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Archiv der Kategorie Politik
Schule ist beste Medizin für Flüchtlinge
7.2.2012 von zaro.
Positiver Effekt schon bei wenigen Wochenstunden Unterricht
Kopenhagen - Schon wenige Stunden Schulunterricht pro Woche bringen Flüchtlingskindern langfristige Vorteile für ihre Gesundheit, die bis ins Erwachsenenalter und in die nächste Generation reichen. Das haben Forscher der Universität Kopenhagen ermittelt. “Flüchtlingskinder leben in einer Welt voller Chaos und Unsicherheit. Bildung gibt Struktur und Hoffnung. Sie ermöglicht ihnen zudem, Erwachsene zu werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen”, berichtet die Studienleiterin Tania Draebel von der Copenhagen School of Global Health http://globalhealth.ku.dk im Interview.
Mehr Selbstverantwortung
Draebel untersuchte 220 schwangere Frauen, die ihre Kindheit in sudanesischen Flüchtlingslagern verbracht hatten. Zu den größten Gesundheitsgefahren dieser Gruppe gehört Malaria, da sich werdende Mütter häufig mit bestimmten Formen der Krankheit infizieren und an die ungeborenen Babys weitergeben.
Auf der Suche nach Schutzfaktoren stieß Draebel unverhofft auf den Schulbesuch. “Gebildete und ungebildete Mütter verhalten sich völlig anders gegenüber Malaria. Wer als Kind in der Schule war, verwendet fünfmal eher Moskitonetze, nimmt 2,5-mal eher Malaria-Medikamente und geht bei Verdachtssymptomen dreimal eher zum Arzt.” Sozio-ökonomische Störfaktoren sind dabei schon berücksichtigt.
Positiv-Spirale
Dabei war die Schule der Frauen kaum mit jener in Europa vergleichbar, betont die Forscherin: “Die Klassenräumen waren bloß in Zelten oder Hütten improvisiert und der Unterricht fand nur sehr unregelmäßig und oft nur wenige Monate pro Jahr statt. So lückenhaft diese Bildung auch war, sie zeigte dennoch bereits große Vorteile. Mit sehr wenigen Ressourcen erreicht man erstaunlich viel.”
Draebel sieht das Ergebnis als “Positiv-Spirale” der Entwicklung, die in der Flüchtlingshilfe und der Unterstützung von internen Vertriebenen stärker berücksichtigt werden sollte. “Kinder reflektieren die Zuwendung des Lehrers, so schwierig auch die Umstände sind, und machen daraus etwas Positives. Sie treten dabei aus der Opferrolle und entdecken ihre Möglichkeiten, die Welt selbst mitzugestalten. Das stärkt sie mental im Leben”, so die Interpretation der Forscherin. (Ende)
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Armut: Europa profitiert von Ungerechtigkeit
11.1.2012 von zaro.
Philosophin plädiert für Verantwortung im Handelssystem
Bochum - Die Bochumer Philosophin Corinna Mieth nimmt im Umgang mit Armut eine neue Position ein. Über ihre Thesen berichtet sie in der Jubiläumsaugabe “20 Jahre Rubin”, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität http://ruhr-uni-bochum.de . Auf der einen Seite wird in der Philosophie argumentiert, dass die Menschen in den reichen Industrienationen in der Pflicht stehen, den Armen der Welt zu helfen. Danach sind die Bürger etwa in Europa oder Nordamerika sind mitschuldig an der Armut der Entwicklungsländer. Schließlich hätten diese Regierungen gewählt, die internationale Entscheidungen treffen.
Schuld des Einzelnen
“Ich weise die Annahme zurück, dass wir zur Armut in der Welt beitragen, wir tragen als Individuen keine Schuld, aber wir profitieren von den ungerechten Verhältnissen”, sagt Mieth im Presse-Interview. Naturkatastrophen und Hungersnöte beherrschen die Medien. Welche Verantwortung und Verpflichtung etwa EU-Bürger gegenüber den Armen in Somalia oder Burundi haben, fragt sich Mieth.
Ausgangspunkt für ihre Überlegungen ist die These der Philosophen Peter Singer und Thomas Pogge: Unsere Pflichten gegenüber den von gravierender Armut betroffenen Menschen seien viel weitreichender, als wir gemeinhin vermuten. Singer stellt die Analogie auf, dass es unsere Pflicht ist, den Armen genauso zu helfen wie einem Kind, das in einem Teich zu ertrinken droht. Genauso wie wir ins Wasser springen würden, um das Leben des Kindes zu retten, müssten wir Teile unserer Güter abgeben, um den lebensbedrohlichen Hunger zu stillen.
Kriterien über Fragenkatalog
Dieser Vergleich habe Schwächen, versucht die Philosophin Mieth anhand zweier detaillierter Gegenthesen zu belegen. Unter anderem stellt sie Kriterien auf, die den Grad einer Hilfspflicht definieren: Wie schwer ist die Notlage des Betroffenen? Bin ich in der Lage, direkt zu helfen - oder ist Hilfe nur indirekt über eine Organisation möglich? Ist die Hilfe zumutbar, und hat sie auch Aussicht auf Erfolg? Mit Hilfe dieses Fragenkatalogs entkräftet Mieth zwar die These von Singer und Pogge, dass es eine starke Hilfspflicht ist, Geld für Arme zu spenden.
Gleichzeitig liefert sie spannende Lösungsansätze und Strategien, wie die reiche Bevölkerung dennoch dazu angeregt werden kann, sich über ihre Pflichten hinaus zu engagieren. Man könne vom Einzelnen nicht fordern, was nicht zumutbar sei. Man könne nicht errechnen, wie hoch die individuelle Schuld des Individuums in der westlichen Welt sei. Untätig sollten die reicheren Weltbürger nicht sein: “Wir haben eine gewisse Verantwortung für unseren individuellen Handelsspielraum”, sagt Mieth. (Ende)
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Weltumweltrat soll globale Risiken abwenden
29.11.2011 von zaro.
Experten fordern neue Strukturen für globale Umweltpolitik
Stockholm/Amsterdam - Ein “Weltumweltrat” sollte geschaffen werden, um die drohenden Gefahren unseres Planeten abzuwenden. Das fordern internationale Umweltexperten anlässlich der Klimakonferenz in Durban. “Es gibt bisher 900 internationale Umweltabkommen, doch der Mensch zerstört die Umwelt weiter und gefährdet seine Zukunft und die der Erde. Besserung gelingt nur, wenn wichtige Umweltenscheidungen global statt national fallen - was neue politische Strukturen erfordert”, betont Owen Gaffney, Sprecher des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms IGBP http://igbp.net , gegenüber uns.
Heutige Generation muss handeln
Wie sehr der Mensch bereits die Grenzen des Planeten überschreitet, zeigen die Nahrungs-, Energie- und Wasserkrise, der Biodiversitätsverlust und die Naturkatastrophen. 2010 gab es 950 dieser Katastrophen, während es im Jahresschnitt seit 1980 nur 600 gewesen waren. Neun von zehn der Naturkatastrophen gingen auf das Wetter zurück, und die gesamte Schadenssumme betrug 130 statt bisher 95 Mrd. Dollar. 2010 war jedoch kein Ausreißer: Schon im Juli gab Munich Re bekannt, dass 2011 mit schon damals 265 Mrd. Schäden das teuerste Versicherungsjahr aller Zeiten sein wird.
Lösungswege soll der Rio+20-Gipfel im Juli 2012 http://earthsummit2012.org bringen, dessen wissenschaftliche Basis im März in der Londoner Konferenz “Planet under Pressure” http://planetunderpressure2012.net abgesteckt wird. Vorgestern, Mittwoch, wurde dazu bereits der erste Teil eines Kurzdossiers der anstehenden Themen präsentiert. “Die Rolle, die Entwicklungsfrage in nachhaltige Bahnen zu lenken, ist historische Aufgabe unserer Generation”, betont Leitautor Frank Biermann, Direktor des International Human Dimensions Programme on Global Environmental Change http://ihdp.unu.edu , im Presse-Interview.
Neuordnung wie 1945
Biermann fordert einen ähnlichen konstitutionellen Moment wie nach dem Zweiten Weltkrieg. “In kurzer Zeit wurden damals viele Institutionen gegründet. Heute brauchen wir einen Weltumweltrat, der das bestehende UNO-Umweltprogramm aufwertet, sowie einen UN-Rat für nachhaltige Entwicklung.” Dazu sollten internationale Umweltverträge eine neue Beschlussfassung erhalten. Denn schon im Kampf gegen die Ozonschicht-Zerstörung habe man sehen können, dass eine damals doppelt gewichtete Mehrheit weitaus eher zum Erfolg kam als der Konsenszwang aller.
Beherrschen in Schuldenkrisen-Zeiten auch andere Themen die Regierungsagenden, steigt laut Biermann das Problembewusstsein auch bei den Politikern. Davon zeugt die Schlusserklärung der informellen Regierungskonferenz im indonesischen Solo im Juli, bei der als Vorbereitung für Rio eine stärkere Ausrichtung auf die Umwelt festgeschrieben wurde. “Die EU hat diese Erklärung bereits ins Programm genommen. Auch wenn China, Indien und die USA noch blockieren, ist auch hier Bewegung erkennbar. Läuft alles gut, kann die nötige Neustrukturierung zumindest innerhalb der nächsten zehn Jahre gelingen”, glaubt der Experte. (Ende)
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Ruf nach starkem Staat wird lauter
24.11.2011 von zaro.
Freiheitsindex: Verbote kaum als Freiheits-Hindernis gesehen, der Kontrollstaat scheint sich gut anzufühlen …
Berlin - Freiheit gilt hierzulande als hohes Gut - allerdings nicht als sehr hohes. Wie der heute, Mittwoch, in Berlin präsentierte “Freiheitsindex 2011″ zeigt, kommt sie gegenüber konkurrierenden Werten wie Gleichheit, Gerechtigkeit oder Sicherheit zunehmend ins Hintertreffen. “Sprechen Bürger über abstrakte Freiheit, befürwortet sie jeder. Geht es ums Konkrete, ist es mit ihr nicht so weit her”, erklärt Ulrike Ackermann, Direktorin des John Stuart Mill Instituts für Freiheitsforschung, im Presse-Interview.
Kontrolle erwünscht
Eine repräsentative Allensbach-Befragung deutscher Bürgern sowie eine Medienanalyse bilden die Grundlage für den Index, an dessen Erstellung neben Ackermanns Institut auch die SRH Hochschule Heidelberg http://fh-heidelberg.de sowie das Institut für Publizistik der Uni Mainz http://ifp.uni-mainz.de beteiligt waren. Die Umfrage zeigt, dass das Oben-Unten-Denken zu- und das Selbstvertrauen der Bürger abnimmt. “Bloß 44 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, jeder sei seines Glückes Schmied”, berichtet Ackermann.
Vergleiche mit früheren Daten zeigen, dass der Wert der Freiheit nur bei der Gruppe der unter-30-Jährigen steigt, insgesamt jedoch im Sinkflug ist. Das bedeutet auch ein geändertes Bild des Staates, wie die Expertin veranschaulicht. “Selbst bei freiheits-affinen Menschen herrscht das Bild des fürsorgenden Staates vor und der Ruf nach Verboten nimmt zu, und zwar auf allen Ebenen: Beim Internet, bei der Zigarettenwerbung bis hin zum Handytelefonieren im Auto. Auffällig ist, dass die Bürger sogar in vielen Bereichen des Privatlebens Regelungen statt Selbstkontrolle wünschen.”
Medien bilden Vorhut
Die Medien bilden diese Entwicklung nicht nur ab, sondern sind deren Vorreiter, wie eine quantitative Medienanalyse im Rahmen der Studie gezeigt hat. Bei einer Stichwort-Codierung von Beiträgen der größten deutschen Tageszeitungen zeigte sich, dass eine von Verboten, Regulierungen, von Zwang und Gleichheit dominierte Sichtweise eindeutig häufiger vorkommt als jene, die auf Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung beruht. “In den Medien ist die Verbots-Schiene noch viel ausgeprägter als im Bewusstsein der Bürger”, resümiert Ackermann.
Grundfeste im Wanken
Dass speziell in Krisenzeiten alte Gewissheiten in Frage gestellt werden und Angst vor der Ungewissheit, vor der Zukunft und der Freiheit an sich umgeht, ist für die Expertin aus historischer Perspektive nachvollziehbar. “Das mündet in den Ruf nach einem starken Staat, der wie ein gütiger, doch strenger Vater seine Bürger beschützen soll”, so Ackermann. Doch schon immer sei in Deutschland Freiheit immer mit Gemeinschaft und nationaler Einheit in Verbindung gebracht worden, während der angelsächsische Raum mehr Betonung auf die individuelle Freiheit lege.
Mit dem Freiheitsindex, der 2011 erstmals erhoben wurde und künftig jährlich aktualisiert werden soll, wollen die Heidelberger Forscher langfristig Vergleiche und Trends aufzeigen. “Der Freiheitsindex soll eine Art Wasserstandsmeldung sein, der zur öffentlichen Debatte über die Freiheit beiträgt und dieser eine Grundlage bietet”, betont Ackermann. Auf dem Spiel stehe viel: Freiheitliche Traditionen haben wesentliche Errungenschaften wie die Demokratie oder die soziale Marktwirtschaft erst ermöglicht. “Verliert der Grundwert an Ansehen, so hat das Folgen.”
Detailergebnisse zum Download unter http://www.fh-heidelberg.de/de/fakultaet-fuer-wirtschaft/john-stuart-mill-institut-fuer-freiheitsforschung/ (Ende)
Deutschland, Land der Wahnsinnigen, keine Verfassung, kein geltendes Grundgesetz, einen irren Rollstuhlfahrer, eine ruinöse Geldvernichterin als Kanzlerin, bitte kontrolliert uns noch mehr, mehr Überwachungskameras, bessere Abhörsysteme, weniger Geld für Alle und bitte noch höheres Steuern, 60% wären eine feine Sache. Bitte noch höhere Krankenkosten, noch höhere soziale Belastungen, mehr Pabst, noch verblödetere Nachrichten, mehr Bildzeitung für Alle, noch mehr demokratische Diltatur und bitte, bitte mehr Poliziestaat incl. BRD-Stasi, bitte, bitte, bitte …… und nicht vergessen macht endlich den Sprit teuerer und mehr Fußball …
Kommentar: Robert Zach
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UN-Klimakonferenz: Europa braucht Ehrgeiz
21.11.2011 von zaro.
Blockade-Ankündigung Österreichs in scharfer NGO-Kritik
Wien - Das Kyoto-Protokoll von 1991 läuft 2012 aus. Ob das bisher einzige verbindliche internationale Klimaschutz-Abkommen verlängert wird, entscheidet in zwei Wochen die UN-Klimakonferenz in Durban. Werden bis 2016 entscheidende Weichen nicht gestellt, ist das Abwenden einer Klimakatastrophe laut Weltklimarat kaum mehr erreichbar. Vertreter der NGO-Initiative “Allianz für Klimagerechtigkeit” http://klimaallianz.at verdeutlichten am gestrigen Donnerstag die Wichtigkeit der Fortschreibung eines verpflichtenden Vertrags und richteten dazu 15 Forderungen http://bit.ly/su3H3M an die Regierung.
Deutschland ehrgeizig, Österreich blockiert
Die Industrieländer müssen ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 reduzieren und um 95 Prozent bis 2050, damit das erforderliche Ziel der Beschränkung der Globalerwärmung auf maximal zwei Grad gelingt. Die EU-Staaten sind nach diesen Maßstäben schlecht unterwegs: Ihr Ziel einer Emissionssenkung um 20 Prozent bis 2020 müsste dazu im ersten Schritt auf mindestens 30 Prozent angehoben werden. Sieben EU-Staaten - darunter Deutschland und England - haben sich bisher dafür ausgesprochen, Österreich und andere blockieren jedoch.
Mehr Augenmerk auf Betroffene
“Während Australien eine Klimasteuer einführt, lahmt Europas Emissionshandel. Wir müssen selbst einen fairen Teil der Vereinbarung tragen, um anderen gegenüber zu überzeugen”, betont Global-2000-Energieexperte Johannes Walmüller http://global2000.at . CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager http://care.at fordert, dass die Interessen der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Menschen eine zentrale Berücksichtigung erhalten. “Der Klimawandel ist in vielen Entwicklungsländern bereits heute massiv spürbar und schürt Armut und Not. Um die Anpassung zu ermöglichen, müssen auch die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit erhöht werden.”
Ein konkretes Beispiel für eine direkt betroffene Region lieferte Jovelyn T. Cleofe, Direktorin des Centers for Empowerment and Resource Development http://cerd.ph . “Zigtausende Fischerfamilien an den Küsten Philippinens bedroht der Klimawandel schon heute - durch wärmere Meere, Taifune sowie Korallen- und Fischsterben”, so die Projektpartnerin der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar http://dka.at . Die Umweltwissenschaftlerin organisiert in betroffenen Dörfern Anpassungsmaßnahmen. “Von den reichen Ländern erwarten wir in Durban Fairness und Verantwortlichkeit”, so die Expertin gegenüber uns.
Waldschutz am Scheideweg
WWF-Klimaexpertin Annabella Musel http://wwf.at bezeichnet den Waldschutz als einen zentralen Verhandlungspunkt. “Der enorme Waldverlust pro Jahr wirkt sich dramatisch auf die Natur, das Klima und auch auf den Menschen aus. Für das Zwei-Grad-Ziel muss die Abholzung bis 2020 gestoppt sein.” Für das Waldschutzinstrument REDD+ sei es entscheidend, dass es ausreichend finanziert werde und Sicherheits- und Kontrollmechanismen enthalte, die sowohl den Schutz der biologischen Vielfalt als auch der Rechte und Partizipation der Menschen, die vom und im Wald leben - das sind 1,5 Mrd. Menschen weltweit - garantieren. (Ende)
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Schule in psychischen Nöten
21.11.2011 von zaro.
Experten: “Sechs Monate Wartezeit für dringende Behandlung”
Wien - Das psychologische Angebot an Schulen liegt in Österreich und Deutschland im Argen. Wie ein aktueller Vergleich zeigt, sind beide Länder mit einem Schulpsychologen auf 5.000 bzw. sogar 12.000 Schüler absolute Schlusslichter in Europa. Da psychische und gesundheitliche Probleme bei Kindern und Jugendlichen drastisch steigen, ist mehr Prävention dringend nötig, erspart viel Leid und langfristig auch Kosten. Das betont der Berufsverband Österreichischer Psychologen http://boep.eu am heutigen Donnerstag zum “Tag der Psychologie”, der diesmal unter dem Motto “Auf die Kinder schauen” steht.
Eskalation droht
Viele Probleme bei Kindern und Jugendlichen spitzen sich zu: Verhaltensauffälligkeiten, Gewalt an den Schulen, ADHS, hoher und früher Nikotin- und Alkoholkonsum bei Jugendlichen sowie immer mehr dicke Kinder. “Süchte im Jugendalter haben fast immer eine Vorgeschichte von Verhaltensproblemen in der Kindheit. Übergewicht geht meist mit einer Kombination mehrerer ungünstiger Verhaltensmuster einher, wie suchtartiges Binge-Essen, fehlende Bewegung und exzessiver TV- und Internetkonsum”, berichtet Gabriele Fischer, Leiterin der Drogenambulanz, Suchtforschung und Suchttherapie an der Meduni Wien.
Aus anderer Perspektive analysiert Jesuitenpater Georg Sporschill, Leiter der CONCORDIA-Straßenkinderprojekte http://concordia.or.at , die Situation. “Straßenkinder zeigen auf der Großleinwand Probleme, die Kinder und Jugendliche auch bei uns haben: Vereinsamung, zu wenig Selbstbewusstsein und Stress. Hierzulande machen oft zu viele positive Freizeitangebote Druck.” Der Priester fordert ein “psychisches Fitnessprogramm” für Kinder, das Kommunikation, Vertrauen, Widerstandskraft und Selbstbewusstsein trainiert. “Heilt ein psychisches Problem, so lösen sich Leistungsprobleme von selbst.” Nur in der Schule könnten heute alle Kinder dazu erreicht werden, Lehrer seien mit dieser Aufgabe jedoch überfordert.
Coach der Schule
Die Prävention und Verringerung vieler Probleme würde in den Augen der Experten gelingen, wenn klinische Psychologen an den Schulen verankert sind. “Psychologen können Risikofaktoren wie verzögerte Entwicklung, Sucht oder Stress frühzeitig sehen und Spätfolgen sowie Entwicklungsprobleme minimieren”, betont Verbandspräsidentin Ulla Konrad. Lehrer würden somit entlastet, jedoch auch die Eltern profitieren, da Berufs-, Gesundheits- und Finanzprobleme daheim oft zur Problematik beitragen. “Elterncoaching durch den Schulpsychologen versetzt die Eltern selbst in die Lage, familiäre Probleme und Erziehungsnöte rechtzeitig zu erkennen und konstruktiv zu lösen.”
Auch die Neurologin und Psychiaterin Fischer bezeichnet die Psychologie als wesentlichen und integrativen Teil psychischer Versorgung. Kinder sollten mit ihrem Schulpsychologen ähnlich vertraut sein wie mit den Schularzt, so die Expertin gegenüber der Presse. Der Psychologe sollte verfügbar sein und in der Sprechstunde vertraulich-anonym Hilfe geben. “Nicht erst, wenn etwa bei versuchtem Suizid oder Magersucht niemand mehr weiter weiß. Wünschenswert wären auch zumindest jährliche Aktivitäten im Klassenzimmer wie etwa Workshops zur Kommunikation und Konfliktbewältigung.”
Potenzial umsetzen nötig
Diese Vorstellungen sind freilich derzeit ein fernes Idealbild - und die extreme Unterversorgung Realität. Professionelle psychologische Betreuung an Schulen ist die Ausnahme, die Zusammenarbeit mit der Medizin funktioniert schlecht und Wartezeiten auf kassenfinanzierte Behandlung sind extrem lange. “Es dauert somit oft ein halbes Jahr, bis dringende psychologische Maßnahmen umgesetzt werden können”, berichtet Konrad. Wichtig wäre, dass die Politik das Potenzial der Psychologie stärker sieht und die Einbindung in Sozial- und Gesundheitswesen verbessert. Ein soeben veröffentlichtes Bilderbuch http://bit.ly/saCD3R erklärt Kindern, wer ein Psychologe ist, um Berührungsängste abzubauen.
Tag der Psychologie: http://www.boep.or.at/Tag-der-Psychologie-2011.935.0.html (Ende)
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Sieben Milliarden: Menschheit wächst und schrumpft zugleich
31.10.2011 von zaro.
Neue Weltkarten zeigen Rückgang selbst in vielen Regionen Chinas
Sheffield - Am heutigen Montag erreicht die Einwohnerzahl unseres Planeten laut UNO erstmals die Sieben-Milliarden-Grenze. Pünktlich zum Ereignis sind Bevölkerungsentwicklung und Ressourcenknappheit wieder in aller Munde. Vor allzu vereinfachenden Darstellungen warnt aber Benjamin Hennig, Mitarbeiter im Worldmapper-Projekt http://www.worldmapper.org an der Universität Sheffield, gegenüber pressetext. Mit neuen Weltkarten, die die Veränderung der Bevölkerung zwischen 1990 und 2015 abbilden, zeigt der Geograph, dass es global sowohl Wachstums- als auch Schrumpftendenzen gibt.
Extremer Rückgang in China
Selbst in den “Boomländern” lässt der genaue Blick in die Regionen Entwicklungen erkennen, die sich teils extrem von der öffentlichen Wahrnehmung unterscheiden. Allem voran gilt das für China, dessen Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten rasant angestiegen ist. Zwar geht das Wachstum an den Küsten wie etwa am Perlflussdelta unvermindert weiter, doch im Hinterland ist der Trend genau entgegengesetzt. “Die Landbevölkerung Chinas schwindet enorm, und zwar viel stärker als in Westeuropa. Das gilt sogar für das Hinterland der dicht besiedelten Provinzen im Osten”, so Hennig.
In der Karten der Zu- und Abnahme der Bevölkerung zeigt sich auch Europa als Fleckenteppich, wenngleich in deutlich kleinerem Maßstab. “Die Zahl der Deutschen geht tendenziell zurück - besonders im Osten, während die Bewohner in den Industriegebieten der Rhein-Ruhrzone zunehmen. Auch in England ist die starke Landflucht in Richtung der Metropolregion im Süden zu bemerken”, so der Geograph. Dafür verantwortlich sind nicht nur fehlende Geburten, sondern auch Abwanderungstendenzen, die etwa in einigen Regionen Osteuropas sinkende Einwohnerzahlen zur Folge haben.
Indien und Afrika auf der Überholspur
Im auffälligen Kontrast zu China zeigt sich das Nachbarland Indien mit einem großflächigen, einheitlichen Positivtrend auch in ruralen Regionen. Ähnlich auch die Entwicklung im nahen und mittleren Osten sowie in Südostasien, wo die UNO die Geburt des siebtmilliardsten Menschen - eines Mädchens - feiert. Die achte Milliarde, schätzt Hennig, wird wohl nach Afrika verlegt, worauf die Kartendarstellung schließen lässt: In den verschiedenen Projektionen der Bevölkerungsentwicklung der kommenden Jahrzehnte schlägt eindeutig die demografische Stunde von Europas südlichem Nachbarn.
Sieht man diese Zukunftsprojektionen der UNO bis 2100 an, wird die enorme Unsicherheit der Demografen offenbar: Manche Szenarien rechnen mit einem langfristigen Absinken der Bevölkerungszahl unter heutigen Stand, business-as-usual-Modelle spekulieren mit einem Anstieg auf sogar 25 Mrd., während eine als “realistisch” eingestufte Perspektive vom Einpendeln auf acht bis zehn Mrd. Menschen ausgeht. Das Ausmaß des Ressourcenproblems dürfte jedoch nur marginal von der Bewohnerzahl abhängen: Der ökologische Fußabdruck der Industrieländer ist ein Vielfaches größer als jener etwa Indiens oder auch Chinas.
Paradoxe Ängste
Die reichen Staaten haben Ängste, die konträr zueinander stehen, resümiert Hennig. “Die Angst davor, dass ihre Renten nicht mehr gesichert sind, und Ängste vor einer Überbevölkerung der Erde sowie vor jungen Einwanderern aus armen Erdteilen wie etwa Afrika. Alle diese Trends sind miteinander verknüpft, werden jedoch stets getrennt diskutiert.” Der Dynamik der Bevölkerung werde man eher durch Lösungen gerecht, die ohne die starren Grenzziehungen und ohne kaum angebrachtes, verallgemeinerndes Denken auskommen. Anstöße für neue Perspektiven geben die worldmapper-Weltkarten. (Ende)
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Uganda: Trauma der Kindersoldaten hält an
5.8.2011 von zaro.
Erzähltherapie überwindet Schreckensmomente
Bielefeld - Der lange Bürgerkrieg hat Uganda ein schweres Erbe hinterlassen: Viele Kinder und Jugendliche, die früher als Kindersoldaten der Rebellen dienten, kämpfen weiterhin mit Post-traumatischen Belastungsstörungen (PTSD) und Depressionen. Psychologen der Universität Bielefeld http://www.uni-bielefeld.de berichten in der Fachzeitschrift “JAMA” von einem therapeutischen Konzept, das den Kindern die Rückkehr ins normale Leben erleichtern soll. Im Interview mit pressetext schildert die Studienleiterin Verena Ertl die Situation.
“Das Schicksal als Kindersoldat beginnt in Uganda meist mit einem Überfall”, berichtet Ertl. Rebellen plündern Dörfer nach Vorräten, Kleidung und Menschen. Erwachsene dienen als Lastenträger, die man später wieder freilässt, während Kinder zwischen acht und zwölf Jahren ideal für den Einsatz als Soldaten sind. “Kinder haben Angst vor dem Weglaufen, kennen den Weg nach Hause nicht und sind noch leicht zu Kämpfern umzupolen”, so die Expertin.
Töte oder du wirst getötet
Diese “Erziehungsarbeit” verläuft über mehrere Schritte. Zunächst zusammengebunden und streng bewacht, wandern die Kinder später mit den Rebellen und erledigen niedrige Aufgaben. Die Initiation in die Rebellenarmee geschieht oft ein Einführungsritual, das oft im Überleben heftiger Prügel, teils auch in der gemeinschaftlichen oder alleinigen Tötung von Ausreißern oder sogar von Familienmitgliedern besteht. Entführte Mädchen erleben genauso viel Gewalt, erledigen jedoch vorrangig Haushaltsaufgaben und werden ab etwa zwölf Jahren mit männlichen Rebellen verheiratet, was teils Vergewaltigungen über Jahre mit sich bringt.
“Der traumatischste Moment ist für Kindersoldaten meist, wenn sie zum ersten Mal zum Töten gezwungen werden - meist mit der Drohung, dass sie sonst selbst sterben müssen”, so Ertl. Massive Alpträume, Wiedererleben, Vermeidungsverhalten, dissoziative Zustände oder “Flashbacks” begleiten die Kinder infolge lange, wenngleich diese Erscheinungen häufig erst bei der Rückkehr ins normale Leben beginnen. “Zuvor im Busch ist der Kopf meist nur auf Überlebens-Modus eingestellt.”
Fußball unmöglich
Rückkehr gelingt Kindersoldaten in der Regel, wenn sie durch die ugandische Armee befreit und in die nächste Stadt mitgenommen werden. Hier versorgt man sie in Aufnahmezentren mit Medizin und Kleidung, sucht nach Angehörigen und schickt sie dorthin. Diese Reintegration verläuft erstaunlich gut - wohl deshalb, da fast jede Familie Ugandas von Entführung betroffen und die Bereitschaft zu Wiederaufnahme und Versöhnung groß ist.
Viele Probleme kommen jedoch erst danach. Bei 30 Prozent der früheren kleinen Kämpfer bleiben schwere psychische Schäden zurück. “Die Konzentration in der Schule gelingt nicht, das schnelle Herzklopfen beim Fußball versetzt zurück in den Krieg und jedes Geräusch bei der Feldarbeit löst Flucht aus. Ein funktionelles Überleben ist so unmöglich”, verdeutlicht die Bielefelder Psychologin. Das auffällige Verhalten schürt Ängste anderer, die Kinder seien von Geistern besessen oder hätten eine “Busch-Seele”. Ärztliche oder gar psychotherapeutische Hilfe ist in Uganda jedoch rar, da Fachkräfte fehlen.
Erlebtes akzeptieren
Zielführend und durchführbar ist dennoch eine kurze, Trauma-fokussierte Behandlung, die sogenannte “narrative Expositionstherapie”. Wie Ertl in den Jahren 2007 bis 2009 bei 85 schwer traumatisierten, ehemaligen Kindersoldaten zwischen zwölf und 25 Jahren zeigte, senken acht von lokalen Laien-Therapeuten durchgeführte Sitzungen die Trauma- und Depressions-Symptome sowie andere Beeinträchtigungen langfristig.
Die Methode wird gut angenommen, da sie die afrikanischen Erzähltradition aufgreift, erklärt die Forscherin. “Am Anfang steht die Aufforderung ‘Erzähl mir dein Leben und was dir passiert ist!’ Das veranschaulicht man zu Beginn der Therapie etwa durch eine Lebenslinie mit Steinen und Blumen als Symbole für schlimme und schöne Erfahrungen.” Traumatische Situationen werden nochmals erlebt und die Angst in allen Sinnen im sicheren Umfeld des Therapiegesprächs aktiviert. “Ziel ist, diese Erfahrungen in die Biographie einzubauen und sich durch die Wiederholung an sie zu gewöhnen”, so Ertl.
Schicksal einer Viertelmillion
Der Bürgerkrieg in Norduganda dauerte von 1986 bis 2008 und hat die gesamte Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen. Zwei Mio. Menschen wurden in Camps umgesiedelt, um sie vor Angriffen der “Lord’s Resistence Army” zu schützen. Seit Ende der Kämpfe gibt es offiziell in Uganda keine Kindersoldaten mehr. Die Rebellen haben sich nach Nordkongo und in die Zentralafrikanische Republik zurückgezogen und entführen dort weiterhin Kinder. Weltweit kämpfen rund 250.000 Minderjährige in 14 Ländern als Soldaten in Kriegen. (Ende)
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Amerika im Juli 2011
11.7.2011 von zaro.
Dollar-Land ist abgebrannt, das Ende einer Weltmacht?
Kufstein/Washington - Es mag für viel Amerikaner eine schmerzhafte Erfahrung werden, die Pleite wird mit allen Konsequenzen möglicher weise eine neue Intelligenz mit sich bringen. Sehen wir uns das mal genauer an, welche Intelligenz könnte das sein?
Könnte es sein dass:
- Viele Waffen zwar mächtig erscheinen lassen, aber dem kranken Volk keine Gesundheit bringen … ?
- Noch mehr Waffen noch mächtiger erscheinen lassen, aber ein Volk ohne Lehrer und Schulen eine dumme Sache ist …?
- Noch mehr selbst geschaffener Terror noch mehr Geld verschlingt, aber Krankenhäuser besser geschlossen werden …?
- Milliarden von Dollar gedruckt werden, die nichts mehr wert sind, aber die Banker verzocken weiterhin Vermögen um Vermögen?
- Die Amis es nicht ein einziges mal schaffen, dass eine Präsidentschaft ohne einen blutigen Krieg auskommt …?
- Das reichste Land der Welt ein Territorium für Obdachlose ist …?
- Der US-Staat ausgebeutet wird von ein paar wenigen Unternehmen, denen alles scheißegal ist, Hauptsache Macht und Geld?
- Das die Macht Amerikas nur auf den Blutzoll von hunderttausenden von Toten, Kriegsgegnern, Sklaven, Ureinwohnern stattfinden konnte und keine Rasse der Welt so pervers und antichristlich das Abschlachten betrieben hat, als die Amerikaner?
- Die Federal Reserve, den Dollar langsam zu einer Witzwährung verkommen lässt, die Währung “Drogen” aber immer mehr an Stabilität gewinnt und das ganze Land “Koks sei dank” fest im Griff hat …?
Kann es sein das diese Politik, dieser Staat und seine Bürger nun die Gerechtigkeit der Zerstörung am eigenen Leibe erfahren müssen, die es braucht um Mensch zu werden? Wohl dem Staat, der wahrhaft nach dem christlichem Weltbild handelt und seinen Bürgern ein Leben in Glückseligkeit ermöglicht, sollte es diesen Staat noch nicht geben, dann machen wir in JETZT, it’s time ….
Kommentar von Robert Zach
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Deutscher Rechtsstaat zeigt Schwachstellen
24.6.2011 von zaro.
“World Justice Project” stellt eine durchwachsene Bewertung aus
Berlin - Im Ranking zur Rechtsstaatlichkeit, dem “World Justice Project”, wird Deutschland unterschiedlich eingestuft: Von sehr guten Platzierungen beim Zugang zu den Zivilgerichten und dem Schutz der Grund- und Menschenrechte bis hin zu negativen Beurteilungen durch ungerechtfertigte Polizeigewalt und überlange Verfahrensdauer. Die Verfahrensdauer bei Zivil- und Strafgerichten ist ein Problem, das bekannt ist. Deutschland wurde deswegen mehrmals durch den Europäischen Gerichtshof verurteilt.
“Der Bericht zeigt die Schwachstellen des deutschen Rechtsstaates auf”, sagt der Bochumer Jurist und Kriminologe Thomas Feltes im Presse-Gespräch. Die Politik solle das aufmerksam zur Kenntnis nehmen. Die überlange Verfahrensdauer gehöre abgestellt, um tatsächlich gleiches Recht für alle zu gewährleisten. Bei der Polizeigewalt rangiert Deutschland unmittelbar vor Mexiko, Kolumbien und der Türkei im hinteren Bereich. Zusammen mit anderen, ausländischen Experten fordert Feltes schon länger mehr Transparenz und unabhängige, externe Untersuchungskommissionen.
Bei Korruption auf Platz zwölf
Auch in anderen Bereichen sieht Feltes Handlungsbedarf: Deutschland rangiert bei der Korruption auf Rang zwölf und bei der “Transparenz der Regierung” auf Rang elf. Die unabhängige Nichtregierungsorganisation “World Justice Project” mit Sitz in Washington hat für die Ergebnisse des Rankings vier Jahren recherchiert. Für das Projekt arbeiten mehrere Nobelpreisträger und renommierte Experten aus aller Welt. Darüber hinaus waren mehr als 66.000 Personen zu ihren Erfahrungen mit der Justiz in ihrem Land befragt worden. Insgesamt wurden 66 Länder untersucht. (Ende)
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Kommentar der Redaktion: 21 Punkte zur Situation in Deutschland
Deutschland ist seit dem Ende des zweiten Weltkrieges kein souveräner Staat, sondern militärisch besetztes Gebiet der Alliierten Streitkräfte. Es wurde, mit Wirkung zum 12.09.1944, durch die Hauptsiegermacht, den Vereinigten Staaten von Amerika, beschlagnahmt (vgl. S.H.A.E.F.*–Gesetzes Nr. 52, Art. 1). Alle Vorbehaltsrechte der Alliierten haben bis zum heutigen Tage uneingeschränkte Gültigkeit.
Die Alliierten haben dies im „Übereinkommen zur Regelung bestimmter Fragen in Bezug auf Berlin“ vom 25.09.1990 (BGBl. 1990, Teil I, Seite 1274) nochmals bekräftigt; also nach dem sog. „Einigungsvertrag“ vom 31.08.1990. Dies hat auch unmittelbar Gültigkeit für das ganze Land, da der völkerrechtliche Grundsatz Anwendung findet:
„Was in der eroberten Reichshauptstadt gilt, gilt auch im eroberten Reich!“
Folgende Stellen aus dem „Übereinkommen zur Regelung bestimmter Fragen in Bezug auf Berlin“ belegen das fortgeltende Besatzungsrecht der Alliierten:
Präambel, Abschnitt 6:
In der Erwägung, dass es notwendig ist, hierfür in bestimmten Bereichen einschlägige Regelungen zu vereinbaren, welche die deutsche Souveränität in bezug auf Berlin nicht berühren, …“
Artikel2:
Alle Rechte und Verpflichtungen, die durch gesetzgeberische, gerichtliche oder Verwaltungsmaßnahmen der alliierten Behörden in oder in bezug auf Berlin oder aufgrund solcher Maßnahmen begründet oder festgestellt worden sind, sind und bleiben in jeder Hinsicht nach deutschem Recht in Kraft, ohne Rücksicht darauf, ob sie in Übereinstimmung mit anderen Rechtsvorschriften begründet oder festgestellt worden sind. Diese Rechte und Verpflichtungen unterliegen ohne Diskriminierung denselben künftigen gesetzgeberischen, gerichtlichen und Verwaltungsmaßnahmen wie gleichartige nach deutschem Recht begründete oder festgestellte Rechte und Verpflichtungen.
Artikel4:
Alle Urteile und Entscheidungen, die von einem durch die alliierten Behörden oder durch eine derselben eingesetzten Gericht oder gerichtlichen Gremium vor Unwirksamwerden der Rechte und Verantwortlichkeiten der Vier Mächte in oder in bezug auf Berlin erlassen worden sind, bleiben in jeder Hinsicht nach deutschem Recht rechtskräftig und rechtswirksam und werden von den deutschen Gerichten und Behörden wie Urteile und Entscheidungen deutscher Gerichte und Behörden behandelt.
2. Deutschland hat bis heute keinen rechtgültigen Friedensvertrag mit den Gegnern des 2. Weltkrieges geschlossen - weder mit den vier alliierten Besatzungsmächten, noch mit irgendeinem anderen Staat.
Aufgrund der „Feindstaatenklausel“ der Vereinten Nationen Artikel 53 und 107 der UN-Charta) befindet sich Deutschland mit insgesamt 47 Staaten völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Dieser Zustand kann nur durch einen Friedensvertrag aufgehoben werden.
Im SHAEF - Gesetz - Nr. 3 (veröffentlicht von der Militärregierung für Deutschland – Kontrollgebiet des obersten Befehlshabers, bestätigt und ausgegeben am 15.11.1944), erkennen folgende Staaten die U.S.A. als Oberbefehlshaber und Hauptsiegermacht des 2. Weltkrieges und somit den fortwährenden Kriegszustand an (Deutschland hat bis zum heutigen Tage nur einen Waffenstillstand):
- Australien - Belgien - Bolivien - Brasilien - Canada - Chile - China - Kolumbien - Costa – Rica - Cuba - Czechoslovakia - Dänemark - Dominikanische Republik - Ecuador - Egypten - Abessinien - Frankreich - Großbritannien - Griechenland - Guatemala - Haiti - Honduras - Island - Indien - Iran - Irak - Liberia - Luxemburg - Mexiko - Niederlande - Neuseeland - Nicaragua - Norwegen - Panama - Peru - Philippinen - Polen - Salvador - Saudi-Arabien - Südafrikanische Union - Türkei - UdSSR - U.S.A. - Uruguay - Venezuela - Yugoslawien ( bzw. deren Rechtsnachfolger)
3. Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) war zu keinem Zeitpunkt Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches, sondern nur ein „besatzungs-rechtliches Mittel“ zur Selbstverwaltung eines Teiles von Deutschland für eine bestimmte Zeit.
Die Bundesrepublik Deutschland war nie ein souveräner Staat, sondern stellte genau wie die Deutsche Demokratische Republik (DDR) eine vorübergehende Verwaltungseinheit im besetzten Deutschland dar. Das besatzungsrechtliche Mittel „Bundesrepublik Deutschland“ existierte auf der Grundlage des es konstituierenden „Grundgesetzes“ vom 23.05.1949 – 17.07.1990.
4. Berlin hat seit Ende des Krieges einen besatzungs- und verfassungs-rechtlich „besonderen Status“ und war nie Teil der BRD.
Berlin war niemals und ist bis heute kein Land der „Bundesrepublik Deutschland“. Dies haben die Alliierten im Genehmigungsschreiben der Militärgouverneure zum Grundgesetz vom 12.05.1945 (Abs. 4) festgeschrieben.
Dieser Tatsache trägt auch das Bestätigungsschreiben der Alliierten Kommandatura zur Verfassung von Berlin (BKO (50) 75 vom 29.08.1950 (VOBl. I S. 440) in Verbindung mit BKO (51) 56, Abs. 2 vom 08.10.1951) Rechnung, in dem die Alliierten zwei Absätze der Verfassung von Berlin außer Kraft setzten:
- Absatz 2, in dem festgestellt wird, dass Berlin ein Land der Bundesrepublik Deutschland sei und
- Absatz 3, in dem erklärt wird, dass Grundgesetz und Gesetze der Bundesrepublik Deutschland für Berlin bindend seien.
Im „Übereinkommen zur Regelung bestimmter Fragen in Bezug auf Berlin“ vom 25.09.1990 (BGBl. 1990, Teil II, S. 1274) wurden diese Tatsachen nochmals bestätigt.
Damit waren und sind Bürger von Berlin (in Ost und West) keine Bürger der „Bundes-Republik Deutschland“
Sichtbare Zeichen der Exterritorialität von Berlin gegenüber der Bundesrepublik Deutschland ist beiderseitige Nichtzuständigkeit Berliner und bundesdeutscher Behörden, die Neutralität der Berliner Abgeordneten im Bundestag und die Freiheit der Berliner Bürger vom Wehr- bzw. Ersatzdienst.
5. Das besatzungsrechtliche Provisorium BRD erhielt keine vom Volk in freier Selbstbestimmung gewählte Verfassung, sondern lediglich ein „Grundgesetz“.
Nach geltendem Völkerrecht („Haager Landkriegsordnung“ von 1907, Art. 43, RGBl. 1910 12.) ist ein „Grundgesetz“ ein „Provisorium zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in einem militärisch besetzen Gebiet für eine bestimmte Zeit“. Die provisorische Natur des „Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“ kommt im Artikel 146 zum Ausdruck, der auch nach dem sog. „Einigungsvertrag“ erhalten blieb.
Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom Deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen worden ist….
Im Artikel 25 des Grundgesetzes verpflichtet sich die „Bundesrepublik Deutschland“, die allgemeinen Regeln des Völkerrechts anzuerkennen. Sie sind damit Bestandteil des Bundesrechts, gehen anderen Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebiets.
Als völkerrechtlicher Vertrag ist somit auch die Haager Landkriegsordnung dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ übergeordnet.Solange die Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) mit Ihrer Politik die Übergabe der Regierungsverantwortung an den Reichskanzler des Staates Deutsches Reich verhindert, so leistet die BRD einem Krieg gegen Deutschland Vorschub, denn gemäß Haager Landkriegsordnung darf ein Land 60 Jahre besetzt werden.
Aus diesem Grunde sind selbst in den U.S.A bei Immobilienverkäufen die Eigentumsverhältnisse auf 60 Jahre rückwirkend zu überprüfen. Nun gibt es für die U.S.A. zwei Möglichkeiten.
Es kommt zu einem friedlichen Wechsel der Regierungsverantwortung in Deutschland und die U.S.A. wird somit in die Lage versetzt mit dem ehemaligen Kriegsgegner, nämlich dem Deutschen Reich, einen Friedensvertrag zu schließen.
Der U.S.A bleibt zur Sicherung Ihrer Ansprüche leider nichts weiter übrig als in einem neuen Krieg gegen Deutschland dieses erneut besetzen zu müssen, mit allem Not, Elend, Leid, Hunger usw.; dann würden die oben genannten 60 Jahre erneut von vorne beginnen.
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Geht uns aus der Sonne: Plädoyer für die Energie-Zukunft
20.6.2011 von zaro.
Buchautor Hans Kronberger fordert mehr Eigenenergieproduktion
Wien - Der unausweichliche Umstieg vom längst schon korrodierenden fossil-atomaren Energiesystem zu einem zukunftssicheren solaren ist bereits in vollem Gang, schreibt Buchautor und Energieexperte Hans Kronberger in seinem neu erschienen Werk “Geht uns aus der Sonne”- erschienen im Uranus-Verlag http://www.uranus.at . Die eingeschränkte Rohstoffverfügbarkeit - vor allem von Öl und Gas ist wesentlich dramatischer als bekannt. “Es gilt nicht dem alten System Sterbehilfe zu leisten, sondern dem neuen Geburtshilfe”, so Kronberger gegenüber uns.
Die ökologischen Folgen werden zwar diskutiert, nicht jedoch die ökonomischen. Die EU ist 2010 zu 60 Prozent fremdenergieabhängig. “Eine solche Abhängigkeit kann sogar soweit führen, dass die Verbraucherländer auf den Status eines Dritte-Welt-Landes herunterfallen.” Begegnen kann man diesem Szenario nur dadurch, dass man die Eigenenergieproduktion mit Wasser, Wind, Sonne und Biomasse massiv anhebt, erklärt Kronberger.
Energieverschwenderländer als größte Verlierer
Die Kosten für den Energiezukauf in der EU-15 betrugen 2001 rund 230 Mrd. Euro, 2010 für die erweiterte EU bereits 550 Mrd. Euro. In diesem Jahr rechnet der Experte mit einem neuen Rekord, da der Ölpreis massiv angestiegen ist. Die Lieferländer saugen die Verbraucherländer finanziell aus. “Damit ist auch klar, dass die Energiezukunft vor allem eine Frage der Ökonomie ist.”
Kronberger kritisiert, dass bei der Frage der Energiekosten immer nur nach betriebs- nicht aber nach volkswirtschaftlichen Kriterien beurteilt wird. Der Devisenabfluss durch den Kauf jedes Liters Erdöl sei beträchtlich. “Selbst wenn die lokale Energiebeschaffung teurer ist, bleibt die Frage der Wertschöpfung entscheidend”, so der Autor.
Harte Kritik an Verzögerungsstrategien
Die vielfach diskutierte Energieeffizienz-Erhöhung vor der Frage der Energieerzeugung hält Kronberger für eine typisch populistische Verzögerungstaktik. “Zuerst muss die Frage der Ernergieerzeugung geklärt werden, ehe man sich auf die Steigerung der Effizienz verlagert”, betont der Autor und scheut sich auch nicht davor zurück, bekannte Namen wie Ernst Ulrich von Weizsäcker als Bremser zu enttarnen.
Einer Studie des Strategieinstituts der Deutschen Bundeswehr zufolge, wird die Verknappung von Erdöl zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen. Für Superreiche wird Erdöl dann leistbar sein, für ärmere hingegen nicht. Eine solche Radikalisierung müsse unter allen Umständen verhindert werden, meint Kronberger.
Furcht vor Öko-Diktatur
Die Kategorisierung in Schmutz- und Sauberfüße im Sinne des so genannten ökologischen Fußabdrucks hält Kronberger für eine gefährliche Entwicklung. “Wenn die Moral die Politik bestimmt, stehen wir vor der Gefahr einer Öko-Diktatur.” Solche Entwicklungen führen auch zu einer Spaltung der Gesellschaft in Sauberfüßler und Schmutzfüßler. “Von hier aus ist es nicht mehr weit zu einer Diktatur der Guten. Und das ist definitiv abzulehnen.”
Zeitgleich mit Kronbergers neuestem Buch wird auch das 1997 erschienene neu überarbeitete “Blut für Öl” im Uranus-Verlag wieder aufgelegt. “Sämtliche Prognosen - wie etwa die Ölpreisentwicklung - haben sich bewahrheitet. Die Thesen, dass Energie- und Rohstoffaufbringung untrennbar mit militärischer Gewalt verbunden sind und dass die Verknappung der Rohstoffe diesen Druck zur Beschaffung erhöht, haben den erneuerbaren Energien eine friedenspolitische Bedeutung eröffnet”, meint Kronberger abschließend im Presse-Interview. (Ende)
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Vision 2050: Der Weg zu 100 Prozent sauberen Strom
6.6.2011 von zaro.
Infrastruktur für grenzüberschreitendes Super Smart Grid dringend nötig
Potsdam - Eine Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie ist bis 2050 möglich. Das geht aus einem Bericht des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hervor. Dafür beschreibt das PIK jedoch einige Voraussetzungen, unter anderem ein Super-Smart-Grid für Europa und Nordafrika. Der Aufbau einer dafür nötigen Infrastruktur muss bereits heute gestartet werden, mahnt das PIK.
“Heutzutage ist es kaum noch möglich, auch nur eine einzige Stromleitung von einem Land in ein anderes zu führen. Die Rechtsvorschriften sind ineffizient und die öffentlichen Widerstände oft stark”, so Antonella Battaglini, eine der Autoren des Berichtes. “Wenn wir nicht heute noch mit dem Aufbau der Infrastruktur für ein SuperSmart Grid in Europa und Nordafrika beginnen, also für schlaue und länderübergreifende Stromnetze, können wir den Traum aufgeben, bis 2050 den Strom zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen.”
Mühsame Genehmigungsverfahren
Als problematisch bezeichnen die Studienautoren die aktuellen Genehmigungsverfahren der einzelnen Staaten. Mit der Veröffentlichung des Elektrizitäts-Entwicklungsplanes durch das Europäische Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber hat es allerdings schon einige Fortschritte gegeben. In dem Bericht, der in Kooperation mit Pricewaterhouse Coopers (PwC) entstanden ist, diskutieren die Experten auch, ob durch diesen Stromfahrplan die 100-Prozent-Vision realer geworden ist.
Dazu werden unter anderem die Auswirkungen von Einzelereignissen auf dem Energiemarkt analysiert. Beispielsweise hat das Nuklearunglück von Japan und das Atom-Moratorium in Deutschland kurzfristig einen zehnprozentigen Anstieg der Kosten von CO2-Emissionszertifikaten bewirkt, schreiben die Experten. Das wiederum verbessere das Kosten-Nutzen-Verhältnis für erneuerbare Energie.
Abseits von finanziellen Fragen spielen auch weitere politische Faktoren eine große Rolle. “Bei der Integration der Märkte stehen wir gut da, aber an Wettbewerb fehlt es noch”, sagt der Mitautor Anthony Patt vom Institute for Applied System Analysis (IIASA). “Zudem könnte der gegenwärtige Aufruhr in Nordafrika zwar langfristig eine Gelegenheit für stärkere Zusammenarbeit beim Thema Energie bieten, aber momentan liegt alles auf Eis.”
Noch keine Perspektive für nach 2020
Ähnlich gemischt sind die Ergebnisse, was das Investitionsklima angeht. Die Regierungen halten zwar an ihren bestehenden Unterstützungsmechanismen fest, bieten aber keine verlässlichen politischen Perspektiven für die Zeit nach 2020. “In den vergangenen zwölf Monaten hat es eine ganze Menge positiver Entwicklungen gegeben, und wir können zuversichtlich sein, dass der Übergang hin zu den erneuerbaren Energien in Europa sich fortsetzt”, sagt Gus Schellekens, Direktor im Team Nachhaltigkeit und Klimawandel bei PwC.
“Allerdings wird nun eine Langzeitplanung gebraucht, welche die allgemeine Richtung für die europäische Stromversorgung sowie ehrgeizige und glaubwürdige politische Verpflichtungen definiert, um das Vertrauen der Investoren zu vergrößern und die Verfügbarkeit von Geld für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien sicher zu stellen.” (Ende)
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“Die Revolution sind wir”
2.6.2011 von zaro.
Lindau - Unabhängig davon, ob jemand einer politischen Organisation, einer sozialen Institution oder einer ökonomisch ausgerichteten Unternehmung angehört, der angestellte Mensch der Dienstleistungsgesellschaft kann sich bisher in relativer Sicherheit wiegen. Doch nach und nach wird ihm diese vermeintliche Umsorgung zur Falle.
Denn heutige Angestellte werden in der sich immer stärker konstituierenden Informationsgesellschaft allmählich zum gläsernen Sklaven der totalen Kontrolle. So, wie der leibeigene Bauer im Feudalismus und der ausgebeutete Arbeiter im Industriezeitalter, bildet die künftige Angestelltenklasse die entrechtete Basis für die Macht des neuen Grossbürgertums.
Es sind dies die Grossinformatoren des Infoismus. Sie besitzen bereits jetzt schon die dafür notwendigen informativen Produktionsmittel (=Server, Sender & Satelliten). In dieser neuen Gesellschaftsform wird es keinen Besitz mehr im Haben geben, sondern nur noch Leihgaben eines mehr oder weniger restriktiv gehandhabten Solls. Kreditwürdig ist demnach nur noch, wer sich der allumfassenden Virtualität offenbart, unterwirft und eingliedert. Wem dies aus welchen Gründen auch immer nicht gelingt, wird zur gesellschaftlich isolierten Informations-Paria und muss sein reduziertes Dasein in drastisch entschleunigter Form fristen.
Der Strukturismus ist die Gegenkraft zu dieser Entwicklung.
Bereits vor einigen Jahrzehnten postulierte der Deutsche Künstler Joseph Beuys (1921 - 1986) den Begriff der ‘Sozialen Plastik’, wonach die Kunst nicht einfach passives Abbild gesellschaftlicher Entwicklungen sein dürfe, sondern aktiv ins alltägliche Leben der Menschen einzuwirken habe.
Diese Vision konnte bis anhin nicht umgesetzt werden. Nicht zuletzt deshalb, weil sich dieser Anspruch nur dann konkret verwirklichen lässt, wenn künstlerische Produkte nicht für sich alleine stehend ins Publikum gelangen, sondern gezielt für die gesellschaftliche Aktion umgedeutet bzw. umgeformt werden. Dieser Ansatz gilt allgemein, also nicht nur für bildnerische Kunstwerke, sondern für alle Sparten, worin Kunst entsteht (wie bspw. in Literatur, Theater oder Musik usw.).
Der Versuch von Beuys, das Individuum ‘als Souverän der Gesetzgebung’ über die Erklärung der dreistufigen Demokratie zum Kunstwerk (mit Volksinitiative, Volksbegehren und Volksabstimmung) direkt die Initiative ergreifen zu lassen, konnte daher nicht gelingen.
Seine Vorstellung des frei zugänglichen Bildungswesens, der politischen (Ur)Demokratie und der sozialen Absicherung bzw. ökonomischen Gleichbehandlung, entspricht dabei einer ideellen Gegenposition zum jeweils regierenden Machtapparat samt dessen etabliertem Bürgertum. Dieses Ideal basiert auf Grundsätzen, wie sie sich ursprünglich aus der Aufklärung gebildet hatten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
Man kann zwar fast alles zur Kunst erklären (wie eben auch philosophisch-philanthropische Ideale). Doch erreicht man damit heutzutage und in Zukunft kaum mehr etwas. Denn das künstlerische Erzeugnis ist mittlerweile zum profanen Konsumartikel verkommen.
In unserer hedonistisch angehauchten (Un)Kultur, die sich zur Zeit im freien Fall und vor dem desaströsen Aufprall befindet, geraten gerade bildnerische Kunstwerke immer mehr in museale Gefängnisse, werden zur dekorativ-belanglosen Unterhaltung verwendet oder avancieren besonders prekär zu spekulativ missbrauchten Objekten.
Dieses neuzeitliche Phänomen kommt nicht von ungefähr. Im 19. Jahrhundert wurden die sog. ‘Bohemiens’ nämlich auch zum Inbegriff des nonkonformistischen Künstlers. In einer Gesellschaft, welche ein falsch verstandenes epikureisches Genussprinzip (*) pflegt, bringt dies aber fast zwangsläufig ein gewisses egomanisches Selbstverständnis hervor, welchem insbesondere Künstler zu verfallen geneigt sind.
(*) von Epikur, griechischer Philosoph (341 - 271 v. Chr) und Begründer des Epikureismus (=physikalische Vorkommnisse können mittels natürlicher Gesetzmässigkeiten erklärt werden. Es gibt demnach nichts Übernatürliches. Deshalb solle der Mensch nach einer diesseitig orientierten, weltlichen Erfüllung streben, wozu der Seelenfrieden genauso, wie die Lustbefriedigung gehört).
Denn das, heute im allgemeinen Selbstverständnis verankerte Künstler-Dasein entsprach damals noch keinesfalls der Norm, was durchaus zu innerer Unsicherheit bzw. zur Kompensation derselben führen konnte. Während dieses Verhalten eines übersteigerten Individualismus’ zu Beginn dieser Epoche doch recht oft eine quasi posthume Bekanntheit garantierte, ist die damit verbundene Entwicklung den heutigen Kunstschaffenden zum Verhängnis geworden.
Bringt doch eine narzisstisch gefärbte Ich-Bezogenheit eine verzerrende Sicht auf das eigene Werk mit sich. Eine realistische Selbsteinschätzung geht auf diese Weise meist verloren.
Eine solche Grundhaltung fördert das destruktive Element der Spekulation. Im originalen Sinne ‘echte’ und gleichzeitig handwerklich versierte Kunstwerke sind zwar zu Recht die einzigen Dinge, die über die Zeit kontinuierlich im Wert steigen. Doch sollte dies eben nicht vor der Zeit, sondern mit langfristigen Aussichten geschehen. Ansonsten besteht die Gefahr der austauschbaren Beliebigkeit, wie sie sich auf dem modernen Kunstmarkt (mal mehr mal weniger, aber dennoch deutlich) zeigt.
Künstlerische Artefakte bzw. deren Erzeuger/innen werden zunächst künstlich hoch gepusht, dann weit über Preis (in börsenartiger Manier) verhökert und anschliessend nach marktwirtschaftlicher Laune verheizt bzw. dem entsprechend wieder fallen gelassen.
Sicher mag das dem einen oder anderen kontemporär bekannten Vertreter der Kunst gefallen. Wem schmeichelt die scheinbare Anerkennung einer, in Wahrheit höchst kapriziösen und damit untreuen Öffentlichkeit nicht? Für einen Augenblick der (finanziellen) Wonne sind die meisten Menschen verständlicherweise gewillt, den Boden der Tatsachen zu verkennen.
Doch dem eigenen Werk tut das auf Dauer niemals gut. Dies, weil es, je ungerechtfertigter es in kurzer Zeit verteuert wurde, desto mehr in Vergessenheit geraten wird (sollte es ein individuelles Bewusstsein mit zyklisch wiederkehrendem Charakter geben, wird die Eitelkeit dadurch vielmehr verletzt werden, als sie für einen Augenblick illusorisch gestreichelt wird).
Doch wie soll in einer dekadenten Gesellschaft, in der nichts heilig ist und die vor nichts Ethischem bzw. Unethischem mehr Halt macht, bemerkbarer Einfluss genommen werden? Birgt doch die augenblickliche Situation im Kunstgeschehen sogar Platz für ’schicke Subversionen’ (siehe dazu den Artikel von Alain Bieber im Kunstmagazin art: http://www.art-magazin.de/kunst/20595/?mode=print ).
Soll demnach die, einem jeweiligen Kunstwerk oft immanente Botschaft nachhaltig in der Gesellschaft verankert werden, dann muss ihm eine zusätzliche, sozusagen neue Funktion zugeordnet werden. Das Kunstwerk wird also zum Vehikel einer (idealisierten) Information zur Veränderung bestehender Verhältnisse. Dass dabei die Möglichkeit einer ideologischen Verbreitung entsteht, versteht sich von selbst. Ersichtlich ist dieser Umstand etwa in den historischen Kunstströmungen aller bekannten politischen Umwälzungen (erfahrbar in Abhandlungen, wie bspw. ‘Kunst und Revolution’ von Gerald Raunig, Wien 2005).
Kunst kann (und soll gemäss der machiavellistischen Kulturzyklen bei Bedarf) also durchaus Einfluss auf die gesellschaftlichen Geschicke nehmen (ob dies einer Zweckentfremdung entspricht, ist zweifelsohne Gegenstand der kulturell-gesellschaftlichen Diskussion, doch hier zweitrangig). Eine politisch motivierte, ‘gute’ Absicht genügt dabei aber in keiner Weise. Politische Revolutionen, die zwar soziale Ungerechtigkeiten anprangerten, doch für das Auskommen der leidenden Protagonisten keine Alternativen boten, sind somit obsolet.
Es gilt, eine Revolution aufzubauen, die nicht nur gravierend neuartig ist, sondern erst noch eine grundlegend existenzielle Gegenkraft zur herrschaftlichen Spitze der kommenden Gesellschaftspyramide darstellt. Dazu muss man sich aber gewahr werden, wie zukünftige Macht-Oligarchien wirken werden (und eigentlich hinter den Kulissen bereits emsig agieren).
Wie bereits von Karl Marx (1818 - 1883) erkannt, basiert Macht stets auf der (sakrosankt legitimierten und militärisch gestützten) Vereinnahmung materieller Produktionsmittel. Zu Zeiten von Adel und Klerus war dies der Besitz von Boden, aus dem sich alles, was es zum Leben brauchte, erzeugen, über beschützte Handelswege transportieren und auf entsprechenden Marktorten verkaufen liess. Etwas später ging es um Rohstoffquellen, Fabrikationsanlagen und Vertriebsnetze. Dem auf dem Fusse folgte das Dienstleistungs-Zeitalter mit dessen Banken-, Versicherungs- und Börsenwesen. Postindustriell ist aus diesem kapitalistischen System unterdessen die sog. ‘Informations-Gesellschaft’ entstanden.
Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, was genau das heisst. Sprechen doch bspw. Anhänger der Kondratjew-Zyklen (nach Nikolai Kondratjew, 1892 - 1938, einem Pionier der zyklischen Konjunkturtheorie) bereits von der aktuellen Überwindung der Informations-Ära. Und obwohl visionäre Menschen, wie etwa die Schriftsteller Aldous Huxley (z.B. im Roman ‘Brave New World’,1932) oder George Orwell (z.B. im Roman ‘1984′, 1949), eine ziemlich konkrete Ahnung davon hatten, was seit Längerem konsequent aufgebaut wird, interessiert es die Menschheit herzlich wenig, was zur Zeit bezüglich ihrer freiheitlichen Fundamente geschieht.
Der Kapitalismus hat unterdessen zweifelsohne ausgedient. Weshalb sonst dürfen so viele politische Organisationen, soziale Institutionen oder wirtschaftliche Unternehmen schier ungehemmt Schulden machen, obschon kein reales Bruttosozialprodukt der Welt mehr im Stande ist, diese Schuldenberge jemals zu stemmen? Würde dies genauso möglich sein, wenn die Menschen weiterhin über die klassischen Finanzströme regiert werden sollten?
Die globale Gesellschaft befindet sich inmitten der Installation des Infoismus. Das bedeutet nichts anderes, als eine Zusammenfügung aller Informationsströme zu einer mehr oder weniger zentralisierten Plattform zur Steuerung der Massen. Das Internet bildet dazu das überaus geeignete Medium.
Nachdem in absehbarer Zeit das klassische Geld zunächst seine Wichtigkeit verliert (bspw. durch drastische Schuldenschnitte zugunsten unhaltbar überschuldeter Länder), um dann (u.a. mittels inflationärer Währungsschwemmen in den internationalen Geldmarkt) gänzlich wertlos zu werden (übrig bleibt der reine Metall- und Papierwert), kommen alle Informations-Inhalte, die einen einzelnen Menschen betreffen, in informativen Schnittstellen zusammen. Man konsolidiert demnach das Wissen über Ausbildung, Beruf, Vermögen, Einkünfte und Ausgaben, medizinische Daten, Steuerloyalität, Kaufgewohnheiten, soziale Kontakte, politische und religiöse Ausrichtungen, sowie sonstige Vorlieben oder Abneigungen (also kurz die gesamte gesellschaftsrelevante Verhaltensweise einer Person).
Möglich geworden ist dies erst dank der nachindustriellen Aufrüstung der Informations- & Kommunikationstechnologie, sowie aufgrund der spezifischen Verbesserung von Hard- & Software.
Wer nicht glaubt, dass das Internet bereits zum Staat in den Staaten geworden ist, der schaue sich doch einmal ein wenig auf den Seiten der ‘Internet Society’ um (http://www.isoc.org/ ). Hierin sind bereits unzählige technokratische Einrichtungen angegliedert, von denen die meisten Menschen noch nie etwas gehört, geschweige denn über deren Funktionen sie nicht die geringste Ahnung haben. Das ‘virtuelle Rom’ der Neuzeit existiert real. Und die Imperatoren werden ihre neuartigen Machtstrukturen bald auch öffentlich entfalten.
Diese zunehmend rasante Entwicklung darf aber nicht simplifizierend als eine Verschwörung machtgieriger Illuminaten verstanden werden. Kulturell gesehen ist sie nämlich ganz natürlich. Dem entsprechend gab und gibt es immer eine oligarchische Gruppe an der Spitze, die mit den, einer jeweiligen Epoche adäquaten (technologischen, pekuniären und militärischen) Mitteln die Erweiterung, die Erhaltung bzw. die Ausübung von Macht anpeilt.
Daher ist es zunehmend wichtig, dass sich im Volk gezielt und bewusst eine Gegenkraft zum bald vollständig herrschenden Establishment des Infoismus bildet. Diesbezüglich ist ein Bewusstwerdungsprozess vonnöten.
Man kann Ideologie (bzw. deren legislative, exekutive oder judiziellen Instrumente) zwar graduell interpretieren und je nach dem klassifizieren. Vielerorts werden Reaktionen auf herrschende Gebilde gar nicht richtig wahrgenommen. Trotzdem entstanden zum jeweils vorherrschenden, sozio-politischen Dogma eines jeweiligen Machtgefüges zu allen Zeiten und in allen Kulturen Antipoden, welche zum treibenden Agens der Geschichte erkoren wurden.
Vielleicht ist dies nicht immer klar ausgesprochen worden, doch was wäre bspw. die Welt ohne das Spannungsfeld zwischen der freien Marktwirtschaft des Kapitalismus und der Planwirtschaft kommunistischer Herrschaftssysteme gewesen? Es wäre naiv anzunehmen, dass die Globalisierung, genauer die Reorganisation der drei grossen Blöcke Asien, Europa und Amerika in Zukunft ohne ein derartiges Spannungsfeld auskommen könnte.
Aus dem obig benannten Grund wird auf das schicksalshafte Jahr 2012 hin das Manifest des Strukturismus ausgerufen. Diese vom Künstlerphilosophen und Kommunikationsanalytiker, Felix Stoffel, begründete Bewegung ist sozio-ökonomischer Natur. Sie ist demnach keine rein künstlerische, sondern eher eine gesellschaftliche Revolution. Das Medium der bildenden Kunst wird insbesondere aufgrund der praktischen und konstruktiven Möglichkeiten verwendet.
Vertreter/innen dieser Bewegung nennen sich ‘Strukturisten’.
Diese unbedingt notwendige Antithese zum Infoismus (als Nachfolgesystem des Kapitalismus und als Machtmittel des zukünftigen Grossbürgertums, der sog. Gross-Informatoren) entsteht als philosophische Nachfolgerin des Sozialismus und als Durchsetzungsmittel für die ständig wachsende Gesellschaftsschicht der Info-Paria. Sie richtet sich demnach an all jene (zumindest im Geiste freien) Erdenbürger/innen, die sich teilweise oder gar nicht im zunehmend sichtbar etablierten, infoistischen System integrieren werden können, wollen oder dürfen. Die vom virtuellen Topf und informativen Füllhorn Ausgestossenen werden sich nämlich schneller im gesellschaftlichen Offside wieder finden, als es ihnen lieb ist.
Doch worauf begründet sich ein Ausschluss von der Mainstream-Gesellschaft der Zukunft, wie manifestiert sich dies und was bedeutet es für die Betroffenen?
Eine Machtballung, die durch eine Zusammenführung sämtlicher Informationsquellen, -kanäle und -speicher entsteht, verursacht zwangsläufig einen durchsichtigen, sprich ‘gläsernen’ Menschen. Dieser fühlt sich, solange er dem unsichtbaren Info-Establishment genehm ist, auch keinesfalls unangenehm beobachtet oder sonst wie gestört.
Doch angenommen derselbe Mensch fällt durch irgendein Verhalten negativ auf (wie z.B. durch Kriegsdienstverweigerung, durch das Umgehen behördlicher Massnahmen, wie etwa einer Ablehnung autoritär verordneter Impfungen, oder durch die Teilnahme an unbewilligten Demonstrationen oder über unliebsame Äusserungen in Blogs und ähnlichen Nutzerforen). Dann entstehen dieser Person früher oder später Repressalien, welche sich zumeist über die Zugangshinderung zu den elektronischen Geldströmen, hier ‘Info-Credits’ (ICs) genannt, offenbaren werden.
Dies geschieht dann relativ schnell, weil die heutigen und zukünftigen Suchroboter solche Zugangssperren je nach Grad der Abstrafung ganz automatisch auslösen können. Man steht also bspw. im Supermarkt und möchte die getätigten Einkäufe wie gewohnt abbuchen, indem man den unter der Haut implantierten Chip an das Lesegerät hält. Und schon läuft nichts mehr, da man als nicht länger oder nur noch bedingt kreditwürdig eingestuft wird.
Das Perfide an der kommenden Machtentfaltung wird nämlich in der Tatsache des individuellen Masses an Kreditwürdigkeit bestehen. Man befindet sich somit in einem, mal mehr und mal weniger andauernden Soll. Der Bürger der Zukunft wird demnach nur begrenzt oder gar nicht mehr über sein Haben (im Sinne eines materiell abrufbaren Vermögens), sondern lediglich durch den virtuellen Informationsgehalt seiner individuellen Kreditwürdigkeit definiert sein.
Wie aber kann dies geschehen, dass sich die meisten Erdenbürger unverhofft im Schuldenzustand wieder finden?
Denn das schier Unglaubliche der aufsteigenden Geschichte ist der Fakt, dass sich diese Geknechteten der Zukunft aus der heutigen Klasse der gut bestellten Angestellten rekrutieren werden (Bill Gates, der Gründer von Microsoft, benannte sie bereits vor Jahren treffend als ‘Infoworker’).
Ausgerechnet der umhegte (kleinere, mittlere und höhere) Angestellte, das Mittelmass aller Dinge der Dienstleistungsgesellschaft, wird zum Nachfolger der unterdrückten Leibeigenen und verelendeten Arbeiter?!
Genau diese Erkenntnis schliesst den Kreis der oben beschriebenen Entwicklung, dass der riesige Schuldenberg bewusst gemacht und gezielt gefördert wurde und weiterhin wird. Die Formel dazu ist einfach:
Eine (unabhängige) Weltbank vergibt Kredite an die Nationalbanken, welche diese wieder an die verschiedenen subsumtiven Banken weiter vergeben. Und über diese angegliederten Kreditinstitute erhält beinahe jeder Mensch, der sich in einer (wohl bemerkt) festen Anstellung befindet, Kredite für jeden verständlichen, erquicklichen bis manchmal unvernünftigen Konsumwunsch. Insbesondere im Autogeschäft, bei den Liegenschafts-Hypotheken, sowie beim Leasing und bei Kleinkrediten wird dieses, seit Jahren grassierende Unwesen ersichtlich. Dies passiert fliessend, während gleichzeitig Klein- und Mittelunternehmen, bzw. selbstständig Erwerbende oder gar Existenzgründer kaum oder nur unter Schwierigkeiten mit liquiden Mitteln ausstaffiert werden, um ihre Betriebe zu finanzieren. Dabei bilden ja gerade sie das eigentliche Rückgrat für jeglichen ökonomischen Progress.
Hinzu kommt der verheerende Umstand, dass auch fast alle, heute bestehenden Staaten unverhältnismässig hohe Schulden anhäufen, um dann mit diesem geliehenen (sprich teuer verzinsbaren) Geld, wie in jüngster Zeit öfters geschehen, auch noch solche Institutionen zu decken, die das Kapital von unzähligen, kleineren und grösseren Anlegern bei halsbrecherischen Börsenspekulationen verschwendet haben.
Das ist bestimmt kein Zufall. Dieses Vorgehen dient einzig dem Zweck, den Grossteil der Menschheit von möglichen Besitzständen in eine ständige Schuld und damit unentrinnbare Abhängigkeit zu führen. Man kriegt zwar nach wie vor, was man an Materiellem so braucht. Aber es ist immer geliehen und gehört einem nicht mehr selbst.
Sobald ein Staat oder eine Staatengemeinschaft de facto bankrott ist, haftet jeder einzelne Bürger für diese Misere. Es kann niemand sonst zur Verantwortung gezogen werden (auch keine Banken, weil diese entweder ebenfalls pleite sind oder sich mit ganz legalen Methoden der oft aktiv mitverursachten Schuld entziehen).
Entscheidend ist in einer solchen Situation, dass nun niemand direkt zur Kasse gebeten wird. Denn diese (nicht wirklich durchführbare) Art der Schuldeneintreibung könnte einen allgemeinen Volksaufstand provozieren (was momentan anhand solcher Staaten erkennbar ist, deren Regierungen versuchen, ihren gebeutelten Bürgern nur schon prinzipielle Sparmassnahmen abzutrotzen).
Nein, man ändert aktuelle Währungen simpel vom materiellen, sprich fassbaren (wie bei Münzen und Noten der Fall) zum virtuellen, sprich nicht fassbaren Zustand (wie bei der elektronisch gespeicherten Information der Fall). Ein Beispiel dieses teilweise schleichenden und unbemerkten Vorgangs des Wechsels zeigt sich etwa daran, dass das sog. ‘Online-Banking’ nicht nur allenthalben Einzug genommen hat, sondern nun auch immer mehr über die Mobiltelefonie (ihrerseits wieder mit dem Internet vernetzt) verwaltet wird.
Wen wundert da noch das scheinbar plötzlich auftauchende Phänomen, dass nicht nur überall und vehement nach versteckten Vermögen geschnüffelt wird, sondern sogar die Bankengeheimnisse einstiger Schwarzkonten-Hochburgen kippen und Steuerparadiese reihenweise einknicken.
Es herrscht ein Kreuzzug gegen das materielle Vermögen, weil jenes nicht nur leichter dem Fiskus entzogen werden kann, sondern dem normalen Bürger (eben durch die erschwerte Kontrollierbarkeit) auch eine gewisse Freiheit verleiht.
Das klassisch bekannte Kapital (worunter auch die traditionellen Papieraktien zu zählen sind) war dem durchschnittlichen Menschen in gewissem Masse zugänglicher (ja sogar zuträglicher), als es ihm bewusst war. Denn mit diesem durchaus fassbaren Zwischending liess sich materieller Besitz manifestieren. Man versuche dies einmal mit virtuellem Kapital. Es wird einem undinglichen Fluidum ähnlicher sein, als ein Gespenst im Schlossturm.
Das künftige gläserne Bürgertum wird also nichts mehr verstecken können, weil virtuelle Dinge nicht materiell greifbar sind (und zum versierten Hacker ist halt nicht jeder Mensch befähigt…).
Man bleibt den Machthabern des Infoismus, die sich aller verfügbaren Server, Sender und Satelliten bemächtigt haben, auf jeden Fall immer etwas schuldig und sühnt diese Ur-Schuld mit permanenter Anpassung an die Wünsche und Vorstellungen des herrschenden Regimes. Das hat dann beinahe schon religiösen Charakter (nicht mehr lange und es gibt eine Cyber-Inquisition…).
Vielleicht fällt es ja kritisch gebliebenen Lesern auf, dass bei Übernahmen scheinbar wenig lukrativer Unternehmen immer wieder mal unverständlich hohe Beträge ins Spiel kommen. Weshalb aber werden für Firmen schiere Unsummen entrichtet, obwohl sie nicht annähernd über die notwendige ökonomische Substanz verfügen (wie etwa für ‘Skype’, welche kürzlich für über acht Milliarden Dollar von Microsoft übernommen worden ist. Und das, obschon diese Internettelefongesellschaft lediglich ein paar hundert Millionen Umsatz und nur selten einen marginalen Gewinn macht)?
Es ist wohl kaum eine ökonomische Romantik anzunehmen, welche diese scheinbar widersinnigen Transaktionen verursachen.
Vielmehr geht es um den Besitz involvierter (I&K-)Technologie (eben um das elektronische Produktionsmittel der Netzwerke) und vor allem um die damit angebundenen Kundenstämme (bei Skype sind dies aktuell fast 700 Millionen registrierte Nutzer). Nicht umsonst verfügen Google, Facebook & Co. über Börsenwerte, die sich mit traditionellen Wirtschaftlichkeitsrechnungen oder nach kaufmännischen Überlegungen nicht erklären lassen.
Wem die bereits jetzt schon existierenden Scharen der virtuellen Spiele-Gemeinschaften, der Web-Exhibitionisten und -Voyeure, der Plattformvernetzten und Blogger, sowie der unzähligen Homepagebetreiber, Email-Schreiber und Internet-Telefonierer, bisher nicht aufgefallen sind, dem wird es vermutlich auch egal sein, dass alle daraus entstehenden Informationsströme akribisch ausgehorcht und ausgespäht, Daten gesammelt und allmählich immer mehr (zu)geordnet werden. Der Info-Moloch wird systematisch unter Kontrolle gebracht.
Es ist nun beileibe nicht so, dass nur ein paar wenigen Unglücklichen der Zugang zum virtuellen ‘Paradies’ verschlossen bleiben wird. Die Info-Paria, die trotz vermeintlichem ‘Dabeisein’ fast oder gar nie an ‘Erstklass’- (sprich an Echtzeit und Echtort gebundene) Informationen gelangt, wird im Verhältnis so riesig sein, wie die einstige Masse der rechtlosen Bauern und Arbeitersklaven vergangener Epochen.
Solcherart ausgegrenzte Personen werden für sich und ihre Familien (mehr oder weniger dringende) Ersatzlösungen suchen müssen. Denn die im Hintergrund agierenden Machthaber brauchen sich nicht einmal die Mühe kostspieliger Verfolgungs- und/oder Verwahrungsmechanismen zu machen. Es reicht vollkommen, wenn man Abweichler/innen ins informative Steinzeitalter zurück katapultiert.
Wer nicht oder nur begrenzt am globalen elektronischen Informationsnetz angebunden ist, der findet sich in einer Wüste wieder, in der es im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu bestellen gibt. Diese Entschleunigung durch informative Isolation mag auf den ersten Blick gar nicht so bedrohlich wirken, bildet aber für betroffene Outlaws eine drastische Bestrafung.
Nun geschieht folgendes: Man wendet sich an bestehende spezifische Gemeinschaften im Volk, die ein erstes Überleben gewährleisten. In diesen (manchmal sogar gettoartigen Netzwerken mit allenfalls illegalen Serverstrukturen) findet eine parallele, soziale und wirtschaftliche Organisation statt, die sich auf althergebrachte Methoden der Produktion und des Handels stützt (bzw. stützen muss).
Diese basieren, neben dem klassischen Tauschhandel, etwa auf dem Pfand- und Wechselwesen oder existieren in Form von Metall- und sonstigem Ersatzgeld. Man arrangiert sich in einer Art ständigem Schwarz- und Graumarkt (’eine Hand wäscht gezwungenermassen die andere’). Man wird Arbeiten ausführen und Verfahren anwenden, die man bislang gar nicht (mehr) kannte und an die man sich erst einmal wird gewöhnen müssen. Die eigene Person hat dann so viel realen Wert, wie sie der Gemeinschaft dient.
Genau hier setzt die sozio-ökonomische Idee des Strukturismus an. Denn ein solches Environment benötigt einen relativ einfach herstellbaren, aber nicht so leicht zugänglichen, einen raren und dennoch nicht zu seltenen, sowie einen schnell handelbaren, weil gut zu transportierenden und aufzubewahrenden, materiellen Sachwert.
Und dieser ist ein STRUKTURISTISCHES BILD.
Strukturistische Bilder entsprechen ihrem Konzept nach individualisierten Massenprodukten und bilden damit einen Wert, der sämtliche materiell fassbaren Währungsformen wird ersetzen können. Mit einem individuellen Massenprodukt haben Kunden die Möglichkeit, in die Herstellung von Produkten aus verschiedenen Kategorien, wie etwa Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände, Kleidung oder Pflegeartikel, durch Auswahl einzugreifen. Das Endprodukt wird demnach den kundenspezifischen Wünschen angepasst; es wird sozusagen individualisiert. Statt für den Massenmarkt wird das Produkt also nur für einen einzelnen Menschen charakterisiert gefertigt und geliefert (und das zu einem kaum höheren Preis, auch bei kleinen und kleinsten Bestellmengen).
Der Unterschied zum Strukturistischen Kunstwerk besteht darin, dass es umgekehrt auch individualisiert ist. Denn während das übliche kundengetreue Massenprodukt in der Regel anonymisiert gefertigt wird, entsteht ein jeweiliges Strukturistisches Bild durch ein künstlerisch identifiziertes Individuum, nämlich durch einen legitimierten Strukturisten oder eine legitimierte Strukturistin. Und diese stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten.
Die Strukturisten sind also gleichermassen Erzeuger als auch Nutzniesser ihrer Produkte. Sie handeln diese materiellen Sachwerte zum Einen unter sich, aber durchaus auch ausserhalb der eigenen Gemeinschaft. Dabei werden die Strukturistischen Bilder nicht spekulativ gehandelt. Ihr Wert wächst somit indexiert, kontrolliert und stetig (unabhängig davon, wer das Werk gefertigt hat). Das entspricht gewissermassen der Planwirtschaft, bleibt aber dennoch personifiziert.
Der Begründer des Strukturismus bzw. der praktischen Ausrichtung davon, der Strukturistischen Kunstlehre, Felix Stoffel, Nachfahre von Textilindustriellen, machte sich teils unbeabsichtigt, teils aber auch ganz bewusst, selbst zum Aussenseiter. Er entzog sich bereits früh dem normalen Trott einer vorgegebenen Karriere und verschaffte sich ebenfalls schon in Jugendjahren einen recht hohen Bekanntheitsgrad als Künstler.
Doch geriet er damit zunehmend in die Fänge des spekulativ orientierten Kunstmarkts. Diesen Kunstmarkt erlebte er unter anderem auch in der luxuriösen Galerie, die damals seinem Vater gehörte und von seinem Bruder geführt wurde. Dort wurden arrivierte Künstler, wie etwa Max Bill, exklusiv ausgestellt und hie und da lukrativ gehandelt.
Diese abgehobene Kunst stand für ihn in krassem Gegensatz zu den vielen Künstlern, die er im Laufe der Zeit kennen gelernt hatte und die oft abgebrannt kaum wussten, wie sie am nächsten Tag etwas Butter aufs Brot bringen sollten.
In Anbetracht der zahlreichen Unterstützungen, die er gesellschaftlichen Aussenseitern (insbesondere eben auch erfolglosen Künstlern oder sonstigen gestrandeten Existenzen) hatte zukommen lassen, begann er Mitte der 80iger Jahre nach einer Möglichkeit zu forschen, welche Hilfe zur Selbsthilfe gewähren sollte.
Über etliche Jahre entwickelte er eine spezielle Technik, die nicht nur einfach zu erlernen ist, sondern es erlaubt, sehr individuelle Bilder unter einem gemeinsamen, überall wieder erkennbaren Dach zu gestalten.
Dieses Strukturistische Konzept wird heute erfolgreich vom Dreiländereck des oberen Bodensees aus verbreitet. Von überall her zieht es künstlerisch interessierte Menschen, teilweise ohne jegliche Vorkenntnisse, aus allen möglichen Bereichen und jeden Alters an. So entstehen bereits tausende von Bildern, sämtlich von eigenständigen Charakteren erzeugt und dennoch alle unter dem gleichen Label der Strukturisten sichtbar gemacht.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene finden sich in diesem volksnah ausgerichteten Handwerk und beweisen damit den, sowohl sozialen als auch wirtschaftlichen Anspruch, dass es eine Kunst vom Volk, fürs Volk und im Volk braucht. Dies geschieht völlig unabhängig vom gängigen Kunstverständnis, vom akademischem Dünkel und vom Gehabe des spekulativen Kunstmarkts.
Nicht umsonst bezeichnet sich Felix Stoffel gerne scherzhaft als ‘McDonalds der Kunst’. Doch verkennt er zu keiner Zeit die Ernsthaftigkeit seines revolutionären Ansinnens, einen Gegenpol zum bald vollends herrschenden Infoismus zu schaffen. Der enorme Zulauf bestätigt dies. Offenbar ist die Zeit reif dafür! (Ende)
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Malaysia will “grünen Wohlstand” erreichen
21.5.2011 von zaro.
Politik forciert IT-Offensive und nachhaltige Technologie
Kuala Lumpur/New York - Malaysia möchte der Welt vorzeigen, wie man in kurzer Zeit die Armut besiegt und dabei Nachhaltigkeit praktiziert. 42 Experten - darunter US-Ökonom Jeffrey Sachs, Weltklimarats-Chef Rajendra Pachauri, der Verleger Steve Forbes sowie zwei Nobelpreisträger - legen derzeit in New York die Marschroute zu diesem Ziel fest. “Der Plan lautet, dass Malaysia bis 2020 sein BIP pro Kopf von derzeit 6.700 auf 15.000 Dollar steigert - und zwar auf einem nachhaltigen Weg”, erklärt Abdul Hamid Zakri, der wissenschaftliche Berater des malaysischen Premierministers Najib Razak, im pressetext-Interview.
Absprung von Dritter Welt in die Erste
Derzeit zählt der Staat in Südostasien zu den Ländern mit mittlerem Einkommen, billiger Arbeitskraft und Abhängigkeit von Exporten. In den Landregionen kämpft Malaysia mit der Zersiedelung seiner 27 Mio. Einwohner und Lücken in der Strom- und Wasserversorgung, während in der Hauptstadt Kuala Lumpur das Verkehrschaos ein Hauptproblem ist. Mit dem Ausbau der Infrastruktur und einer Liberalisierung des Finanzmarktes hat die nun seit zwei Jahren amtierende Regierung den Einbruch an Fremdinvestitionen abgefedert. Weit ehrgeiziger sind jedoch die Pläne, die man mit internationaler Expertenhilfe in Zukunft verwirklichen will.
Smart Citys als Jobmotor
Drei Projekte sollen schon in den nächsten beiden Jahren starten, berichtet Zakri. “Zunächst wollen wir die Idee der Smart Cities in Städten und Dörfern umsetzen. Mit Hightech-Infrastruktur werden dabei Wasser, Energie, Verkehr und Kommunikation koordiniert. Die Bildung wird durch E-Learning verbessert, die Gesundheitsvorsorge Internet-gestützt und die Effizienz im Energieeinsatz steigt damit.” Diese Entwicklung sei auch ein Jobmotor für die IT-Branche, auf die sich Malaysia künftig noch mehr spezialisieren will.
Als zweiten Schwerpunkt bezeichnet der Berater die Förderung grüner Technologien. Hier wolle man vor allem die Stärke Malaysias im Bereich der Palmölproduktion und -verarbeitung ausbauen. “Hier geht es darum, mehr Effizienz zu erreichen, etwa indem auch die organischen Abfälle zu Biomasse verarbeitet werden”, so Zakri. Ob die boomende Palmölproduktion nachhaltig gestaltet werden kann, stellten Kritiker bisher infrage (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20090911034 ), doch steht in Malaysia auch die Wiederbewaldung auf der Agenda. Als drittes Großprojekt nennt der Experte eine Wissenschaftsinitiative unter Einbindung heimischer Universitäten.
Modell für Nachahmer
Das “grüne Wirtschaftsmodell” Malaysias beruht vor allem auf einem Engagement des Privatsektors, der 90 Prozent der Kosten tragen wird, während der Staat laut Zakri rund acht Prozent für den Ausbau der Infrastruktur beisteuern wird. “Das Malaysia der Zukunft basiert auf Wissen und bietet den Staatsbürgern deutlich bessere Lebensbedingungen. Ziel ist auch, damit den anderen Entwicklungsländern einen möglichen Pfad aufzuzeigen und den heutigen Industrienationen zu zeigen, dass Wohlstand auf nachhaltigere Weise erreichbar ist als bisher üblich”, so der Wissenschaftler. Ob und wie die Pläne umgesetzt werden, wird sich zeigen. (Ende)
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Ist Alkohol wirklich besser als ein Softdrink, Frau Dyckmans?
21.5.2011 von zaro.
Offener Brief an die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (FDP)
Mils,Tirol/Berlin - Sehr geehrte Frau Dyckmans,
in einem Artikel der BZ http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/unbedenklich-hanf-tee-im-automaten-article1185176.html stellen Sie diverse Mutmaßungen über unser Produkt CSWISS an, die jeder Grundlage entbehren. Weil auf der Dose ein Hanfblatt abgebildet ist, mutmaßen Sie gemeinsam mit sogenannten Experten, ob es sich bei unserem tollen und alkoholfreien Erfrischungsgetränk um eine Einstiegsdroge handelt und ob der Tee Haschischraucher zu mehr Konsum anspornen könnte. Diese Aussagen disqualifizieren sowohl den befragten “Experten” als auch Sie als Drogenbeauftragte der Bundesrepublik.
Doch wir möchten nun für Sie Licht ins Dunkel bringen. Produziert wird CSWISS in Österreich seit 2003 bei der steirischen Landesgenossenschaft Ennstalmilch. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Österreich eines der weltweit strengsten Lebensmittelgesetze hat und dieses Produkt selbstverständlich in Österreich und in Europa unzählige Male analysiert, getestet und geprüft wurde und wird. Da Sie aber über diese Umstände bestens informiert sind, können wir nur vermuten, dass Sie auf unsere Kosten politisches Kapital schlagen wollen. Das dürfte aber Aufgrund der nachstehenden Erklärungen (Aufklärung) schwierig werden.
Hanf in Deutschland
Weltweit, so auch in Deutschland, feiert der Hanf eine Renaissance. Und fast zu allen Lebensbereichen findet die Nutzpflanze Zugang. In der Textilindustrie, bei Ernährung und sogar in der Medizin wurde Hanf wiederentdeckt. Allein Deutschland verfügt über Anbauflächen von 1300 Hektar.
Aber deshalb steigt weder der Anteil der Drogenkonsumenten noch wird zu mehr Rauch angeregt. Derzeit ist sogar das Gegenteil der Fall, wie Ihr eigener Drogenreport zeigt. Der Cannabiskonsum als Droge in Deutschland ist rückläufig und das ist gut so.
Gesundheitsfördernde Eigenschaften statt THC
Wir verwenden für unsere Produkte einerseits Hanfsamen denen aufgrund ihres Fettanteils gesundheitsfördernde Eigenschaften für den Menschen zugeschrieben werden. Hanföl enthält z.B. die in Ölen nur selten vorkommende Gamma-Linolensäure, die u.a. Neurodermitis, rheumatoide Arthritis und das prämenstruelle Syndrom lindern kann.
Das von Ihnen angesprochene Getränk andererseits besteht aus Schwarztee, Hanfblütensirup, Zucker, Zitronensaft, Schwarzteeextrakt. In CSWISS und in unserem neuen Chillout Energydrink “Chillo” ist selbstverständlich keine psychoaktive Substanz enthalten. Es handelt sich also keinesfalls um ein mit THC angereichertes Getränk, sondern einfach um eine ganz besonderes - und möglicherweise gesundheitsförderndes - Erfrischungsgetränk mit der besonderen Note.
Falsches Signal an Kinder und Jugendliche
Die Frage, die sich uns stellt, Frau Dyckmans, ist, wer eigentlich “ein falsches Signal an Kinder und Jugendliche” sendet: Unser Hanf-Eistee, wie von Ihnen behauptet, oder nicht vielmehr Sie selbst? In diesem Zusammenhang möchten wir Sie an Ihre Aussagen beim Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure erinnern. Das Internet vergisst nie: Alkoholkonsum gehöre nun mal zur Kultur dazu und sei “aus unserem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken”, zitierte Sie damals die taz.
Meinen Sie nicht auch, dass - angesichts der zunehmenden Zahl von “Komasäufern” bei gleichzeitig stark rückläufigem Cannabis-Konsum - die gesellschaftliche Akzeptanz der Volksdroge Nr. 1, dem Alkohol, problematischer ist, als ein Hanf-Blatt auf einem Softdrink? Möchten Sie an unsere Jugend im Sinne der Alkoholindustrie, das Signal senden, dass es zu unserer Kultur gehört sich zu besaufen und das diese Art der Bewusstseinsvernichtung der Entwicklung unserer Gesellschaft zuträglich ist? Jedem verantwortungsbewussten Elternteil eines Jugendlichen kann es wohl nur Recht sein, wenn der/die Jugendliche einen Softdrink mit einem Hanfblatt konsumiert, als ein Getränk das Alkohol enthält.
Richtigstellung
CSWISS, aber auch alle anderen Produkte von SEAGULL haben nichts mit Drogen zu tun. Sie enthalten auch keine suchtfördernden Substanzen, sondern diverse Ingredienzien, die bewiesenermaßen dabei helfen können einen gesunden Lebensstil zu führen.
Sollten Sie weiterführende Informationen zum Thema Hanf benötigen so möchten wir Ihnen die Website www.hempopedia.com empfehlen.
Selbstverständlich sind wir auch jederzeit gerne bereit Ihre Fragen telefonisch zu beantworten.
Pause machen, Chillo trinken.
Wir meinen, dass Sie sich in Ihrem wichtigen Kampf gegen den Drogenkonsum in der Gesellschaft auf die wirklich dringenden Angelegenheiten konzentrieren sollten. Und falls Sie angesichts des vielen Stresses bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit einmal eine Auszeit brauchen: “In der Ruhe liegt die Kraft! Pause machen, Chillo trinken.”
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