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Archive für 20.1.2012
Schlafdefizit weckt Hunger auf Süßes
20.1.2012 von zaro.
Schichtarbeiter-Problem: Durchwachte Nächte sind Appetitanreger
Uppsala - Nach einer durchwachten Nacht meldet der Körper vor allem eines: Hunger. Er sucht dabei besonders energiereiche Nahrung und fühlt sich durch sie stärker belohnt als sonst. Das berichten Forscher aus Schweden, Deutschland und der Schweiz im “Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism”. “Die schlechten Schlafgewohnheiten der Bevölkerung dürften wesentlich zum Übergewichts-Problem beitragen”, sagt Studienleiter Christian Benedict von der Universität Uppsala http://uu.se/en/ im Presse-Interview.
Mehr Hüftspeck
Schon seit 2004 ist bekannt, dass fehlender Schlaf den Hunger erhöht. Im Vorjahr hat Benedict gezeigt, dass Schlafentzug auch den Stoffwechsel beeinflusst und zu einer vermehrten Umwandlung der Nahrung in Hüftspeck führt. Menschen, die zwei Wochen lang teilweisen Schlafentzug erleben, essen zwar mengenmäßig nicht mehr, haben jedoch andere Präferenzen und suchen stärker als sonst besonders kalorienreiche Nahrung.
Während Schlaf den Energieverbrauch von Gehirn und Körper senkt, sorgt das Fehlen der Ruhepause für Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Stress. “Gleichzeitig meldet das Gehirn ein Energiedefizit, ergreift Gegenmaßnahmen und sieht Nahrung als appetitanregender als sonst”, erklärt Benedict den Mechanismus dahinter.
Belohnung für Kalorien
Warum Schlaflose dabei besonders nach Süß und Pikant verlangen, konnte der Neurowissenschaftler nun durch eine weitere Untersuchung zeigen. Zwölf Versuchspersonen legten sich am Morgen nach einer Nacht mit normalem Schlaf sowie nach einer durchwachten Nacht in einen fMRI-Scanner, während sie Fotos von verschiedenen Speisen sahen. “Die Hirnaktivität stieg ohne Schlaf im anterioren cingulären Kortex, der ein wichtiger Bestandteil des Belohnungssystems ist”, berichtet Benedict.
Diese in Gang gesetzte Gehirnregion steuert unter anderem die Belohnung durch Essen als auch die Erwartung, wie erfreulich eine Nahrung ist, die man zu essen überlegt - was etwa bei der Wahl im Supermarkt oder auch am Büfett das Verhalten mitbestimmen kann. Als relevant sieht der Forscher das Ergebnis jedoch besonders für Schichtarbeiter. “Es erklärt, warum Schichtarbeiter so häufig an Übergewicht leiden - zusätzlich zu den problematischen Folgen, die der ständige Wechsel der inneren Uhr hat.”
Abstract der Studie unter http://jcem.endojournals.org/content/early/2012/01/12/jc.2011-2759.abstract (Ende)
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Forscher warnen: Erde hat zweites Ozonloch
20.1.2012 von zaro.
Tiefe Temperaturen verstärken Ozonabbau über der Arktis
Karlsruhe - Im vergangenen Winter haben Forscher die massivste Zerstörung der Ozonschicht festgestellt. “Seither kann man von einem Ozonloch über der Arktis sprechen. Auch Kollegen von der NASA haben gesagt, dass man unter den vorherrschenden Bedingungen von einem Ozonloch sprechen kann”, sagt Björn-Martin Sinnhuber, Forscher am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) http://klima-umwelt.kit.edu , gegenüber zaronews.
Stratosphäre wird kälter
Sinnhuber und sein Team haben die Mechanismen untersucht, die zum ersten Ozonloch über dem Nordpol geführt haben. Ungewöhnlich kalte Temperaturen in der Stratosphäre verursachten die Zerstörung der Ozonschicht über der Arktis. Eine weitere Abkühlung der Ozonschicht kann den Einfluss ozonzerstörender Stoffe wie etwa der Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) verstärken.
Deshalb rechnen die Forscher mit einem wiederholten Auftreten eines Ozonlochs über der Arktis. In der Stratosphäre werden bei Temperaturen unter minus 78 Grad Celsius Chlorverbindungen, die beispielsweise aus FCKW stammen, chemisch so umgewandelt, dass sie die Ozonschicht zerstören.
Ozonloch verfestigt sich
Setzt sich der Trend zu immer kälteren Temperaturen in der Stratosphäre fort, ist für die Zukunft wiederholt mit dem Auftreten eines arktischen Ozonlochs zu rechnen, so eine der Kernaussagen der Studie. “Wir haben dabei herausgefunden, dass ein weiteres Sinken der Temperatur um nur ein Grad ausreichen würde, um zu einer fast vollständigen Zerstörung in einzelnen Bereichen der arktischen Ozonschicht zu führen”, sagt Sinnhuber.
Beobachtungen über die vergangenen 30 Jahre deuten darauf hin, dass die Stratosphäre in kalten arktischen Wintern im Mittel um etwa ein Grad pro Jahrzehnt kälter geworden ist. Die weitere Entwicklung der Ozonschicht wird auch wesentlich vom Klimawandel beeinflusst, so Sinnhuber.
Denn während die Zunahme von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zwar zu einer Erwärmung in den unteren Luftschichten am Erdboden führt, bewirkt dies gleichzeitig eine Abkühlung der darüber liegenden Luftschichten der Stratosphäre, in denen sich die Ozonschicht befindet. (Ende)
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Indien: Killer-Tuberkulose nicht behandelbar
20.1.2012 von zaro.
Bakterienstämme völlig resistent gegen Standard-Antibiotika
Mumbai (pte008/18.01.2012/10:00) - Eine aggressive Form der Tuberkulose (TB), die völlig resistent gegen die Behandlung mit Antibiotika ist, haben jetzt erstmals Ärzte des Hinduja National Hospital http://hindujahospital.com gemeldet. Zwölf Patienten erkrankten an einer vollständig resistenten Form der Infektion. Die Patienten verstarben daraufhin. Das indische Gesundheitsministerium untersucht die Fälle und hat Experten nach Mumbai entsandt.
Die Beunruhigung über Tuberkulosestämme, die gegen Medikamente resistent sind, nimmt zu. Ähnliche Fälle wurden bereits in Italien und im Iran bekannt. TB gilt weltweit als eine der häufigsten Todesursachen. Übertroffen wird sie bei den Infektionskrankheiten nur noch durch HIV, schreibt die BBC.
Armenviertel betroffen
Normalerweise erhalten Patienten für die Dauer von sechs bis neun Monaten Antibiotika. Neue Bakterienstämme erweisen sich jedoch als zunehmend resistent gegen die am häufigsten eingesetzten Medikamente. Teilweise Resistenzen sind derzeit weltweit aus mehreren Ländern bekannt. Resistenzen gegen mehrere Medikamente treten in Russland und China auf. Die aktuellen Berichte aus Indien verstärken die Beunruhigung darüber, ob die Medizin in Zukunft in der Lage sein wird, diese Krankheit zu kontrollieren.
Die Ärzte des Hinduja National Hospital berichten, dass sie Patienten bis zu zwei Jahre lang erfolglos mit einer Vielzahl von Medikamenten behandelt hatten. Die Betroffenen stammten aus den Armenvierteln der Stadt. Die dort herrschende Enge mache eine weitere Ausbreitung wahrscheinlich. Die Centers for Disease Control (CDC) haben unterdessen bestätigt, dass der in Indien verbreitete Bakterienstamm vollständig resistent zu sein scheint. Laut Kenneth Castro ist ein rasches Handeln entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Pharmaindustrie wurde bereits mehrfach aufgefordert, mehr in die Entwicklung neuer Antibiotika zu investieren.
Längst kein Indien-Problem mehr
Ruth Mcnerney von der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk betont, dass das Auftreten dieser Erkrankungen eine erste Bedrohung für die weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Krankheit bedeuten. “Wir sehen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges. Wir wissen nicht, wie weit verbreitet diese Resistenzen bereits sind. Nur wenige Menschen werden auf die Resistenz gegen Medikamente getestet.” Die Wissenschaftlerin geht davon aus, dass es massiver Anstrengungen bedürfen wird, um dieses Problem zu lösen. “Das ist ein weltweites Problem und längst kein Problem, das nur Indien betrifft.” (Ende)
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Leckere Bilder erzeugen Hunger
20.1.2012 von zaro.
Auch äußere Reize steuern Essverhalten
München - Forscher haben erstmals nachgewiesen, dass schon der Anblick von Köstlichkeiten Appetit macht. Eine Studie an gesunden jungen Männern belegt, dass sich die Menge am neurosekretorischen Eiweißhormon Ghrelin im Blut durch die optische Stimulation mit Bildern von Nahrungsmitteln erhöht. “Normalerweise misst der Körper permanent, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist - so entsteht Hungergefühl”, sagt Barbara Meyer vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie http://mpipsykl.mpg.de gegenüber zaronews.
Werbung beeinflusst Gewicht
Als Hauptregulator steuert das Hormon Ghrelin das Essverhalten und die Verdauung. Der Erhebung nach nehmen sowohl physiologische Mechanismen als auch Umweltfaktoren Einfluss auf die Nahrungsaufnahme. Allgegenwärtige Bilder von appetitanregenden Lebensmitteln in Werbung und Medien könnten zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevölkerung beitragen, vermuten die Forscher.
Die Arbeitsgruppe um Axel Steiger ging den molekularen Prozessen zur Steuerung der Nahrungsaufnahme auf den Grund. Untersucht wurde die körperliche Reaktion auf das Bildbetrachten. Auf einem Teil der Bilder waren gut schmeckende Speisen dargestellt, auf einem anderen Teil der Bilder nicht essbare Dinge. Gemessen wurden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut, die an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, wie Ghrelin, Leptin und Insulin. Ein Anstieg der Ghrelin-Konzentration auf optische Reize wurde gemessen.
Mehr Ghrelin bei Köstlichkeiten
“Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschüttung von Ghrelin ins Blut zur Regulation der Nahrungsaufnahme auch durch äußere Faktoren gesteuert wird. Unser Gehirn verarbeitet also diese optischen Reize, und ohne willentliche Kontrolle werden die körperlichen Prozesse gestartet, die unser Appetitempfinden steuern”, sagt Petra Schüssler, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut.
Dieser Mechanismus könnte Menschen dazu verleiten, bereits zwei Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu verzehren. Sie empfiehlt daher Menschen mit Gewichtsproblemen, den Anblick von Bildern appetitlicher Lebensmittel möglichst zu vermeiden.
(Ende)
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