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Archiv der Kategorie Spirituell

Forscher: “Optimisten sind weniger krankheitsanfällig”

Pessimisten brauchen mehr Energie zur Stressbewältigung

Hamburg - Psychologen der Roehampton University in London http://www.roehampton.ac.uk, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf http://www.uke.de sowie der Techniker Krankenkasse (TK) http://www.tk-online.de haben in einer gerade veröffentlichten Studie nachgewiesen, dass optimistische Studierende unter Prüfungsstress weniger anfällig für Infekte der oberen Atemwege sind als ihre weniger positiv denkenden Kommilitonen. “Wer das Leben durch die rosarote Brille betrachtet, hat also offenbar nicht nur mehr Spaß am Leben, sondern ist auch besser vor Erkältungen gewappnet”, so das Ergebnis der Studienautoren.

Zu Beginn der Studie wurden die teilnehmenden 43 Frauen und 37 Männer hinsichtlich ihrer Lebenseinstellung befragt, um die durchschnittlich 23 Jahre alten Studierenden in Optimisten und Pessimisten einzuteilen. “Wir haben die Teilnehmer nach ihrer Zustimmung zu Aussagen wie ‘Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es auch schief’ oder ‘Was auch immer kommen mag, ich krieg das schon hin’ gefragt und entsprechend ihrer Antworten eingeteilt”, erklärt Heiko Schulz, Psychologe bei der TK, die Herangehensweise der Forscher.

Weniger Erkältungssymptome

Dass Stress das Immunsystem belastet und gestresste Menschen anfälliger für Krankheiten sind, war bereits jetzt allgemein bekannt. “Wir wollten wissen, ob es im Gegenzug möglich ist, das Infektionsrisiko durch eine positive Lebenseinstellung herabzusetzen”, so Schulz. In der Folge untersuchten die Wissenschaftler den Infektionsstatus von 80 Studierenden einmal während und einmal außerhalb ihrer Prüfungsphase. Die Ergebnisse bestätigen die Eingangsthese: Die optimistischen Hochschüler empfanden ihre Prüfungsphase nicht nur als weniger stressig und psychisch belastend, sie wiesen auch weniger Erkältungssymptome auf.

“Die Optimisten betrachten die Stressphase eher als Herausforderung, die sie engagiert angehen, was sie eher beflügelt und so besser vor stressbedingten gesundheitlichen Belastungen schützt. Im Gegenzug empfinden Pessimisten die Prüfungsphase als schwer zu bewältigen, sie investieren mehr Energie, um den Stress zu händeln und sind dadurch deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten”, analysierte Claus Vögele von der Roehampton University.

Ergebnisse nur bedingt verwendbar

Zwar ist den Studienautoren bewusst, dass die Ergebnisse aufgrund der Fokussierung auf den Stressfaktor “Prüfung” nur begrenzt verwendbar sind, um generelle Aussagen zum Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf das Immunsystem zu treffen. Einen Trend können die Wissenschafter trotzdem ableiten: “Gesundheit lässt sich durch eine optimistische Lebenseinstellung positiv beeinflussen”. (Ende)

Hilfsbereitschaft ist ansteckend

Altruismus anderer hinterlässt gutes Gefühl und motiviert zum Handeln

Cambridge - Wer zusieht, wie ein Mensch anderen selbstlos hilft, fühlt sich dabei selbst gut und kann sogar zu eigener Hilfeleistung motiviert werden. Das behaupten britische und US-amerikanische Psychologen in der Zeitschrift Psychological Science. “Wir sind oft mit dem Elend anderer konfrontiert und es fasziniert uns, wenn einzelne selbstlos handeln wie etwa die Helfer der Erdbebenopfer in Haiti. Es ist für die Gesellschaft wichtig zu wissen, wie diese Selbstlosigkeit auf einen weiteren Personenkreis ausgeweitet werden kann”, so die Studienleiterin Simone Schnall von der Universität Cambridge http://www.sdp.cam.ac.uk im pressetext-Interview.

Wohltätigkeits-Show führt zu Taten
Die Forscher untersuchten ein im Englischen als “Elevation” bezeichnetes Gefühlsempfinden, das bei der Beobachtung einer moralisch lobenswerten Handlung auftreten kann. “Dabei kommt es zum Beispiel dazu, dass man sehr bewegt und beeindruckt ist - manchmal wird es einem sogar buchstäblich warm ums Herz”, berichtet die britische Psychologin. Speziell interessierte die Forscher, ob das in dieser Situation verspürte Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, ausreiche um Menschen tatsächlich zur Tat zu motivieren.

Dazu luden die Wissenschaftler Freiwillige zu einem Experiment ein, bei dem sie ihnen einen Fernsehspot zeigten. Das war entweder der Ausschnitt eines Naturfilms, einer Comedy-Serie oder einer Wohltätigkeits-Show. Man ließ die Probanden einen Text über das Gesehene verfassen und fragte abschließend scheinbar zufällig, ob sie noch einen Fragebogen für eine weitere Studie ausfüllen könnten. Es zeigte sich, dass die Studienteilnehmer nach dem Ansehen einer Szene mit erbaulichen Inhalten im Anschluss doppelt so lange vor Ort blieben als jene, die neutrale oder lustige Inhalte gesehen hatten.

Helfer statt Leidende ins Zentrum rücken

“Selbst wenn man nur kurze Zeit ein prosoziales Verhalten anderer Menschen beobachtet, kann dies eigene altruistische Handlungen auslösen”, kommentiert Schnall das Ergebnis. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei dies eine wichtige Erkenntnis. “Medien stellen gerne Geschichten von Helden und Helfern vor. Das liegt wahrscheinlich daran, dass solche Personen die Menschen faszinieren und eventuell auch selbst zum Helfen inspirieren.”

Grundsätzlich ist auch die Empathie mit Leidenden ein wichtiger Verstärker für Hilfeleistungen. “Allerdings ist es oft schwer, diese Empathie herzustellen, besonders wenn es sich um Menschen handelt, die weit weg sind und mit denen man nicht viel gemeinsam zu haben scheint”, so die Studienleiterin. Spendenaufrufe könnten daher vielleicht sogar dann erfolgreicher sein, wenn sie die eindrucksvollen Handlungen der Helfer statt bloß das Elend der Hilfesuchenden beschreiben. (End

Christentum, Hinduismus & Buddhismus - Österreich-Tournee mit Charlotte Anderson

Innere spirituelle Lehren enthüllt: Drei besondere Workshops im März

Wien - Master Choa Kok Sui war ein Philanthrop - jemand, der an das Gute im Menschen glaubt -, Forscher auf feinstofflichem Gebiet, Techniker, Weltlehrer und Bestsellerautor. In über 100 Ländern der Welt werden seine Lehren heute unterrichtet. Die letzten zwölf Jahre seines Lebens wurde er von seiner Frau Charlotte Anderson begleitet. Die Amerikanerin hat sich zum Ziel gesetzt, sein Wissen auch nach seinem Tod im Jahre 2007 zu bewahren. Charlotte Anderson ist (Mit-)Begründerin sozialer Organisationen sowie Herausgeberin diverser Schriften des Meisters und Meditations-CDs. Als begehrte Lehrerin und Interviewpartnerin reist sie rund um den Globus und arbeitet unermüdlich an der Verwirklichung seiner Vision.

Wer die Arbeit von Master Choa Kok Sui kennenlernen möchte, für den bietet das Institut für Energiearbeit Vorveranstaltungen und Seminare in ganz Österreich. Alle Termine unter: http://www.energie-institut.com/termine

Eine ganz besondere Veranstaltung findet im März statt: Charlotte Anderson kommt persönlich für eine dreitägige Tournee nach Österreich und präsentiert dem österreichischen Publikum erstmals: Die tiefen Wahrheiten der drei großen spirituellen Traditionen Christentum, Hinduismus und Buddhismus.

Innere Lehren des Christentums enthüllt
Dienstag, 23. März 2010, 10-18 Uhr, in Linz

Jesus schulte die Öffentlichkeit durch die Erzählung von Gleichnissen. Seinen Aposteln jedoch gab er die “inneren Lehren” und damit den “Schlüssel ins Königreich des Himmels”. Seine Lehren wurden von Master Choa Kok Sui in eine moderne Sprache übersetzt. Dieser Workshop beinhaltet etwa:

* Ein tieferes Verstehen des “Vater Unser”
* Spirituelle Reinigungstechniken, die inneren Lehren der Taufe
* Die wahre Bedeutung der “Fußwaschung durch Jesus an seinen Aposteln” uvm.

Innere Lehren des Hinduismus enthüllt
Mittwoch, 24. März 2010, 10-18 Uhr, in Salzburg

Der Workshop offenbart die Mysterien der hinduistischen Gottheiten, Symbole und Rituale. Auch ohne Bekenntnis zum Hinduismus ist dieser Workshop lehrreich und informativ. Durch eine alte yogische Technik erlernen die Workshop-TeilnehmerInnen die Kraft des Gehirns zu steigern. Außerdem werden folgende und viele weitere Fragen beantwortet:

* Warum erscheinen Gottheiten wie z.B. Shiva mit blauer Haut?
* Warum steht Krishna auf einer Kobra?
* War Hanuman wirklich ein Affe? Warum konnte er einen Berg versetzen? uvm.

Om Mani Padme Hum (Die blaue Perle im goldenen Lotus)
Innere Lehren des buddhistischen Mantras enthüllt

Donnerstag, 25. März 2010, 10-18 Uhr, in Villach

Om Mani Padme Hum ist eines der bekanntesten Mantras der Welt. Der Workshop offenbart tiefes Verständnis dieses kraftvollen Mantras. Darüber hinaus:

* Wie kann das Mantra zur Selbstheilung und Heilung verwendet werden?
* Das zwölfte Chakra und seine Funktionen
* Persönlichkeitsentwicklung uvm.

Kosten: Workshop einzeln € 190,-, Packagepreis bei Buchung von 2 Workshops: € 350, -, bei 3 Workshops: € 450,-

Die Workshops werden in Englisch abgehalten und simultan übersetzt.

Dauer der Workshops: jeweils 10-18 Uhr. Anmeldeschluss: 1 Woche vor Veranstaltungsdatum.

Information & Anmeldung:
Institut für Energiearbeit, Schulgasse 63, 1180 Wien
Tel. und Fax 01/408 54 55, Mobil 0664/336 11 76, office@energie-institut.com, http://www.energie-institut.com (Ende)

Krebsfachärzte optimieren die Betreuung bei Tumor

Neue Spezialisierung soll Therapie ganzheitlich ausrichten

Wien - Die Koordination der Behandlung von Krebserkrankungen geschieht immer häufiger durch Krebsfachärzte. Diese befassen sich ausschließlich mit der Krankheit und können dadurch dem Patienten eine umfassendere Betreuung bieten als das bisher der Fall war. Darauf machte heute, Mittwoch, die “Initiative Krebsfacharzt” http://www.krebsfacharzt.at anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar in einer Pressekonferenz aufmerksam. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Optimierung der Betreuung auch die Zusammenarbeit zwischen Disziplinen, die Krebsforschung selbst sowie die fachliche Fortbildung zu fördern.

Jeder Dritte erkrankt an Krebs

Krebsleiden sind Europas zweithäufigste Todesursache und betreffen laut Statistik jeden Dritten im Lauf des Lebens. 35.000 Neuerkrankungen sind es jährlich in Österreich, 400.000 in Deutschland. Die Anforderungen an die behandelnden Ärzte steigen ständig. “Vor 20 Jahren gab es etwa zehn Krebsmedikamente, heute sind es dank der modernen Biomedizin über 100. Zudem stehen außer der Chemotherapie nun zahlreiche weitere Therapien wie Hormon- und Immuntherapie zur Verfügung”, so Gastl. Komplexer geworden seien dabei jedoch auch die Nebenwirkungen, die Laborbefunde sowie die Diagnoseverfahren.

Krebspatienten sind bisher oft in der Situation, dass sie bei Diagnose, Therapie und Nachbehandlung ihres Leidens von einem Spezialisten zum nächsten eilen und dabei verunsichert werden. Fachärzte für Krebsmedizin sollen hier Abhilfe schaffen. “Der Krebsfacharzt fungiert als erste Ansprech- und Begleitperson für den Patienten, seine Angehörigen und die niedergelassenen Ärzte. Er bildet somit eine Drehscheibe der behandelnden Spezialisten wie etwa Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen oder Organfachärzte”, erklärt Hellmut Samonigg, Vizepräsident der Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (OeGHO) http://www.oegho.at.

Patient soll nicht zwischen den Stühlen sitzen

Krebsfachärzte sind Internisten mit spezieller Ausbildung für Tumorbehandlung. Ihre zentrale Aufgabe ist die ganzheitliche Betreuung des Patienten. “Nicht nur der Tumor, sondern der gesamte Mensch mit seinem Umfeld muss berücksichtigt werden. Der Krebsfacharzt bildet mit den anderen Disziplinen ein soziales und psychoonkologisches Netz und verhindert damit, dass der Patient glaubt er sitze zwischen zwei Stühlen”, so Samonigg. Besser werde dadurch auch die Mitarbeit des Patienten. “Krebstherapien kosten jährlich zwischen 1.000 und 30.000 Euro pro Patient. Falls dieser die Medikamente im Nachtkästchen verstaut statt sie einzunehmen, entsteht dadurch ein großer Schaden für den Einzelnen und die Gesellschaft”, ergänzt OeGHO-Präsident Günther Gastl.

In Österreich gibt es derzeit erst 300 Krebsfachärzte, die zu zwei Dritteln im Spitalsbereich tätig sind. “Eine Verdoppelung dieser Zahl ist in den nächsten zehn Jahren erforderlich, um die Versorgung zu garantieren”, so Gastl. Weitaus größere Verbreitung findet das Konzept bereits in den angelsächsischen Ländern Europas sowie in den USA. “Der Erfolg zeigt sich dort in der Kosteneffizienz, in der Überlebensrate, jedoch auch in der Zufriedenheit und Lebensqualität der Menschen, die trotz ausbleibender Heilung mitunter relativ lange Zeit mit dem Tumor weiter leben”, erklärt der Innsbrucker Krebsmediziner gegenüber zaronews. (Ende)

Gene verstärken Selbstmord-Gefahr

Mutationen steigern Risiko unabhängig von Depression

München - Das Risiko eines Menschen, einen Selbstmordversuch zu begehen, dürfte durch genetische Veranlagung steigen. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Max-Planck-Instituts für Psychiatrie http://www.mpipsykl.mpg.de in der Zeitschrift Archives of General Psychiatry. Ihre Forschung knüpft an Zwillings- und Familienstudien, die eine genetische Grundlage von Suiziden und Selbstmordversuchen nahelegen, wobei mögliche psychiatrische Erkrankungen per se keine Rolle spielen. Die Erkenntnisse sollen Prävention und Therapie von Menschen verbessern, die von Suizid bedroht sind.

Die Münchner Forscher untersuchten, ob sich depressive Menschen mit und ohne Suizidversuche genetisch unterscheiden. Speziell analysierten sie die Gene eines als BDNF bezeichneten Nervennährstoffes und sein Rezeptorgens Tyrosin Kinase 2 (NTRK2). Bisherige Forschungen haben gezeigt, dass beide Gene bei Suizidopfer seltener im Hirngewebe vorkommen. Untersucht wurden nun jeweils 400 gesunde Patienten und ebenso viele mit verschiedenen Gemütserkrankungen wie etwa Depression. Ein Teil aus der zweiten Gruppe hatte bereits Suizidversuche hinter sich.

Risikogruppen genetisch identifizierbar

Wenngleich sich beim BDNF-Gen kein deutlicher Unterschied zeigte, wurden im Rezeptorgen gleich drei Genvarianten identifiziert, die mit einem erhöhten Risiko zum Suizidversuch zusammenhängen. Wirken alle drei ungünstigen Genvarianten zusammen, so steigt bei Depressiven das Risiko von Selbstmord-Verhalten laut den Forschern um das 4,5-fache an. Vergleichsstudien bei deutschen und afrikanischen Patienten mit teilweise anderen Diagnosen bestätigten dieses Ergebnis.

Diese Erkenntnis, die laut den Wissenschaftlern das Studium der molekularen Ursachen von Suizidverhalten erst eröffnet, soll auch der Prävention und Therapie zugute kommen. “Unsere Untersuchung weist erstmalig eine genetische Assoziation von NTRK2 mit Suizidverhalten nach. Zugleich braucht es nun weitere detaillierte Studien, um mögliche therapeutische Angriffspunkte an diesen Rezeptor zu identifizieren”, erklärt Studien-Mitautorin Elisabeth Binder. (Ende)

Dominante Hand steuert die Wahrnehmung

Linkshänder beurteilen sogar Persönlichkeitsmerkmale anders

Granada - Ob ein Mensch Rechts- oder Linkshänder ist, beeinflusst in hohem Ausmaß die Wahrnehmung und Interpretation seiner Außenwelt. Zu diesem Schluss kommen englische und spanische Psychologen auf der Online-Plattform Ciencia Cognitiva http://www.cienciacognitiva.org. Rechtshänder verbinden “Rechts” mit Begriffen wie “gut” oder “freundlich”, während Links als negativ eingestuft wird. Bei Linkshändern ist genau das Gegenteil der Fall, konnten die Forscher nun zeigen. Weit verbreitete sprachliche und kulturelle Verwendungen von rechts und links sind für Linkshänder somit widersprüchlich.

“Linkshänder denken oft, sie seien in einer falschen Welt geboren”, erklärt Julio Santiago de Torres von der spanischen Universität Granada http://www.ugr.es gegenüber uns. Viele Alltagsgegenstände wie Scheren, Computertastaturen oder Musikinstrumente seien für Rechtshänder konzipiert, wobei jedoch Linkshänder meist erstaunlich hohe Anpassungsfähigkeit zeigten. Darüber hinaus sind Unterschiede aber auch im Denksystem fest verankert. “Alle Kulturen bevorzugen die rechte Hand. Das zeigt sich in Ausdrücken wie ‘Er ist meine rechte Hand’ oder ‘Er hat zwei linke Hände’”, so der Verhaltenspsychologe.

Hand des Chefs beeinflusst Anstellungschance

Nun gelang den Forschern jedoch der Nachweis, dass Linkshänder links und rechts tendenziell anders bewerten als Rechtshänder. Santiagos Kollege Daniel Casasanto von der Stanford University stellte dazu Rechts- und Linkshändern die Aufgabe, Vorliebe oder Abneigung gegenüber bestimmten Tierarten anzugeben und diese im Plan eines Zoos einzuzeichnen. Die Rechtshänder platzierten beliebte Tiere eher rechts und unbeliebte links, bei Linkshändern war es umgekehrt.

Bei weiteren Versuchen galt es, Objektpaare nach Eigenschaften wie intelligent, ehrlich, attraktiv und glücklich zu beurteilen, zwischen zwei Bewerbern oder zwischen zwei Produkten im Supermarkt zu wählen. Alle Experimente bestätigten, dass Rechts- und Linkshänder tendenziell zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, wenn sie positive und negative Eigenschaften zuordnen sollen, wobei stets die Seite der dominanten Hand bevorzugt wird. Nur 14 Prozent der Teilnehmer vermuteten, dass ihre Wahl von der bevorzugten Hand beeinflusst werde.

Körper steuert auch abstraktes Denken

Bei Rechtshändern könne man laut Santiago davon ausgehen, dass die bessere Bewertung der rechten Seite einerseits auf die kulturell-sprachliche Prägung, andererseits auf ihre Körperwahrnehmung zurückgehe. “Bei Linkshändern fällt der kulturelle Aspekt weg. Die Bevorzugung von links kommt bei ihnen scheinbar alleine dadurch, dass der Körper besseren und schnelleren Zugang zur Umwelt auf der linken Seite hat als auf der rechten.” Es sei daher interessant, welch hohen Einfluss motorische Erfahrungen auf andere, weit abstraktere Dimensionen der Wahrnehmung haben, wie etwa Konzepte über Freundlichkeit, Intelligenz und Ehrlichkeit.

Nachdem die bisherigen Experimente in den USA, in Holland und Spanien die gleichen Ergebnisse gezeigt haben, hoffen die Forscher nun, in Marokko neue Hinweise erhalten. “Die Länder des arabisch-islamischen Kulturkreises bewerten links noch viel stärker negativ als bei uns. Die linke Hand ist hier für die Körperreinigung verantwortlich, die rechte für das Essen”, berichtet Santiago. Dieser Bezug sei auch religiös, stehe die rechte Hand im Islam doch für Gott und die linke für den Teufel. Zudem gibt es die Vorschrift, Moscheen stets zuerst mit dem rechten Fuß zu betreten. Vor religiösen Bezügen sei jedoch auch das Christentum nicht gefeit. “Auch in der Bibel lesen wir, dass sich der Menschensohn zur Rechten des Vaters setzen wird.” (Ende)

Alle Menschen lachen vor Freude

Geräuschausdruck besonders bei negativen Grundemotionen universell

London - Alle Menschen verstehen einander, wenn sie Freude, Wut, Angst und Trauer ausdrücken. Das behaupten Neurobiologen vom Londoner University College http://www.ucl.ac.uk in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Science. In Großbritannien und bei den Himba, einem Naturvolk im Norden Namibias, stellten sie fest, dass Hörbeispiele dieser Emotionen auch dann richtig interpretiert werden, wenn diese aus fremden Kulturen stammen.

Die Forscher um Sophie Scott spielten den teilnehmenden Personen beider Kulturen eine kurze Geschichte in ihrer Sprache vor, die auf eine spezielle Emotion abzielten. Da ging es zum Beispiel um die Traurigkeit einer Person, deren naher Verwandter vor kurzem verstorben ist. Am Ende der Geschichte hörten die Probanden zwei Geräusche - etwa ein Lachen und ein Weinen - wobei die englischen Versuchspersonen die Gefühlsausdrücke der Himba hörten und umgekehrt. Schließlich sollten sie sagen, welches Geräusch am besten zur Geschichte passte.

Lachen ist der älteste Emotionsausdruck

Am besten erkannten beide Versuchsgruppen das Lachen wieder und gaben an, es sei Ausdruck von Freude und könne etwa auch entstehen, wenn man gekitzelt wird. “Wir vermuten, dass das Lachen überall mit dem Kitzeln zusammenhängen kann. Es spiegelt Freude am körperlichen Spiel wieder”, so die Autoren. Lachen habe somit tiefe evolutionäre Wurzeln, die vielleicht aus der spielerischen Kommunikation zwischen kleinen Kindern und ihren Müttern stammen. Ersichtlich sei dies auch bei anderen Tieren - etwa bei Primaten wie beim Schimpansen und bei bestimmten Säugetieren.

Doch nicht alle Töne wurden gleich gut erkannt. Während grundlegende negative Emotionen über Kulturen hinweg ähnliche Geräusche verursachen, scheint das bei den meisten positiven nicht der Fall zu sein. Das konnten die Forscher etwa bei den Reaktionen auf Vergnügen oder auf Stolz über Erreichtes beobachten, die nur innerhalb der eigenen Kultur wiedererkannt wurden. Dass diese Emotionen eher gruppen- oder regionsspezifisch sind, erklären die Forscher damit, dass positiver Gefühlsausdruck oft zwischen Mitglieder derselben Gruppe vereinbart werden könnte, um so Zugehörigkeit und sozialen Zusammenhalt zu signalisieren.

Download des Originalartikels unter http://www.pnas.org/content/early/2010/01/11/0908239106.full.pdf+html (Ende)

Nur ein flexibles Gehirn bringt hohe Leistung

Fähigkeit zur Anpassung bestimmt die Fitness eines Seniorengehirns

Berlin - Das Gehirn alter Menschen ist besonders dann noch zu Spitzenleistungen fähig, wenn es sich flexibel auf den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben einstellen kann. Das berichtet ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung http://www.mpib-berlin.mpg.de in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences. “Gedächtnis im Alter wird mit gutem Grund meist im Hinblick auf Demenz untersucht. Doch auch gesunde Senioren unterscheiden sich erheblich, was die Gehirnleistung betrifft”, berichtet Studienautorin Irene Nagel im pressetext-Interview.

Auch ohne Demenz schwindet die Gehirnleistung im Alter, indem etwa die Nervenzellen und ihre Synapsen, jedoch auch zahlreiche Botenstoffe wie etwa Dopamin abnehmen. Diese Prozesse, die zueinander in komplexer Wechselwirkung stehen, verlaufen von Mensch zu Mensch verschieden. “Solche Rückgänge können durch den Lebenswandel beeinflusst sein, aber auch durch Krankheiten oder genetische Voraussetzungen. Das führt dazu, dass wir uns im Alter in der Gehirnleistung immer mehr voneinander unterscheiden”, so Nagel.

Unterschiede wachsen im Alter

Die Berliner Forscher wollten nun herausfinden, wie sich diese Unterschiede in der Aktivität des Gehirns zeigen. Dazu stellten sie sowohl jungen Erwachsenen als auch Senioren die Aufgabe, sich räumliche Muster unterschiedlicher Komplexität einzuprägen und über kurze Zeit zu merken. Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) zeigte, welche Gehirnregionen dabei aktiviert wurden und wie ein veränderter Schwierigkeitsgrad der Aufgaben diese Aktivität beeinträchtigte. Aufgrund der Richtigkeit der Antworten schlossen die Forscher auf die kognitive Leistung der Versuchspersonen.

Bei allen Untersuchten zeigte sich, dass gute Leistung dann auftritt, wenn die Aktivierung des Gehirns an die Aufgabenschwierigkeit angepasst wird, wohingegen gleiche oder abfallende Aktivierung bei steigender Schwierigkeit zu schlechter Leistung führte. Die Altersgruppen unterschieden sich insofern, als die Seniorengehirne mit schwacher Leistung bei schwierigen Aufgaben viel deutlicher an Aktivität verloren. Das sei kein Hinweis auf Resignation, betont die Studienleiterin. “Auch die älteren Probanden waren sehr motiviert bei der Teilnahme, zudem lag die Genauigkeit ihrer Antworten eindeutig über der Ratewahrscheinlichkeit.”

Superhirn kann man trainieren

“Unterschiede in der Leistung lassen sich durch Unterschiede in der Anpassung vorhersagen”, so Nagel. Bei den Senioren mit durchgehend richtigen Antworten steigerte sich die Gehirnaktivitierung hingegen fast genauso wie bei den jungen Erwachsenen mit zunehmender Schwierigkeit der Aufgabe. “Die Unterschiede bei alten Menschen zeigen, dass auch im hohen Alter eine hohe Gehirnleistung möglich ist.” Es lohne sich daher, genauer zu erforschen, welche Faktoren den Alterungsprozess auf positive Weise beeinflussen und nach welchen Mechanismen er folgt.

Was man am besten tun sollte, um “kognitiv erfolgreich” zu altern, wird in der Wissenschaft aktuell untersucht. Nagel bezeichnet drei Faktoren als wesentlich. “Am wichtigsten ist die gesunde Lebensführung, wozu regelmäßiges Ausdauertraining sowie ein geistig waches, engagiertes Leben mit möglichst vielen sozialen Interaktionen gehört. Zweitens gehört das kognitive Training dazu, wobei aus wissenschaftlicher Sicht Erfolgschancen am größten sind, wenn dieses über lange Zeit erfolgt und die Aufgabenschwierigkeit individuell angepasst ist.”

Grenzen der Beeinflussung

Einen dritten Faktor könnten auch Medikamente darstellen, deren Wirkung jedoch noch wenig erforscht ist. “Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass auch Gene und Krankheiten eine Rolle spielen. Der Alterungsprozess ist daher nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar”, so die Forscherin.

Abstract der Studie unter http://www.pnas.org/content/106/52/22552.abstract (Ende)

Hilfsbereitschaft ist ansteckend

Altruismus anderer hinterlässt gutes Gefühl und motiviert zum Handeln

Cambridge - Wer zusieht, wie ein Mensch anderen selbstlos hilft, fühlt sich dabei selbst gut und kann sogar zu eigener Hilfeleistung motiviert werden. Das behaupten britische und US-amerikanische Psychologen in der Zeitschrift Psychological Science. “Wir sind oft mit dem Elend anderer konfrontiert und es fasziniert uns, wenn einzelne selbstlos handeln wie etwa die Helfer der Erdbebenopfer in Haiti. Es ist für die Gesellschaft wichtig zu wissen, wie diese Selbstlosigkeit auf einen weiteren Personenkreis ausgeweitet werden kann”, so die Studienleiterin Simone Schnall von der Universität Cambridge http://www.sdp.cam.ac.uk im Interview.

Wohltätigkeits-Show führt zu Taten

Die Forscher untersuchten ein im Englischen als “Elevation” bezeichnetes Gefühlsempfinden, das bei der Beobachtung einer moralisch lobenswerten Handlung auftreten kann. “Dabei kommt es zum Beispiel dazu, dass man sehr bewegt und beeindruckt ist - manchmal wird es einem sogar buchstäblich warm ums Herz”, berichtet die britische Psychologin. Speziell interessierte die Forscher, ob das in dieser Situation verspürte Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, ausreiche um Menschen tatsächlich zur Tat zu motivieren.

Dazu luden die Wissenschaftler Freiwillige zu einem Experiment ein, bei dem sie ihnen einen Fernsehspot zeigten. Das war entweder der Ausschnitt eines Naturfilms, einer Comedy-Serie oder einer Wohltätigkeits-Show. Man ließ die Probanden einen Text über das Gesehene verfassen und fragte abschließend scheinbar zufällig, ob sie noch einen Fragebogen für eine weitere Studie ausfüllen könnten. Es zeigte sich, dass die Studienteilnehmer nach dem Ansehen einer Szene mit erbaulichen Inhalten im Anschluss doppelt so lange vor Ort blieben als jene, die neutrale oder lustige Inhalte gesehen hatten.

Helfer statt Leidende ins Zentrum rücken

“Selbst wenn man nur kurze Zeit ein prosoziales Verhalten anderer Menschen beobachtet, kann dies eigene altruistische Handlungen auslösen”, kommentiert Schnall das Ergebnis. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei dies eine wichtige Erkenntnis. “Medien stellen gerne Geschichten von Helden und Helfern vor. Das liegt wahrscheinlich daran, dass solche Personen die Menschen faszinieren und eventuell auch selbst zum Helfen inspirieren.”

Grundsätzlich ist auch die Empathie mit Leidenden ein wichtiger Verstärker für Hilfeleistungen. “Allerdings ist es oft schwer, diese Empathie herzustellen, besonders wenn es sich um Menschen handelt, die weit weg sind und mit denen man nicht viel gemeinsam zu haben scheint”, so die Studienleiterin. Spendenaufrufe könnten daher vielleicht sogar dann erfolgreicher sein, wenn sie die eindrucksvollen Handlungen der Helfer statt bloß das Elend der Hilfesuchenden beschreiben. (Ende

Spaß kann fehlenden Ehrgeiz ersetzen

Motivationsfähigkeit hängt stark von Einstellung zu Leistung ab

Urbana-Champaign - Menschen, die sich in ihrer Arbeitsweise tendenziell am Erreichen eines Spitzenergebnisses orientieren, erfüllen Aufgaben nicht immer am besten. Forscher der University of Illinois http://illinois.edu berichten im Journal of Personality and Social Psychology, dass andere Menschen unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zu Höchstleistungen fähig sind. Das sei etwa dann der Fall, wenn in Aussicht gestellt wird, dass die Erfüllung einer Aufgabe Spaß bereitet.

Nicht jeder will Höchstleistungen bringen

Folgt man den Theorien der Forscher rund um die Psychologin Dolores Albarracin, so gibt es zwei verschiedene Reaktionsmuster auf die Aufforderung zu einer Höchstleistung. “Manche Menschen fühlen sich angestachelt und geben sich tatsächlich besondere Mühe. Bei manchen sinkt dabei jedoch die Motivation”, so die Studienleiterin. Diejenigen, die der zweiten Gruppe angehörten, wollten nicht grundsätzlich Leistung verweigern. “Bloß die Zielsetzungen der Menschen sind andere.”

Eine Versuchsreihe lieferte den Nachweis für diese Behauptung. Leistungsorientierte Probanden erfüllten Aufgabenstellungen besser, wenn sie unwillkürlich Wörter wie “Gewinn”, “Können” oder “Stärke” lasen. Dazu blendeten die Forscher diese für so kurze Sekundenbruchteile auf einem Computermonitor ein, dass eine bewusste Wahrnehmung gar nicht möglich war. Menschen mit allgemein geringer Leistungsorientierung verschlechterten in Folge ihre Arbeitsweise.

Gute Unterhaltung stellt Ergebnis auf den Kopf

Bei einem weiteren Experiment hatten allerdings die wenig Leistungsorientierten die Nase vorne - trotz Beibehaltung der unterschwelligen Botschaften. Das war der Fall, sobald man den Versuchspersonen mitteilte, die Aufgabe würde Spaß bereiten. Die unbemerkte Bombardierung mit den Leistungsaufforderungen habe bei den Ehrgeizigen das Verlangen nach Spaß unterbunden, interpretieren die Autoren das Ergebnis. Bei fehlendem Ehrgeiz sei das umgekehrte der Fall gewesen.

“Konkurrenz- und Leistungsdenken kann Menschen sehr stark demotivieren, besonders wenn sie ihr Wohlbefinden höher als ihre Leistungsfähigkeit bewerten”, so Albarracin. Der Grund dafür könne beispielsweise darin liegen, dass sie im Moment lieber etwas anderes tun würden, zum Beispiel, sich gut zu unterhalten. “Das ist kein schlechtes Ziel”, betont die Psychologin. (Ende)

Monogamie ist Evolutionsvorteil

Treue als Wunschdenken der meisten Menschen

Washington DC/Wien - Einige Paare kommen wegen Liebe zusammen, andere wegen finanzieller Vorteile oder aufgrund einer Schwangerschaft. Aus welchen Gründen eine Partnerschaft auch eingegangen wird, Forscher sehen in der Entwicklung einer monogamen Beziehung deutliche evolutionäre Vorteile für beide.

Dadurch, dass Männer im Vertrauen bestärkt werden, dass die gemeinsamen Kinder ihre echten Erben sind und Frauen davon überzeugt sind, dass die Nachkommen Vorteile aus diesem “gesicherten” Erbe ziehen, ist die monogame Beziehung eine Win-Win-Situation, schreiben Laura Fortunato vom University College in London http://www.ucl.ac.uk und Marco Archetti von der Harvard University http://www.harvard.edu in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Journal of Evolution Biology.

Monogame Beziehung als Win-Win-Situation

Die Betrachtungsweise der Forscher zweifelt jene Theorien über fixe Partnerschaften an, die die Rolle der Religion und der soziologischen Vorteile, Männer vom Kampf um Partnerinnen abzuhalten, hervorheben. Auch diese Theorien kommen zum Schluss, dass das Aufgeben von mehreren Ehefrauen oder Partnerinnen Männer aufopfernder für die Interessen der Gruppe macht.

“Es gibt einige Situationen, in denen die monogame Beziehung die bessere Strategie für beide ist”, so Fortunato. Sie hat ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem man herausfinden kann, wie solche Szenarien tatsächlich funktionieren könnten. Monogamie ist nach Ansicht der Forscher etwa dann für beide besser, wenn das Land zum Anbau knapp ist. “Es ist zu risikoreich, wenig Land unter vielen Nachkommen aufzuteilen.” Das sei einfach nicht klug.

Unklarer historischer Hintergrund der Monogamie

Die “Erfindung” der Monogamie bleibt weiterhin ein Rätsel. Feststeht, dass im Codex Hammurabi, dem babylonischen Gesetzeswerk etwa 1.800 vor Christus, Polygamie verboten war. Fortunato hält dies allerdings von der Paarbildung und der sexuellen Monogamie auseinander, welche von frühen Menschen praktiziert wurde. Da in vielen Gesellschaften verschiedene Formen der Vielweiberei vorhanden sind, könne man nicht von einer “zwangsläufigen” sozialen Monogamie ausgehen.

In der Modellbetrachtung von Populationen - einmal unter dem Aspekt monogamer, ein anderes Mal unter dem polygamer Männer über zwei Generationen - war Monogamie in frühen agrarischen Kulturen die für beide bessere Variante. “Wie das in der realen Welt tatsächlich ausgesehen haben mag, bleibt allerdings ein Rätsel”, so die Forscher.

Treue weit oben auf Wunschliste

“Auf den Partnerwunschlisten rangiert Treue bei den meisten an oberster Stelle”, so die Psychologin Caroline Erb von Parship http://www.parship.at im Interview mit zaronews.com. Evident sei, dass die Monogamie die Stabilität der Familie stärkt. Das gelte vor allem in Beziehungen, in denen Nachwuchs vorhanden ist. “Blickt man allerdings auf die Scheidungsraten, wobei Untreue ein Trennungsgrund ist, gerät der Treuewunsch in Schieflage”, so Erb.

In der Realität halten Ehen durchschnittlich 9,2 Jahre. Das Modell von Lebensabschnittspartnern sehen manche Zukunftsforscher als zeitgemäß. “Das bedeutet auch, dass Menschen zwischendurch häufiger Singles sein werden”, so Erb. (Ende)

Großzügigkeit für gutherzige Menschen normal

Mandelkern reagiert bei prosozialen Personen automatisch

Tokio - Vor Weihnachten oder Ostern in eine großzügige Stimmung zu kommen, fällt Menschen nicht immer leicht. Anders als bisher angenommen, scheinen großzügige Menschen jedoch nicht einfach nur das Bedürfnis zu unterdrücken, den anderen über den Tisch ziehen zu wollen. Masahiko Haruno von der Tamagawa University hat jetzt nachgewiesen, dass Großzügigkeit oder das Bedürfnis nach Fairness automatisch sind und auf der Aktivierung eines Gehirnbereichs beruhen, der Intuition und Emotion kontrolliert. Details der Untersuchung wurden in Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro veröffentlicht.

“Automatische” Aversion” gegen Ungerechtigkeit

Neuropsychologen definieren “prosoziale” Menschen als jene, die es vorziehen zu teilen und zwar gerecht. Individualisten definieren sie als jene, die vor allem auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Eine Theorie geht davon aus, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen darin besteht, dass prosoziale Menschen ihre selbstsüchtigen Tendenzen mit Hilfe ihres präfrontalen Kortex aktiv unterdrücken. Haruno fragte sich jedoch, ob manche Menschen nicht eine “automatische” Aversion” gegen Ungerechtigkeit haben. Er scannte gemeinsam mit Christopher Frith vom University College London http://www.ucl.ac.uk die Gehirne von 25 prosozialen Menschen und 14 Individualisten. Die Festlegung in diese Gruppen wurde zuvor mit Hilfe eines Standard-Verhaltenstests vorgenommen.

Die Scans wurden durchgeführt, während die Teilnehmer ihre Vorliebe für eine Reihe von Geldverteilungen zwischen ihnen selbst und hypothetischen anderen festlegten. Wie erwartet, bevorzugte die prosoziale Gruppe eine gerechte Aufteilung und die Individualisten eine, bei der sie das meiste Geld bekamen. Weniger vorhersehbar war, dass die einzige Gehirnregion, deren Aktivität sich bei den beiden Gruppen unterschied, der Mandelkern war. Bei prosozialen Menschen erhöhte sich die Aktivität deutlich, wenn sie mit unfairen Geldverteilungen konfrontiert wurden. Je mehr ihnen die Verteilung widerstrebte, desto größer war laut Frith auch die Aktivität.

Der Mandelkern neigt laut dem Wissenschaftler dazu, automatisch zu reagieren, ohne einen Gedanken oder sogar auch ohne Bewusstsein. In Kombination mit der Tatsache, dass es keine unterschiedliche Aktivität im präfrontalen Kortex gab, liegt nahe, dass die Unterdrückungstheorie nicht ausgereift zu sein scheint. Um ihre Annahmen zu überprüfen, wiederholten die Wissenschaftler den Test. Die Teilnehmer wurden ersucht, eine Gedächtnisaufgabe in der gleichen Zeit zu lösen. Es zeigte sich, dass die Gehirne der prosozialen Menschen noch immer auf unfaire Verteilungen reagierten, selbst dann, wenn die Gehirnbereiche, die für abwägende Vorgänge zuständig sind, mit anderen Aufgaben beschäftigt waren. Damit liegt nahe, dass sie keine eigennützigen Bedürfnisse unterdrückten.

Interaktionen während der Kindheit

Carolyn Declerck, eine Neuroökonomin der Universiteit Antwerpen http://www.ua.ac.be, erklärte laut NewScientist, dass diese Ergebnisse mit ihren eigenen noch nicht veröffentlichten übereinstimmen. Prosoziale Menschen scheinen tatsächlich von einem automatischen Moralgefühl angetrieben zu sein. Alle bisherigen Tests und Scans hätten ergeben, dass diese Menschen wirklich instinktiv kooperieren. Haruno will in einem nächsten Schritt erforschen, wie es zu diesem Unterschied der Aktivität des Mandelkerns kommt. Teilweise sei er vermutlich genetisch, teilweise aber auch durch die Umwelt eines Menschen beeinflusst. Dabei spielten vor allem die Interaktionen während der Kindheit eine Rolle. Es sei denkbar, dass diese Aktivität gefördert werden könnte. Damit sollte eines Tages eine prosozialere Gesellschaft möglich werden. (Ende

Direkter Blickkontakt verändert die Emotion

Grad der Involvierung entscheidet über Reaktion des Gehirns

Köln - Es macht einen deutlichen Unterschied, ob man von einer Person direkt angesehen wird oder ob diese einen Dritten anblickt. Dass diese aus der intuitiven Alltagswahrnehmung bekannte Tatsache auch im Gehirn feststellbar ist, hat Leonhard Schilbach vom Universitätsklinikum Köln http://www.medizin.uni-koeln.de gezeigt. Seine Forschung wurde mit dem Promotionspreis der Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) http://www.dgppn.de auf deren Jahrestagung in Berlin ausgezeichnet.

Autisten sehen sich stets als Dritte

Schilbach unterscheidet bei sozialen Begegnungen zwischen zwei Grundformen. “Da ist erstens der Blick aus der Beobachterperspektive auf die Begegnung anderer, an der man selbst nicht teilnimmt. Bei der ,Zweiten-Person-Perspektive’ ist man hingegen direkt involviert und erfährt soziale Interaktion als Teilnehmer”, erklärt Schilbach gegenüber pressetext. Menschen mit bestimmten Krankheiten wie etwa Autismus gelingt es trotz oft sogar überdurchschnittlicher Intelligenz kaum, jemals in die Zweite-Person-Perspektive zu gelangen. “Sie nehmen ein Gesicht nicht ganzheitlich als Spiegel der Psyche des anderen, sondern interessieren sich eher für Details, so wie etwa ein Augenarzt nur das Auge sieht.”

Der Kölner Mediziner überprüfte, inwiefern diese beiden Perspektiven neurobiologisch unterschiedlich verarbeitet werden. In mehreren Experimenten zeigte er dazu seinen Versuchspersonen kurze Videos, die virtuelle, menschenähnliche Charaktere mit sich verändernden Gesichtsausdrücken zeigten. Diese sahen dem Betrachter manchmal direkt in die Augen, manchmal in Richtung einer anderen Person. Gleichzeitig beobachtete man die Gesichtsmuskeln, die Augenbewegungen der Probanden oder auch deren Gehirndurchblutung per funktioneller Magnetresonanztomographie.

Nur direkter Blick berührt

Sah die virtuelle Figur dem Betrachter in die Augen, aktivierte dies mit der Inselrinde, der Amygdala und dem orbito-frontalem Kortex Gehirnregionen, die Emotionen verarbeiten. Gleichzeitig waren die Gesichtsmuskeln aktiv und ahmten unwillkürlich die Mimik des Blickpartners nach, entsprechend des Phänomens der sozialen Ansteckung. Besonders bei warmen, freundlichen Emotionssignalen wie etwa Lächeln war dies der Fall. Uneindeutige Emotionen kurbelten das Hirn auf ganz andere Weise auf Hochtouren an. “Wird man direkt angesehen, löst dies oft Gedanken darüber aus, was der Gesichtsausdruck des anderen wohl bedeutet”, berichtet Schilbach.

War der Blick des gezeigten Agenten hingegen an eine andere Person gerichtet, war der Parallellappen des Gehirns an der Reihe, der unter anderem für räumliche Denkprozesse zuständig ist. “Bei der Beobachtung des Blickkontaktes anderer treten die Emotionen möglicherweise in den Hintergrund und die Verarbeitung fokussiert andere Aspekte, zum Beispiel wie sich die beiden sich Ansehenden zueinander verhalten”, erklärt der Wissenschaftler.

Erfolgsgeheimnis von Second Life

Als “interessant” wertet Schilbach die Tatsache, dass anthropomorphe, virtuelle Charaktere im Gehirn Zustände auslösen konnten, die denen von realen Personen sehr nahe kamen. “Die Wahrnehmung scheint ähnlich wie gegenüber einer realen Person abzulaufen.” Dies könne erklären, warum so viele Menschen bestimmte Medienformate wie etwa in Second Life ansprechend finden, so der Kölner Mediziner. Zu untersuchen sei, inwiefern virtuelle Realitäten auch therapeutisch nutzbar seien.

Allerdings legt die Forschung auch nahe, dass es bedeutsame Unterschiede zwischen medien-vermittelter und direkt-persönlicher Interaktion gibt. Wichtig sei das für therapeutische Settings. “Man kommt immer mehr ab von der Vorstellung, der Psychotherapeut sei nur eine dritte, unbeteiligte Person, und erkennt die emotionalen Beziehung zum Patienten als entscheidenden Erfolgsfaktor einer Therapie. Diese Beziehung erlaubt es dem Patienten, Dinge zu ändern, die Umgebung anders wahr zu nehmen oder sein Verhalten zu modulieren”, so Schilbach.

In der vermittelten Kommunikation über Telefon, Chat oder andere Medien sei es weit schwieriger, eine derart qualitative Beziehung aufzubauen. Das Resümee des Mediziners: “Die Arbeiten unterstreichen, dass Menschen soziale Wesen sind, für die der direkte Kontakt miteinander besondere Bedeutung hat.” (Ende)

Empathie liegt in den Genen

Soziologen beweisen “Überleben der Liebenswürdigsten”

Berkeley - Forscher an der University of California in Berkeley http://www.berkeley.edu glauben herausgefunden zu haben, dass Empathie und Mitgefühl in unseren Genen verankert sind. Damit widerlegen sie die bisher geltende Auffassung, wonach Menschen nur auf ihren eigenen Nutzen aus sind. Menschen hätten nur überlebt, weil sie Kapazitäten für jene entwickelt haben, die hilfsbedürftig waren und mit ihnen kooperierten, so der Psychologe Dacher Keltner, Direktor am Greater Good Science Center http://peacecenter.berkeley.edu.

Keltners Team hat untersucht, wie die menschliche Fähigkeit zu helfen und zu kooperieren verschiedene Hirnregionen und Nervenbahnen miteinander vernetzt. Dazu hat das Forscherteam zahlreiche Arbeiten zusammengetragen. Eine erst vor kurzem veröffentlichte Studie hat deutlich gemacht, dass es eine genetische Disposition zur Empathie gibt. Dieses Ergebnis hat die kalifornischen Wissenschaftler dazu animiert, nach den Ursachen zu suchen.

Oxytocin-Gen-Rezeptor spielt Schlüsselrolle

Menschen mit einer speziellen Variation des Oxytocin-Gen-Rezeptors sind besser in der Lage, den emotionalen Status von anderen zu lesen und reagieren unter angespannten Bedingungen weniger stressanfällig. Oxytocin das als “Kuschelhormon” und als Liebes-, Romantik- und Sexualbotenstoff bezeichnet wird, ist ein zyklisches Peptid. “Möglicherweise beeinflusst nur ein einziges Gen eine erhöhte Tendenz zur Empathie”, meint Co-Autorin Sarina Rodrigues von der Oregon State University.

Studien haben deutlich gezeigt, dass Kooperationen und soziale Verbindungen für ein glücklicheres und erfülltes Leben sorgen. Forscher um Robb Willer in Berkeley haben bewiesen, wie das Überleben und die Erreichung eines höheren Status innerhalb einer Peergroup möglich sind. Dazu wurde Probanden ein Geldbetrag für Spiele unterschiedlicher Komplexität für das Allgemeinwohl gegeben. Jene Teilnehmer, die großzügiger waren, erhielten von den anderen mehr Anerkennung, mehr Geschenke und mehr Aufmerksamkeit.

Egoistisches Verhalten führt zu Ablehnung

“Die Ergebnisse machen deutlich, dass jene, die nur nach ihrem engstirnigen Selbstinteresse handeln, von anderen gemieden, nicht respektiert und sogar gehasst werden”, so Willer. “Jene, die großzügig gegenüber anderen sind, wurden hingegen geschätzt und erfuhren eine deutliche Aufwertung ihres Status”, erklärt der Forscher. “Obwohl man sieht, wie viel man durch Großzügigkeit erreicht, beschäftigen sich Sozialforscher vergleichsweise wenig damit, warum Menschen so handeln.” Dagegen gebe es deutlich mehr Studien darüber, warum Menschen selbstsüchtig sind. (Ende)

Weglaufen von Jugendlichen ist Warnsignal

Psychologin: “Zuwenig Führung der Eltern kann Aggressionen auslösen”

Los Angeles/Wien - Jugendliche, die von ihrem Elternhaus Reißaus genommen haben, kehren in den meisten Fällen bald wieder zurück. Hauptgründe für diese Rückkehr sind der Wunsch, Freundschaften mit Gleichaltrigen aufrecht zu erhalten, die Schule weiter zu besuchen oder die Suche nach Unterstützung der Eltern, wobei besonders die Mutter eine wichtige Rolle spielt. Darauf weisen Wissenschaftler rund um Norweeta G. Milburn von der University of California in Los Angeles http://www.ucla.edu im “Journal of Research on Adolescence” hin. Sie beobachteten in einem Zeitraum von zwei Jahren 183 Jugendliche, die von daheim fortgelaufen waren.

“Es sind meistens Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, die von zuhause weglaufen. Das ist auch der Zeitraum des Abnabelns von den Eltern”, berichtet die Wiener Familienpsychologin Sandra E. Velasquez http://www.familien-psychologie.info gegenüber ZAROnews. Erfolge die Rückkehr auch meistens innerhalb weniger Stunden oder Tage, sei es für Eltern in jedem Fall wichtig, der Ursache des Weglaufens in die Augen zu sehen und ein klärendes Gespräch zu suchen. “Weglaufen und Zurückkommen alleine lösen keinen Konflikt. Zudem liegen die Wurzeln oft in einem zu nachlässigen Erziehungsstil”, so die Psychologin.

Pubertäres Ausreißen: Erziehungsstil überdenken

Häufig sei die Ursache in der Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen zu suchen. Diese gleiche oft einem Teufelskreis. “Jugendliche zeigen oft Extremverhalten und stellen damit die Eltern auf die Probe. Wollen diese nachsichtig sein und betteln etwa mit Geschenken um die Gunst des Kindes, verhalten sie sich unklar und lassen Führung missen”, so Velasquez. Folgen seien Unklarheit und Verlorenheit auch bei den Jugendlichen, deren Aggression dadurch begünstigt würden. Als Reaktion darauf kippen Eltern häufig ins andere Extrem. “Die Situation wird für den Jugendlichen unverträglich und er hält es nicht mehr aus.”

Dass es Eltern oft an Erziehungskompetenz fehlt, könne laut der Psychologin in der Lebensgeschichte begründet sein. “Erziehungsfehler erbt man normalerweise. Viele haben selbst als Kind und Jugendlicher nicht die nötigen Ressourcen vermittelt bekommen.” Statt alles auf eigene Faust erledigen zu wollen, sollten Eltern im Anlassfall am besten selbst externe Hilfen aufsuchen. “Die Unterstützung eines Psychologen oder Psychotherapeuten trägt meistens zur Deeskalation bei. Dabei stehen die Karten besser, wenn die Eltern selbst aktiv Hilfe suchen. Zwingt sie der Staat dazu, verschlechtert dies meist die Motivation aller.”

Mögliches Indiz für Gewalt und Missbrauch

Ein besonderes Warnsignal an die Außenwelt sei das Ausreißen, wenn es nicht auf eine pubertäre, spontane Reaktion zurückgehe. Besonders bei jüngeren Kindern sei das Weglaufen ein wichtiges Indiz für schlimme Zustände. “Manchmal sind auch Verwahrlosung, Gewalt, Alkohol, Drogen oder Missbrauch im Spiel. Hier ist psychosoziale Hilfe der ganzen Familie am dringendsten notwendig”, so Velasquez. Rein aus der Helferperspektive müssen Kinder nicht um jeden Preis in der Familie bleiben. “Werden Kinder geschlagen oder missbraucht, so steht das Wohl des Kindes über dem des Familienlebens.” (Ende)