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Archiv der Kategorie Fachpublikation
Schwerer Vitamin-D-Mangel bei Senioren
7.2.2012 von zaro.
Erster Nachweis: Im Alter verschwindet Jahreszeiten-Fluktuation
Trier - Der überwiegende Teil der ältesten Menschen unserer Gesellschaft leidet an akutem Vitamin-D-Mangel. Es macht bei ihnen für die Konzentration des “Sonnenvitamins” kaum Unterschied, ob gerade Sommer oder Winter ist. Das berichten Gerontologen aus Trier im Deutschen Ärzteblatt International. “Alte Menschen kommen in unseren Breiten mit dem Vitamin D aus Nahrung und Sonnenexposition so gut wie nie aus. Eine orale Verabreichung von Vitamin D ist bei ihnen ganz besonders zu empfehlen”, so Studienautor Stefan Schilling im pressetext-Interview.
Deutliche Unterversorgung
Schilling erhob die Vitamin-D-Konzentration von 1.578 Patienten, die in seiner geriatrischen Reha-Klink seit 2009 in Behandlung waren, jeweils am Folgetag ihrer stationären Aufnahme. Das Durchschnittsalter der Probanden war 82 Jahre. Bei 89 Prozent von ihnen lag die Vitamin-D-Konzentration unter den derzeit empfohlenen 20 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), 67 Prozent sogar unter zehn ng/ml, was unstrittig als Schwellenwert für schweren Vitamin-D-Mangel gilt. “Nimmt man die Empfehlung mancher Experten von 30 ng/ml als Richtwert, lagen sogar 96 Prozent darunter”, berichtet Schilling.
Wenngleich die grundsätzliche Vitamin-D-Unterversorgung der Bevölkerung bekannt ist, hatten die Experten nicht mit einer derartigen Verschärfung bei Senioren gerechnet. Zudem war die bei jüngeren Menschen übliche Fluktuation im Vitaminspiegel zwischen Sommer und Winter nicht festzustellen. Für Schilling ein Ergebnis gleich mehrerer Faktoren. “Hochbetagte Menschen sind weniger mobil und gehen seltener in die Sonne als Jüngere, bedecken meist die Haut und besuchen kaum das Freibad. Zudem sinkt die Fähigkeit ihrer Haut, aus dem Sonnenlicht das Vitamin D zu bilden”, so der Forscher.
Orale Gabe lässt schneller gehen
Doch gerade für Senioren ist die ausreichende Vitamin-D-Versorgung immens wichtig. “Vitamin D spielt neben vielen anderen Funktionen auch für den Kalzium- und Knochenstoffwechsel sowie für den Muskelaufbau eine entscheidende Rolle. Sein Mangel macht Stürze und Brüche wahrscheinlicher.” Umgekehrt zeigen Studien, dass eine Vitamin-D-Verabreichung bereits nach kurzer Zeit die Sturzhäufigkeit um 20 Prozent reduziert und auch die Schrittgeschwindigkeit messbar erhöht. (Ende)
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Diabetes vervierfacht Risiko von Geburtsfehlern
7.2.2012 von zaro.
Zuckerwerte-Kontrolle und Arzt-Besuche vor Schwangerschaft wichtig
Newcastle - Das Risiko von Geburtsfehlern vervierfacht sich, wenn die Mutter an Diabetes leidet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Newcastle University http://ncl.ac.uk . Das Team um Ruth Bell analysierte die Daten von mehr als 400.000 Schwangerschaften im Nordosten Englands. Das Risiko von Defekten, angeborenen Herzfehlern oder offenen Rücken war erhöht. Nationale Richtlinien empfehlen in Großbritannien, den Blutzucker schon vor dem Versuch, schwanger zu werden, zu überprüfen.
Typ-2-Diabetes mit Folgen
Typ-1- und Typ-2-Diabetes sind großteils die Folge der Ernährung und führen zu Problemen bei der Kontrolle der Zuckermenge im Blut. Es ist bekannt, dass es während der Schwangerschaft zu Problemen wie Geburtsfehlern, Fehlgeburten und Übergewicht beim Baby kommen kann. Befürchtet wird, dass die Zunahme der Diabeteserkrankungen, vor allem beim Typ 2, zu einer Verschlechterung der Situation führen könnte.
Für die aktuelle Studie wurden die Daten von 401.149 Schwangerschaften in den Jahren 1996 bis 2008 analysiert. 1.677 Teilnehmerinnen litten unter Diabetes. Das Risiko eines Geburtsfehlers erhöhte sich von 19 pro 1.000 Geburten bei Frauen ohne vorher bekannte Diabetes auf 72 bei Diabetikerinnen. Laut Bell treten viele dieser Anomalien in den ersten vier oder sechs Wochen ein.
Vorsorge besser als Nachsorge
Die Anzahl der Schwangerschaften, bei denen zu wenig auf Blutzucker geachtet wird, ist höher, als es sich die Wissenschaftler wünschen. “Es ist ein Problem, wenn die Schwangerschaft nicht geplant ist oder wenn den Menschen nicht bewusst ist, dass sie vor einer Schwangerschaft mit ihren Ärzten reden sollten”, zitiert die BBC die Expertin.
Die Richtlinien des National Institute of Health and Clinical Excellence http://nice.org.uk empfehlen, dass Frauen ihren Blutzuckerwert vor einer geplanten Schwangerschaft auf unter 6,1 Prozent senken sollten. Bei medizinischer Betreuung vor und während der Schwangerschaft bekommen die meisten Diabetikerinnen laut Bell gesunde Kinder. Details der Studie wurden in Diabetologia http://www.diabetologia-journal.org veröffentlicht. (Ende)
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Trauma kann Leben positiv verändern
6.2.2012 von zaro.
Psychologe: Katastrophen ermöglichen neue Perspektiven
Nottingham - Todesfälle, Scheidungen, Krankheiten, Kriege, Terror und Katastrophen lösen bei Betroffenen oft schwere psychische Probleme aus. Doch langfristig können traumatische Ereignisse das Leben auch in positive Richtung steuern. “Vielen Opfern des Schicksals gelingt es, ihre Banden zu Familie oder Freunden zu stärken, sich selbst besser zu kennen, besser an anderen Anteil zu nehmen und neue Perspektiven zu finden”, berichtet der britische Psychologe Stephen Joseph von der Universität Nottingham http://nottingham.ac.uk im Interview.
Was uns nicht umbringt…
In seinem Buch “What doesn’t kill us” fasst Joseph 20 Jahre Erforschung des “posttraumatischen Wachstums” zusammen. Er untersuchte Überlebende eines 1987 versunkenen Fährschiffes, der “MS Herald of Free Enterprise”. Fast alle zeigten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, kamen mit ihrem Schicksal kaum zurecht und waren im Job und in ihren Beziehungen stark beeinträchtigt. Bei einer erneuten Untersuchung drei Jahre später bemerkte er jedoch mit Überraschung, dass viele auch Positives berichteten: 46 Prozent bezeichneten ihr Leben nach der Katastrophe als schlechter denn zuvor, fast ebensoviele (43 Prozent) jedoch als besser.
Ähnliches zeigten auch die Überlebenden der New Yorker Terroranschläge von 2001 oder jener von Madrid 2004. “Die meisten Menschen wissen, dass sie ihr Leben nicht so weise, verantwortungsvoll, mitfühlend und reif führen, wie sie könnten. Ein Trauma ist wie ein Weckruf zur Reflexion und erlaubt, neue Perspektiven zu sehen. Viele können nicht mehr dort weitermachen, wo sie zuvor waren - was auch gut sein kann”, erklärt Joseph. Der US-Radfahrer Lance Armstrong schrieb in seiner Autobiografie sogar “Krebs war das beste, was mir je passiert ist”: Nachdem er Hodentumor überlebt hatte, gewann er die Tour de France als bisher Einziger siebenmal in Folge.
Nur negativ ist zu wenig
Auf eigene Faust schafft man es allerdings kaum, durch posttraumatischen Stress zu wachsen. “Wer weinen muss, braucht einen, der daneben sitzt. Wer sprechen muss, einen Zuhörer und wer Hilfe sucht, Hilfeleistende”, so Joseph. Traumaopfern rät er, sich mit anderen auszutauschen. “Oft hilft es zu wissen, dass man mit der schlimmen Erfahrung nicht alleine ist.” Zweitens solle man Trauma als Reise verstehen, die trotz allem auch gut verlaufen kann, weshalb man die Augen auch für das Positive offen halten müsse. Freilich gelingt es vielen Traumatisierte nicht, im Sozialleben und Beruf wieder zu funktionieren. Hier sei es wichtig, ärztliche und psychologische Hilfe zu suchen und anzunehmen.
Der britische Psychologe würdigt es als großen Fortschritt, dass in den vergangenen 30 Jahren das Bewusstsein und Angebot für professionelle Traumabehandlung stark gewachsen ist. Dennoch übt er auch Kritik an der eigenen Zunft, die er als “posttraumatische Industrie” bezeichnet. “Wer nur nach der posttraumatischen Belastungsstörung sucht, hilft damit nicht, sondern schafft damit eher eine selbsterfüllende Prophezeiung. Ausgewogene Unterstützung muss auch der Möglichkeit Platz geben, dass am Ende des Tunnels Licht ist.”
Leben neu denken
Und für alle, die das Schicksal verschont hat: Fürs Leben lernen kann man auch ohne Tragödie, betont Joseph. “Man braucht kein Trauma als Weckruf, um sein Leben sinnvoller zu gestalten. So wie der Geizhals Ebenezer Scrooge in Dickens ‘A Christmas Carol’ nach dem Besuch nächtlicher Geister die Welt anders wahrnimmt und ein weiches Herz zeigt, kann schon die Vorstellung von Schicksalsschlägen und Verlusten sowie Anteilnahme zu besserer Reflexion verhelfen.” Leicht sei dieser Weg allerdings nicht - denken doch viele bei drohenden Gefahren bloß an den Abschluss einer Versicherung.
Link zum Buch: http://www.whatdoesntkillus.com
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Stillen schützt vor Asthma
6.2.2012 von zaro.
Muttermilch verhilft zu freiem Atmen und größerer Lunge
Bern - Schulkinder, die als Babys gestillt wurden, zeigen bessere Lungenfunktionswerte als jene, die keine Muttermilch erhalten haben. Das berichten Forscher der Universität Bern http://unibe.ch in einer Studie des Schweizerischen Nationalfonds. US-Forscher hatten zuvor behauptet, dass asthmakranke Mütter mit dem Stillen das Asthma-Risiko des Kindes erhöhen. Das konnten die Forscher nun widerlegen. “Stillen kann guten Gewissens empfohlen werden - erst recht für Asthmatikerinnen”, betont Studienleiterin Claudia Kühni im Presse-Interview.
Lunge um 180 Milliliter größer
Die Forscher vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin analysierten umfangreiche Daten von 1.400 englischen Schulkindern. 273 davon waren Kinder einer Mutter mit Asthma. Die Auswertung zeigte, dass das frühe Gestilltwerden alle Kinder freier atmen ließ. Bei Kindern, deren Mütter Asthma hatten, fand sich auch ein positiver Einfluss auf die Lungengrösse, und zwar umso stärker, je länger sie gestillt wurden. Den Hinweis dafür lieferte die Auswertung des Atemzugsvolumens, schreiben die Forscher im “American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine”.
“Im Schnitt haben gestillte Kinder von Mütter mit Asthma im Schulalter um 180 Milliliter mehr Atemvolumen als Nichtgestillte. Zwar ist dieser Unterschied nicht groß, doch würde sich der Anteil von 20 Prozent der ungestillten Kindern mit der schlechtesten Lungenfunktion durch das Stillen auf zehn Prozent verringern”, erklärt Kühni. Dass US-Daten von 2001 und 2007 teils ein negatives Urteil gefällt hatten, dürfte in den Augen der Forscherin außer auf methodische Unterschiede eventuell auch auf andere Asthma-Behandlungsformen zurückzuführen sein.
Asthma-Medizin kein Hindernis
Für die Wirkung von Asthmamedikamenten auf ein gestilltes Kind gibt es bisher noch wenig Studien. Asthma zählt sicher nicht zu den wenigen Krankheiten, bei denen laut offiziellen Empfehlungen auf das Stillen verzichtet werden sollte. “Richtig dosiert haben Asthmamedikamente während Schwangerschaft und Stillzeit sicher keine negativen Auswirkungen auf das Kind haben. Beim Stillen sind die gesundheitlichen Vorteile für Mutter und Kind eindeutig im Vordergrund.”
Ein Rätsel bleibt weiterhin, auf welche Weise Muttermilch die Lunge positiv beeinflusst. Zwar sind enthaltene Abwehrstoffe bekannt, die vor Atemwegsinfekten in den ersten Lebensjahren schützen und die Lungenfunktion stärken. Folgt man den Auswertungen, sind jedoch andere Hauptursachen wahrscheinlich. “Möglich wäre, dass hormonähnliche Substanzen in der Muttermilch die Lunge größer und widerstandsfähiger machen. Oder das Saugen an der Brust stimuliert das Lungenwachstum mechanisch”, vermutet Kühni. (Ende)
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Liebevolle Erziehung lässt Gehirn wachsen
2.2.2012 von zaro.
Lernzentrum bei feinfühligen Eltern um ein Zehntel größer
St. Louis/Magdeburg - Wer sein Kind mit viel Hingabe umsorgt, fördert damit dessen Hirnreifung. Um ganze zehn Prozent größer ist das Lern- und Gedächtniszentrum im Gehirn bei Schulkindern, deren Mütter in frühen Jahren besonders feinfühligen Umgang gezeigt haben. Das berichten Forscher der Washington University School of Medicine http://medschool.wustl.edu in der Zeitschrift “Proceedings of the National Academy of Sciences”.
Eltern steuern Entwicklung
Untersucht wurden 92 Kinder im Vorschulalter, denen man eine stressauslösende Aufgabe stellte: Sie sollten darauf warten, ein ersehntes Geschenk zu öffnen, wobei sie von einem Elternteil - meist die Mutter - unterstützt wurden. Die Szene wurde gefilmt und von unbeteiligten Experten analysiert. Jahre später, im Grundschulalter, erstellte man Gehirnscans der Kinder. Das Ergebnis: Kinder mit feinfühligen Müttern hatten einen um zehn Prozent größeren Hippocampus als Altersgenossen, deren Mütter wenig auf sie eingegangen waren.
Die Studienautorin Joan L. Luby sieht darin den “ersten Nachweis beim Menschen, dass Mutterliebe die kindliche Gehirnstruktur tatsächlich verändert”. Eine bessere Schulleistung habe man schon zuvor festgestellt. “Auch von Tieren, deren Elternverhalten man ja über längere Zeiträume beobachten kann, kennt man den Zusammenhang”, erklärt der Magdeburger Biologe Jörg Bock http://www.uni-magdeburg.de im Interview. So haben auch Rattenkinder, die von den Müttern besonders lange geleckt wurden, einen größeren Hippocampus.
Lernen und Stressregulierung
Der Hippocampus ist Teil des limbischen Systems des Gehirns, das bei Emotionen und der Lernleistung eine wichtige Rolle spielt. “Bei jedem neuen Dazulernen ist diese Region beteiligt. Ist er vergrößert, dürfte dies die Lernleistung verbessern”, erklärt Bock. Erklärbar sei das Wachstum vor allem dadurch, dass die Zuwendung die Neubildung der Nervenzellen-Synapsen stimuliert. Jedoch auch Stressreaktionen laufen über den Hippocampus und verschlechtern sich, wenn das zentral gelegene Hirnareal beschädigt ist.
Die US-Forscher interpretieren das Ergebnis als Zeichen, wie bedeutend die scheinbar rein intuitive Erziehung durch die Eltern für die menschliche Entwicklung ist. “Günstig wäre, den erzieherischen Fähigkeiten mehr Aufmerksamkeit und Förderung zu geben. Denn die Umsorgung im frühen Alter bestimmt die spätere Entwicklung in sehr, sehr hohem Ausmaß”, schreibt Luby.
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Haut ohne Stammzellen in Gehirnzellen verwandelt
1.2.2012 von zaro.
Erste Tests mit Mäusen erfolgreich - Möglicher Einsatz in der Medizin
Stanford - Wisenschaftler der Stanford University School of Medicine http://med.stanford.edu haben bei Mäusen Hautzellen direkt in Zellen umgewandelt, die sich zu den Hauptbestandteilen des Gehirns entwickeln. Bei diesem Experiment wurde auf den Einsatz von Stammzellen in der Mitte dieses Vorgangs verzichtet. Das Team um Marius Wernig zeigt sich in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://pnas.org in Hinblick auf den möglichen Einsatz in der Medizin optimistisch. Dennoch seien noch weitere Tests nötig.
Ethische Bedenken
Der Einsatz von Stammzellen wurde immer wieder kontrovers diskutiert. Trotz ihres Potenzials für die Medizin bleibt eine der großen Fragen, wie sie gewonnen werden. Der Einsatz von embryonalen Stammzellen hat häufig zu ethischen Bedenken geführt. Zusätzlich müssten Patienten Immunsuppresiva einnehmen, da das so gewonnene Gewebe nicht ihrem eigenen entsprechen würde.
Ein anderer Ansatz hat versucht, Hautzellen wieder zu induzierten Stammzellen umzuprogrammieren. Sie könnten aus den Zellen eines Patienten gewonnen und dann zu den benötigten Zelltypen gemacht werden. Dieser Vorgang führt jedoch zur Aktivierung von Genen, die Krebs verursachen.
Neurale Vorläuferzellen wichtig
Für die aktuelle Studie wurde eine andere Option gewählt. Die Hautzellen eines Menschen sollten sich direkt in spezialisierte Zellen verwandeln. Es ist bereits gelungen, Hautzellen direkt in Neuronen umzuformen. Dabei entstanden neurale Vorläuferzellen, die sich zu drei Arten von Gehirnzellen entwickeln können: Neuronen, Astrozyten und Oligodendrozyten. Diese Vorläufer haben den Vorteil, dass sie im Labor in großen Mengen hergestellt werden können. Das könnte für den Einsatz bei jeder Art von Behandlung von großer Bedeutung sein.
Gehirnzellen und Hautzellen enthalten die gleichen genetischen Informationen. Der genetische Code wird jedoch jeweils leicht anders interpretiert. Dieser Vorgang wird durch Transkriptionsfaktoren kontrolliert. Die Forscher setzten einen Virus ein, um Hautzellen mit drei Transkriptionsfaktoren zu infizieren, die in neuralen Vorläuferzellen in großen Mengen enthalten sind.
Nach drei Wochen verwandelte sich eine von zehn Zellen in neurale Vorläuferzellen. Laut Wernig wurde nachgewiesen, dass sich diese Zellen in das Gehirn von Mäusen integrieren und ein fehlendes Protein herstellen können, das für die Übertragung von elektrischen Signalen durch die Neuronen wichtig ist. (Ende)
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Schlafdefizit weckt Hunger auf Süßes
20.1.2012 von zaro.
Schichtarbeiter-Problem: Durchwachte Nächte sind Appetitanreger
Uppsala - Nach einer durchwachten Nacht meldet der Körper vor allem eines: Hunger. Er sucht dabei besonders energiereiche Nahrung und fühlt sich durch sie stärker belohnt als sonst. Das berichten Forscher aus Schweden, Deutschland und der Schweiz im “Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism”. “Die schlechten Schlafgewohnheiten der Bevölkerung dürften wesentlich zum Übergewichts-Problem beitragen”, sagt Studienleiter Christian Benedict von der Universität Uppsala http://uu.se/en/ im Presse-Interview.
Mehr Hüftspeck
Schon seit 2004 ist bekannt, dass fehlender Schlaf den Hunger erhöht. Im Vorjahr hat Benedict gezeigt, dass Schlafentzug auch den Stoffwechsel beeinflusst und zu einer vermehrten Umwandlung der Nahrung in Hüftspeck führt. Menschen, die zwei Wochen lang teilweisen Schlafentzug erleben, essen zwar mengenmäßig nicht mehr, haben jedoch andere Präferenzen und suchen stärker als sonst besonders kalorienreiche Nahrung.
Während Schlaf den Energieverbrauch von Gehirn und Körper senkt, sorgt das Fehlen der Ruhepause für Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Stress. “Gleichzeitig meldet das Gehirn ein Energiedefizit, ergreift Gegenmaßnahmen und sieht Nahrung als appetitanregender als sonst”, erklärt Benedict den Mechanismus dahinter.
Belohnung für Kalorien
Warum Schlaflose dabei besonders nach Süß und Pikant verlangen, konnte der Neurowissenschaftler nun durch eine weitere Untersuchung zeigen. Zwölf Versuchspersonen legten sich am Morgen nach einer Nacht mit normalem Schlaf sowie nach einer durchwachten Nacht in einen fMRI-Scanner, während sie Fotos von verschiedenen Speisen sahen. “Die Hirnaktivität stieg ohne Schlaf im anterioren cingulären Kortex, der ein wichtiger Bestandteil des Belohnungssystems ist”, berichtet Benedict.
Diese in Gang gesetzte Gehirnregion steuert unter anderem die Belohnung durch Essen als auch die Erwartung, wie erfreulich eine Nahrung ist, die man zu essen überlegt - was etwa bei der Wahl im Supermarkt oder auch am Büfett das Verhalten mitbestimmen kann. Als relevant sieht der Forscher das Ergebnis jedoch besonders für Schichtarbeiter. “Es erklärt, warum Schichtarbeiter so häufig an Übergewicht leiden - zusätzlich zu den problematischen Folgen, die der ständige Wechsel der inneren Uhr hat.”
Abstract der Studie unter http://jcem.endojournals.org/content/early/2012/01/12/jc.2011-2759.abstract (Ende)
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Zur ZARO Biotec - Fanseite: www.facebook.de/zarobiotec
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Forscher warnen: Erde hat zweites Ozonloch
20.1.2012 von zaro.
Tiefe Temperaturen verstärken Ozonabbau über der Arktis
Karlsruhe - Im vergangenen Winter haben Forscher die massivste Zerstörung der Ozonschicht festgestellt. “Seither kann man von einem Ozonloch über der Arktis sprechen. Auch Kollegen von der NASA haben gesagt, dass man unter den vorherrschenden Bedingungen von einem Ozonloch sprechen kann”, sagt Björn-Martin Sinnhuber, Forscher am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) http://klima-umwelt.kit.edu , gegenüber zaronews.
Stratosphäre wird kälter
Sinnhuber und sein Team haben die Mechanismen untersucht, die zum ersten Ozonloch über dem Nordpol geführt haben. Ungewöhnlich kalte Temperaturen in der Stratosphäre verursachten die Zerstörung der Ozonschicht über der Arktis. Eine weitere Abkühlung der Ozonschicht kann den Einfluss ozonzerstörender Stoffe wie etwa der Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) verstärken.
Deshalb rechnen die Forscher mit einem wiederholten Auftreten eines Ozonlochs über der Arktis. In der Stratosphäre werden bei Temperaturen unter minus 78 Grad Celsius Chlorverbindungen, die beispielsweise aus FCKW stammen, chemisch so umgewandelt, dass sie die Ozonschicht zerstören.
Ozonloch verfestigt sich
Setzt sich der Trend zu immer kälteren Temperaturen in der Stratosphäre fort, ist für die Zukunft wiederholt mit dem Auftreten eines arktischen Ozonlochs zu rechnen, so eine der Kernaussagen der Studie. “Wir haben dabei herausgefunden, dass ein weiteres Sinken der Temperatur um nur ein Grad ausreichen würde, um zu einer fast vollständigen Zerstörung in einzelnen Bereichen der arktischen Ozonschicht zu führen”, sagt Sinnhuber.
Beobachtungen über die vergangenen 30 Jahre deuten darauf hin, dass die Stratosphäre in kalten arktischen Wintern im Mittel um etwa ein Grad pro Jahrzehnt kälter geworden ist. Die weitere Entwicklung der Ozonschicht wird auch wesentlich vom Klimawandel beeinflusst, so Sinnhuber.
Denn während die Zunahme von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zwar zu einer Erwärmung in den unteren Luftschichten am Erdboden führt, bewirkt dies gleichzeitig eine Abkühlung der darüber liegenden Luftschichten der Stratosphäre, in denen sich die Ozonschicht befindet. (Ende)
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Indien: Killer-Tuberkulose nicht behandelbar
20.1.2012 von zaro.
Bakterienstämme völlig resistent gegen Standard-Antibiotika
Mumbai (pte008/18.01.2012/10:00) - Eine aggressive Form der Tuberkulose (TB), die völlig resistent gegen die Behandlung mit Antibiotika ist, haben jetzt erstmals Ärzte des Hinduja National Hospital http://hindujahospital.com gemeldet. Zwölf Patienten erkrankten an einer vollständig resistenten Form der Infektion. Die Patienten verstarben daraufhin. Das indische Gesundheitsministerium untersucht die Fälle und hat Experten nach Mumbai entsandt.
Die Beunruhigung über Tuberkulosestämme, die gegen Medikamente resistent sind, nimmt zu. Ähnliche Fälle wurden bereits in Italien und im Iran bekannt. TB gilt weltweit als eine der häufigsten Todesursachen. Übertroffen wird sie bei den Infektionskrankheiten nur noch durch HIV, schreibt die BBC.
Armenviertel betroffen
Normalerweise erhalten Patienten für die Dauer von sechs bis neun Monaten Antibiotika. Neue Bakterienstämme erweisen sich jedoch als zunehmend resistent gegen die am häufigsten eingesetzten Medikamente. Teilweise Resistenzen sind derzeit weltweit aus mehreren Ländern bekannt. Resistenzen gegen mehrere Medikamente treten in Russland und China auf. Die aktuellen Berichte aus Indien verstärken die Beunruhigung darüber, ob die Medizin in Zukunft in der Lage sein wird, diese Krankheit zu kontrollieren.
Die Ärzte des Hinduja National Hospital berichten, dass sie Patienten bis zu zwei Jahre lang erfolglos mit einer Vielzahl von Medikamenten behandelt hatten. Die Betroffenen stammten aus den Armenvierteln der Stadt. Die dort herrschende Enge mache eine weitere Ausbreitung wahrscheinlich. Die Centers for Disease Control (CDC) haben unterdessen bestätigt, dass der in Indien verbreitete Bakterienstamm vollständig resistent zu sein scheint. Laut Kenneth Castro ist ein rasches Handeln entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Pharmaindustrie wurde bereits mehrfach aufgefordert, mehr in die Entwicklung neuer Antibiotika zu investieren.
Längst kein Indien-Problem mehr
Ruth Mcnerney von der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk betont, dass das Auftreten dieser Erkrankungen eine erste Bedrohung für die weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Krankheit bedeuten. “Wir sehen wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges. Wir wissen nicht, wie weit verbreitet diese Resistenzen bereits sind. Nur wenige Menschen werden auf die Resistenz gegen Medikamente getestet.” Die Wissenschaftlerin geht davon aus, dass es massiver Anstrengungen bedürfen wird, um dieses Problem zu lösen. “Das ist ein weltweites Problem und längst kein Problem, das nur Indien betrifft.” (Ende)
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Arktis droht Schicksal des Wilden Westens
18.1.2012 von zaro.
Eisschmelze bringt neue Machtverteilung und Ausbeutung der Umwelt
Toronto/Rovaniemi/Hamburg - Der arktische Ozean ist reich an Bodenschätzen und Ressourcen, besitzt kaum ergründete Fischereigebiete und liegt zudem strategisch genau zwischen den Weltmeeren. Da er im Zuge des Klimawandels immer mehr auftaut, möchte die ganze Welt von den Ressourcen profitieren. Die Region droht zum “Wilden Westen” zu verkommen. “Der arktische Rat als Sprachrohr der Anrainer muss sich neu orientieren”, drängt Tony Penikett, früherer Premier im kanadischen Yukon und nunmehr Advisor im Munk-Gordon Arctic Security Program, im Interview mit uns.
Eisschmelze macht sexy
Alles ist anders als zuvor in der Arktis: Die Meereseis-Fläche ist im Sommer kleiner als je zuvor. “Das führt einerseits zu neuen Ölbohrungen in ökologisch sensiblen Zonen wie etwa vor der Küste Grönlands und in Alaska, andererseits wird der Seeweg nördlich von Kanada und Sibirien für die Schifffahrt passierbar und somit hochinteressant”, berichtet Penikett. Der tauende Permafrost macht hingegen der Infrastruktur und Siedlungen zu schaffen. Die arktische Bevölkerung ist jüngst gewachsen, besonders der sibirische Teil, der bereits über vier Mio. Bewohner zählt.
Politische Neuordnung
Politisch formierte sich 1997 mit dem “Arktischen Rat” http://arctic-council.org ein beratendes Gremium für ökologische- und Nachhaltigkeitsfragen, das auch den Inuit-Völkern Mitsprache gab. “Thematisch treten nun Umweltprobleme wie etwa Ölunfälle, die Fischerei und Transportfragen in den Vordergrund, doch auch die Frage, ob der Rat auch über das Sicherheitsthema diskutieren soll. Die Anrainer lehnen dies laut Umfragen ab, doch es geht auch um die Sicherheit der Umwelt, Ernährung und Kultur, sowie darum, ob Beschlüsse bindend sein sollen, wogegen sich die USA wehren”, sagt Paula Kankaanpaa, Direktorin des Arktis-Zentrums der finnischen Universität Lapland http://www.arcticcentre.org , gegenüber der Redaktion.
Eine Neuausrichtung des Rates steht jedoch auch hinsichtlich seiner Mitglieder im Raum. Bisher sind neben den Anrainern Kanada, Dänemark, die skandinavischen Länder, Russland und die USA auch Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Polen, Spanien und Großbritannien vertreten. Letztere als ständige Beobachter - ein Status, den nun auch China, Indien und Brasilien erlangen wollen. Kanadische Experten fordern aktuell bei einer Konferenz in Toronto, dass ihr Land als Ratsvorsitzender 2013 das weitere Schicksal des Rates maßgeblich in die Wege leitet.
Mitsprache- und Umweltfrage
Zwei konträre Haltungen sind in dieser Frage verbreitet, erklärt Penikett. “Kanada und Russland sind grundsätzliche Gegner der Einbindung weiterer nicht-arktischer Staaten, wobei manche Stimmen vor dem Verlust der Mitsprache indigener Anrainervölker im Rat warnen. Befürworter glauben, dass ohne dieser Öffnung die Bedeutung des arktischen Rates schwinden würde, da sich somit wichtige Fragen auf andere Ebene wie etwa die UNO verschieben.” Wesentliches Anliegen von Penikett: Den Erfolg der Inuit-Mitsprache nicht aufzugeben. “Sonst geht die Region denselben Weg wie einst der Wilde Westen.”
Ein Schicksal des Wilden Westens muss jedoch auch aus ökologischer Perspektive verhindert werden, betont die Umweltschutzorganisation Greenpeace http://greenpeace.de . “Die Gefahr einer weiteren Ausbeutung des arktischen Ozeans ohne Umwelt- und Sicherheitsstandards ist hoch, wobei vor allem die Anrainerstaaten zur Verantwortung zu ziehen sind. Wir brauchen keine Aufteilung der Region unter einem exklusiven Kreis, sondern deutlich mehr Schutz als bisher”, fordert die Meeresexpertin Iris Menn auf unsere Anfrage. (Ende)
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Frühe Ozeane hatten nur wenig Algen
18.1.2012 von zaro.
1,1 Mrd. Jahre alte Gesteinsablagerungen liefern Beweis
Göttingen - Algen gibt es seit über 1,5 Mrd. Jahren auf der Erde. Ihre Verbreitung in den frühen Ozeanen wurde als stark angenommen. Forscher der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de und der University of Tennessee http://utk.edu haben nun ermittelt, dass die Organismen in ihrer heutigen Form zu Beginn ihrer Existenz wohl nur wenig verbreitet waren. Denn in den sauerstoff- und nährstoffarmen Gewässern der damaligen Zeit waren sie den besser angepassten Bakterien unterlegen.
Bakterien dominierten Ur-Ozean
“Wir hatten Zugriff auf Gesteine, die noch nicht in dieser Hinsicht untersucht wurden. Hieran konnten wir verschiedene wissenschaftlichen Konzepte testen. Zum Beispiel ist strittig, ob moderne Algen in den frühen Ozeanen eine große Rolle gespielt haben. Die von uns untersuchten Gesteine, die vor 1,1 Mrd. Jahren abgelagert wurden, zeigen, dass dies nicht der Fall war”, so Studienleiter Martin Blumenberg gegenüber uns.
Zu diesen Zeiten waren hauptsächlich Bakterienmatten dominant, die am Meeresboden lebten. “Dass Algen noch nicht so wichtig waren, lag daran, dass der Ozean zu der Zeit wohl anders aussah als heute. Nur im oberen Teil gab es Sauerstoff, im Tiefenwasser aber nicht. Solch eine Situation führt zu Nährstoffverlusten im Wasser, die eher von simplen Bakterien als komplexeren Algen kompensiert werden konnte”, meint Blumenberg.
Cyanobakterien: Vorläufer der Alge
Anhand von Gesteinsablagerungen aus dem Taoudeni-Becken in Mauretanien lieferten die Wissenschaftler erstmals eine detaillierte Beschreibung des alten Lebensraums. Sie wiesen etwa die Existenz von Cyanobakterien und sehr einfachen Vorläufern der Algen nach. Die Cyanobakterien sind in der Lage, in den vergleichsweise sauerstoffarmen Gewässern der damaligen Zeit zu überleben.
In tieferen Bereichen der Ozeane konnten diese Lebensformen, wie sie heute in ähnlicher Form auch in Lagunen im Pazifik zu finden sind, nicht existieren. “Die damaligen Organismen waren außerdem erstaunlich produktiv”, erklärt Joachim Reitner, Koordinator des Courant Forschungszentrums Geobiologie der Universität Göttingen. “Durch ihr Wachstum lagerten sich Gesteine ab, die bis zu 30 Prozent aus den organischen Resten dieser Mikroorganismen bestehen.” (Ende)
Geschrieben in Fachpublikation, Natur-Bio, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Drei neue Risikogene für Neurodermitis identifiziert
11.1.2012 von zaro.
Wissenschaftler wollen Vorhersagemodelle und Therapien erarbeiten
Kiel - Einem internationalen Team von Wissenschaftlern ist es gelungen, drei Genvarianten zu identifizieren, die das Risiko für Neurodermitis erhöhen. Der Befund ist das Ergebnis der bisher größten Genetik-Studie zu Neurodermitis. Die Forscher haben mehr als 10.000 Patienten und 40.000 Gesunde aus 26 Kohorten untersucht. Die Forschung zu Neurodermitis hat bisher hinter den Studien zu Erbkrankheiten hinterher gehinkt, sagt Stepahn Weidinger vom Exzellenzcluster Entzündungsforschung in Kiel http://inflammation-at-interfaces.de gegenüber der Presse.
Häufigste Hauterkrankung
“Ich könnte mir vorstellen, dass es schneller gehen wird, Vorhersagemodelle zu entwickeln als neue Therapien”, sagt Weidinger. Mit seinen Kollegen David Evans von der Universität Bristol und Joachim Heinrich vom Helmholtz-Zentrum München hat er das Projekt geleitet. Obgleich die Forschung zu der Hautkrankheit weniger umfangreich ist als die zu Erbkrankheiten, ist Neurodermitis eine der häufigsten Hauterkrankungen in den westlichen Industrienationen.
Die Krankheit geht oft der Entwicklung von Heuschnupfen und Asthma voraus und ist mit einer Reihe anderer Erkrankungen assoziiert. Ein großer Teil des Risikos, Neurodermitis und Allergien zu entwickeln, wird vererbt. In Kombination mit Umwelteinflüssen kommt es zur Krankheitsentstehung.
Die Forscher aus zwölf Ländern, darunter Australien, Kanada, USA sowie neun europäischen Staaten, haben in Kooperation innerhalb von zwei Jahren das gesamte Erbgut der etwa 10.000 Patienten und 40.000 Gesunden untersucht. Drei bislang nicht mit Neurodermitis in Zusammenhang gebrachte Genvarianten zeigten dabei deutliche Effekte auf das Krankheitsrisiko.
Prävention und Diagnostik verbessern
Zwei dieser Genvarianten spielen eine Rolle für die Aufrechterhaltung der natürlichen Hautbarriere, während die dritte Genvariante Auswirkungen auf die Immunregulation hat. Diese Genvariante wurde schon in der Vergangenheit mit Asthma- und Allergieentstehung in Verbindung gebracht.
“Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei der Entstehung von Neurodermitis mehr Gene mit verschiedenen Funktionen beteiligt sind, als bisher angenommen. Sie helfen uns, die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen und sie können zur Entwicklung neuer Tests zur Risikoabschätzung und neuen Behandlungsmethoden beitragen”, sagt Weidinger.
Bisher kannten die Forscher zwei gut untersuchte Risikogene. Diese konnten in der aktuellen Studie erneut bestätigt werden. “Wir wenden uns jetzt den Fragen zu, wie wir mit dem neu erworbenen Wissen die Prävention und Diagnostik verbessern können, um so neue Therapieansätze zu entwickeln”, erläutert der Forschungsleiter. (Ende)
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Mythos über Fette aufgeklärt
7.1.2012 von zaro.
Schwangerschaft: Verzehr guter Fette kein Garant für schlankes Kind
München - Wenn eine Schwangere Omega-3-Fettsäuren in Form von Fisch oder Fischölkapseln verzehrt, hat das keinen Einfluss auf das künftige Gewicht des menschlichen Nachwuchses. Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass sich Gewicht des Nachwuchses bereits im Mutterleib festgelegt. Die Lehrmeinung war: Die Aufnahme “schlechter” Fette in der Schwangerschaft erhöhe die Bildung kindlicher Fettzellen und dass “gute” Omega-3-Fettsäuren vor Übergewicht schützten. Eine Studie an der Technischen Universität München (TUM) http://portal.mytum.de konnte eine solche fötale Programmierung aber nicht bestätigen.
Keinen Unterschied in der Fettgewebsentwicklung
Eine Gruppe nahm während Schwangerschaft und Stillzeit gezielt mehr Omega-3-Fettsäuren zu sich. Eine andere Gruppe ernährte sich wie gewohnt. “Es gab keinen Unterschied in der Fettgewebsentwicklung der Kinder”, sagt Hans Hauner, Leiter des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der TUM, gegenüber der Presse.
Im Alter von zwölf Monaten sind die Kinder, deren Mütter “gutes” Fett zu sich genommen haben, genauso rund oder schlank wie die Kinder der Kontrollgruppe. “Was wir nicht ausschließen können ist, dass erst nach dem ersten Lebensjahr ein Effekt zum Vorschein kommt. Wir gehen aber davon aus, dass die Hypothese falsch ist”, sagt Hauner. Die Forscher überprüfen die Kinder noch weitere vier Jahre. Die Hypothese, dass Omega-3-Fettsäuren positive Effekte auf die Fettgewebsentwicklung haben, kommt aus Tierexperimenten. Bei anderen Säugetieren wurde sie bestätigt. Allerdings habe man bei den Tierexperimenten große Mengen an Fischöl verabreicht, erklärt Hauner.
Daher galt eine erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren in der mütterlichen Ernährung als vielversprechend für die Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas. Fettleibigkeit im Kindesalter ist eine Ursache von Typ-2-Diabetes und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Ernährungsmediziner sind deshalb auf der Suche nach wirksamen Präventionsmaßnahmen. “Die Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas sollte so früh wie möglich erfolgen”, betont der Wissenschaftler. Aber eine Prävention von kindlichem Übergewicht durch die Einnahme von Fischöl-Präparaten in der Schwangerschaft konnte in der Studie nicht nachgewiesen werden.
Kritisch hinterfragen
“Vieles, was Nahrungsergänzungsmittel versprechen, muss kritisch hinterfragt werden”, sagt Hauner. “Die Entwicklung im Mutterleib ist ein komplexer Prozess und lässt sich nicht auf einen einfachen Zusammenhang zwischen Nährstoffzufuhr und Fettgewebsentwicklung reduzieren. Zudem kommen zum Beispiel im Kindergarten und in der Schule weitere Umweltfaktoren hinzu, die sich auf das Körpergewicht auswirken”, ergänzt der Forscher. Die Kinder werden deshalb im Rahmen der Studie bis zu ihrem fünften Lebensjahr in regelmäßigen Abständen untersucht. Auch weitere Annahmen über die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren sollen noch geprüft werden, beispielsweise der mögliche Schutz vor Asthma oder Neurodermitis. (Ende)
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Mobbing ist ein Gruppenphänomen
5.1.2012 von zaro.
Wahrnehmung gründet nicht auf Einschätzung einzelner Personen
Mannheim - Mobbing ist ein Gruppenphänomen. Das ergab eine Studie von Organisationspsychologen der Freien Universität Berlin http://fu-berlin.de . Die Psychologen Jens Eisermann und Elisabetta De Costanzo konnten belegen, dass die Wahrnehmung von Mobbing nicht allein auf der subjektiven Einschätzung einzelner Personen beruht. Im Arbeitsleben tritt es in betroffenen Abteilungen objektivierbar gehäuft auf. “Man ist teilweise früher davon ausgegangen, dass Mobbing eine subjektive Empfindung ist - heute gibt es Definitionen und Kriterien für Mobbing”, sagt Ingrid Sälzler, die schon seit Jahren als Therapeutin Mobbingopfer berät, gegenüber der Presse.
Gruppe sucht Sündenbock
Eine Gruppe suche häufig einen Sündenbock. “Das ist ein Schutzmechanismus für die anderen. Dadurch werden tatsächliche Konflikte überlagert”, sagt Sälzler. Wo starke Mobbingstrukturen vorliegen, sucht sich die Gruppe immer neue Mobbingopfer. Viele Mitarbeiter haben Angst sich einzumischen, sie könnten das nächste Opfer sein. Wenn die Vorgesetzten hinschauen würden und für ein gutes Arbeitsklima sorgen würden, sei auch für Mobbing kein Werkzeug mehr.
“Mobbing gedeiht dort nicht, wo gute Führungsstrukturen vorliegen”, sagt die Therapeutin. Auch die Forscher in Berlin haben den Führungsstil des Vorgesetzen als wichtiges Element bei der Entstehung von Mobbing identifiziert. So trete das Phänomen seltener in Abteilungen auf, in denen sich die Führungskräfte gesprächsbereit zeigten. Auch wenn Mitarbeiter bei relevanten Mitspracherecht haben, ist kein Platz für Mobbing. In diesen Abteilungen sei zudem die allgemeine Arbeitszufriedenheit höher.
Zwölf Mio. Menschen betroffen
In Europa sind nach Schätzungen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz etwa zwölf Mio. Menschen von Mobbing betroffen. Trotz seines Ausmaßes wird Mobbing in der wissenschaftlichen Literatur bisher noch nicht eindeutig definiert. Probleme ergeben sich auch in der betrieblichen und juristischen Praxis, wenn Mobbing als solches erkannt und dabei beispielsweise die Glaubwürdigkeit Betroffener beurteilt werden muss. (Ende)
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Regulatorprotein startet ungebremste Zellteilung
3.1.2012 von zaro.
Forscher analysieren Krebswachstum auf molekularer Ebene
München - Forscher der Ludwig-Maximilian-Universität München http://www.uni-muenchen.de haben entdeckt, wie das körpereigene Regulatorprotein c-MYC zur Krebsentstehung beiträgt. Hohe c-MYC-Konzentrationen, welche in den meisten Tumorarten vorliegen, aktivieren das Enzym SIRT1, das Zellalterung und Zelltod verhindert. Dadurch werden Krebszellen praktisch unsterblich, berichten die Pathologen Heiko Hermeking und Antje Menssen.
Knackpunkt Feedback
Die unbegrenzte Teilungsfähigkeit - die sogenannte Immortalisierung - ist ein zentrales Merkmal von Tumorzellen. Normalerweise verhindern Zellen derart ungebremstes Wachstum durch strenge Kontrollmechanismen, die wuchernde Zellen vorzeitig altern oder absterben lassen. Das Regulatorprotein c-MYC unterläuft diesen Prozess. Die Medizin weiß schon viel über den Wachstum von Krebszellen. “Wie der Krebswachstum auf der molekularen Ebene funktionert, ist noch nicht vollständig verstanden”, sagt Hermeking gegenüber der Presse.
Durch das Regulatorprotein c-MYC wird eine positive Feedbackschleife in Gang gesetzt: c-MYC und SIRT1 werden immer weiter aktiviert. Normale Zellen würden die Feedbackschleife unterbrechen. Sie würden das c-MYC Gen bei fehlenden Wachstumssignalen inaktivieren. In Tumorzellen funktioniert dies nicht mehr und es kommt zur Immortalisierung. “Unsere Befunde legen nahe, dass Tumorarten wie etwa Lymphome, Dickdarm-, oder Brustkrebs, bei denen c-MYC eine zentrale Rolle spielt, besonders stark auf eine pharmakologische Inhibition der an der Feedbackkette beteiligten Enzyme reagieren sollten”, erläutert Menssen die medizinische Bedeutung der Ergebnisse. Insbesondere könnte eine kombinierte Therapie, die an verschiedenen Stellen der Feedbackschleife ansetzt, den Krebs effektiver bekämpfen.
Kontrolle außer Kraft
Das c-MYC Protein steuert zahlreiche grundlegende Prozesse wie Zellwachstum und Zellteilung. Das Protein ist essentiell für Prozesse, bei denen sich Zellen vermehren müssen, wie etwa Embryonalentwicklung und Blutbildung. Zuviel c-MYC allerdings hat fatale Folgen: Eine permanente c-MYC-Produktion kann Zellen immortalisieren und zur Krebsentstehung beitragen. Deshalb wird das c-MYC-Gen, das für die Bildung des entsprechenden Proteins verantwortlich ist, in normalen Zellen sehr streng kontrolliert.
Nur wenn eine Zelle positive Wachstumssignale erhält, wird das Gen aktiviert. Falls diese Sicherung versagt, gibt es sogar noch einen zweiten zellinternen Kontrollmechanismus: Erhöhte c-MYC-Konzentrationen lösen den Zelltod aus. In Tumorzellen funktioniert diese Qualitätssicherung allerdings oft nicht. In einigen Tumoren und Zelltypen wurde sogar beobachtet, dass die Sicherungsmechanismen durch c-MYC selbst unterdrückt werden. “Bisher war weitgehend unklar, wie c-MYC dies schafft”, sagt Hermeking.
Mehrfache Aktivierung
Um die beteiligten Mechanismen aufzuklären, nahmen die Wissenschaftler das Enzym SIRT1 als möglichen Komplizen von c-MYC ins Visier. “SIRT1 erschien uns als geeigneter Kandidat, da für ein verwandtes Enzym bereits gezeigt wurde, dass es in niederen Organismen die Lebensdauer von Zellen verlängern kann. In menschlichen Zellen hemmt SIRT1 einen Regulator, der Zellalterung und Zelltod vorantreibt”, so Hermeking.
Die Forscher konnten zeigen, dass c-MYC das Enzym SIRT1 sogar auf mehreren Wegen aktiviert: Zum einen über die Aktivierung des Enzyms NAMPT (Nicotinamid Phosphoribosyltransferase), das einen für die Funktion von SIRT1 notwendigen Baustein bereitstellt. Zum anderen hemmt c-MYC einen Inhibitor von SIRT1 und verschafft SIRT1 so freie Bahn. SIRT1 wiederum schließt den Kreis, indem es dafür sorgt, dass der c-MYC-Abbau gebremst wird - so entsteht eine positive Feedback-Schleife, in der c-MYC und SIRT1 immer weiter aktiviert werden und letztlich c-MYC in der Zelle akkumuliert.
Rotwein kein Unschuldslamm
Die Ergebnisse der Forscher haben zu einer Nebenerkenntnis geführt: Die lebensverlängernde Wirkung eines täglichen Glases Rotwein wird durch infrage gestellt: Bisher wurde die pharmakologische Aktivierung von SIRT1 durch das im Rotwein enthaltene Resveratrol als gesundheitsfördernd angesehen. Jetzt könnte das Glas Rotwein bei einem vorhandenen Tumor sogar gefährlich sein.
(Ende)
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