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Archiv der Kategorie Gesundheitstipps

Schwerer Vitamin-D-Mangel bei Senioren

Erster Nachweis: Im Alter verschwindet Jahreszeiten-Fluktuation

Trier - Der überwiegende Teil der ältesten Menschen unserer Gesellschaft leidet an akutem Vitamin-D-Mangel. Es macht bei ihnen für die Konzentration des “Sonnenvitamins” kaum Unterschied, ob gerade Sommer oder Winter ist. Das berichten Gerontologen aus Trier im Deutschen Ärzteblatt International. “Alte Menschen kommen in unseren Breiten mit dem Vitamin D aus Nahrung und Sonnenexposition so gut wie nie aus. Eine orale Verabreichung von Vitamin D ist bei ihnen ganz besonders zu empfehlen”, so Studienautor Stefan Schilling im pressetext-Interview.

Deutliche Unterversorgung

Schilling erhob die Vitamin-D-Konzentration von 1.578 Patienten, die in seiner geriatrischen Reha-Klink seit 2009 in Behandlung waren, jeweils am Folgetag ihrer stationären Aufnahme. Das Durchschnittsalter der Probanden war 82 Jahre. Bei 89 Prozent von ihnen lag die Vitamin-D-Konzentration unter den derzeit empfohlenen 20 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), 67 Prozent sogar unter zehn ng/ml, was unstrittig als Schwellenwert für schweren Vitamin-D-Mangel gilt. “Nimmt man die Empfehlung mancher Experten von 30 ng/ml als Richtwert, lagen sogar 96 Prozent darunter”, berichtet Schilling.

Wenngleich die grundsätzliche Vitamin-D-Unterversorgung der Bevölkerung bekannt ist, hatten die Experten nicht mit einer derartigen Verschärfung bei Senioren gerechnet. Zudem war die bei jüngeren Menschen übliche Fluktuation im Vitaminspiegel zwischen Sommer und Winter nicht festzustellen. Für Schilling ein Ergebnis gleich mehrerer Faktoren. “Hochbetagte Menschen sind weniger mobil und gehen seltener in die Sonne als Jüngere, bedecken meist die Haut und besuchen kaum das Freibad. Zudem sinkt die Fähigkeit ihrer Haut, aus dem Sonnenlicht das Vitamin D zu bilden”, so der Forscher.

Orale Gabe lässt schneller gehen

Doch gerade für Senioren ist die ausreichende Vitamin-D-Versorgung immens wichtig. “Vitamin D spielt neben vielen anderen Funktionen auch für den Kalzium- und Knochenstoffwechsel sowie für den Muskelaufbau eine entscheidende Rolle. Sein Mangel macht Stürze und Brüche wahrscheinlicher.” Umgekehrt zeigen Studien, dass eine Vitamin-D-Verabreichung bereits nach kurzer Zeit die Sturzhäufigkeit um 20 Prozent reduziert und auch die Schrittgeschwindigkeit messbar erhöht. (Ende)

Diabetes vervierfacht Risiko von Geburtsfehlern

Zuckerwerte-Kontrolle und Arzt-Besuche vor Schwangerschaft wichtig

Newcastle - Das Risiko von Geburtsfehlern vervierfacht sich, wenn die Mutter an Diabetes leidet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Newcastle University http://ncl.ac.uk . Das Team um Ruth Bell analysierte die Daten von mehr als 400.000 Schwangerschaften im Nordosten Englands. Das Risiko von Defekten, angeborenen Herzfehlern oder offenen Rücken war erhöht. Nationale Richtlinien empfehlen in Großbritannien, den Blutzucker schon vor dem Versuch, schwanger zu werden, zu überprüfen.

Typ-2-Diabetes mit Folgen

Typ-1- und Typ-2-Diabetes sind großteils die Folge der Ernährung und führen zu Problemen bei der Kontrolle der Zuckermenge im Blut. Es ist bekannt, dass es während der Schwangerschaft zu Problemen wie Geburtsfehlern, Fehlgeburten und Übergewicht beim Baby kommen kann. Befürchtet wird, dass die Zunahme der Diabeteserkrankungen, vor allem beim Typ 2, zu einer Verschlechterung der Situation führen könnte.

Für die aktuelle Studie wurden die Daten von 401.149 Schwangerschaften in den Jahren 1996 bis 2008 analysiert. 1.677 Teilnehmerinnen litten unter Diabetes. Das Risiko eines Geburtsfehlers erhöhte sich von 19 pro 1.000 Geburten bei Frauen ohne vorher bekannte Diabetes auf 72 bei Diabetikerinnen. Laut Bell treten viele dieser Anomalien in den ersten vier oder sechs Wochen ein.

Vorsorge besser als Nachsorge

Die Anzahl der Schwangerschaften, bei denen zu wenig auf Blutzucker geachtet wird, ist höher, als es sich die Wissenschaftler wünschen. “Es ist ein Problem, wenn die Schwangerschaft nicht geplant ist oder wenn den Menschen nicht bewusst ist, dass sie vor einer Schwangerschaft mit ihren Ärzten reden sollten”, zitiert die BBC die Expertin.

Die Richtlinien des National Institute of Health and Clinical Excellence http://nice.org.uk empfehlen, dass Frauen ihren Blutzuckerwert vor einer geplanten Schwangerschaft auf unter 6,1 Prozent senken sollten. Bei medizinischer Betreuung vor und während der Schwangerschaft bekommen die meisten Diabetikerinnen laut Bell gesunde Kinder. Details der Studie wurden in Diabetologia http://www.diabetologia-journal.org veröffentlicht. (Ende)

Schlafdefizit weckt Hunger auf Süßes

Schichtarbeiter-Problem: Durchwachte Nächte sind Appetitanreger

Uppsala - Nach einer durchwachten Nacht meldet der Körper vor allem eines: Hunger. Er sucht dabei besonders energiereiche Nahrung und fühlt sich durch sie stärker belohnt als sonst. Das berichten Forscher aus Schweden, Deutschland und der Schweiz im “Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism”. “Die schlechten Schlafgewohnheiten der Bevölkerung dürften wesentlich zum Übergewichts-Problem beitragen”, sagt Studienleiter Christian Benedict von der Universität Uppsala http://uu.se/en/ im Presse-Interview.

Mehr Hüftspeck

Schon seit 2004 ist bekannt, dass fehlender Schlaf den Hunger erhöht. Im Vorjahr hat Benedict gezeigt, dass Schlafentzug auch den Stoffwechsel beeinflusst und zu einer vermehrten Umwandlung der Nahrung in Hüftspeck führt. Menschen, die zwei Wochen lang teilweisen Schlafentzug erleben, essen zwar mengenmäßig nicht mehr, haben jedoch andere Präferenzen und suchen stärker als sonst besonders kalorienreiche Nahrung.

Während Schlaf den Energieverbrauch von Gehirn und Körper senkt, sorgt das Fehlen der Ruhepause für Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Stress. “Gleichzeitig meldet das Gehirn ein Energiedefizit, ergreift Gegenmaßnahmen und sieht Nahrung als appetitanregender als sonst”, erklärt Benedict den Mechanismus dahinter.

Belohnung für Kalorien

Warum Schlaflose dabei besonders nach Süß und Pikant verlangen, konnte der Neurowissenschaftler nun durch eine weitere Untersuchung zeigen. Zwölf Versuchspersonen legten sich am Morgen nach einer Nacht mit normalem Schlaf sowie nach einer durchwachten Nacht in einen fMRI-Scanner, während sie Fotos von verschiedenen Speisen sahen. “Die Hirnaktivität stieg ohne Schlaf im anterioren cingulären Kortex, der ein wichtiger Bestandteil des Belohnungssystems ist”, berichtet Benedict.

Diese in Gang gesetzte Gehirnregion steuert unter anderem die Belohnung durch Essen als auch die Erwartung, wie erfreulich eine Nahrung ist, die man zu essen überlegt - was etwa bei der Wahl im Supermarkt oder auch am Büfett das Verhalten mitbestimmen kann. Als relevant sieht der Forscher das Ergebnis jedoch besonders für Schichtarbeiter. “Es erklärt, warum Schichtarbeiter so häufig an Übergewicht leiden - zusätzlich zu den problematischen Folgen, die der ständige Wechsel der inneren Uhr hat.”

Abstract der Studie unter http://jcem.endojournals.org/content/early/2012/01/12/jc.2011-2759.abstract (Ende)
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Vor Schönheits-OP besser aufklären statt schönreden

Studie: Fundierte Aufklärung hilft Patienten und Ärzten

Zürich/Frankfurt a.M. - Im Markt der Schönheitsoperationen wird oft mehr versprochen als die Chirurgie halten kann. Verbraucherschützer fordern strengere Richtlinien für Beratungsgespräche durch den Arzt. Eine Stiftung Warentest-Befragung und Marktdaten des unabhängigen Beratungszentrums Acredis zeigen, dass fundierte Aufklärung realistische Erwartungen und eine höhere Patientenzufriedenheit schafft.

Jeder vierte Patient einer Schönheitsoperation ist unzufrieden mit dem Ergebnis, wie eine Online-Befragung der Stiftung-Warentest zeigt. Grund für die Unzufriedenheit sind nicht nur Folgeerscheinungen wie starke Schmerzen, Wundheilungsstörungen oder Narbenbildung, über die nicht genügend aufgeklärt wurde, sondern auch unerfüllte Erwartungen. So gaben 58% der 558 Befragten an, dass ihnen vor dem Eingriff versichert wurde, ihre Hoffnungen ließen sich verwirklichen. Eine Aussage, die laut Heilmittelgesetz gar nicht zulässig ist.

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg zeichnet ein ähnlich drastisches Bild. Von 26 Ärzten, die eine junge Frau testweise mit dem Wunsch einer Brustoperation konsultierte, erfüllte nur ein einziger Arzt annährungsweise die geforderte Beratungsqualität. Gerade mal 4 Ärzte fragten eingehender nach den Motiven, 73% kümmerte sich gar nicht um die Beweggründe. Risiken wie Kapselfibrose oder Implantatsverlagerungen wurden nur von ca. der Hälfte der Ärzte angesprochen und ausführlich erläutert. Die Aufklärungspflicht, die gerade bei einer medizinisch nicht notwendigen Schönheitsoperation besonders streng ist, wird sträflich vernachlässigt und hat nicht selten ein böses Erwachen zur Folge.

“Hätte ich das vorher gewusst…” - diesen Satz kennt Stephan Hägeli, Geschäftsführer von Acredis, nur zu gut. Immer wieder wenden sich Patientinnen und Patienten an das unabhängige Beratungszentrum für Plastische und Ästhetische Chirurgie, um die Folgen einer schief gelaufenen Schönheitsoperation zu korrigieren.

“Das Problem ist, dass der Begriff Schönheitschirurg nicht geschützt ist. Viele Ärzte operieren auf einem Gebiet, für das sie unzureichend spezialisiert und qualifiziert sind”, so Hägeli. Um hier gegenzusteuern, hat Acredis ein unabhängiges Prüfverfahren entwickelt, das Ärzte landesweit in allen grösseren Städten Deutschlands und der Schweiz nach über 300 Kriterien zertifiziert.

Nur Fachärzte, die die Zertifizierung erfolgreich durchlaufen haben sowie hohe Fallzahlen und eine überdurchschnittliche Patientenzufriedenheit erzielen, erhalten das Acredis Gütesiegel und werden von dem Schweizer Unternehmen weiter empfohlen. Damit bietet Acredis als erster Anbieter in Europa das, was Patientenschutzorganisationen immer dringender fordern: Richtlinien, die im Markt der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie für Transparenz und Sicherheit sorgen.

Das Wissen aus den Prüfverfahren nutzt Hägeli und sein Team, um interessierte Patientinnen und Patienten bei ihrer Entscheidung für eine Schönheitsoperation zu beraten und zu begleiten. “Nur aufgeklärte Patienten mit einer realistischen Erwartung sind am Ende auch zufriedene Patienten”, betont Hägeli. Der Erfolg gibt ihm Recht. Immerhin sind 97% der Patientinnen und Patienten, die von einem Acredis zertifizierten Arzt operiert wurden, mit ihrem Behandlungsergebnis zufrieden.

Quellen:

Verbraucherzentrale Hamburg e.V.:
http://www.vzhh.de/gesundheit/126261/sie-wollen-gross-sie-kriegen-gross.aspx

Stiftung Warentest:
http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/Umfrage-Schoenheitsoperationen-Jeder-Vierte-unzufrieden-1617108-2617108/

Kratzgeräusche treiben Menschen auf die Palme

Klang umso unangenehmer, je punktueller er im Ohr wirkt

Wien - Forscher haben herausgefunden, warum manche Menschen besonders sensibel auf bestimmte Geräusche reagieren. Christoph Reuter, Experte für Systematische Musikwissenschaft an der Universität Wien http://univie.ac.at , und sein Kollege Michael Oehler von der Universität Köln http://uni-koeln.de sind dieser Frage nachgegangen. “Ein Klang wird umso unangenehmer empfunden, je tonaler er ist. Denn tonale Klänge wirken punktueller im Ohr”, sagt Reuter gegenüber der Presse.

Tonalität entscheidend

Die Musikwissenschafter ließen 104 Versuchspersonen aus einer Reihe von Kratzgeräuschen die zwei unangenehmsten heraussuchen. “Von diesen beiden haben wir verschiedene Variationen erstellt, um den Einfluss von Filterung, tonaler beziehungsweise geräuschhafter Anteile, Modulationen und zeitlicher Hüllkurve auf die Geräuschempfindung zu untersuchen. Beispielsweise wurde nur die Tonhöheninformation beibehalten oder die Geräusche erklangen ohne Frequenzmodulation”, erklärt Reuter. Um die Reaktion der Probanden bewerten zu können, wurden Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Temperatur und Hautleitwert gemessen.

Die Versuchspersonen wurden außerdem in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe wurde darüber informiert, dass es sich bei den Geräuschen um Kratzgeräusche von Kreide handelt. Der zweiten Gruppe wurde vorgegaukelt, es handele sich um eine zeitgenössische Komposition moderner Musiker. Die Personen, die von einer zeitgenössischen Komposition ausgingen, empfanden die Klänge dann auch als weniger unangenehm. Dennoch galt für beide Versuchsgruppen gleichermaßen: Je unangenehmer der Klang von der Versuchsperson bewertet wurde, desto stärker stieg der Hautleitwert. (Ende)

Gesundes Gewicht braucht genug Schlaf

Kurzschläfer unter Kindern sind häufig übergewichtig

Bremen - Kinder, die weniger als neun Stunden schlafen, sind doppelt so anfällig für Übergewicht wie die elf-Stunden-Schläfer. Schlafen sie hingegen zwischen neun und zehn Stunden, erhöht sich das Risiko um den Faktor 1,3. Neben Bewegungslosigkeit und ungesundem Essen steht somit auch die Schlafdauer im engen Zusammenhang mit dem Körpergewicht, zeigt die von der EU geförderte Studie “IDEFICS” http://ideficsstudy.eu zum präventiven Lebens- und Ernährungsstil von über 16.000 zwei- bis zehnjährigen Kindern in acht Ländern. Ein Teil der Ergebnisse wurde heute, Dienstag, in Bremen präsentiert.

Müder Stoffwechsel

Die Schlafdauer der Kinder Europas variiert sehr stark, wobei sie in Süd- und Osteuropa grundsätzlich kürzer ist als im Norden. Estnische Kinder schlafen neun bis zehn Stunden, belgische mehr als elf. Die Schlaflänge wird jedoch kaum von Jahreszeit, Tageslänge, Bildungsstand der Eltern, Lebensstil oder bereits bestehendem Übergewicht beeinflusst. Denkbar - jedoch nicht von IDEFICS untersucht - ist, dass Kultur- und Umweltfaktoren mitspielen, wie etwa unstrukturierte und flexible Bettgehzeiten.

Für die Frage, warum zu wenig Schlaf das Gewicht von Kindern nach oben treiben kann, gibt es bisher nur indirekte Hinweise. “Plausibel ist am ehesten der Umstand, dass Schlafmangel Stoffwechsel-Veränderungen auslöst und dabei die hormonelle Regulation der Energiebalance stört. Schläft jemand ständig zu wenig, lässt die Zucker-senkende Wirkung des Insulins nach, was Insulinresistenz und in weiterer Folge Diabetes und auch Übergewicht begünstigen kann”, erklärt IDEFICS-Koordinator Wolfgang Ahrens von der Uni Bremen http://www.bips.uni-bremen.de gegenüber pressetext.

Bildschirme machen dick

Schlaf ist freilich nur einer von vielen Faktoren, die bei Kindern zum Übergewicht beitragen. Unter den anderen Verhaltensweisen fielen den Forschern besonders die passiven Beschäftigungen ins Auge, die wenig Energie verbrauchen. Kaum verwunderlich, dass sich das Sitzen vor dem Bildschirm ungünstig auswirkt. Hier ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob die fehlende Bewegung oder die gekoppelte Nahrungsaufnahme die Hauptschuld trägt - sieht doch jedes zweite Kind zumindest manchmal beim Essen fern. Zudem verbringen allerdings besonders Jungen fehlende Schlafenszeit in der Regel vor dem Fernseher.

Ahrens rät den Eltern, ihren Kindern die Voraussetzungen für ausreichend Schlaf zu bieten, das Essen vor dem Bildschirm auf ein Minimum reduzieren und dabei Obst, Gemüse sowie Wasser den kalorienreicheren Snacks vorzuziehen. Gesundes Verhalten müsse eingeübt und auch durch Vorbilder näher gebracht werden, wobei die Verantwortung jedoch klar über die Eltern hinausgeht: “Auch Lehrer, Aufsichtspersonen, Politiker und Städteplaner haben für eine Umgebung zu sorgen, die Bewegung und richtige Ernährung fördert.” (Ende)

Ätherische Öle stärken die Gesundheit

Aromatherapeut: Pflanzen-Nebenstoffe auch für Menschen heilsam

Wien - Ätherische Öle aus Pflanzenextrakten etablieren sich zunehmend in der Ganzheitsmedizin. “Sie wirken positiv auf Körper und Psyche: Bei Stress, Angst oder Schlafproblemen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfweh und Erkältung - nicht als Ersatz, sondern als Unterstützung medizinischer Therapie. Teils können ätherische Öle jedoch den Antibiotika-Verbrauch reduzieren”, erklärt der Lungenfacharzt Wolfgang Steflitsch, Präsident der Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie http://oegwa.at heute, Mittwoch, anlässlich einer Präsentation des Herstellers Puressentiel http://puressentiel.at .

Gewinnung durch Destillation

Unter dem Begriff “medizinische Aromatherapie” versteht man die kontrollierte Anwendung ätherischer Öle zur Gesundheitsförderung, zur Linderung von Beschwerden, zur Therapie von Krankheiten bis hin zur Rehabilitation. “Pflanzen produzieren die Öle, um Insekten anzulocken oder Fressfeinde und andere pflanzliche Standortkonkurrenz fernzuhalten. Doch auch für den Menschen haben diese Inhaltsstoffe zahlreiche positive Wirkungen, unter anderem die Abwehr von Bakterien, Viren, Pilzen und Schimmel. Seit den 90er-Jahren wurden diese auch von zahlreichen wissenschaftlichen Studien bestätigt”, so Steflitsch.

An der Gewinnung der Ölextrakte hat sich im vergangenen Jahrtausend nichts geändert, wie die Puressentiel-Gründerin Isabelle Pacchioni erklärt. “Die wichtigste Form ist die Destillation, bei der Wasserdampf in eine Pflanzenmasse dringt und flüchtige Moleküle aufnimmt. Durch Phasentrennung erhält man das gewünschte Öl.” Daneben gibt es auch die mechanische Pressung nach dem Olivenöl-Prinzip, die etwa bei der Schale von Zitrusfrüchten verwendet wird. Die Anwendung erfolgt verdünnt, wobei das Trägermedium in der Regel pflanzliche Öle sind.

100 Kilo Melisse für fünf Gramm Öl

Wenngleich jede der 800.000 Pflanzenarten ätherische Öle beinhaltet, sind nur rund zehn Prozent für die Gewinnung verwendbar. Pacchioni begründet das mit den verschiedenen Gehaltsanteilen. “100 Kilogramm Pflanzenmasse ergeben bei Gewürznelken 13 Kilo Flüssigmasse an Ölen, bei Zitrone vier Kilogramm, bei Lavendel und Pfefferminz rund ein Kilo sowie bei Melisse bloß fünf Gramm”, so die Aromatherapie-Expertin. Der Ertrag hängt jedoch auch davon ab, ob Blüten, Früchte, Wurzeln, Blätter, Schalen oder Rindestücke einer Pflanze verwendet werden.

Ätherische Öle werden oral oder sublingual eingenommen, auf die Haut massiert oder aufgesprüht oder auch inhaliert. Die Verabreichungsform bestimmt die Wirkintensität und Aufnahmezeit mit - jedoch auch die mögliche toxische Wirkung, wie Steflitsch darlegt. “Produkte mit hoher Qualität lösen bei richtiger Indikation und Dosis keine Nebenwirkungen aus. Nur bei extremer Überdosierung sind bei einzelnen Ölen Hautreizungen, Unverträglichkeit der Niere oder Leber sowie fotosensible Reaktionen möglich. Die Allergierate ist bei ätherischen Ölen niedriger als bei synthetischen Duftstoffen.”

Erfolg mit Qualitätsprodukten

Europas führender Hersteller für Armomatherapie-Produkte ist mit einer Jahresproduktion von 150 Tonnen ätherischen Ölen das 2005 in Frankreich gegründete Unternehmen Puressentiel. Im Angebot befinden sich unter anderem Luftreiniger-Raumsprays oder Produkte zur Schlafverbesserung, Stresslinderung oder Wundheilung, die nur in Apotheken und Reformhäusern vertrieben werden. Von Mitbewerbern absetzen will sich Puressentiel-Gründerin Pacchioni durch hohe Qualitätskriterien wie etwa die Ecozert-Autorisierung der Inhaltsstoffe, die nur zudem botanisch und biochemisch genau definiert sind. (Ende)

Schmerzmittel hilft gegen schweren Prostatakrebs

Tumorhemmende Wirkung von Rhenium wissenschaftlich nachgewiesen

Berlin/Bonn - Forscher der Klinik für Nuklearmedizin http://charite.de/nuklearmedizin und der Urologischen Klinik in Bonn http://www.meb.uni-bonn.de/urologie haben entdeckt, dass das Schmerzmittel Re-188 HEDP auch Tumore hemmen kann. Bei Patienten mit Prostatakrebs, das sich in den Knochen abgesiedelt hat, konnte der Wachstum von Tumoren aufgehalten werden. “Das Prostatakarzinom gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Krebserkrankungen. In Deutschland sterben daran fast drei von 100 Männern”, so Hans-Jürgen Biersack, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Bonn, gegenüber der Presse (zaronews).

Letzter Versuch Rhenium

Dem Wissenschaftler nach machen die Tumore im Frühstadium keine Beschwerden, später können Knochenschmerzen, Blasenprobleme und Blutarmut auftreten. “Dann haben sich meist bereits Metastasen in den Knochen gebildet”, weiß Biersack. Die Ärzte versuchen bei Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen die Tumore mit einer antihormonellen Therapie und einer Chemotherapie in Schach zu halten. Zusätzlich sollen die Knochen mit Präparaten gestärkt werden. “Erst wenn diese konservativen Therapieformen nicht mehr greifen, wird die Rheniumtherapie eingesetzt”, sagt Biersack.

Es handelt sich dem Experten nach überwiegend um Patienten, bei denen alle anderen Therapieverfahren ausgereizt sind. Das Rhenium-Präparat mit der hochenergetischen radioaktiven Strahlung trägt den Kurznamen Re-188 HEDP und wurde in den vergangenen 20 Jahren vor allem für die Schmerzbehandlung von Knochenmetastasen eingesetzt. “Unsere Arbeitsgruppe konnte zusammen mit der Urologischen Universitätsklinik nachweisen, dass auch ein direkter Einfluss auf den Tumor eintritt, wenn die Behandlung mit Re-188 HEDP im Abstand von zwei Monaten erfolgt.”

Über ein Jahr länger leben

In der aktuellen Studie behandelten die Ärzte des Bonner Universitätsklinikums 60 Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen. “Die Überlebenszeit der Patienten konnte bei einer Therapie um etwa 4,5 Monate gesteigert werden, bei zwei um rund zehn Monate und bei drei und mehr Therapien sogar um bis zu 15,6 Monate”, sagt Biersack. Zudem konnte mit dem Präparat bei den Patienten temporär eine Schmerzlinderung erreicht werden. Die Wissenschaftler wollen nun überprüfen, ob die Rheniumtherapie eventuell in Kombination mit anderen Präparaten bereits früher eingesetzt werden kann, um die Lebensspanne der Patienten noch weiter zu verlängern. (Ende)

Tyromed bietet Rasul-Schlämme von höchster Qualität in sieben verschiedenen Farben

Die Tiroler Spa & Beautymanufaktur beliefert Wellnesseinrichtungen in der ganzen Welt mit ihren einzigartigen Rasul-Schlamm-Packungen

Niederndorf/Tirol – Schon die schöne Kleopatra im alten Ägypten soll im Schlamm gebadet haben – probieren Sie es doch auch einmal! Was ist eine Rasul- oder auch Serail-Zeremonie genau und woher kommt sie? Die Tradition des Rasul-Bades kommt aus dem alten Orient. Das Wort ist abgeleitet von der semitischen Wurzel “ghasala”, was soviel wie “waschen” bedeutet. Die wohltuende Zeremonie ist jedoch viel mehr als nur das. Am Anfang einer Rasul Behandlung steht immer eine reinigende Dusche. Nachdem sich die zu behandelnde Frau oder der zu behandelnde Mann abgeduscht hat, kann es auch schon losgehen. Schlämme mit heilender Wirkung werden auf den Körper aufgetragen. Diese haben verschiedene Farben und eine jeweils unterschiedliche Konsistenz, also zum Beispiel Schlämme mit groben Körnchen und welche, die sehr fein und sanft sind. In dem Raum, in dem man sich während des Rasulbades befindet, ist es warm und die Luftfeuchtigkeit ist nicht recht hoch. Daher trockenen die Schlämme am Körper an. Um dem entgegenzuwirken, werden die Räumlichkeiten mit duftenden Dämpfen aromatisiert – meist riechen sie nach Kräutern – und damit befeuchtet.

Wenn die Heilschlämme nun wieder weich geworden sind, beginnt die Massage. So werden alte, abgestorbene Hautschüppchen abgetragen und die Anregung des Stoffwechsels findet statt. Insgesamt wird das Hautgewebe gestärkt. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass man auch die Entschlackung des Körpers unterstützt. Außerdem wird so die Haut aufnahmefähig und bereit für die weiteren Schritte des Rasulbades gemacht. Das ganze Zeremoniell dauert rund 30 Minuten. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Reste der verschiedenen Schlämme vom Körper gewaschen, diesen Vorgang kann man sich wie einen sanften Regenguss vorstellen. Eine abschließende Behandlung mit Ölen, die die Haut pflegen, runden die Rasul Zeremonie perfekt ab.

Herr Oliver Liebminger und seine Frau Friederike Luksch, die die Firma Tyromed, http://www.tyromed.com mit viel Herz zum Erfolg führen berichten uns über das Rasulbad folgendes: Diese wohltuende Zeremonie aus dem Orient wurde dort schon ungefähr 400 Jahre vor Christus praktiziert. Die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft sollen durch eine Rasul-Zeremonie vereint werden. Durch ihren Einsatz soll der Behandelte eine tolle Erfahrung machen und die oben genannten Vorteile voll auskosten können. Das Rasulbad wirkt entspannend, entschlackt die Haut, stimuliert den Stoffwechsel, regt die Durchblutung an, stärkt das Immunsystem und festigt das Bindegewebe. Die Haut wird glatt und geschmeidig. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Rasul-Schlämmen, die nach dem Abtragen vom Körper genauer unter die Lupe genommen wurde, große Mengen an Schlackstoffen und vor allem Medikamentenrückständen festgestellt wurden. Darin liegt einer des wesentlichen Gründe, warum man sich als Badegast nach dem Original Rasul so erleichtert fühlt.

Führende Thermen und Wellnesshotels sind seit Jahren begeistert von den Pflegeschlämmen aus dem Hause Tyromed. Diese Rasul- bzw. Serailschlämme zeichnen sich durch eine besonders cremige Konsistenz aus und werden in sieben verschiedenen Farben angeboten.

Die bunten Schlämme enthalten verschieden große Körnungen für die jeweils entsprechende Haut- bzw. Körperpartie und sorgen so für einen gezielten Peeling-Effekt an der richtigen Stelle. Rasul-Anwendungen werden in zahlreichen Thermen und Wellness-Einrichtungen angeboten. Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung, dieses Schlamm-Vergnügen einmal am eigenen Körper zu spüren.

Verdauungsprobleme meist ignoriert

Expertin: Tabu von Blähbauch und Co schadet dem Wohlbefinden

Wien - Neun von zehn Menschen haben häufig Blähungen, Völlegefühl, leichte Verstopfung oder Durchfall, doch nur drei von zehn Betroffenen tun etwas dagegen. “Verdauungsprobleme verschlechtern die Lebensqualität deutlich. Obwohl Gegenmaßnahmen meist einfach sind, finden sich die meisten mit der Situation ab, da Verdauung noch immer ein Tabuthema ist und Informationen fehlen”, erklärt die Wiener Ernährungswissenschaftlerin Petra Burger im Presse-Interview.

Darm unter Stress

89 Prozent der Bevölkerung leidet öfters an Problemen der Verdauung, zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Danone. 60 Prozent der betroffenen Frauen und 71 Prozent der Männer tun jedoch nichts dagegen. Eine mögliche Erklärung dafür: 61 Prozent sehen häufige Verdauungsprobleme als “normal”, nur 39 Prozent als “nicht normal”. Eine frühere Erhebung zeigt jedoch, dass sich das Unwohlsein auf viele Lebensbereiche auswirkt: Es schadet der Psyche, Motivation, Produktivität und sexuellen Aktivität und verursacht sogar oft Krankenstand.

Als einen Hauptgrund für Verdauungsprobleme bezeichnet Burger den ungünstigen Lebensstil. “Stress und Hektik im Alltag sind daran schuld, dass viele Menschen nicht regelmäßig essen, sich kaum die dafür nötige Zeit nehmen, sich nicht ausgewogen ernähren oder auf das Trinken vergessen.” Zudem regiere die Verdauung auch auf das vegetative Nervensystem. “In großer Aufregung, etwa vor einem Auftritt, neigt fast jeder zu Durchfällen. Problematisch ist es, wenn die Anspannung zum Dauerzustand wird.”

Hohe Kosten des Tabus

Als beliebteste Gegenmaßnahmen zeigten sich in der Studie mehr Trinken (63 Prozent), mehr Augenmerk auf Bewegung, Sport und ballaststoffreiche Ernährung (47 Prozent) sowie der Verzicht auf blähende Nahrung bei entsprechender Empfindlichkeit (35 Prozent). Weitere Nennungen waren Joghurts, Kräutertee, Medikamente und die gute alte Wärmeflasche. “Ernährung, mentales Wohlbefinden und Bewegung sind die drei Säulen, die die Verdauung im Lot halten”, so die Ernährungsexpertin.

Dass Verdauungsprobleme trotz der einfachen Gegenmittel meist ignoriert werden, hat für Burger mit deren Tabuisierung zu tun. “Jeder spricht über Stress, aber niemand über die Verdauung. Andere Themen wie etwa Brustkrebs sind dank des Aufgreifens der Medien längst gesellschaftsfähig geworden, doch Blähbauch, Durchfall und Co verschweigen viele sogar gegenüber dem Arzt. Eine Änderung wäre hier sinnvoll und würde dem Wohlbefinden der meisten Menschen entgegenkommen.” (Ende)

Untergewicht bei Kindern ist Warnsignal

Gedeihstörung oft Folge chronischer Krankheiten

München - Während das Thema Übergewicht von Kindern in aller Munde ist, übersehen sogar Ärzte häufig die Gefahr, die von zu geringem Gewicht ausgeht. Die Gedeihstörung deutet in den meisten Fällen nicht nur auf fehlenden Appetit, sondern auf eine chronische Krankheit, macht die Stiftung Kindergesundheit http://kindergesundheit.de aufmerksam. “Eine hohe Zahl untergewichtiger Kinder ist krank, was jedoch häufig nicht gut erkannt wird. Ohne frühzeitiges Eingreifen können das Immunsystem und die Entwicklung des Kindes geschädigt werden”, so Stiftungs-Vorsitzender Berthold Koletzko im Presse-Interview.

Schlimmer als bei Erwachsenen

Nur selten wird Untergewicht bei Kindern von Unwissenheit, Vernachlässigung, Fehlernährung oder ideologisch begründeter Ernährung ausgelöst. “Viel öfter ist es Begleitsymptom chronischer Verdauungsstörungen wie Zöliakie, Morbus Crohn oder Mukoviszidose oder einer überfunktionierenden Schilddrüse, die einen zu hohen Energieverbrauch auslöst”, so der Kindermediziner. Auch angeborene Herzfehler, Leber- oder Nierenkrankheiten, Unverträglichkeiten und Allergien können die Ursache sein, sowie seelische Probleme wie Kummer, Stress oder Aufregung, die Kindern den Appetit rauben.

Bei Kindern wirkt sich fehlende Nahrung viel stärker aus als bei Erwachsenen, da ihr Nährstoffbedarf pro Kilogramm Körpergewicht höher ist. Denkbare Folgen von Untergewicht sind reduziertes Längenwachstum, eine Beeinträchtigung der mentalen Reifung, der Leistungsfähigkeit und Pubertätsentwicklung bis hin zum schlechter funktionierenden Immunsystem und in der Folge häufigere Infektionen. “Es ist ein Teufelskreis: Krankheiten machen dünn, und Dünnheit macht krank. Das führt dazu, dass jedes fünfte stationär im Spital aufgenommene Kind Symptome von Unterernährung zeigt”, erklärt Koletzko.

Fett-Therapie

Die Zurückhaltung beim Essen alleine ist noch kein Warnzeichen für eine Gedeihstörung. “Essen Kinder weniger als erwartet, so zeigt das eher unrealistische Vorstellungen der Eltern. Genau hinsehen muss der Kinderarzt, wenn ein Kind nicht so viel an Gewicht und Körperlänge zulegt wie die Wachstumskurve erwarten lässt.” Erkrankte Kinder zeigen oft auch auffallende Blässe, trockene, dünne und rissige Haut und bei schweren Störungen sogar erhebliche Gewichtsverluste mit faltiger Haut, reduzierter Bewegung, wenig Nahrungsaufnahme und vielem Quengeln.

Je früher die Diagnose, desto besser, betont der Mediziner, um die Grundkrankheit möglichst rasch zu behandeln und auch die Ernährung umzustellen. Was bei anderen Kindern Fettpolster verurascht, ist zur Beseitigung des Defizits nur recht: Kalorisches Anreichern der Nahrung durch Maltodextrin, Öl oder Sahne, Streichfette, Milchshakes, Eis, Schoko- und Müsliriegel, Kartoffelchips oder andere Energiehappen. “Statt in Eigenregie zu handeln, sollte die Umstellung jedoch der Kinderarzt vornehmen”, so Koletzko. Ratsam sei zudem das Vorbeugen: Jegliche unnötige Diät zu meiden und das Essen schmackhaft und in positiver Atmosphäre gemeinsam einzunehmen. (Ende)

Salz wirkt bei Verschleimung Wunder

Neue Behandlungen für Erkrankungen der Atemwege

Wien - Salz bringt bei Erkrankungen der Atemwege deutliche Linderung. Ein Prinzip, das sich bisher mehrere Kurorte, Inhalationsgeräte und eine steigende Zahl innenstädtischer Salzgrotten zunutze machen, findet in der Medizin zunehmend Anerkennung. “Eine Salzinhalation reinigt bei akutem Schleim kurzfristig die Atemwege. Bei chronischem Verlauf kann sie als Zusatztherapie die Verunreinigung mit Bakterien verringern”, erklärt Rolf Ziesche, Lungenmediziner an der Universität Wien http://www.meduniwien.ac.at , im Presse-Interview.

Inhalation auf Krankheit abstimmen

Asthmatiker profitieren aufgrund ihrer ausgetrockneten Schleimhäute besonders von feuchten Dämpfen, die den Schleim verflüssigen und somit beim Abhusten helfen. “Sie haben auch mit Kühle kein Problem, weshalb sich etwa beim Besuch der Nordsee-Küste oder von Salzgrotten Reiz und Husten durchaus bessern können. Professionelle Inhalationsgeräte erzielen jedoch denselben Effekt”, so der Experte. Ganz anders ist die Situation bei COPD-Patienten. Salz wirkt auch für sie ähnlich, doch bekommen Inhalationen dieser Gruppe nur in trockener und warmer Form gut.

Das Thema Zusatztherapien bei Asthma und Raucherlunge (COPD) wird Zische am “Tag der Lunge” am 15. Oktober in Wien erörtern. Der Übergang zwischen beiden Krankheiten ist oft fließend, ihre Auslöser sind jedoch andere, betont Otto Spanger, Sprecher der Lungenunion http://www.lungenunion.at , gegenüber uns. “Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern und wird meist schon in die Wiege gelegt. COPD und das Lungenemphysem muss man sich durch jahrzehntelanges Rauchen ‘erarbeiten’ - sind doch 80 Prozent der Betroffenen Raucher.”

Emphysem: Trend zu invasiver Therapie

Neue Ansätze gibt es auch für die Behandlung des Emphysems, einem Endstadium vieler chronischer Lungenkrankheiten, bei dem Lungenbläschen überbläht werden und Druck auf den Rest der Lunge ausüben. “Öffnete man die Blasen bisher operativ, sind nun invasive Methoden im Vormarsch”, berichtet der Wiener Lungenmediziner Arschang Valipour. So werden etwa Ventile in betroffene Verzweigungen der Bronchien eingebaut, die Luft nur nach Außen entweichen und somit die Blase schrumpfen lassen. Auch die Verödung durch Schaum- und Dampflösungen wird immer häufiger angewandt. (Ende)

Blasse Hautfarbe deutet auf zu wenig Vitamin D

Zusätzliche Verabreichung bei Bleichen und Krebspatienten sinnvoll

Leeds - Menschen mit bleichem Gesicht haben sehr wahrscheinlich zu wenig Vitamin D. Das berichten britische Forscher in der Zeitschrift “Cancer Causes and Control”. Bei extremer Blässe sind Menschen gar nicht fähig, lange genug Vitamin D in der Sonne zu tanken, ohne sich dabei einen Sonnenbrand einzuhandeln, argumentieren die Wissenschaftler. Auch Krebspatienten haben in der Regel zu wenig von dem “Sonnenhormon”, das erheblich zur Gesundheit beiträgt.

Sonne genügt nicht
Die Forscher um Julia Newton-Bishop von der Universität Leeds http://www.leeds.ac.uk untersuchten 1.200 Briten auf ihre Vitamin D-Konzentration im Blut. Bei 730 von ihnen lag der Spiegel unter dem Referenzwert von 60 nmol/l, ab dem Vitamin D erst einen Schutzeffekt für Herzerkrankungen oder für das Überleben bei Brustkrebs zeigt. Deutlich niedriger war der vorgefundene Wert im Schnitt bei jenen Untersuchten, die eine blasse Hautfarbe besitzen.

“Blasse Menschen entwickeln bei Sonnenstrahlung rasch einen Sonnenbrand und schaffen es auf diesem Weg gar nicht, genug Vitamin D aufzunehmen. Viel deutet darauf, dass sie auf zusätzliche Vitamin-D-Gaben angewiesen sind”, so die Studienleiterin. Betroffen sind vor allem Menschen, die in der gemäßigten oder kühlen Klimazone leben. Auch Melanom-Patienten sollten laut den Forschern das Vitamin als Tropfen einnehmen. Die Forscher geben allerdings zu bedenken, dass neben Sonnenlicht, Ernährung und Ergänzungsmittel auch die Vererbung die Verarbeitung von Vitamin D regelt.

Mangel bei Tumor
Dass Krebs und Vitamin-D-Mangel in enger Verbindung stehen, verdeutlicht eine weitere Studie. Drei von vier Krebspatienten haben zu wenig Vitamin D, wobei der Mangel umso deutlicher ausfällt, je fortgeschrittener der Tumor ist, berichtet Thomas Churilla vom Commonwealth Medical College http://www.thecommonwealthmedical.com . Von den 160 untersuchten Patienten mit Brust-, Prostata-, Lunge-, Schilddrüsen- und Darmkrebs zeigten 77 Prozent Vitamin-D-Defizite von weniger als 20 nmol/l oder schlechte Werte von 20 bis 30 nmol/l.

Zu wenig Vitamin D gibt es jedoch nicht nur bei Blässe. Auch fast alle Menschen dunkler Hautfarbe sind betroffen, sobald sie in kühlere Regionen ziehen. Im Zuge der Globalisierung tritt dieses Problem immer häufiger auf. (Ende)

Zu viel Alkohol stumpft Immunsystem ab

Abwehr von Viren und Bakterien viel schwieriger

Worcester - Zu viel Alkohol stumpft nicht nur den Geist ab. Er schwächt auch das Immunsystem und kann anfälliger für Viren machen. Dazu gehört laut Wissenschaftlern der University of Massachusetts Medical School http://umassmed.edu auch HIV. Das Team um Gyongyi Szabo untersuchte die Auswirkungen von Alkohol auf die Resistenz gegen Infektionen. Sie setzten Monozyten, weiße Blutkörperchen, die bei der Abwehr von Infektionen in der ersten Reihe stehen, Chemikalien aus, die Viren und Bakterien imitierten.

Weniger Interferon

Die Hälfte der Zellen wurde einer Menge Alkohol ausgesetzt, die eine Person im Blut hat, die eine Woche lang täglich vier oder fünf alkoholische Getränke zu sich nahm. Der Alkohol schwächte die Abwehr der Monozyten. Wurden die mit Alkohol versetzten Zellen einem Virus ausgesetzt, produzierten sie nur ein Viertel des Moleküls Typ I Interferon der “enthaltsamen” Zellen. Interferon ist laut Szabo als erste Reaktion auf jede virale Infektion von entscheidender Bedeutung. “Es gibt keine Eliminierung des Virus ohne Interferon”, sagt Szabo.

Monozyten, die Bakterien ausgesetzt wurden, wenn sie “betrunken” waren, erhielten einen doppelten Schlag. Nicht nur bildeten sie nur halb so viel Typ I Interferon, sie produzierten auch eine viel zu große Menge von entzündungsbedingtem TNF alpha. Diese Chemikalie ist wichtig für die Einleitung entzündlicher Prozesse als Reaktion auf Bakterien. Eine fortlaufende Produktion kann jedoch das Gewebe schädigen.

Geringe Widerstandsfähigkeit

Laut Szabo stimmen diese aktuellen Studienergebnisse mit Daten der Krankenakten von alkoholkranken HIV-Patienten überein. Sie starben deutlich früher. Frühere Studien wiesen zudem darauf hin, dass das Immunsystem von starken Trinkern weniger Abwehrkraft gegen Krebs besitzt. Die Wissenschaftlerin betont, dass Menschen, die sehr viel Alkohol trinken, sich dessen bewusst sein sollten, ihr Immunsystem dadurch zu schädigen.

In einem nächsten Schritt soll nun erforscht werden, ob Alkohol die Wirksamkeit von Grippeimpfungen beeinflusst. Details der Studie finden sich bei BMC Immunology http://biomedcentral.com/bmcimmunol . Mark Hutchinson von der University of Adelaide http://adelaide.edu.au nach stimmen die Studienergebnisse auch mit den Obduktionsergebnissen von Alkoholkranken überein. Sie verfügen im Blut über weniger Chemikalien zur Immunabwehr, schreibt NewScientist.

In einer weiteren in dieser Woche publizierten Studie weist das Team um Hutchinson darauf hin, dass die gleichen Monozyten im Gehirn eine Rolle bei der Tollpatschigkeit von Trinkern spielen könnten. Details wurden im British Journal of Pharmacology http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1476-5381.2011.01572.x/abstract veröffentlicht.

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Rauchentwöhnung: Was wirkt und was nicht

Höchste Erfolgsquote bei Verhaltenstherapie mit Nikotinersatz

Leerer Aschenbecher: Erfolg braucht Wille und Therapie (Foto: aboutpixel/Wölki)

Frankfurt am Main - Während wirksame Rauchentwöhn-Programme langfristige Abstinenzen bis 40 Prozent erzielen, suchen viele Aufhörwillige in unseriösen Methoden ihr Heil. Das zeigen Experten am Deutschen Suchtkongress http://www.deutscher-suchtkongress.de , der derzeit in Frankfurt stattfindet. “Rauchen ist die wichtigste vermeidbare Gesundheitsgefahr. Die Krankenkassen sollten wirksame Maßnahmen zur Raucherentwöhnung stärker fördern”, fordert Suchtforscher Anil Batra, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Aktionskreises Tabakentwöhnung http://www.wat-ev.de , im Presse-Interview.

Kriterien der Nikotinsucht

Schätzungen zufolge sind 60 Prozent der Raucher nikotinabhängig. Somit gibt es zwar sogar starke Raucher, die nicht abhängig sind und ihren Nikotinkonsum ohne Entzug regulieren können. Meist steigt jedoch mit der Dosis die Gefahr. “Was bei der Zigarette süchtig macht, ist der Inhaltsstoff Nikotin. Wie sehr das Gehirn darauf mit Abhängigkeit reagiert, dürfte jedoch auch von Genen bestimmt sein sowie von Botenstoffen und deren Rezeptoren.” Für die Feststellung, ob man süchtig ist oder nicht, gilt dieselbe Kriterienliste wie bei Rauschgift-Abhängigkeiten. Mindestens drei von sechs Punkte davon müssen für die Suchtdiagnose erfüllt sein.

Batra erklärt, welche Kriterien das sind. “Dazu gehören erstens Entzugserscheinungen wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressivität, Appetithemmung und Nervosität, zweitens die Toleranzsteigerung, bei der man für dieselbe Wirkung immer mehr Zigaretten rauchen muss. Zwang - etwa auf den Balkon zu Gehen - ist ein drittes Kriterium, ein viertes die Fortsetzung des Rauchens trotz körperlicher Probleme.” Weitere Symptome sind die Organisation von Arbeit und Freizeit nach der Zigarette sowie Kontrollverlust.

Unseriöse Angebote

Mehr als jeder zweite Raucher möchte aufhören. Langfristig gelingt das ohne professionelle Hilfe nur drei bis sechs Prozent - am ehesten durch einschneidende Lebensereignisse. Viele Aufhörwillige gehen allerdings fragwürdigen Methoden auf den Leim: Drei von vier im Internet beworbenen Entwöhnprogrammen sind unseriös oder in der Wirksamkeit nicht bestätigt, zeigt eine Studie im Auftrag des Gesundheitsministeriums. Untersucht wurden unter anderem Hypnose, Akupunktur sowie die elektronische Zigarette. “Keine unabhängige Studie beweist, dass die E-Zigarette wirkt”, so der Entwöhnungs-Spezialist.

Entwöhnung für Körper und Geist

Die höchste Abstinenz - langfristig über 30 Prozent - zeigt die spezielle Verhaltenstherapie in Verbindung mit Nikotinersatztherapie. “Ist Sucht ein gelerntes Verhalten mit biologischer Mitwirkung, so verringern zunächst Nikotinpflaster, -kaugummis oder -tabletten in den ersten zwei bis drei Monaten nach Ausstieg das körperliche Verlangen, was Rückfälle fast ohne Nebenwirkung verhindert.” Erfolgreicher sind nur die Wirkstoffe Bupropion und Varenicilin, die Ärzte jedoch aufgrund ihrer Risiken - Batra nennt hier Krampfanfälle oder Schwindel - ausschleißlich bei psychischer und körperlicher Eignung des Patienten verschreiben sollten.

Eine parallele Verhaltenstherapie - ob in Einzelberatung oder in Gruppen - übernimmt die Aufgabe, das angelernte Rauchverhalten zu überwinden. Inhaltlich geht es darum, eine vorhandene Motivation zum Aufhören zu fördern, dessen Vorteile deutlich zu machen, auf Ängste wie etwa die Gewichtszunahme einzugehen und Verhaltensänderungen zu unterstützen. “Zuerst muss erarbeitet werden, welche Funktion das Rauchen hatte. Dann gilt es, diesen Situationen aktiv zu begegnen - durch Neustrukturierung des Tagesablaufes, Entspannung oder Stressbewältigung.”

Entwöhnung billiger als Tabaksteuer-Entfall

Die Vorteile von Rauchentwöhnung liegen auf der Hand: 140.000 vorzeitige Tode verursacht die Zigarette jährlich allein in Deutschland, wobei jeder Raucher im Schnitt zehn Lebensjahre verliert. Abhängige brauchen mehr Hilfe, fordert der Experte, ganz besonders Schwangere oder Menschen mit COPD- oder Herzinfarktrisiko. “Ärzte, Spitäler und Psychotherapeuten liefern viele gute Angebote, die Krankenkassen bezahlen Entwöhnung derzeit aber nur in Präventionsprogrammen. Eine Aufstockung ist dringend nötig - denn auch wenn es kurzfristig teurer kommt, spart der Staat damit langfristig viel Geld”, so Batra.

Download der Originalstudie unter http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=101946

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