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Archive für 9.6.2010

Klima und Boden entscheidend für Ökonomie

Zwei fundamentale Faktoren ausschlaggebend für Reichtum oder Armut

Basel - Die zwei fundamentalen Faktoren Bodenbeschaffenheit und Klimaverhältnisse haben Einfluss darauf, ob ein Land reich oder arm ist - das hat ein Forscherteam der Universität Basel http://www.nlu.unibas.ch herausgefunden. Denn diese beiden Faktoren bestimmen auch, ob es an einem Ort Landwirtschaft gibt oder nicht. Über ihre Erkenntnisse berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PLoS One.

“Genauer gesagt entscheiden die beiden Faktoren darüber, welche Art der Landwirtschaft bzw. Viehzucht betrieben werden kann”, so Studienautor Jan Beck vom Department Umweltwissenschaften der Universität Basel im pressetext-Interview. “Das Neue an unserer Studie ist, dass es nicht die Produktivität modelliert, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass es Landwirtschaft gibt”, erklärt der Biologe. “Das bedeutet, dass wir der Frage nachgegangen sind, was bestimmend dafür ist, wo Menschen welche Landnutzung betreiben.”

Konfliktherde früh aufspüren

“In der Kalkulation von verschiedenen Landnutzungsszenarien in gewissen Regionen lassen sich auch potenzielle Konflikte zwischen verschiedenen Landnutzungstypen erkennen”, so der Forscher. “Die Resultate sind übrigens kongruent mit einer Anzahl von reellen, derzeit existenten oder historischen Auseinandersetzungen verschiedener Ethnien mit unterschiedlichen Landnutzungsmethoden.” Das Modell liefert zudem auch Hinweise auf die Bevölkerungsdichte und ihre Variabilität.

So sind etwa Regionen wie der Großteil Westeuropas, das äthiopische Hochland, das Gebiet um den ostafrikanischen Viktoriasee, die Subtropen Ostasiens, Südost-Australien und Neuseeland sehr gute Regionen für Landwirtschaft. Anderen Regionen eigenen sich deutlich besser für nomadische Viehhaltung. Dazu gehören etwa die Trockengebiete des nördlichen und östlichen Afrika, Teile Zentralasiens, des Mittelmeerraumes und des Nahen Ostens.

Verschiedenenartige Landnutzung

“Wenn verschiedene Formen der Landnutzung in einer Region in Erscheinung treten, kann es leicht zu Konflikten über die bestehenden Ressourcen kommen”, meint Beck. Das relativ einfache Modell sei allerdings nicht in der Lage genau vorherzusagen, wie sich Landnutzungsformen entwickeln werden, erklärt der Forscher. “Wir zeigen in dem Artikel, dass viele dieser historisch-kulturellen Effekte letztlich auf Klima und Boden als ‘ultimative Ursache’ zurückzuführen sind.”

Der Kritik im Online-Wissenschaftsmagazin Science Now, wonach das Modell auf historische Klima- und Bodentypen nicht Bezug nimmt, nimmt Beck an. “Das sind Parameter, die natürlich eine wichtige Rolle spielen, aber in unserem Modell nicht berücksichtigt wurden”, erklärt der Forscher abschließend im Interview.

Der ganze Artikel ist unter http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0010416 abrufbar. (Ende)

Keine Empathie unter Studenten mehr

Expertin: Wirtschaftskrise fördert Ellbogengesellschaft

Boston/Wien - Studenten zeigen deutlich weniger Empathie als noch vor 20 oder 30 Jahren. Zu diesem Schluss kommt eine Meta-Studie unter insgesamt 14.000 College-Studentenin den USA. Verglichen wurden dabei Daten zwischen 1979 und 2009. “Den größten Abfall von Empathie konnten wir nach dem Jahr 2000 feststellen”, schreibt Sara Konrath, Forscherin am Institute of Social Research der University of Michigan http://www.umich.edu. Präsentiert wurde das Forschungsergebnis beim jährlichen Treffen der Association for Psychological Science in Boston.

Verglichen mit den Studenten der späten 70er-Jahre stimmen heute Studierende Sätzen wie “Manchmal versuche ich meine Freunde besser zu verstehen, indem ich mir vorstelle, wie Dinge aus ihrer Perspektive betrachtet aussehen” deutlich seltener zu. Auch fehle es an Gefühlen für Menschen, die ärmer oder weniger begütet sind, geben die Studenten zu. Aus dieser Geisteshaltung sehen viele Menschen die heutigen Jugendlichen als “Generation Me”, die sich durch Attribute wie egozentrisch, ich-bezogen, narzisstisch, individuell und überzeugt auszeichnen.

Leistungsgesellschaft fördert Egoismus

“Da die heutige Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft ist, wird schon sehr früh Wert darauf gelegt, wie man am besten durchkommt und Karriere macht”, meint die Psychologin Caroline Erb gegenüber pressetext. Der Druck auf jeden Einzelnen steige, weil jeder das Ziel erreichen will - notwendigerweise auch ohne Rücksicht auf Verluste. “Massenuniversitäten fördern die Angst, ein anderer könnte einem den Job vor der Nase wegschnappen.”

“Diese Situation macht Menschen unzufriedener und geht zu Lasten des allgemeinen Wohlfühlfaktors”, so Erb. Gerade am Anfang der Studienzeit suche man nach Rückhalt bei Kommilitonen. “Der große Druck sorgt jedoch dafür, dass jeder in erster Linie auf sich selbst schaut als auf die anderen.”

Egoismus im Berufsleben als Unzufriedenheitsfaktor

“Diese Geisteshaltung, dass jeder nur für sich selbst ist, schafft auch im Berufsleben ein deutliches Unwohlsein”, sieht Erb. Das führe dazu, dass die Unzufriedenheit wachse und man einfach nicht mehr gerne zur Arbeit geht. “Offensichtlich zählt es mehr, ob man etwas am Konto hat, als die Frage nach Werten und Idealen”, meint Erb. “Es besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass wir immer mehr zu einer Ellbogengesellschaft werden.”

“Empathie muss von Kindheit an gelernt werden”, bestätigt die Psychologin, die unter anderem auch für die Partnerplattform Parship.com arbeitet. Empathie mit einem anderen Menschen bedeutet, sich in dessen Lage zu versetzen und mit ihm mitzufühlen, sich darüber klar zu werden, was der andere fühlt oder fühlen könnte. Dazu ist es allerdings auch notwendig, die eigenen Gefühle zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Ältere Generation war nicht besser

Eine Studie an mehr als 450.000 Mittelschulabgängern verschiedener Jahrgänge hat gezeigt, dass die heutige Jugend nicht selbstbezogener war als ihre Eltern es damals waren. Was sich jedoch in den vergangenen 30 Jahren deutlich veränderte, war der Einfluss der Massenmedien und der Video-Games. Zudem spielen auch immer mehr soziale Netzwerke eine Rolle.

“Wenn es auch so einfach ist, online mit Menschen in Kontakt zu treten, ist es auch leicht diese beim Auftreten von Problemen einfach zu ignorieren oder wegzuschalten. Dieses Verhalten könnte auch einen Einfluss auf das tägliche Leben in der Realität haben”, meint Studien-Koautor Edward O’Brien. Vorhergehende Untersuchungen haben gezeigt, dass College-Studenten Suchtverhalten bei der Nutzung von sozialen Medienplattformen zeigten. (Ende)

www.zaronews.com

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