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Archiv der Kategorie Pressebericht

Schule ist beste Medizin für Flüchtlinge

Positiver Effekt schon bei wenigen Wochenstunden Unterricht

Kopenhagen - Schon wenige Stunden Schulunterricht pro Woche bringen Flüchtlingskindern langfristige Vorteile für ihre Gesundheit, die bis ins Erwachsenenalter und in die nächste Generation reichen. Das haben Forscher der Universität Kopenhagen ermittelt. “Flüchtlingskinder leben in einer Welt voller Chaos und Unsicherheit. Bildung gibt Struktur und Hoffnung. Sie ermöglicht ihnen zudem, Erwachsene zu werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen”, berichtet die Studienleiterin Tania Draebel von der Copenhagen School of Global Health http://globalhealth.ku.dk im Interview.

Mehr Selbstverantwortung

Draebel untersuchte 220 schwangere Frauen, die ihre Kindheit in sudanesischen Flüchtlingslagern verbracht hatten. Zu den größten Gesundheitsgefahren dieser Gruppe gehört Malaria, da sich werdende Mütter häufig mit bestimmten Formen der Krankheit infizieren und an die ungeborenen Babys weitergeben.

Auf der Suche nach Schutzfaktoren stieß Draebel unverhofft auf den Schulbesuch. “Gebildete und ungebildete Mütter verhalten sich völlig anders gegenüber Malaria. Wer als Kind in der Schule war, verwendet fünfmal eher Moskitonetze, nimmt 2,5-mal eher Malaria-Medikamente und geht bei Verdachtssymptomen dreimal eher zum Arzt.” Sozio-ökonomische Störfaktoren sind dabei schon berücksichtigt.

Positiv-Spirale

Dabei war die Schule der Frauen kaum mit jener in Europa vergleichbar, betont die Forscherin: “Die Klassenräumen waren bloß in Zelten oder Hütten improvisiert und der Unterricht fand nur sehr unregelmäßig und oft nur wenige Monate pro Jahr statt. So lückenhaft diese Bildung auch war, sie zeigte dennoch bereits große Vorteile. Mit sehr wenigen Ressourcen erreicht man erstaunlich viel.”

Draebel sieht das Ergebnis als “Positiv-Spirale” der Entwicklung, die in der Flüchtlingshilfe und der Unterstützung von internen Vertriebenen stärker berücksichtigt werden sollte. “Kinder reflektieren die Zuwendung des Lehrers, so schwierig auch die Umstände sind, und machen daraus etwas Positives. Sie treten dabei aus der Opferrolle und entdecken ihre Möglichkeiten, die Welt selbst mitzugestalten. Das stärkt sie mental im Leben”, so die Interpretation der Forscherin. (Ende)

Multitasking fördert soziale Störungen

Videochats können Face-to-Face-Kommunikation nicht ersetzen

Stanford - Das dauernde Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen digitalen Gerätschaften und Kommunikationsformen erhöht bei Teenagern die Wahrscheinlichkeit, in späterer Folge soziale Störungen zu entwickeln. Dies gilt zumindest für junge Mädchen im Teenageralter, wie aus einer aktuellen Studie der Universität Stanford http://www.stanford.edu hervorgeht. Demnach erhöht sich mit dem Ausmaß der “Multitasking-Verliebtheit” der Nutzerinnen auch gleichzeitig das Risikopotenzial in Hinblick auf soziale Störungen. Eine weitere wichtige Erkenntnis: Videochat-Programme wie Apples FaceTime können eine echte Interaktion mit Menschen nicht ersetzen.

“Kinder müssen Emotionen und Mitgefühl lernen, indem sie sehr aufmerksam auf andere Personen achten”, stellt Clifford Nass, Professor für Kommunikation an der Stanford University, gegenüber CNN klar. In diesem Zusammenhang sei es nicht ausreichend, sich auf digitale Kanäle wie Videochats zu verlassen. “Wer die direkte Face-to-Face-Kommunikation meidet, läuft Gefahr, kritische Dinge, die man lernen muss, nicht mitzubekommen”, betont Nass. Ein besonders wichtiger Aspekt hierbei sei etwa der Augenkontakt, der aber keinesfalls nur virtuell, sondern auch real erfolgen muss, so Nass.

Risikofaktor Multitasking

Bei seiner Untersuchung hat der Wissenschaftler und Kommunikationsexperte insgesamt 3.461 US-amerikanische Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für soziale Störungen bei den jungen weiblichen Nutzern durch besonders häufiges Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Kommunikationskanälen deutlich erhöht wird. Dies gilt sowohl für Multitasking mit mehreren Endgeräten wie TV, Computer oder Handy als auch für den Wechsel zwischen unterschiedlichen Webdiensten wie Facebook, Twitter oder YouTube.

“Schockierende” Ergebnisse

Die zu Tage geförderten Resultate bezeichnet Nass, der im Laufe seiner bisherigen Karriere bereits für viele namhafte IT-Unternehmen - unter anderem Google und Microsoft - als Berater tätig gewesen ist, als “schockierend” und “beunruhigend”. Obwohl die Studie nur mit Mädchen durchgeführt worden ist, sollen die gefundenen Ergebnisse auch für Jungen Gültigkeit haben. “Die emotionale Entwicklung von jungen Burschen ist schwieriger zu analysieren, weil sie in einem weitaus größeren Ausmaß und über einen längeren Zeitraum variiert”, merkt Nass an.

Für den Professor aus Stanford ist dies nicht die erste Analyse zum Thema Multitasking. Schon vor einigen Jahren sorgte er mit einer Studie für Aufregung, die das übermäßige Hin- und Herwechseln auch bei erwachsenen Usern mit der Entstehung von kognitiven Störungen in Verbindung brachte. (Ende)

Sozialkontakte halten Gehirn in Schwung

Lernprozesse im Alter brauchen Austausch und Anregung

Bochum - Wer sich viel bewegt und unter die Leute geht, betreibt damit Fitness-Training für das Gehirn. Selbst im Alter bleibt die Lernfähigkeit unter diesen Voraussetzungen sowie bei anregender Umgebung auf hohem Niveau bestehen, berichten Gehirnforscher der Universität Bochum http://rub.de . Die Ergebnisse kommen aus der Mäuseforschung, vergleichbare Studien legen jedoch Zusammenhänge zum menschlichen Gehirn nahe.

Gruppe erhöht Lernleistung

Die Forscher um den Neurophysiologen Arne Buschler setzten Mäuse teils in Standardkäfige, teils in Boxen, die mit Röhren, Laufrädern, Bällen und anderem Spielzeug ausgestaltet waren - teils alleine, teils mit Artgenossen. Dazu beobachteten sie regelmäßig die Aktivität der Nervenzellen im Hippocampus, der für das Langzeit-Gedächtnis verantwortlichen Gehirnregion. Geprüft wurde, wie sehr sich diese Zellen an die Weitergabe kleiner elektrischer Signale anpassen konnten.

Bereits in den zwei Testwochen zeigte sich: Soziale Kontakte und Bewegung lassen die Nervenzellen besser kommunizieren. Diese “Langzeitpotenzierung” war dann besonders stark, wenn sich mehrere Tiere in einer anregenden Umgebung aufhielten. Laut Buschler decken sich die Ergebnisse mit Studien Bochumer Neuroinformatikern bei älteren Tanzkurs-Besuchern: Auch hier treffen die günstigen Faktoren Sozialkontakte und körperliche Bewegung zusammen.

Emotionen steuern mit

Göttinger Forscher sehen auch andere wichtige Faktoren für die Agilität des Gehirns: Der emotionale Bezug zu Lerninhalten - im günstigsten Fall Begeisterung - spielt eine wesentliche Rolle. Erst dadurch ist es etwa Taxifahrern möglich, sich zigtausend neue Straßennamen einer Stadt einzuprägen. Angst und Stress schädigen hingegen den Hippocampus und machen vergesslicher).

Originalartikel unter http://www.rub.de/rubin

(Ende)

Leckere Bilder erzeugen Hunger

Auch äußere Reize steuern Essverhalten

München - Forscher haben erstmals nachgewiesen, dass schon der Anblick von Köstlichkeiten Appetit macht. Eine Studie an gesunden jungen Männern belegt, dass sich die Menge am neurosekretorischen Eiweißhormon Ghrelin im Blut durch die optische Stimulation mit Bildern von Nahrungsmitteln erhöht. “Normalerweise misst der Körper permanent, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist - so entsteht Hungergefühl”, sagt Barbara Meyer vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie http://mpipsykl.mpg.de gegenüber zaronews.

Werbung beeinflusst Gewicht

Als Hauptregulator steuert das Hormon Ghrelin das Essverhalten und die Verdauung. Der Erhebung nach nehmen sowohl physiologische Mechanismen als auch Umweltfaktoren Einfluss auf die Nahrungsaufnahme. Allgegenwärtige Bilder von appetitanregenden Lebensmitteln in Werbung und Medien könnten zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevölkerung beitragen, vermuten die Forscher.

Die Arbeitsgruppe um Axel Steiger ging den molekularen Prozessen zur Steuerung der Nahrungsaufnahme auf den Grund. Untersucht wurde die körperliche Reaktion auf das Bildbetrachten. Auf einem Teil der Bilder waren gut schmeckende Speisen dargestellt, auf einem anderen Teil der Bilder nicht essbare Dinge. Gemessen wurden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut, die an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, wie Ghrelin, Leptin und Insulin. Ein Anstieg der Ghrelin-Konzentration auf optische Reize wurde gemessen.

Mehr Ghrelin bei Köstlichkeiten

“Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschüttung von Ghrelin ins Blut zur Regulation der Nahrungsaufnahme auch durch äußere Faktoren gesteuert wird. Unser Gehirn verarbeitet also diese optischen Reize, und ohne willentliche Kontrolle werden die körperlichen Prozesse gestartet, die unser Appetitempfinden steuern”, sagt Petra Schüssler, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut.

Dieser Mechanismus könnte Menschen dazu verleiten, bereits zwei Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu verzehren. Sie empfiehlt daher Menschen mit Gewichtsproblemen, den Anblick von Bildern appetitlicher Lebensmittel möglichst zu vermeiden.
(Ende)

Costa Concordia: Arge Fehler bei Evakuierung

Kapitän muss außer riskantem Kurs auch zu späte Rettung verantworten

Rostock/Wien - Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia” ist eine Verkettung gleich mehrerer unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens. Doch nicht nur das Auflaufen auf einen Felsen vor der Küste der mittelitalienischen Insel Giglio wird Gegenstand intensiver Untersuchungen sein, sondern auch grobe Missstände der Evakuierung, die Mitschuld am Tod von fünf Passagieren haben dürfte. Zu diesem Schluss kommen Experten für Schiffssicherheit gegenüber pressetext.

Der 114 .000 Bruttoregistriertonnen (BRT) große Luxusliner hielt am Freitagabend aus bisher noch ungeklärten Gründen einen zu engen Kurs mit der Küste und schrammte dabei einen Felsen. Der Rumpf riss auf einer Länge von fast 70 Metern, worauf das Schiff kenterte und derzeit nur noch mit der Backbordseite sowie mit Aufbauten aus dem Wasser ragt. Fast alle der 3.000 Touristen und 1.000 Besatzungsmitglieder wurden gerettet, fünf starben jedoch - teils nach dem Ausbruch von Panik und Selbstrettungsversuchen. 15 Personen werden derzeit noch vermisst.

Katastrophale Rettung

Der Kapitän Francesco Schettino wird sich außer für den haarsträubenden Kurs seines Schiffes auch für die schlechte Evakuierung verantworten müssen, betont Dirk Sedlacek, Leiter des Instituts für Sicherheitstechnik und Schiffssicherheit http://schiffssicherheit.de , im Presse-Interview. “Grundsätzlich gilt bei Schiffsunglücken die Regel, dass die Reisenden und die Besatzung innerhalb von 60 Minuten von Bord gehen müssen. Bei derartigen Schiffsgrößen ist dies schwierig, weshalb man oft versucht, den nächsten Hafen aus eigener Kraft zu erreichen. Der Kapitän hätte gleich wissen müssen, dass dies nicht möglich war, da mehr als zwei wasserdichte Abteilungen überflutet waren.”

Aufgrund der enormen Schiffsgröße bezeichnet es Sedlacek als “nachvollziehbar”, dass an Bord Unruhe und Panik ausbrach. “Schließlich fehlte es auch an Booten und Flößen zur Rettung. Normal können diese 125 Prozent der an Bord befindlichen Menschen aufnehmen, doch sobald ein Schiff mehr als 20 Grad Schlagseite bekommt, kann die Hälfte der Rettungsmittel nicht mehr zu Wasser gelassen werden.”

Druck auf Personal wächst

Grundproblem der heutigen Schiffsbesatzungen ist es, dass sie den Notfall meist nur aus Simulationen kennen. Die Vorbereitung für den Ernstfall ist gut, betont der Schiffsicherheits-Experte. “Mindestens alle fünf Jahre machen die Schiffsoffiziere und Besatzungsmitglieder, die für die Evakuierung verantwortlich sind, zusätzlich zu laufenden Schulungen ein dreitägiges Notfalltraining nach internationalen Vorschriften. Künftig dürfte jedoch noch mehr Druck auf die Qualifizierung und Ausbildung des Personals liegen”, vermutet Sedlacek.

Kreuzfahrten sind sicher

Vertreter der Branche, glauben nicht an einen Buchungseinbruch im boomenden Kreuzfahrt-Geschäft. “Die Kreuzfahrt hat über 90 Mio. Touristen jährlich, und Unfälle gibt es kaum. Sie gehört damit zu den sichersten Reiseformen überhaupt, was es nun stärker zu vermitteln gilt”, urteilt Manfred Jägersberger-Greul, Geschäftsführer von Caravelle Seereisen http://www.caravelle.at , auf Anfrage. Eine “rasche, lückenlose Aufklärung” sei nicht nur im Interesse des Schiffsbetreibers Costa und der Versicherungen, sondern auch der gesamten Branche.

Eine Einschätzung, die auch Hansjörg Kunze, Vice President Marketing & Communication der Aida Cruises http://aida.de , teilt. Aida ist als Tochter der Carnival Corp. die deutsche Schwester der italienischen Costa-Reihe. “Vorerst muss man mit ganzer Kraft vor Ort handeln und die Folgen des Unglücks vor allem für die Reisenden und die Schiffsbesatzung minimieren. An Bord gelten höchste Sicherheitsstandards. Welche Konsequenzen die Branche in die Wege leitet, entscheidet sich erst nach genauer Klärung des Hergangs”, so der Experte gegenüber der Presse.

Kein Unterwassermuseum

Über das weitere Schicksal der Costa Concordia gibt es bisher nur Spekulationen. Versucht wird derzeit, die 2.400 Tonnen Dieselöl im Schiffstank abzupumpen, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Die Chancen auf die Hebung des Schiffes stehen schlecht. “Es ist mit seinen 291 Metern zu groß, und auch ein Abdichten ist wegen der Größe des Lecks kaum möglich”, so Sedlacek. Gelingt das Stabilisieren nicht, dürfte der Luxusliner auf tiefere Gewässer abrutschen und sinken. “Vielleicht wird man das Wrack zersägen und die Einzelteile bergen, besonders wenn sonst der Schiffsverkehr gestört ist.” (Ende)

Internetsucht verändert Gehirn nachhaltig

Neurale Verbindungen zwischen verschiedenen Arealen gestört

Wuhan - Websüchtige zeigen ähnliche Veränderungen des Gehirns wie Menschen, die von Drogen oder Alkohol abhängig sind. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Studie der Chinese Academy of Sciences http://english.cas.cn . Das Team um Hao Lei scannte die Gehirne von 17 jungen Abhängigen und fand Veränderungen in ihrer Gehirnstruktur. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die in Plos One http://plosone.org veröffentlichten Forschungsergebnisse zu neuen Behandlungsansätzen für Suchtverhalten führen können.

Weiße Substanz verändert

Internetsucht ist eine klinische Erkrankung, die durch einen außer Kontrolle geratenen Internetkonsum charakterisiert wird. Insgesamt untersuchten die Forscher die Gehirne von 35 Frauen und Männern zwischen 14 und 21 Jahren. Bei 17 wurde ein Internet-Abhängigkeits-Syndrom (IAS) festgestellt.

Grundlage für die Diagnose waren Fragen wie: “Haben Sie wiederholt erfolglos versucht, Ihren Internetkonsum zu kontrollieren, zu reduzieren oder zu beenden?” Spezialisierte Gehirnscans zeigten bei den als internetsüchtig diagnostizierten Teilnehmern Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns, also jenem Bereich, der Nervenfasern enthält.

Störungen bei Nervenfasern

Laut den Wissenschaftlern gab es Hinweise auf eine Störung der Verbindungen der Nervenfasern, die Gehirnbereiche miteinander verbinden, die mit Gefühlen, dem Treffen von Entscheidungen und der Selbstkontrolle in Zusammenhang stehen. Gunter Schumann vom King’s College London http://kcl.ac.uk erklärt, dass ähnliche Forschungsergebnisse auch bei Menschen vorliegen, die nach Computerspielen süchtig sind. Erstmals zeigten zwei Studien Veränderungen in den neuralen Verbindungen zwischen Bereichen des Gehirns und der Gehirnfunktion. (Ende)

Armut: Europa profitiert von Ungerechtigkeit

Philosophin plädiert für Verantwortung im Handelssystem

Bochum - Die Bochumer Philosophin Corinna Mieth nimmt im Umgang mit Armut eine neue Position ein. Über ihre Thesen berichtet sie in der Jubiläumsaugabe “20 Jahre Rubin”, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität http://ruhr-uni-bochum.de . Auf der einen Seite wird in der Philosophie argumentiert, dass die Menschen in den reichen Industrienationen in der Pflicht stehen, den Armen der Welt zu helfen. Danach sind die Bürger etwa in Europa oder Nordamerika sind mitschuldig an der Armut der Entwicklungsländer. Schließlich hätten diese Regierungen gewählt, die internationale Entscheidungen treffen.

Schuld des Einzelnen

“Ich weise die Annahme zurück, dass wir zur Armut in der Welt beitragen, wir tragen als Individuen keine Schuld, aber wir profitieren von den ungerechten Verhältnissen”, sagt Mieth im Presse-Interview. Naturkatastrophen und Hungersnöte beherrschen die Medien. Welche Verantwortung und Verpflichtung etwa EU-Bürger gegenüber den Armen in Somalia oder Burundi haben, fragt sich Mieth.

Ausgangspunkt für ihre Überlegungen ist die These der Philosophen Peter Singer und Thomas Pogge: Unsere Pflichten gegenüber den von gravierender Armut betroffenen Menschen seien viel weitreichender, als wir gemeinhin vermuten. Singer stellt die Analogie auf, dass es unsere Pflicht ist, den Armen genauso zu helfen wie einem Kind, das in einem Teich zu ertrinken droht. Genauso wie wir ins Wasser springen würden, um das Leben des Kindes zu retten, müssten wir Teile unserer Güter abgeben, um den lebensbedrohlichen Hunger zu stillen.

Kriterien über Fragenkatalog

Dieser Vergleich habe Schwächen, versucht die Philosophin Mieth anhand zweier detaillierter Gegenthesen zu belegen. Unter anderem stellt sie Kriterien auf, die den Grad einer Hilfspflicht definieren: Wie schwer ist die Notlage des Betroffenen? Bin ich in der Lage, direkt zu helfen - oder ist Hilfe nur indirekt über eine Organisation möglich? Ist die Hilfe zumutbar, und hat sie auch Aussicht auf Erfolg? Mit Hilfe dieses Fragenkatalogs entkräftet Mieth zwar die These von Singer und Pogge, dass es eine starke Hilfspflicht ist, Geld für Arme zu spenden.

Gleichzeitig liefert sie spannende Lösungsansätze und Strategien, wie die reiche Bevölkerung dennoch dazu angeregt werden kann, sich über ihre Pflichten hinaus zu engagieren. Man könne vom Einzelnen nicht fordern, was nicht zumutbar sei. Man könne nicht errechnen, wie hoch die individuelle Schuld des Individuums in der westlichen Welt sei. Untätig sollten die reicheren Weltbürger nicht sein: “Wir haben eine gewisse Verantwortung für unseren individuellen Handelsspielraum”, sagt Mieth. (Ende)

Brustvergrößerung mit Stammzellen sichere Alternative zu Silikon

Wien - Stammzellangereichertes Eigenfett ermöglicht nachhaltige Brustvergrößerung mit körpereigenem Gewebe

Es ging durch alle Medien: Eine französische Firma verkaufte jahrelang mangelhafte Silikonimplantate, die häufig platzen und möglicherweise Krebs verursachen. Weltweit sind mehr als 100.000 Frauen betroffen. Sie stehen nun vor der Wahl, ihre Implantate vorsorglich entfernen zu lassen oder eine “Zeitbombe” in ihrem Körper zu tragen. Die Brustvergrößerung mit Stammzellen bietet eine innovative sichere Alternative zu Silikonimplantaten.

“Körpereigenes Fettgewebe ist verträglicher als Silikon und eignet sich hervorragend zur narbenfreien, völlig natürlich aussehenden Vergrößerung der Brust sowie zum Brustaufbau nach Entfernung von Silikonimplantaten oder Tumoren”, sagt DDr. Karl-Georg Heinrich, Experte für ästhetische und regenerative Stammzelltherapien aus Wien. Seine Ordination Clinic DDr. Heinrich® erfüllt seit 2007 Patientinnen aus aller Welt ihren Wunsch nach einem volleren Dekolletee ohne Silikon und Narben.

Wie alle anderen zugelassenen Silikonimplantate waren auch die fehlerhaften französischen Implantate CE-zertifiziert. Die Mängel dieser Brustimplantate blieben dem freien Auge verborgen. Doch selbst die besten Silikonimplantate stellen nur eine vorübergehende Lösung zur Brustvergrößerung dar. So empfehlen kosmetische Chirurgen, die Silikonimplantate verwenden, allen Patientinnen einen Tausch der Implantate jeweils nach zehn Jahren.

Bei der Brustvergrößerung mit Stammzellen hingegen ist in der Regel nur ein Eingriff in örtlicher Betäubung notwendig, um eine nachhaltige Vergrößerung der Brust zu erzielen. Das für die Brustvergrößerung verwendete Eigenfett wird schonend durch eine Fettabsaugung mit patentierten Mikrokanülen gewonnen. Nach der Anreicherung mit körpereigenen Stammzellen wird das stammzellangereicherte Eigenfett mit feinen Injektionsnadeln in die Brust injiziert.

Neben der Brustvergrößerung und dem Stammzell-Facelift wird in der Ordination Clinic DDr. Heinrich® stammzellangereichertes Eigenfett zur Körperformung an Po, Hüften, Oberschenkel und Waden sowie zur Dellenkorrektur und Hautverjüngung angewendet.

Nähere Informationen: http://ddrheinrich.com/brustvergroesserung-stammzellen

Armut beeinflusst Größe von Kindern

Sozialer Status der Eltern wirkt sich auf die Gesundheit aus

Tübingen - Der soziale Status der Eltern wirkt sich auf die Gesundheit und schließlich auch auf die Körpergröße von Kindern aus, wie die Forscher Jörg Baten von der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de und Andreas Böhm vom Landesgesundheitsamt Brandenburg http://www.lasv.brandenburg.de in einem Forschungsprojekt zeigen. Dass die Körpergröße ein Indikator für die Qualität der medizinischen Versorgung und Ernährung sein kann, ist bekannt. Betrachtet man die großen Hungersnöte und Versorgungsengpässe ausgelöst durch Kriege und Naturkatastrophen in den vergangenen Jahrhunderten, so ist zu beobachten, dass die davon betroffenen Menschen deutlich kleiner sind als Menschen aus Regionen, in denen eine normale Versorgung besteht.

Breite genetische Streuung

“In den Entwicklungsländern sind die Unterschiede von Körpergröße und sozialer Stellung gravierender - dass dieses Phänomen eine wohlhabende Gesellschaft betrifft, ist jedoch neu”, sagt Baten im Presse-Gespräch. Die Forscher zeigen, dass es keiner großen Kriege bedarf, dass Menschen unterversorgt sind und damit auch weniger wachsen als andere. Dabei ist zu beachten, dass diese Körpergröße als Indikator nur für Durchschnitte einer großen Anzahl von Körpergrößen gilt. Die geringe Körpergröße eines einzelnen Menschen sagt nichts über das Wohlergehen aus, weil es eine breite genetische Streuung gibt. “Auf der individuellen Ebene sagen die Ergebnisse nicht viel aus. Eltern mit kleinen Kindern sollen nicht beunruhigt sein”, betont Baten.

Untersucht wurde das Wachstum von Kindern aus dem Bundesland Brandenburg. Die Wissenschaftler ermittelten, inwiefern etwa Arbeitslosigkeit das Wachstum von Kindern in dem Zeitraum 1994 bis 2006 beeinflusst. Die Daten im Zuge der Einschulung von Erstklässlern erhoben. Dabei konnte die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht von über 250.000 Kindern dokumentiert werden. Es wurden auch sozioökonomische Daten erfasst, wie der berufliche Status der Eltern, deren Ausbildungsniveau sowie die Anzahl der Kinder und Erwachsenen, die im Haushalt leben. Baten und Böhm konnten zeigen, dass die Arbeitslosigkeit der Eltern einen signifikant negativen Einfluss auf die Körpergröße ihrer Kinder hat.

Rolle der Abwanderungsrate

Dabei scheint ein geringeres Einkommen eine weniger bedeutende Rolle zu spielen als der psychologische Stress und die Frustration der Eltern durch ihre Arbeitslosigkeit. Diese Faktoren könnten zu einer Vernachlässigung der Kinder bezüglich ihrer Versorgung führen. Auch die Abwanderungsrate aus dem Bundesland wurde als Maß für die wirtschaftlichen Bedingungen eines bestimmten Gebiets gerechnet und steht in einem negativen Zusammenhang mit der Körpergröße der Kinder.

Die gebildetere Bevölkerungsschicht verlässt die Region wegen der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen. Zurück bleiben die weniger Gebildeten. Da gerade Familien mit gebildeten Eltern in der Regel mehr Wert auf eine gesunde Ernährung und medizinische Versorgung der Kinder legen, entwickeln sich diese besser und werden größer.

Von besonderer Bedeutung scheint insbesondere das Ausbildungsniveau der Mutter zu sein. Die Autoren stellten auch fest, dass Kinder von Alleinerziehenden bezüglich ihrer Körpergröße keinen Nachteil gegenüber Kindern aus Familien mit zwei Elternteilen aufweisen. Allerdings zeigt sich ein positiver Einfluss auf die Größe der Kinder, sobald drei oder mehr Erwachsene im gleichen Haushalt leben - wenn also Großeltern vor Ort sind, die die Versorgung der Kinder mit unterstützen. Insgesamt wurde die Körpergröße von Kindern aus Brandenburg in dem Zeitraum 1994 bis 2006 negativ durch die hohe Arbeitslosigkeit der Eltern beeinflusst. (Ende)

Affen wissen, wer wie viel weiß

Schimpansen erkennen den Informationsstand von Artgenossen

München - Frei lebende Schimpansen warnen unwissende Gruppenmitglieder vor Gefahren. Weniger informationsfreudig sind die Affen, wenn die Artgenossen schon alarmiert sind. Forscher am Max-Planck-Institut (MPI) für evolutionäre Anthropologie in Leipzig http://www.evolbio.mpg.de und der University of St. Andrews in Großbritannien http://www.st-andrews.ac.uk haben Schimpansen in Uganda beobachtet und dabei herausgefunden, dass diese erkennen, wer über welches Wissen verfügt. “In Gruppen lebende Tierarten verfügen über solche Informationsmechanismen, weil die Gruppe eine Leistung für das Leben des Einzelnen bringt - da hat die Natur etwas Hervorragendes herausgebracht”, sagt Christina Beck, Wissenschaftlerin vom MPI, gegenüber der Presse.

Informationen mit anderen teilen

Viele Tiere stoßen in Gegenwart von Raubtieren oder anderen Gefahren Alarmrufe aus. Dies geschieht häufiger bei Anwesenheit von verwandten oder befreundeten Tieren. Bisher gab es jedoch keine Belege dafür, dass Schimpansen dabei auch den Wissensstand anderer Gruppenmitglieder berücksichtigen. Die Forscher konnten beobachten: Die Schimpansen gaben Alarmrufe zur Warnung vor einer Giftschlange häufiger in Gegenwart von unwissenden als in Gegenwart von bereits informierten Gruppenmitgliedern. Neue Informationen mit anderen zu teilen, ist ein wichtiger Schritt auf dem evolutiven Weg zur Sprache, den der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse vermutlich bereits vor sechs Mio. Jahren beschritten hat.

Die Fähigkeit zu verstehen, was ein Anderer weiß oder glaubt, besitzt vermutlich nur der Mensch. Verschiedene Studien über das Wissen um das Bewusstsein anderer, fanden bislang jedoch nur mit Zootieren statt. Die Wissenschaftler kamen zu kontroversen Ergebnissen. Meist war dabei unklar, ob Schimpansen die Aufgabe nicht lösen konnten oder diese nicht verstanden - ein Problem, das bei frei lebenden Schimpansen in ihrem natürlichen Umfeld nicht besteht. Catherine Crockford, Roman Wittig und Kollegen beobachten deshalb frei lebende Schimpansen im Budongo Wald in Uganda. Sie konfrontierten die Tiere mit Attrappen gefährlicher Giftschlangen, zwei Gabunvipern und einer Nashornviper. “Diese gut getarnten Schlangen liegen oft wochenlang am selben Fleck. Es lohnt sich also, wenn der Schimpanse, der sie entdeckt, seine Gruppenmitglieder vor der Gefahr warnt”, sagt Crockford, die an der University of St. Andrews forscht.

33 verschiedene Schimpansen untersucht

Die Forscher beobachteten das Verhalten von 33 verschiedenen Schimpansen, die jeweils eines von drei Schlangenmodellen gesehen hatten. Alarmrufe wurden häufiger ausgestoßen, wenn der Rufer sich in der Gesellschaft von Affen befand, die frühere Warnrufe nicht gehört haben konnten. “Schimpansen scheinen den Wissensstand anderer zu berücksichtigen und stoßen freiwillig einen Warnruf aus, um die anderen über eine Gefahr zu informieren, von der sie nichts wissen”, sagt Wittig, der am MPI für evolutionäre Anthropologie und der University of St. Andrews arbeitet. “Schimpansen verstehen offenbar, dass sie etwas wissen, was ihr Gegenüber nicht weiß. Sie verstehen ebenfalls, dass sie den anderen informieren können, indem sie eine ganz bestimmte Lautäußerung von sich geben”, so Wittig weiter. (Ende)

Chara: Alge des Jahres 2012

Armleuchteralge ist ein bedrohter Pionier mit Hang zur Dominanz

Greifswald - Die Armleuchteralgen der Gattung Chara sind die Algen des Jahres 2012. Sie wurden von den Forschern der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft http://deutsche-botanische-gesellschaft.de gewählt, weil ihre Vertreter sehr verschiedene Strategien verfolgen. Manche erobern als Pionierpflanze neue Gewässer. Andere haben zwar hohe Standortansprüche, wenn sie sich aber ansiedeln, haben sie das Potenzial, das ganze Ökosystem zu prägen, wie die Algenforscherin Irmgard Blindow von der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald http://www.uni-greifswald.de gegenüber der Presse erklärt. “Dort wo die Armleuchteralgen stark vorkommen, kann man von einer guten Wasserqualität ausgehen”, sagt Blindow.

Auf der Roten Liste

Mit der Entscheidung für die Chara-Gattung wurde eine Art gewürdigt, von der 20 heimische Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Organismen stehen. Die heimischen der weltweit etwa 300 vorkommenden Chara-Arten leben meist im Süßwasser. Man findet sie auch in kalkreichen und nährstoffarmen Seen, einige behaupten sich auch im Brackwasser bei Salzgehalten zwischen Süßwasser und Meer. Viele Arten besiedeln als erste neu entstandene Kleingewässer. Anderen Arten der Gattung fällt das oft schwerer. “Auch wenn eine Renaturierungsmaßnahme augenscheinlich geglückt ist, heißt das noch lange nicht, dass sich Chara erfolgreich wieder ansiedelt - selbst wenn bekannt ist, dass sie vorher dort lebte”, sagt Ökologin Blindow.

“Aber wenn sie wieder auftauchen, haben manche Armleuchteralgen, wie beispielsweise die Hornblättrige Armleuchteralge, Chara tomentosa, das Zeug, das ganze System zu dominieren”, erklärt die Algenforscherin. Diese Armleuchteralgen überwuchern den Gewässerboden wie eine dichte Wiese. In diesen Algenmatten wachsen Jungfische schnell heran. Vielen Vögeln dienen die Algen oder die in ihnen lebenden Kleintiere als Nahrung. Chara bietet vielen Jungtieren Schutz vor Übergriffen und Lauerjägern wie dem Hecht Verstecke. Biologen bezeichnen sie daher als Schlüsselorganismus des Ökosystems.

Robuste Sporen

Dass Armleuchteralgen neue Gewässer erobern können, haben sie den Vögeln zu verdanken. Chara und andere Armleuchteralgen bilden extrem robuste Sporen, denen weder Austrocknen noch Einfrieren etwas anhaben können. Die Sporen überstehen auch die Passage durch einen Gänse- oder Entendarm. So werden sie von den Vögeln in andere Gewässer getragen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich mancherorts die Wasserqualität durch den Bau von Kläranlagen verbessert. Dadurch haben sich die Chara-Bestände erholt. Die Struppige Armleuchteralge (Chara horrida), die nach 1980 in Deutschland als ausgestorben galt, hat Blindow etwa gemeinsam mit ihren Kollegen nun wieder vor der Ostseeinsel Hiddensee im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft aufgespürt. (Ende)

Gendefekt: Ältere Väter stellen Risiko dar

Hohes Alter hat massive Auswirkungen auf Gesundheit des Kindes

New York/Dänemark - In Deutschland sind fünf Prozent der Väter bei der Geburt ihres Kindes älter als 50. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass das fortgeschrittene Alter des Vaters mehr Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes hat als bislang angenommen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Während Frauen nur bis zu einem gewissen Alter schwanger werden können, sind Männer prinzipiell im Stande ihr ganzes Leben lang Kinder zu zeugen. Mit steigendem Alter der Mutter häufen sich auch Krankheiten wie Trisomie 21. Während das Risiko bei Müttern im Alter von 25 bei eins zu 1.000 liegt, ist im Alter von 40 jedes hundertste und im Alter von 48 bereits jedes zehnte Kind gefährdet.

Samenspender über 40 nicht erlaubt

Ab Mitte 30 sinkt auch die Qualität der Spermien bei Männern. Laut Aussagen von Experten steigt die Gefahr einer Fehlbildung im Erbgut mit jeder weiteren Zellteilung. Ein 50 Jahre alter Mann hat bereits 600 Zellteilungen hinter sich. Während es in Deutschland jährlich rund 35.000 Väter über 50 gibt, hat in den USA bereits jedes zehnte Kind einen 50plus-Vater. Dennoch geben 85 Prozent der Männer als optimales Alter die Zeitspanne zwischen 25 und 35 an, welches medizinisch gesehen auch das perfekte Zeugungsalter ist.

Immer mehr Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für Gendefekte der Kinder von 50plus-Vätern. Krankheiten wie Autismus, Kleinwüchsigkeit oder Missbildungen häufen sich im Alter. Deswegen gibt es auch bei Samenspendern in vielen Ländern strenge Auflagen und eine Altersbeschränkung von 40 Jahren.

Auch für die Mütter erhöhtes Risiko

Forscher der New York Medical School http://med.nyu.edu haben herausgefunden, dass die Schwangerschaft auch für die Mutter zum Risiko werden kann, wenn der Vater älter ist. Frauen mit älteren Männern neigen - unabhängig von ihrem Alter - zu Schwangerschafts-Bluthochdruck. Ist das der Fall, muss die werdende Mutter unter Beobachtung bleiben, da es zu Nierenversagen und inneren Blutungen kommen kann.

Frühgeburten in der 32. Woche sind bei Vätern über 50 Jahren doppelt so hoch als bei 25-jährigen Vätern. Die Gefahr, das erste Jahr nicht zu überstehen, ist doppelt so hoch. Zu dieser Erkenntnis kamen dänische Mediziner. Zudem leiden Frühlinge häufig an Atemwegserkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Hirnblutungen. (Ende)

Totes Meer starb vor 120.000 Jahren

Erste Hinweise auf Austrocknung in früheren Wärmeperioden

Genf - Das Tote Meer verliert so viel Wasser, dass sein Spiegel jährlich um einen Meter sinkt. In der Vergangenheit war der tiefstliegende See der Welt jedoch bereits viel trockener als heute, hat ein internationales Forscherteam herausgefunden. “Erstmals konnte gezeigt werden, dass das Tote Meer in früheren Zeiten deutlich weniger Wasser führte oder sogar ausgetrocknet war”, erklärt Forschungsleiter Daniel Ariztegui von der Universität Genf http://unige.ch im Presse-Interview. Veröffentlicht wurden die ersten Ergebnisse im Fachblatt “Eos”.

Natürliche Trocknung

Außergewöhnlich ist das Tote Meer nicht nur aufgrund seiner Lage auf derzeit 422 Meter unter dem Nullpunkt, sondern auch wegen des rund 30-prozentigen Salzgehalts. Hauptgründe dieser Konzentration sind die Wasserentnahmen aus den Flüssen der Anrainerstaaten, die landwirtschaftliche Düngung sowie die Verdunstung, die von der künstlichen Salzgewinnung noch deutlich erhöht wird. “Sichtbar wurde nun jedoch, dass es in Warmzeiten auch einen natürlichen Rückgang gibt”, betont der Schweizer Geologe.

Die Forscher bohrten auf 235 Meter Seetiefe nahe der tiefsten Stelle des Toten Meeres und untersuchten die Sedimente. “Überraschend fanden wir Kieselsteine, die sonst nur an Ufern vorkommen, sowie große Salzzonen. Das deutet darauf, dass der Seespiegel früher auf diesem Niveau und womöglich noch darunter lag”, erklärt Ariztegui. Auch Gips, Aragonit, Schlamm und Kalk kam zutage. Die genaue Datierung diese Trockenperiode steht noch aus, die Forscher schätzen sie bisher jedoch auf 120.000 Jahre vor der Gegenwart.

Vorbote für Nahen Osten

“Das Tote Meer ist ein guter Sensor für die Globaltemperatur. In Eiszeiten war sein Wasserstand deutlich höher - vor 25.000 Jahren etwa 260 Meter über dem heutigen Niveau, womit es über das gesamte Jordantal bis hinauf zum See Genezareth reichte. In den Wärmeperioden dazwischen sank der Wasserspiegel jedoch deutlich”, so der Forscher. Wichtig sei diese Erkenntnis auch deshalb, da laut heutigen Klimamodellen mehreren Regionen des Nahen Ostens ein vergleichbares Schicksal der Austrocknung bevorsteht.
(Ende)

Schlaganfall: Zwei weitere Symptome identifiziert

Schwäche in den Beinen und Verlust des Sehvermögens entscheidend

Leicester - Wissenschaftler des University Hospitals of Leicester NHS Trust http://www.leicestershospitals.nhs.uk haben zwei weitere Symptome entdeckt, die auf einen Schlaganfall hinweisen. Schwäche in den Beinen und der Verlust des Sehvermögens sind zwei wichtige Indikatoren, auf die geachtet werden sollte. Eine neue Kampagne des National Health Service http://nhs.uk nennt halbseitige Lähmungen des Gesichts, die Fähigkeit beide Arme zu heben und Sprachstörungen als wichtige alarmierende Symptome.

Auf Hinweise sofort reagieren

Forscher Ross Naylor betont, dass man auf insgesamt fünf Symptome achten sollte. Die FAST-Kampagne http://nhs.uk/actfast des NHS sei sehr erfolgreich gewesen. Es sei aber wichtig zu wissen, dass eine Schwäche in den Beinen und der Verlust des Sehvermögens ebenfalls unbedingt beachtet werden sollten. “Ich befürchte, dass viele Menschen nicht wissen, dass eines oder beide dieser Anzeichen allein oder in Kombination mit den bereits bekannten, ein Hinweis darauf ist, dass jemand einen Schlaganfall erleidet und sofort Hilfe geholt werden muss.”

Simon Cook von der Stroke Association http://stroke.org.uk betont, dass der sogenannte FAST-Test mit seinen drei einfachen Punkten sehr nützlich ist, da viel zu viele Menschen nicht wissen, was ein Schlaganfall ist und wodurch er hervorgerufen wird. “Es gibt selbstverständlich auch andere Symptome wie verschwommenes Sehen und Beinschwäche. Wir gehen jedoch davon aus, dass es entscheidend ist, dass sich die Menschen daran erinnern und im Fall des Falles rasch handeln”, lässt sich der Experte von der BBC zitieren.

Naylor führte die aktuelle Studie als Teil eines zweijährigen Innovationspreises durch, der von der East Midlands Strategic Health Authority http://www.eastmidlands.nhs.uk finanziert wird. (Ende)

Gen bestimmt Schlafbedarf

Abschaltung macht Fruchtfliegen zu Kurzschläfern

München - Ein einzelnes Gen entscheidet wesentlich mit, ob ein Mensch viel oder wenig Schlaf braucht, um ausgeruht zu sein. Das berichten Forscher der LMU München http://www.imp.med.uni-muenchen.de in der Fachzeitschrift “Molecular Psychiatry”. “Das Gen, das wir gefunden haben, erklärt fünf Prozent oder 22 Minuten der Schlafdauer des Menschen, bei Fliegen sogar 50 Prozent”, erklärt Studienleiterin Karla Allebrandt im Presse-Interview.

Wecker im Erbgut

Die Forscher befragten 4.000 Menschen aus sieben Ländern Europas zu ihren Schlafgewohnheiten und verglichen die Ergebnisse mit Gentests. Dabei fanden sie bei jenen, die in störungsfreier Umgebung weniger Schlaf brauchen als andere, ein gemeinsames Merkmal: Die meisten von ihnen verfügten über zwei Kopien einer bestimmten Variante des Gens ABCC9, während die Langschläfer eine andere Version davon besaßen. Allebrandt betont allerdings, dass auch eine Reihe weiterer Gene an der Schlaufdauer-Regulierung bestimmt sind.

Das besagte Gen steuert das Protein SUR2, eine Untereinheit des Kaliumkanals, der wiederum ein wichtiger Sensor für den Energiestoffwechsel zwischen den Zellen ist. Bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen - etwa Herzleiden oder Diabetes - spielt dieser Kanal eine wichtige Rolle. Ein Zusammenhang zwischen Schlafdauer und derartigen Störungen des Körpers könnte somit durch gemeinsam benutzte molekulare Mechanismen erklärt werden.

Hauptschalter vieler Arten

Ein genaueres Verständnis der Schlafmodulation bringt das gleich mehrere Vorteile, betont die Chronobiologin. “Wir sehen nun etwa, dass das mit dem Schlaf assoziierte Gen eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel spielt. Metabolische Fehlfunktionen - die sich häufig in Adipositas oder Diabetes ausdrücken - hängen mit der Schlafdauer durchaus zusammen. Verstehen wir die Genmechanismen, die hinter der Schlafdauer stecken, sowie deren Verbindung zum Stoffwechsel, kann das zu neuen Therapieansätzen für wichtige Krankheiten führen.”

ABCC9 und seine Faktoren sind in der gesamten Tierwelt weit verbreitet. Bei Säugetieren ist es etwa im Herz, Skelettmuskel, Hirn und in der Bauchspeicheldrüse aktiv. Um die Folgen seiner Manipulation zu testen, blockierten die Münchner Chronobiologen das Gen bei Fruchtfliegen - und verkürzten damit den nächtlichen Schlaf der Tiere. “Das weist darauf hin, dass die genetische Schlafdauer-Kontrolle verschiedener Tierarten vielleicht auf den selben Mechanismen beruht”, so Allebrandt. (Ende)