrobiom repräsentativ sind.
Karen Nelson vom ebenfalls mitarbeitenden J. Craig Venter Institute http://www.jcvi.org ergänzte, dass auf diesem Weg mehr über die Auswirkungen dieser Arten auf Gesundheit und Krankheit erfahren werden könne.
Julian Parkhill vom Wellcome Trust Sanger Institute bezeichnete die aktuelle Studie als wichtigen Meilenstein. Die Anzahl der Zellen der Mikroben übersteige die des menschlichen Körpers in einem Verhältnis von zehn zu eins. Sie enthielten auch hundert mal so viele Gene. Elaine Holmes vom Imperial College London betonte, dass auch heute noch der Großteil der Mikroben die im menschlichen Darm leben, unbekannt sind. (Ende)
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Haifischhaut-Lack spart Kerosin
4.6.2010 von zaro.
Bionik: Fraunhofer-Preis für Reduktion des Strömungswiderstandes
Bremen - Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM http://www.ifam.fraunhofer.de in Bremen haben einen Lack entwickelt, der den Strömungswiderstand bei Flugzeugen und Schiffen reduzieren kann. Die Grundidee für diese Erfindung lieferte die Haut von Haien. Die Hautoberfläche der eleganten Raubfische ist so aufgebaut, dass sie den Strömungswiderstand deutlich verringern kann.
“Die größte Herausforderung war, dieses Wissen in einen Lack zu übertragen, der den extremen Anforderungen in der Luftfahrt Stand hält”, so Volkmar Stenzel, der im Team mit Yvonne Wilke und Manfred Peschka arbeitet, gegenüber pressetext. “Denn die Flugzeughaut muss Temperaturschwankungen von minus 55 bis plus 70 Grad Celsius, intensive UV-Bestrahlung und hohe Geschwindigkeiten schadlos überstehen. Zudem kommt noch der Abrieb beim Reinigen der Luftfahrzeuge oder durch Staubbelastungen beim Start.” Das Forscherteam ist für seine Leistungen mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2010 ausgezeichnet worden.
Lack mit Matrize aufgetragen
“Neben dem Wissen, welche Anforderungen die Lackschicht erfüllen muss, ist es natürlich eine große Herausforderung einen solchen Lack herzustellen und ihn dann auf ein Flugzeug zu applizieren”, erklärt Stenzel. Der Lack besteht aus einer ausgeklügelten Rezeptur, bei der Nanopartikel dafür sorgen, dass er UV-Strahlung, Temperaturwechsel und mechanische Belastungen dauerhaft aushält.
“Die größte Herausforderung bestand darin, einen technisch-physikalischen Widerspruch aufzulösen”, so Stenzel. “Die Lösung besteht darin, dass der Lack nicht direkt, sondern gleichmäßig in einer dünnen Schicht über eine entsprechend strukturierte Matrize aufgetragen wird.” Erste Versuche zeigen, dass dies auch funktioniert. Mit der Applikation eines solchen Lackes kann mindestens ein Prozent Treibstoffkosten eingespart werden. Hochgerechnet auf den Weltluftverkehr sind das jährlich rund 4,48 Mio. Tonnen.
Auch für Schiffe einsetzbar
Der “Haifischhaut-Lack” könnte auch als Schiffsanstrich Verwendung finden. “Hier kommt allerdings erschwerend hinzu, dass sich am Rumpf des Schiffs Muscheln oder Algen ansiedeln”, erklärt Stenzel. Die Forscher arbeiten an zwei Lösungen für das Problem. “Eine Möglichkeit besteht darin, den Lack so aufzubauen, dass Fouling-Organismen keinen festen Halt finden und beispielsweise bei höherer Geschwindigkeit einfach wieder abgespült werden. Die Zweite zielt darauf ab, ein Anti-Fouling zu integrieren, das unbedenklich für die Natur ist”, so Wilke.
In Tests mit einer Schiffbau-Versuchsanstalt konnte die Reibung um mehr als fünf Prozent reduziert werden. Bei einem Containerschiff bedeutet dies, hochgerechnet auf ein Jahr, ein Einsparungspotenzial von 2.000 Tonnen Treibstoff. Weitere Anwendungen des Lacks könnten etwa Rotorblätter bei Windenergieanlagen sein, denn auch hier wirkt sich der Luftwiderstand der Rotorblätter negativ aus. Der neue Lack würde den Wirkungsgrad der Anlagen - und damit den Energiegewinn - verbessern.
Kurzfilm über das Forschungsprojekt: http://www.fraunhofer.de/Images/Haifischhaut_web_tcm7-53360.mov (Ende)
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